#wasmachteigentlichderchef 2021-11-11-12-15

Fahrrad, wie auch Donnerstag und Freitag letzter Woche. Am Donnerstag riss mir morgens an der Jansenbrücke die Kette. Hatte schon vorher gehakt, verhakte dann komplett und machte den Abgang. Rad beim Aldi abgeschlossen, U-Bahn gefahren. Nachmittags wiedergeholt, gleich zum Fahrradreparateur, der das noch vor seinem Laden schnell erledigte, 15 € Standardpreis für alles, fränkisches Gemurmel, fertig.

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Erledigte Aufgaben (15.11.)

  • Elternbrief angefangen
  • Briefing Lehrer angefangen
  • drei Unterrichtsbesuche
  • von einer Mutter am Telefon angebrüllt worden, die sich dann beim KM und der Schulaufsicht über mich beschwerte, nachdem ich einfach nach ihrem ersten gebrüllten Satz aufgelegt habe
  • mit der Schulaufsicht telefoniert
  • Lagebesprechung interne Sl
  • KMSe lesen, auch das mit dem Hinweis „dringend“ und „Erinnerung“
  • Neuen Rahmenhygieneplan lesen

Inzidenz: 453 in Nürnberg.


Lage

Man mag es mir nachsehen. Ich bin neulich auf dem RKI Dashboard auf diese Kurve gekommen betreffend Corona in Bayern. Markiert sind die beiden Zeitpunkte, wo in der Vergangenheit die Schulen geschlossen wurden.

  1. 16.03.2020
  2. 16.12.2021

Und nun weiß ich auch nicht.

Ich weiß, dass eine erneute Schließung, die so lange dauern würde, zu kaum noch absehbaren Verwerfungen bei einigen/vielen SchülerInnen führen würde. Ich erlebe aber auch an der Schule, dass die Testungen und damit verbundenen Maßnahmen zu einer Unruhe führt, die ebenso wenig hilfreich ist. Man bedenke dabei, dass Nürnberg auf eine 500er Inzidenz zusteuert. Allein an meiner Schule haben wir durchschnittlich an jedem Test-Tag mehr als einen positiven Fall. Hinzu kommen Infektionen in den Familien, die uns von außen zugetragen werden. Dass es sich so entwickelt, konnten wir in dem Moment abschätzen, als es anfing, dass man im Gesundheitsamt nur noch sehr schwer Ansprechpartner finden konnte.

Was die Politik unternimmt, ist noch völlig unklar. Natürlich hat die Schule „oberster Priorität“, aber wenn ich sehe, welcher Maßnahmenplan bisher für die Schule unternommen wurde, wird mir bang.

Mein sarkastischer Tweet wurde dann auch mit einer kaputten Kette am Rad bestraft.

Aber so oft ich in letzter Zeit wieder das Wort Schulschließung höre, Wechselunterricht, Lockdown, fürchte ich, was auf uns zukommt. Bei beiden Schulschließungen fing es ebenfalls immer damit an, dass man versicherte, dass man keine Schulen schließen wolle. Dann konnte man eigentlich nur noch herunterzählen.

Und ich habe keinen Ansatz zur Lösung. Unausgereifte Ideen ja, aber nichts wirklich Hilfreiches. Denn eigentlich fürchte ich beides: Schulschließung und keine Schulschließung. Wechselunterricht scheint mir eher eine realistische Maßnahme – wegen Abstand und wegen der Möglichkeit, sich auf wenige SchülerInnen besser konzentrieren zu können.


Bin am Wochenende auf ein Besuch in eine andere Stadt gefahren. Dabei das Auto stehengelassen und Bahn benutzt. Das empfand ich als sehr anstrengend wegen der Maske. Aber immer noch besser als nachts mit dem Auto durch die Gegend zu fahren und womöglich wieder ein Bambi zu überfahren.

Ergänzend wäre zu betrachten, dass mir der Stellvertreter einen Hirschbraten verkauft hat, der nun in der Tiefkühle liegt.

8 Antworten auf „#wasmachteigentlichderchef 2021-11-11-12-15“

  1. Das kann ich voll unterschreiben: „Denn eigentlich fürchte ich beides: Schulschließung und keine Schulschließung.“
    Ich glaube auch, dass es wohl wieder so kommen muss.
    Es tut gut, zu lesen, dass es dir auch so geht mit dieser Situation. Der Job ist ja auch so schon verrückt genug.

  2. Diese Versprechungen der Politik, die dann nicht eingelöst werden können in Kombination mit lange verschlafenen, naheliegenden Lösungen (Luftfilter), die dann auch nicht eingelöst werden…es ist langsam wie ein Plagiat von Camus‘ „Die Pest“. Hier im Kollegium rechnen mittlerweile auch sehr viele damit, dass BW die Schulen wieder vor den Weihnachtsferien dichtmacht, um die Kurve viel zu spät zu drücken. Wechselunterricht wäre aus pädagogischer Sicht besser, das sehe ich ganz ähnlich. Ach, es ist ein einziges Dilemma. Gutes Durchhalten und viel Zen, zumindest innerlich!

    1. Viele Dank – und das wünsche ich Ihnen auch.
      Und die Erfahrungen, die Sie da beim Nachbarn machen, ist hier ja deckungsgleich. Ich halte durch, hätte nur mal gern mehr als nur Durchhalten. 😉

      (Auch dieser Kommentar landete im Papierkorb – ich weiß immer noch nicht warum.)

  3. Sie werden wohl Recht behalten. Nachdem Brandenburg wohl schon plant drei Tage eher in die Ferien zu gehen. Hatten wir letztes Jahr im Dezember in BW auch und das Ende war dann im Juni wo ich alle meine Schüler im Ganztag zurück hatte. Jetzt bin ich Schulsozialarbeiter und kann hoffentlich mehr tun als mit 5 Kindern in der Ganztags-Notbetreuung monatelang auszuharren, wo mir irgendwann die Ideen ausgingen und die Kinder es auch nur noch ätzend fanden. Wie gesagt, im Juni kam die Erlösung und ziemliche Normalität im Ganztag.

    1. Diese lange Zeitspanne hatten wir hier in Nürnberg auch. Und effektiv war fast gar nichts daran. AbschlussschülerInnen kamen schon früher (weiß gar nicht mehr wann, nach Ostern wohl erst), aber erst an Pfingsten der Rest.
      Normalität. Ja, da warte ich auch drauf. Mal sehen, wie lang. Da jetzt ist auch nicht normal.

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