Digitaler Workflow Lehrer – Hardware

Vor einigen Wochen erreichte mich eine Email mit der Frage, welche Hardware man denn so anschaffen sollte, wenn man nun auf einen digitalen Workflow umsteigen möchte. Ich hatte versprochen, meine Gedanken dazu zu äußern. In meinem Kopf kreist aber so viel rum, dass ich das aufteilen muss, damit es irgendwie kontrollierbar wird. Als erster Teil mal ein Blick auf die Hardware werfen.

1. Mobil sein

Immer wieder die Gretchenfrage: Apple oder nicht. Mittlerweile sage ich: Das nächste Tablet wird ein Android-Kind – irgendwas mit Galaxy, Nexus o.ä. Mal sehen. Ich jedenfalls besitze ein iPad 3, mit dem ich hochzufrieden bin. Die Überlegung war zum einen, dass ich der Meinung war, dass damit ein reibungsloser Austausch mit meinem iMac gewährleistet sei. Mittlerweile arbeite ich fast ausschließlich mit Software, die onlinegestützt ist, d.h. wozu es Ableger für jedes Betriebssystem gibt. Also auch auf meinem Smartphone, einem Galaxy S3.

Daher Tipp aktuell: umschauen, eventuell mal ein Nexus 7 oder Nexus 10 in die Hand nehmen und schauen, ob das geht. Hier entscheidet meiner Meinung nach der Preis – aber auch das Handling.

Was mich mittlerweile am iPad nervt, ist das umständliche Bestücken mit Mediendateien. Dies läuft nämlich über iTunes und ist jedes Mal mit einem langsamen und umständlichen Synchronisieren verbunden, dass mir die Haare zu Berge stehen. Vergleichbare Geräte anderer Hersteller werden einfach als Medienspeicher erkannt und verbunden, so dass ein Bestücken mit Dateien reibungslos, schnell und einfach vonstatten geht.

Überlegungen Workflow: Die verwendete Software muss auf jedem Gerät, welches ich benutze, laufen.  Auch der Austausch der sonstigen Dateien muss gewährleistet sein – also muss z.B. auf jedem Gerät was laufen, was Word-Dateien anzeigt und bearbeiten lässt. Nur auf dem Hauptrechner ist das MS-Word – alle anderen arbeiten diesbezüglich mit Surrogaten. Die Geräte müssen einfach mit Dateien aller Art zu bestücken sein. Die mobilen Geräte müssen Anschlüsse und zusätzliche Kabel haben, mit denen ich in der Schule Zugang bekomme zu Smartboards, Beamern oder Computern. Die oben beschriebene Hardware kann und hat das. Bei anderen ist darauf zu achten. Es ist einfach ein Vorteil, wenn ich ein Abspielgerät mit mir führe, es per Kabel anschließe und der Film einfach läuft.

Ob man sich gleich alles zulegt, ist eine Frage des Geldbeutels wahrscheinlich. Kurz noch zu meinem Workflow: Ich bereite am iMac die große Arbeit vor, synchronisiere dann Smartphone und iPad (wie erwähnt hauptsächlich Evernote) und schiebe bestimmte Dokumente in die Dropbox. Das iPad nehme ich im Unterricht her anstelle von handgeschriebenen Skripts. Arbeitsblätter drucke ich in der Schule über die Dropbox aus. Das Smartphone ist mein kleiner Begleiter, den ich in der Hosentasche habe und manchmal, immer öfter, dient es mir zwischen zwei Klassenzimmern zum schnellen Blick in meine Tagesplanung, so dass ich schon beim Betreten des Klassenzimmers weiß, was ich jetzt eigentlich will.

2. Drucken

Mein Kombigerät ist ein Canon MX895, der einen Drucker, einen Scanner, ein Fax und einen Kopierer enthält. Das Zusatzschmankerl: es ist ein Netzwerkgerät, welches per Wlan angesteuert werden kann. Sehr schön, dass ich jetzt, ohne den Computer hochzufahren, per iPad/Smartphone einfach ein Dokument ausdrucken kann.

Der Scanner verfügt über einen Dokumenteneinzug, was die Sache weiterhin vereinfacht – der Scan landet natürlich auch per Wlan auf dem Computer oder wahlweise auf dem Pad oder dem Smartphone, dem USB-Stick oder im Netz auf einem beliebigen Speichergerät. OCR – Texterkennung – läuft mit kommerzieller Software fantastisch.

Der Kopierer ist natürlich einfach eine Kombination aus dem Scanner und dem Drucker – beides arbeitet aber in einer sehr schönen Qualität. Der Preis für das Gerät ist in Ordnung. Die Qualität wird sich zeigen, aber mit Canon war ich bisher eigentlich grundsätzlich zufrieden. Der Kopierer läuft ohne aktiven Computer.

