Diskussionen, die ich nicht führe

Mit Nazis reden

Bei den ersten Berichten über PEGIDA und Konsorten kam recht schnell die Forderung auf, man möge doch bitte mit den Menschen reden und sie nicht einfach abstempeln und stigmatisieren. In den Tagen habe ich dann mal „Mit Nazis reden“ bei Google eingegeben und fand überraschend einen kleinen Text von Wiglaf Droste, den man von ihm gesprochen auch bei youtube findet.

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https://www.youtube.com/watch?v=nupzSsJ43m8&spfreload=10

Den Text, hier mit zwei weiteren Absätzen, findet man auf nadir.org.

Und ja, ich weiß, wer oder was Nazis sind. Aber in diesen Tagen darf ja jeder mal stolz auf seine Satire sein. Aus Gründen.

Nichtraucher sind ja die schlimmsten

Mehr als einmal habe ich erlebt, seitdem ich nicht mehr rauche, dass man mich, meist vor irgendeiner Tür stehend, fragte, ob ich denn nicht mehr rauchen würde. Wenn ich dann verneinte und nicht ganz unstolz erwähnte, dass es schon seit x Jahren so sei, bekam ich oft eine seltsame Reaktion: „Ja, ja, die Nichtraucher, die mal geraucht haben, sind ja die Schlimmsten. (Bla, bla, dann weiter Sätze mit Variationen der Aussage.)

Dies geschieht in der Regel, ohne dass ich weiter etwas gesagt hätte oder auch nur Anstalten mache, mich abschätzig über Süchtige zu äußeren.

Ich bin eigentlich sehr höflich. In der Regel öffne ich das Fenster meines Büros erst, wenn diejenigen, die grad draußen eine geraucht haben, es wieder verlassen haben. Ich glaube, ich habe auch erst einmal einem Kollegen gesagt, er solle bitte etwas zurücktreten, weil er grad eine geraucht hatte.

Da man von mir erwartet, dass ich „schlimm“ bin, verhalte ich mich mittlerweile aber auch schon mal gern absichtlich so.

Aus Gründen.

Vegetarier sind Heuchler

Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Vegetarismus und Veganismus. Und ich unternehme immer wieder Versuche, meine Ernährung umzustellen. Und ja, Versuche bleiben eben Versuche, weil es Versuche sind – ich habe, wie Sie sich erinnern, mehr als 8 Jahre gebraucht, um das Rauchen sein zu lassen.

Bei mir ist es eine Mischung aus Ablehnen der industriellen Tierhaltung, gesundheitlicher Befürchtung und Trotz. Ja, Sie fragen zu Recht: Aber Sie sind doch im Fischerverein. Ja, das bin ich.

Heute habe ich ein Gespräch mitbekommen, von dessen Inhalt ich bisher immer nur im Internet gelesen habe. Darin ging es um Fleischersatzprodukte, also vegetarische Wurst, ob als Aufschnitt oder „Leber“wurst. Und ob man quasi als Vegetarier so etwas essen darf oder nicht. Und dass das ja widersprüchlich sei.

Ich habe mir abends zum Steinpilz-Risotto zwei Soja Big Steaks gebraten. Aus Gründen.

Ach, und dumme Fragen

Fällt mir ein: Es gibt nicht nur manche Diskussionen, die ich nicht führe (nur, wenn man mich sehr reizt). Auch, finde ich, gibt es dumme Fragen. Manchmal kräht mir ein fröhliches Stimmchen entgegen:“Frau/Herr XY hat aber gesagt, es gibt keine dummen Fragen.“

„Du erkennst eine doofe Frage daran, dass du darauf eine doofe Antwort bekommst“, sage ich dann.

3 Antworten auf „Diskussionen, die ich nicht führe“

    1. Sagen wir mal so: Die Ereignisse, die mir schlaflose Nächte bereiten und meinen Blutdruck anschwellen lassen, sind seltener geworden.
      Gerade z.B. versuche ich nämlich zwei Aushilfen, die uns zugewiesen wurden und die wir nur für wenige Tage in der Woche bekommen, im Stundenplan unterzubringen…dummdidumm…Also werfe ich das Stundenplan-Tetris an.

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