gelesen: Zimmer. Nicht von schlechten Eltern.

Untertitel: Meine Hartz IV-Familie. Trotz des Untertitels gelesen, was ein wenig nach Disney-Familienfilm klang. Klingt im Buch selbst aber auch nach, ein wenig nach dem Motto, dass Geld nicht wichtig sei und die Liebe der Mutter alles ersetzen kann. Gleichzeitig aber werden Erfahrungen beschrieben, wie es ist, wenn das Geld eben nicht reicht für das Wesentliche und sich ständig alles um die Frage nach dem Geld dreht. Dass es sich eben in das eigene Verhalten und Denken eingräbt, selbst wenn man darüber hinaus ist.
Ich teile viele der Gedanken und Befürchtungen der Autorin bis heute, mit einer ähnlichen Biografie unter anderen Vorzeichen, auch wenn ich, äußerlich jedenfalls, ungleich erfolgreicher scheine.
Eine Vertiefung der beschriebenen Welt findet sich im Übrigen in den Kommentarspalten der Besprechungen der handelsüblichen Online-Auftritten von Tageszeitungen oder SPON. Hier bestätigt sich viel von dem, was sie beschreibt, wenn auch die AutorInnen ihr auf vielerlei Weise widersprechen wollen.
Literarisch mag das Buch sicher kein großer Wurf sein, als Reportage wäre es sicher ungemein passender – es basiert wohl auch auf einem entsprechendem Artikel im Zeit-Magazin. Aber ich bin kein Kritiker und habe es auch eher als eine Art „persönliches Sachbuch“ gelesen. Und wenn es im Thema (Armut in seinen verschiedenen Erscheinungsformen, Missverständnissen und Folgen) in der Buchform mehr Leute erreicht, ist es doch auch wertvoll.
Ich jedenfalls habe es als E-Book in zwei Tagen gelesen, was eher selten ist. Allerdings ist zu ergänzen, dass das E-Book nur einen Euro billiger war als das gedruckte Exemplar. Ich frage mich ernsthaft, welche Rechnung dahinter steckt, denn Papier, Vertrieb, Personal von Buchhandlungen muss doch mehr als einen Euro ausmachen.

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