Die digitale Lehrertasche – erste wacklige Schritte

Nachdem Felix schon meinen Blog unter die Leute gebracht hat, fühle ich mich nun ausreichend motiviert, meine ersten Erfahrungen zu schreiben. Wie gesagt: auch ich will das iPad dazu benutzen, meine Lehrertasche papierfrei zu bekommen.

Der erste Einsatz lag für mich in Verbindung mit dem Teachertool darin, dass ich bei Referaten und Vorträgen, derer ich derzeit viele habe in Deutsch und Sozialkunde, meine Notizen und Noten direkt ins iPad eingeben konnte. Das, so fühlt es sich an, ist ziemlich praktisch, weil ich bisher oft die Notizen auf die Handouts macht, diese irgendwo verschwanden und ich dann irgendwann die Noten nur noch stotternd begründen konnte.

Daneben fange ich an es regelmäßig für meinen Unterricht zu verwenden – zunächst eben für die Notizen zum Unterrichtsverlauf und für den Transport bzw. Zugriff auf das Material.

Exkurs: Vielleicht ist hier ein Exkurs angebracht. Bei allem, was ich bisher zu den Versuchen mit der digitalen Lösung gelesen habe, wurde mir klar, dass ich mir erstmal Gedanken machen muss über meinen generellen Workflow. Dann erst wäre es sinnvoll, die Technik passend einzusetzen. Nun habe ich dabei festgestellt, dass ich so etwas wie Workflow eigentlich nicht besitze. Die vergangenen Jahre schien ich zu den intuitiven Lehrkräften zu gehören – oder: zu den chaotischen. Nach zwei Stunden des Nachdenkens habe ich mich gefragt, wie ich eigentlich meinen Beruf erfüllen kann. Und nun bin ich mit der Hoffnung erwacht, dass die Technik mir etwas dabei helfen kann, Ordnung in das Chaos zu bringen, denn schließlich muss ich diesen Beruf noch 25 bis 30 Jahre machen.

Für meine weitere Arbeit teste ich grad die Tauglichkeit folgender Apps / Konstruktionen:

  • Evernote: für die Notizen bezüglich des Unterrichtsverlaufs, bzw. den Dingen, die ich ansagen muss etc.; hier habe ich fröhlich in der kostenlosen Version rumprobiert bis ich merkte, dass ich in vier Tagen 50% des monatlichen Upload-Volumens verbraucht habe; ob ich es kostenpflichtig buche, weiß ich nicht
  • Notebook: Habe ich etwas voreilig gekauft. Voreilig, weil es noch keine iPad-Version gibt. Hier will ich Planungen und Stundenentwürfe, die über die Notizen hinaus gehen, etc. ablegen; gleichzeitig mit dem vorhandenen Material und den ABs vernüpfen; eine iPad Version ist aber geplant
  • iThoughtsHD: Benutze ich seit zwei Tagen und finde es auf Anhieb ziemlich stark. Ich bin eh ein MindMap-Freak. Man kann damit Stunden entwickeln und hat gleichzeitig Inspiration für ein Tafelbild. Ich habe mich für dieses Programm entschieden, weil es gute Exportmöglichkeiten bietet, u.a. zu Freemind und ConceptDraw.

Weiterhin ergänze ich die alltäglichen Vorgänge durch MobileMe (Kalender, Kontakte, Fotos) und Dropbox (Unterrichtsmaterial). In diesem Zusammenhang bin ich fasziniert von den Möglichkeiten, die das Zusammenspiel von iMac, iPhone und iPad bieten. Den Lehrerzimmer-Workflow, den Felix auf seiner Seite beschreibt, fange ich jetzt an, mir in Teilen auch anzugewöhnen. Allein das Abfotografieren von Aushängen und Überführen in Dropbox, die ich dann irgendwo zwischendrin auf dem iPad lesen kann, ist ziemlich genial.

Goodreader ist mit an Bord für alle PDFs, Pages/Numbers ohnehin, weil ich mit diesen Programmen auch auf dem Mac arbeite.

Die nächsten Schritte sollen sein:

  • Ich betrachte mir grad Devonthink genauer. Es soll mir helfen eine Übersicht über mein Material zu erlangen und später dann logischerweise die Ordnung erhalten. Gerade bin ich noch etwas überfordert von der „Größe“ des Programms.
  • Habe mir gestern einen Dokumentenscanner bei Ebay ersteigert, der in Verbindung mit Devonthink meine Ordnerzahl verkleinern soll.
  • Das iPad in Verbindung mit den restlichen Einrichtungen der Schule testen, d.h. Beamer, Fernseh-DVD-Einheit und Netzwerkverbindung im Klassenzimmer (unsere Schule hat grad mal zwei mobile Beamer), um z.B. mit Präsentationen, Filmen oder einfach Texten zu arbeiten.

OK, das sollte ein kurzer Überblick sein. Vielen Dank aber erstmal für alle Blogs, die ich lesen durfte und deren Ideen ich geklaut habe.

2 Antworten auf „Die digitale Lehrertasche – erste wacklige Schritte“

  1. Mich quält bei der Nutzung von Evernot immer die Datenschutzfrage. Ich würde es als Firma auch gern nutzen, sehe mich aber Verantwortlich für die Daten meiner Kunden. Speicherst Du Schülerbezogene Notizen auch in Evernote? Spätfolgen??

    1. Hallo,

      nein, tu ich nicht. Evernote wird lediglich als Notizbuch verwendet. Um es an meinem Workflow klar zu machen: Ich setze ich am Samstag hin und setze die Themen der Woche fest anhand meines Stundenplans. Diese Info kommt rein. Dann gehe ich ran und plane Arbeitsmaterial und wenn es digital vorliegt, spiele ich es in Evernote ein. Zu diesem Material kommen alltägliche Dinge, die in den einzelnen Stunden dran kommen – diese werden auch dort eingetragen.
      Schülerverwaltung läuft über das Teachertool, welches passwortmäßig geschützt ist.
      Selbst das ist, ich gebe es zu, Grauzone. Allerdings wird seit einiger Zeit an vielen Realschulen hier in Bayern der sogenannte Notenmanager eingesetzt. Mit diesem arbeitet man in den Schulen und die Lehrer können über eine Heimversion mit der Schulversion kommunizieren. Hier weiß ich, musste der Programmierer auch über die Software gute Arbeit leisten, dass dies alles rechtens ist. So werden nur Minimaldaten übertragen. So werden z.B. keine Adressdaten übertragen oder Atteste oder sonstwas. Nur das, was daheim für den Eintrag der Noten notwendig ist.
      Bei diesen Fragen zu den Schülerdaten muss man aber, glaube ich, auch beachten, dass in den einzelnen Bundesländer unterschiedliche Vorgaben für die Notengebung existieren. In den BL nördlich von uns werden, meiner Einschätzung nach, weniger Noten gegeben und man ist nicht so festgelegt in der Anzahl und der Verrechnung. Hier dagegen ist die Mindestanzahl vorgegeben und auch die Aufrechnung zu einer Gesamtnoten.
      Dies heißt, nach meiner Einschätzung, dass man in nördlichen BLs mehr Notizen machen muss zum Schüler, um seine Noten zu ermitteln. Bei uns „reichen“ i.d.R. die Noten der einzelnen Leistungsfeststellungen.

      Was meinst du mit Spätfolgen?

      Aber bei Kundendaten würde ich, klingt jetzt komisch, auf kostenlose Dienste verzichten. Ich denke, dass es da auch professionelle/spezialisierte Anbieter gibt, bei denen auch die Sicherheit eher im Vordergrund steht.

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