Mit dem Fahrrad unterwegs

In den Pfingstferien war endlich Zeit gewesen für eine längere Tour mit meinem E-Bike. Ich dachte, ich kann das gleich mit mehreren Motivationen verknüpfen und somit

  • Bayern besser kennenlernen
  • Einen Schulleiterkollegen besuchen
  • Einen für mich neuen Golfplatz bespielen

Entsprechend war der Plan:

  • Mit dem Zug von Nürnberg nach Regensburg
  • Von Regensburg mit dem Rad nach Landshut
  • In Landshut Kollegen treffen und Golf spielen
  • Von Landshut mit dem Rad (je nach Zeit) nach Kelheim, Riedenburg oder Beilngries (es wurde Beilngries)
  • Von Beilngries dann wieder heim in die Nähe von Nürnberg

Der Plan funktionierte ganz gut, wurde aber am Ende vom Wetter durchkreuzt, so dass ich in Neumarkt/Oberpfalz abbrach und mit dem Zug nach Nürnberg fuhr.

Im Zug von Nürnberg nach Regensburg
Das war der Plan für den ersten Tag.

Eins meiner Ziele war herauszufinden, ob Strecken mit 100km und mehr möglich wären – für mich als Freizeitradler mit Übergewicht. Und das waren sie mit dem E-Bike.

Am Stadtrand von Regensburg

Der erste Teil verlief eine kurze Strecke an der Donau. Den Donauradweg sind meine Frau und ich schon mal bis kurz vor Wien geradelt. Dann haben wir erfahren, dass Züge, die Fahrräder mitnehmen und zurück nach Nürnberg fahren, grundsätzlich überfüllt sind und reserviert werden müssen und nur ein Mal die Woche fahren. Ich weiß nicht, ob sich daran was geändert hat, aber damals sind wir dann zurück nach Passau und von dort aus heim nach Nürnberg mit Freunden, die wir dort kannten.
Ich fürchtete viele Urlauber an der Donau, aber ich war sehr früh dran, so dass ich weitgehend allein war.

Sallingberg

Für mich beginnt das Bayern (im Unterschied zum Fränkischen) immer mit den Kirchtürmen und ihren Zwiebelköpfen.

Schweinsbratensemma

Auf Twitter setzte ich mich dann der Kritik aus mit meinen norddeutsch imitierten dialektalen Äußerungen über „ein Brötchen belegt mit einer Scheibe Schweinebraten mit Kruste“.
Der Kollege aus Landshut, der in meinen Ohren bayert, erzählte, dass in seiner Kindheit in Niederbayern ein Nachbarsjunge sich über seinen Dialekt wunderte, aber als er erfuhr, dass seine Eltern aus Oberbayern kommen, äußerte: „Na, jetzt weiß ich ja, warum der F. so hochdeutsch spricht.“
F. jedenfalls meinte, das sei bei ihm eine Schweinsbratensemma.

St. Martin in Landshut

Wissen Sie, dass in Landshut der höchste Backsteinturm der Welt steht? Ja, in Landshut. Der Turm der Kirche St. Martin.

Golfclub Landshut

Da es ein heißer Tag war ausnahmsweise im Cart. Auf dem Platz gab es mehrere Brunnen mit Trinkwasser, was ich so noch nirgendwo gesehen hatte.

Plan für den Fahradtag 2: Von Landshut in Richtung Beilngries
Treckerporn
Rast

Ich hatte ein kleines Stativ mitgenommen, weil ich allein unterwegs war und dachte, es wäre super mich selbst abzulichten. Das ist das einzige Foto mit Stativ, was entstand. Ich mag Selfies nicht sehr. Immer noch nicht. War hier aber überrascht, welche Länge mein Bart mittlerweile angenommen hat.

An manchen Stellen gab es tolle Radwege
Beilngries – St. Walburga
Ausfahrt Beilngries am Rhein-Main-Donau-Kanal

Der letzte Tag begann fantastisch. Es war kühler als die Tage zuvor. Die Kulisse war toll. Allerdings wurde es dann schnell regnerisch.

Schleuse Berching
Schon in Berching fing es an
Der alte Ludwig-Main-Donau-Kanal in Richtung Neumarkt/Oberpfalz
Nass
Die letzte Strecke mit Abbruch in Neumarkt

Dann anschließend S-Bahn nach Nürnberg (überfüllt). Dort hatte es schon aufgehört zu regnen, daher konnte ich dann die letzten 16km noch heimradeln.

Unterm Strich

Die Strecke Nürnberg-Landshut fahre ich mit dem Auto in höchstens zwei Stunden. Mit dem Rad in 6 Stunden, reine Radlerzeit. Ich war überrascht wie gut der Brooks-Sattel wirklich funktioniert, denn auch nach diesen sechs Stunden hatte ich keine Probleme mit dem Sitzen (eine der Sachen, die vor 13 Jahren auf dem Donauradweg schlechter war). Rückenschmerzen ja.
Ich habe es genossen, Kilometer abzufahren, still und allein für mich. In Bewegung sein, ohne mit jemandem reden zu müssen. Anhalten zu können, wo immer ich will.
Auf Besichtigungen habe ich verzichtet, das war nicht unbedingt auf meinem Reiseplan gestanden. Muss auch sagen, dass mir das zu umständlich gewesen wäre mit dem Rad und dem Gepäck.
Was mir stattdessen auffiel waren die deutlichen Wechsel der Landschaften, wofür ich im Auto kaum ein Auge habe. Der Übergang von Stadt zu Fluß (Donau), dann zu landwirtschaftlich geprägter Landschaft in Niederbayern/Oberbayern, Kanal, dann Altmühltal und wieder Richtung Stadt. Vor allem das Altmühltal steht jetzt ganz oben auf meiner Liste der Radelstrecken.

Landschaft Niederbayern – rechts der Mais, links das Korn (irgendeins)
Altmühltal hinter Riedenburg

Und an diesem Wochenende die letzte Strecke Neumarkt-Nürnberg noch zu radeln. (Das Rad ist in der Werkstatt, ein Ersatzteil ist schlecht lieferbar)

4 Antworten auf „Mit dem Fahrrad unterwegs“

    1. Semmi finde ich auch witzig :D. Und ja, ich habe geschwankt zwischen Bulldog (so heißt es im Fränkischen auch) oder dem Trecker (für meine norddeutschen Leser).
      Wie heißen dann eigentlich die Semmelnknödel bei euch? (im Fränkischen, aber da gibts ja keine Semmelnknödel, heißen die Knödel/Klöße „Knidla“)

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