Die Geschichte mit M

Vorbemerkung: Je älter ich werde, desto unklarer ist, ob die Geschichten, die ich mir seit Jahren selbst erzähle, wirklich bis ins Letzte so passiert sind. Namen von Personen stimmen in der Regel, Orte nicht immer, Einzelheiten sind vielleicht richtig, Zusammenhänge bestimmt nicht immer. Manchmal ist alles bis ins Groteske verzerrt, wenn ich den Beteiligten meine Sicht erzähle.

Als Beispiel mal aus anderer Sicht: 2005 heiratete eine alte Freundin, die älteste, in London. Ich fuhr hin und dort traf ich viele MitschülerInnen meiner Schulzeit zwischen 1985 und 1989. Einer sprach mich an (G), was die Computerbranche so mache. Ich war sehr irritiert und musste ihn aufklären, dass ich Lehrer geworden war. Er aber erinnerte sich daran, dass ich doch mit T und Computern zu tun gehabt hätte. Und nach einigem Nachdenken fiel mir ein, dass mir T irgendwann 1985 mal von seinem Computer erzählt hatte. Damals konnte ich mir nichts darunter vorstellen und besuchte ihn, um mir den mal vorführen zu lassen. Das war spannend, aber meinen eigenen ersten Computer kaufte ich mir erst 1993. In den Augen von G war ich aber die ganzen Jahre als Computerfreak, der in die IT-Branche gewechselt war, abgespeichert.

Jedenfalls: In der zweiten Hälfte meines Studiums in Würzburg Mitte der 1990er Jahre zog ich zu M in eine Zweizimmer-WG. Wie sich später herausstellte, kannte ein Studienkollege von mir ihn aus einer gemeinsamen Zeit auf Kuba, wo beide mehrwöchig eine organisierte semi-politische Unterstützer-Bildungsreise mit zeitweisem Arbeiten auf den Zuckerrohrfeldern unternommen hatten (so war es in meinen Erinnerungen). Ich weiß noch, dass ich zu diesem Zweck mein altes Fahrrad gestiftet hatte – man sammelte die und verschiffte die ebenfalls nach Kuba (jetzt, wo ich das schreibe, klingt es erheblich schräg).

M stammt aus der Oberpfalz, den Regierungsbezirk in Bayern, der als besonders konservativ gilt. Der, ganz nebenbei, in dem Wackersdorf liegt. (Eine sehr spannende Doku findet sich zu Wackersdorf immer noch in der Mediathek ) M erzählte von einem Heimatdorf, in dem seine Eltern einen Bauernhof haben. Er selbst, so hieß es, sei Vegetarier, aber während unseres Zusammenwohnens brachte er auf meinen Wunsch immer gern einen Schweinebraten vom Schlachten mit. Verwundert hörte ich damals, dass das Dorf, aus dem er kam, keine Straßennamen kannte, sondern dass man einfach die Häuser durchnummeriert hatte. Das hörte ich damals zum ersten Mal. Er erzählte mir auch von seinen Erlebnissen in Gorleben oder vom Münchner Kessel (in seinem Zimmer in Würzburg hing ein handtellergroßes Lüftungsgitter, welches er nach eigenen Angaben aus der Zelle im Polizeibus abgeschraubt hatte, in der er kurz untergebracht war). In Würzburg stand er vor dem Ende seines Medizinstudiums, was er später an den Nagel hing. Einmal rief seine Mutter an, als er nicht da war. Ich unterhielt mich mit ihr, konnte sie aufgrund des Dialekts nicht gut verstehen. Als er sie zurückgerufen hatte, berichtete er, dass ihn seine Mutter am Ende des Gesprächs gefragt hätte, ob er jetzt mit einem Ausländer zusammenwohnen würde.