Im Kern also ist dieses Gerät im Zusammenhang mit dem Digitalisieren von Unterlagen wesentlich. Natürlich habe ich viele Arbeitsblätter im Ordner, die ohnehin digital vorliegen, aber oft sind es Texte aus Büchern, Zeitungsartikel oder Bilder, die ich aus Zeitungen hole und die, einmal eingescannt und abgelegt, ohne Qualitätsverlust oft und öfter ausgedruckt – oder aber einfach per Beamer o.ä. an die Wand geworfen werden können.

Überlegungen Workflow: Wie gesagt – Einscannen ist leicht und immer wieder gebraucht – ebenso der Kopierer. Wenn ich oben schrieb, dass ich viel in der Schule ausdrucke, warum dann noch ein teurer Drucker daheim? Die Antwort: Manchmal brauche ich Farbfolien oder -ausdrucke, dafür, und wenn ich weiß, dass eine bestimmte Qualität nur mein Drucker daheim hinbekommt.

Ich bekomme immer wieder Material von Kollegen in Papierform. Wenn die Qualität der Vorlage gut ist, scanne ich es ein, wenn nicht, werfe ich es weg.

3. Backupen

Doppelte Sicherung bei mir: USB-Festplatte unter dem Schreibtisch, NAS im ersten Stock. Und eigentlich arbeite ich grad noch an der dritten Sicherung im Netz, die aber noch nicht ganz ausgereift ist.

Auf meinem iMac läuft der Carbon Copy Cloner, der – bei mir – besser läuft als die eingebaute Time Machine.

Die Schreibtischfestplatte backupt, wenn ich dran denke und sie einschalte, automatisch. Über die NAS wird am Ende der Woche automatisch gebackupt.

Überlegungen Workflow: Ein Backup ist wichtig, ein Backup ist wichtig, ein Backup ist wichtig. Zudem kann ich, als Nerd, sogar von der Schule aus, auf meine NAS zugreifen und habe damit im Ernstfall die Möglichkeit, jedes Material herunterzuladen. Aber ich gebe zu, dass ich mir diesen Notfall nicht wirklich vorstellen kann.

4. Routen

In unser gemietetes Haus reicht eine DSL 16000 Leitung hinein, die effektiv 13000 anbringt.

Ich verteile mein Netzwerk über dlan-Stecker von devolo oder per Wlan.

Auf Anraten meines technischen Freundes habe ich mir nach Abstoßen des Telekom Routers eine Fritzbox 7390 zugelegt, auch wenn sie ein paar Euro mehr kostet. Dafür habe ich aber einen Router bekommen, der alles handelt, was im Haus auf Empfang geht und dies sehr komfortabel. Erster Vorteil: Das Geräte ist unheimlich leicht zu adminstrieren. Die Oberfläche, die man per Browser aufrufen kann, ist übersichtlich man findet in der Regel alles, was man braucht. In der Regel: Die einfachen Sachen findet man schnell, die Fortgeschrittenen brauchen etwas. Vorteil des Gerätes, laut Angaben: Es funkt Wlan auf zwei Frequenzen/Bändern, was wohl in Häuser, in denen viele Wlans laufen, Probleme verringert.

Einfache Sachen: Telefonbuch einrichten und verwalten, Monitoring: Datenfluss und Datenmenge überwachen, DSL-Probleme identifizieren, Wlan automatisch ein- und abschalten (Energiesparen!), Gastzugänge einrichten.

Fortgeschrittene Sachen: VPN zu meinem technischen Freund nach Nürnberg einrichten und verwalten (Eine Art Tunnel im Internet zwischen seinem Flur und meinem ersten Stock – sichere, schnelle Direktverbindung zum Austausch von Daten); Externen Zugang einrichten, der den Zugriff auf die Fritzbox auch von jedem anderen Ort gewährleistet; Und darüber hinaus die Einrichtung eines direkten Zugangs zu allen Geräten meines Netzwerks von außerhalb.

Mehr habe ich noch nicht ausprobiert. Aber es gibt mehr.

Hier also die Zentrale

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Und hier die Übersicht des Netzwerks mit gerade angeschlossenen und inaktiven Geräten. Nerdhaushalt eben.

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Überlegungen Workflow: Hat nicht ganz so viel damit zu tun, aber ich halte es dennoch für wichtig, dass daheim die Hardware gut zusammen spielt. Und ich will nicht jedes Mal neu anfangen, wenn was Neues ins Haus kommt. Und ein Router, der lässig zu bedienen ist, ist Gold wert.

13 Antworten auf „Digitaler Workflow Lehrer – Hardware“

  1. Schöne Übersicht! So ähnlich sieht’s bei mir auch aus. Allerdings gehört m. E. ein nativer Dokumentenscanner ins Hardwareportfolio (schon wg. der beiliegenden Software) – etwa aus der ScanSnap-Serievon Fujitsu. Gerade am Anfang des Umstiegs von Analog auf Digitl ist dieser Scanner Gold wert.

