Die analoge Lehrertasche – Zwischenbemerkung

Es ist ja eine Binsenweisheit, dass man in Zeiten, wo man seine Gedanken auf eine Sache konzentriert, scheinbar von allen Seiten weitere Hinweise, Ideen oder Erscheinungen bekommt, die einen weiterhin auf diese eine Sache hinstoßen.

Lange Rede…

Obwohl ich noch teste und suche – mittlerweile bin ich beim Thema GTD angekommen – , merke ich, dass ich angefangen habe, regelmäßig meine Tasche auszumisten. Manchmal nehme ich einfach irgendwas heraus, lege es hinter mich ins Regal und weiß schon, dass es unnütz ist – dass ich es also schon tagelang mit mir rumgetragen habe, ohne dass es Sinn macht.

In der Schule selbst mache ich mir nun manchmal den Spaß, dass ich mir zum Unterricht nur ein Buch und meinen Kopienstapel unter den Arm klemme. (Ich muss der Vollständigkeit halber sagen, dass ich das Privileg eines eigenen Büros genieße, wo ich Platz habe, Sachen abzulegen.) Dabei sehe ich die belustigten Gesichter der Kollegen, die darin eine scheinbare aufreizende, ja, fast obszöne, Lässigkeit sehen. Das dürfen ja normal nur die Mathelehrer…oder Lehrer, die sich nie vorbereiten.

Ich dagegen beobachte ihre immer größer werdenden Taschen, sehe metallene Ringe an den Riemen, die sich unter der Last aufbiegen, sehe Schultern, in die sich diese Riemen einschneiden, sehe Pilotenkoffer in den Ausmaßen von Schrankkoffern, Rucksäcke mit Stiel und Rollen, stolpere in Lehrerzimmern regelmäßig über solche Scheußlichkeiten und habe auf meine Liste der Lektionen für Referendare immer auch eine Durchsicht der Schultasche stehen.

Bei der Durchsicht der gängigen Lehrerforen scheinen zwei Themen immer von großer Bedeutung sein:

  1. Was ziehe ich als Lehrer an?
  2. Welche Tasche muss ich als Lehrer haben?

Google weist über 17.000 Treffer für den Begriff Lehrertasche auf.

Dieses Ding scheint wichtig zu sein. Und es ist immer randvoll. Und alles, was sich darin befindet, ist wichtig. Und es ist Teil der Uniform.

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