Noch vor meinem Examen trennten sich unsere Wege. Wir blieben locker in Kontakt. Er überraschte mich noch einmal, als es um die Frage ging, wo ich mein Referendariat machen müsste. Es standen 5 Orten zur Auswahl, bei denen ich von den meisten nicht auf Anhieb wusste, wo in Bayern die lagen – geschweige, dass ich von den Orten schon etwas gehört hatte. Da rief er plötzlich an und sagte, er würde mit dem Zug durch Würzburg kommen. Wenn ich am Bahnhof sei, könnte er mir etwas geben. Also reichte er mir am Bahnsteig durchs Zugfenster eine Tasche nach draußen, in dem sich 5 Flaschen Bier befanden, aus jeweils einer der möglichen Städte eine Sorte: Erlangen, Riedenburg, Kelheim, Miesbach, Kempten. Die hatte er stellenweise selbst besorgt, andere von Freunden besorgen lassen.

In den Folgejahren besuchte er mich ein paar Mal, dann auch in Mittelfranken, wo ich das Referendariat machte, später auch lange Zeit unterrichtete. Vor mehr als zehn Jahren aber brach der Kontakt ab. Ich hatte immer wieder versucht, ihn zu erreichen, aber es war unklar, ob die Handynummer noch stimmte oder die Email-Adresse. Ich hatte mir den Namen des Dorfes, aus dem er kam, nie richtig gemerkt (es war irgendwas mit einem Waldtier, aber ich konnte Waldtiere nicht gut unterscheiden, nicht mal, wenn ich sie überfuhr.) Die Oberpfalz war weit weg damals und unheimlich. An einer meiner Schulen, wo ich zur Abwechslung länger war, lernte ich einen ehemaligen Mitschüler von M kennen. Mit diesem und einigen anderen Mitschülern ging er jährlich auf eine Radtour – hier hörte ich also zum ersten Mal wieder von M. Die Schulpsychologin vom benachbarten Gymnasium kannte ihn auch aus der eigenen Schulzeit. Die Frau meines Chefs besucht dieselbe Schule. Kontakt bekam ich aber dennoch keinen. Irgendwie schob sich M in meinem Leben in den Hintergrund.

Anfang diesen Jahres bin ich selbst in die Oberpfalz gezogen und habe dann am Ende des Sommers die Schulleitung einer Realschule in der Gegend übernommen. Nach ein paar Wochen las ich in der Zeitung von einer jungen Frau, die ein öffentliches Amt in der nördlichen Region von hier aus übernommen hatte und die den Nachnamen von M trug. Ich wusste von einem Bruder und dachte, das könnte dessen Tochter sein oder was auch immer. Ich forschte ein wenig nach und fand dann den Ortsnamen sowie den Namen des Dorfes und es gibt dort einen Bauernhof mit dem entsprechenden Nachnamen.

Ich bin keiner, der bei fremden Leuten einfach vor der Haustür steht und dann Fragen stellt. Aber es ergab sich dann doch ganz einfach. Meine Mitbewohnerin war zum Frühstück mit ehemaligen Schulfreundinnen verabredet und brachte dabei M ins Gespräch. Eine der Anwesenden, stellt sich heraus, ist verheiratet mit einem Mann, der ein Cousin von M ist und ein paar Tage später hatte ich eine neue Handynummer und eine Verabredung mit M für dieses Wochenende. Diese platzte jetzt leider, weil in unserem Haushalt Corona ausbrach und wir alle Termine für das Wochenende gecancelt haben. Aber wir wollen kommende Woche telefonieren und vielleicht in 3-4 Wochen ist er wieder im Land.

Was soll man noch sagen. Menschen bleiben hängen. M in diesem Fall, weil er in der Konzeption meiner Erinnerungen jemand ist, der nach bestimmten Vorstellungen lebt, mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Mit allen Kontrasten, die aber vielleicht nur ich so deute.

Ergänzungen zu M

Joplin: Der externe Editormodus

Einen Knopf, den ich lange ignoriert habe, ist der Link zu einem externen Editor. Und alles andere ist eigentlich auch schon selbsterklärend. Unter Optionen kann man hier unter Allgemeines einen bestimmten Editor einstellen oder aber einfach den Standard-Editor nutzen. (Einfach mal klicken und schauen, welcher erscheint – wenn mehrere möglich sind, erscheint ein Auswahlmenü – das kann ich leider grad nicht reproduzieren und screenshotten).

