18 Jahre Schulleitung: Tschüss Leben

Eine Freundin wollte letzte Woche wissen, wie meine Terminlage so steht. Ich schickte ihr einen Screenshot meines Kalenders. Ihre Antwort war knapp.

Ich wollte hier auf meinem Blog eigentlich nie rumjammern, um u.a. nicht die Frage zu provozieren, warum ich das eigentlich mache. Und weil ich das grundsätzlich seltsam fände. Vielleicht auch weil ich befürchte, wenn mal das Tor offen ist, ich es nicht mehr schließen kann.

Aber ich war heute das dritte Mal in Folge am Wochenende in der Schule und habe dort gearbeitet. Ich kam in der letzten Woche an keinem Tag im Hellen nach Hause. Am Mittwoch war es nach 22 Uhr. Ich habe mir vorgenommen an solchen Tagen mittags eine Pause zu machen – vergeblich. Ich habe mir vorgenommen an solchen Abenden nicht auf dem Heimweg bei unseren amerkanischen Freunden zum Essen einzukehren.

Ich habe aktuell zwei Coaches: Eine Psychologin, die versucht, mir den Wert von Pausen zu vermitteln, von Bewegung, einem inneren aufgeladenen Akku, Listen mit Scheiß-Aufgaben. Und eine Schulleiterin-Kollegin, die es mittlerweile schafft, Mittagspausen zu machen.

Ich würde gern ein paar Postings schreiben, um ein paar der tollen Erlebnisse der vergangenen 12 Monate zu dokumentieren:

  • mein erstes Feld gepflügt
  • zum ersten Mal geritten
  • mitgeholfen ein Haus abzureißen
  • mehrfach einen Misthaufen ausgebaggert und ausgebracht
  • bei der Heuernte geholfen
  • im Bayerischen Wald Golf gespielt

Ich würde gern wieder mal an der See stehen. Und lernen, wie man mit der Kettensäge umgeht. Muss unbedingt mal wieder angeln gehen. Und was fangen. Und es essen,

Ich hätte gern wieder das Gefühl, selbst das Steuer in der Hand zu haben.

2 Antworten auf „18 Jahre Schulleitung: Tschüss Leben“

  1. Das sind aber schöne Sachen aus den letzten zwölf Monaten. Und der Rest… sollte doch möglich sein. Mehr delegieren? Schlampiger arbeiten? Termine nicht einhalten? Das halte ich alles für legitim.

    1. Mache ich alles schon. 🙂 Ich habe mir auch abgewöhnt, als Ziel zu haben, mit der Arbeit fertig zu sein, wenn ich das Büro verlasse. Ich denke, ich bekomme das auf die Reihe…Am Ende des Refs hat mal meinem Psycho-Seminarlehrerin gesagt, dass man als Lehrer 5 Jahre braucht bis man einigermaßen gefestigt ist. Ich gehe mal davon aus, dass das als Schulleiter ähnlich sein wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.