    Was die Datei-Bestückung des iPads betrifft: Da gibt es doch jede Menge Alternativen zu iTunes: (a) Mit iExplorer kann man das iPad als externes Laufwerk mounten und beliebig Dateien und Ordner draufschaufeln. (b) Mit der App „FileBrowser“ kann man Netzlaufwerke ansprechen und direkt alles herunterladen. (c) Manche Video-Apps wie AV-Player können direkt übers WLAN Dateien aufnehmen. Ich selbst nutze iTunes praktisch gar nicht zum Dateiaustausch.

    1. Ah, Danke. Ich hatte gehofft, dass sich jemand meldet und mir da ein Tipp gibt. Ich hatte während des Schreibens noch mal geschaut und itransfer gefunden, was aber gar nicht ging und nach dreimaligem Absturz habe ich es wieder gelöscht. iExplorer schaue ich mir mal an. FileBrowser habe ich auch, aber habe es eigentlich draufgespielt, um Zugriff auf meine NAS zu haben und von dort Filme abzuspielen – wie doof, dass ich da nicht weiter denke… – ich war wohl noch auf der Stufe des iPad 1, mit dem man ja so gut wie keine Filme monitoren konnte, außer über die hauseigenen Apps oder über Jailbreak. Habe mir grad noch mal ein iPad-HDMI Adapter-Kabel bestellt und probiere mal rum.

      Snapscan hatte ich auch im Auge, weil ich irgendwo ein eindrucksvolles Video gesehen habe, wie er mit DevonThink zusammenarbeitet, war mir aber im Endeffekt zu teuer.

      PS: Ich glaube, ich baue ab. Als Nachtrag: Ich installiere iexplorer und er fragt, ob er die vorhandene Version ersetzen soll…war also schon drauf, aber irgendwie hatte ich das aus den Augen verloren. Dumm.

      1. Noch ein Software-Tipp: „DiskAid“ kann in etwa das Gleiche, was auch iExplorer leistet – aber unterstützt auch WLAN (sehr komfortabel). So kann man sein iOS-Gerät auch bestücken, wenn es nicht am Rechner hängt.

  2. Da ich aus der Windows-Welt komme könnte ich zu den meisten Punkten nur Unqualifiziertes abgeben.
    Eine Sache ist mir jedoch aufgefallen: Ich würde all jenen, die vor allem viel Text ausdrucken immer einen Drucker von Brother empfehlen. Wenn ich das richtig im Kopf habe, statten die als Einzige ihre Druckerpatronen nicht mit Chips aus, wodurch man günstige Ersatzpatronen nutzen kann.

    1. Du darfst mitreden :D…

      Allerdings gibt es auch Ersatzprodukte mittlerweile für Canondrucker mit Chip. Ich habe einen Großpack bei amazon gefunden mit Ersatzpatronen, die deutlich unter dem Originalpreis lagen.

      PS: Und du arbeitest nicht digital in der Unterrichtsvorbereitung, ich dachte…

      1. Doch – komplett digital. Mit OneNote. Aber ich wollte an dieser Stelle weder eine EverNote – OneNote- noch eine Mac-Windows-Diskussion heraufbeschwören. 🙂

        1. Wir sind doch hier nicht bei Heise.de ;). Außerdem empfehle ich dich ohnehin an alle weiter, die kommen und meinen, „digital ja, aber ich will Windows“…

  3. Ja, ich befülle meinen Brother selber mit Tintenspritze.
    Ist vielleicht etwas speziell und was für Bastler, aber damit komme ich auf unter 1€ pro Auffüllvorgang. Manchmal erwische ich mich dann dabei die ABs für SuS zuhause zu drucken 😉
    Problem beim digitalen Workflow (war jedenfalls im Ref so, wo ich wöchentlich eine Unzahl von Dokumenten bekam): Bei Textdokumenten gibt es doc, docx, pages und odt (mein favorisiertes Format), dazu noch pdf…
    Das auf dem ipad abzubilden ging mir am meisten auf den S…!

    1. Die Spritze habe ich auch schon probiert und mir damit eine Tastatur, eine Schreibtischunterlage und einen Bildschirm versaut…:/. Und die Apothekerin hat sich auch gewundert, als ich ein Spritzenset bestellte…;)
      Ich habe grad mal nachgeschaut: Die Dropbox-App liest und zeigt pdf, doc, docx, pages-Dokumente. Odt habe ich grad nicht. GoodReader könnte man auch ausprobieren.
      Aber das Durcheinander von Formaten ist manchmal wirklich lästig, vor allem aber auch, weil die meisten nicht nachdenken und davon ausgehen, dass man alles irgendwie lesen kann…

      Etwas abseits, aber derselbe Bereich: Ich teste grad Notability – als pdf-Reader, mit dem man PDFs handschriftlich bearbeiten kann. Probeaufsätze in Deutsch fordere ich gern auf pdf ein, um sie so zu bearbeiten.

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