Pizza wie beim Italiener

Ich gehöre zu denen, die nach dem Rauch-Entzug enorm an Gewicht zugelegt haben. Und ja, natürlich ist davon ein Teil einfach dadurch entstanden, dass der Stress für den Körper wegfiel, dauernd dieses Nervengift zu entsorgen. Und ja, der weit größere Rest ging drauf, weil ich meine Sucht von Kippen aufs Futtern verlegt habe. Aber nun gut, ich habe 25 Jahre gebraucht, um das Rauchen sein zu lassen, nun muss ich mit dem Abnehmen nicht ungeduldig sein.

Welch Coming-Out.

Mit dem Entzug einher ging aber auch teilweise eine steigende Wertschätzung des Kochens und der guten Zutaten einher. Wir beziehen seit dieser Zeit ungefähr eine sogenannte Biokiste (Foto links stammt auch) vom Hutzelhof, auf dessen wochenweise wechselnden Inhalt wir unseren Speiseplan aufbauen. Neben so spektakulären Neuankömmlingen wie Pastinaken, Petersilienwurzeln, Kürbis (für mich) und den weihnachtlichen Barbara-Zweigen, ordern wir auch ab und an Käse, Säfte etc. Die Preise für letzteres sind bio, unser Lehrer-Einkommen allerdings auch – letztlich aber rechnen sich nach ein wenig Umdenken (weniger Fleisch, Zeit nehmen beim sonstigen Einkaufen und Kochen, einfache Dinge kochen, viel Teigwaren 🙂 ) diese Kosten. Aber am Ende merkt man mit zunehmender Routine, dass immer Zeit zum Kochen bleibt, weil auch scheinbar aufwändigere Sachen (Pieroggi z.B.) eigentlich schnell gehen.

Meine letzte spannende Entdeckung (im Nachmittagsprogramm eines regionalen Fernsehsenders mit Kochprogramm) ist in diesem Zusammenhang ein sogenannter Pizzastein. Dieser besteht aus Schamott, also das Zeug, mit dem auch Öfen ausgekleidet werden. Daher haben sie vor allem die Eigenschaft, Wärme/Hitze gut und lange Zeit zu speichern und abzugeben. Im Prinzip also wie das Innere eines Pizzaofens.

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Ein solchen Stein kann man leicht über das Internet beziehen, zu einem Preis von um die 20 Euro. Dazu gibt es in der Regel auch Pizzaschaufeln, die recht praktisch sind, aber auch Mehl und sonstige Zutaten.

Der Stein wird einfach auf ein Rost unten in den Ofen geschoben (keinen Bodenkontakt), dieser etwa 45 Minuten volle Pulle aufgeheizt (250-280 Grad) und dann kann die Pizza aufgeschoben werden.

Vorteil des Steins: der Boden wird schneller gar als der Belag, wodurch oben drauf alles saftig bleibt, der Boden aber schön knusprig ist. Ebenfalls erhält die Pizza einfach einen anderen, besseren Geschmack.

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Aber: Abgesehen davon, dass unser Herd nicht besonders heiß wird, gehen wir doch noch zum Italiener, weil zu einer echten italienischen Pizza einfach mehr gehört. 😉

Einfachstes Rezept (zwei Leute mit gutem Appetit, gibt drei Pizzen): 400gr. Mehl, 200-250 ml Wasser, Salz, Hefe, drei EL Olivenöl (oder mehr). Ich gebe noch eine ordentliche Ladung frisch und grob gemahlenen Pfeffer dazu. Mehl in eine Schüssel, Loch hinein machen, in das Loch dann Hefe (weniger als ein Würfel, etwa 3/4), Zucker und lauwarmes Wasser, alles verrühren und 15 Minuten stehen lassen bis die Flüssigkeit aufblubbert. Dann den Rest des Mehls etc. einkneten. Das Ganze eine Stunde stehen lassen (Auf dem Herd, der aufheizt) und dann in drei Teile teilen. Dünn ausrollen, belegen, backen.

Dann Tomatensauce: naja, wohl jeder nach seiner Facon…eventuell Knoblauch und Zwiebeln anschwitzen, ablöschen mit ein wenig Rotwein, Dose Tomaten drauf (kleine Dose reicht), Oregano, Tomatenmark (2-3 EL), TL Senf, Zucker, Salz, Pfeffer. Ich mags insgesamt eher einfach bei Pizzasauce.

Ich habe jetzt zum ersten Mal in meinem Leben den Käse übrigens nicht oben auf gelegt, sondern auf die Sauce. Und nach über 40 Jahren … puh, was dazu gelernt. Viel besser.

Auf dem Stein braucht eine solche Pizza etwa 10 Minuten.

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Noch einmal die Vorteile des Steins gegenüber einem Backblech:

– es zwingt zu einer kleinen Pizza, die eben genug Rand besitzt und nicht so vollsaugt

– der Geschmack ist einfach besser

– der Belag trocknet nicht aus und bleibt frisch, während der Boden knusprig ist

Der Stein eignet sich auch wunderbar zum Brotbacken, wie man auf den Bildern sieht. Dann muss man ein Gefäß mit Wasser einstellen.

Nachtrag:

Nachdem schon der zweite Versuch mit dem Stein ziemlich super gelungen ist, will ich ein wenig weiter experimentieren. So z.B. vor allem am Teig.

Eine weitere Sache, die ich recht interessant finde, ist, den Teig im Kühlschrank gehen zu lassen. Dies soll das Gehen vor allem verlangsamen, so dass man den Teig mehrere Tage im Kühlschrank aufheben kann.

Einen Ideenlieferant fand ich über Twitter, weil ich egomäßig Leute meines Namens suchte. So stieß ich dort auf Adam Kuban, der spannenderweise und nach eigenem Bekunden die größte Sammlung von Pizzafotos im Internet unterhält. Weiterhin ist er der Begründer der Websites Slices (vgl. Pizzafotos 😉 ) und A Hamburger Today. Dies finden sich zusammengelegt unter der Website Serious Eats.

Ich bin zwar des Englischen nicht immer so mächtig, aber im Kern geht es auf diesen Seiten um Fast-Food-Lokalitäten in und um New York. Adam Kuban wäre also so etwas wie ein Food-Reporter – was allein Phantasien über richtige und falsche Berufswahl in mir losbricht. Seine Tweeds, die sich auf seinen Food-Touren ergeben, verfolge ich interessiert.

Besonders aber sind seine Pizza-Experimente.

Und das Video zum richtigen „Ausrollen“ des Pizzateig. Man beachte die Fullspeed-Version am Ende :D.

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