Nach dem Klick lässt sich die Notiz aus Joplin im gewählten Editor bearbeiten. Ein Vorteil, weil ich das Bearbeiten in Joplin manchmal herausfordernd finde (ich habe oft Probleme damit den richtigen Editor-Modus zu finden in Joplin, so dass ich dann Markdown eingebe, es aber als Text gespeichert wird) – in Typora dagegen finde ich mich leichter zurecht.

Mein Blog-Workflow sieht dann also so aus:

  • Notiz in Joplin anlegen
  • externen Editor aufrufen
  • Eintrag tippen
  • Text kopieren
  • Text in WordPress einfügen

Der Text wird dann in WordPress inklusive Absätze, Formatierungen und Links (leider noch ohne Bilder, hier wird aber ein Platzhalter eingefügt, über den ich die Bilder hochladen kann) übernommen.

So kann ich einfach dran arbeiten und habe letztlich ein Backup in Joplin. Und: Die Postings liegen im MD-Format vor, sind also multipel lesbar.

PS: Ergänzung vom 17.12.2023: Ich habe erst im Nachhinein einen Unterschied zwischen der Windows und der Linux Joplin-Version festgestellt. In der Linux Version übernimmt Joplin quasi live die Änderungen bzw. den erstellten Text. Man muss nicht extra in Typora speichern. In Windows ist das anders, hier muss man in Typora speichern, erst dann wird der Text in Joplin übernommen.

Blog Stöckchen Apps Standard

Gelesen bei Herrn Rau: Standardsoftware. Geht zurück auf Thomas. Christian hat mitgemacht und Kiki.

Herr Mess sitzt sicher auch schon dran.

Spannend, das mal für sich zu sammeln.

BereichSoftware
MailEvolution (Linux), K-9 Smartphone, Outlook (dienstlich), habe lange Zeit Spark verwendet auf den Apple-Geräten, Thunderbird auf Windows Dienstgeräten
NotesJoplin (große Notizen), Nextcloud Notes mit Quillnote am Smartphone (Kleine Notizen), aktuell auch wieder mehr OneNote für Unterrichtliches
ToDoTodoist, Manches in Joplin, Notizbuch analog (kann mich nicht entscheiden, bzw. hat alles sein Vorteile)
Photo ManagementSuche aktuell nach dem Umstieg auf Linux, bisher nicht viel Gedanken gemacht auf den Apple-Geräten; lasse es aktuell über Google Fotos laufen; Backup gleichzeitig auf Tresorit, Synology NAS ist nicht schnell genug
KalenderNextcloud Stammkalender, verknüpft mit aCalendar+ auf Smartphone und einem Standard Kalender auf Linux Mint, ansonsten auf der Arbeit über den Browser und Nextcloud HUB
Cloud File Storage(Chaos – hier ist der Plan) eine Synology NAS als Grundablage mit Drive, OneDrive noch schulisch, Storageshare mit Nextcloud, Tresorit (Archiv)
RSSNextcloud News, entsprechende Reader auf Smartphone
Kontakteübles Feld, nehme Standardsoftware, Stammdaten auf Google und Nextcloud, verliere regelmäßig Kontakte
BrowserFirefox, Chromium (linux), zeitlang Edge, weil Office drüber lief und ich dachte, das geht dann besser – die Hölle bis ich alle News und Meldungen und „Hilfen“ abgeschaltet hatte, vermeide ich jetzt
Chatgefühlt alles, leider
Bookmarkslange Zeit raindrop.io, Nextcloud versucht (übles Design), jetzt versuche ich sie in ein Wiki einzupflegen
Read it laternein, bzw. in Joplin
Word ProcessingGroßes: vermehrt Textmaker (Softmaker), Dienstlich oft MS365, Normale Texte: Typora (Bin ein großer Fan von Markdown geworden, dieses Posting entstand unter Typora und kopiert eingefügt)
SpreadsheetsPlanmaker, Excel (wenig genutzt)
Presentationsnutze ich wenig
Shopping ListBring
Meal PlanningNextcloud Cookbook, aber Planen ist das nicht
Personal FinanceHabe vor einigen Monaten den Finanz-Guru auf dem Smartphone entdeckt, bester Überblick bisher, Online Banking über das Smartphone in den entsprechenden Apps
NewsReadly, miete ich immer mal wieder, wegen der Computerzeitschriften, Kochzeitschriften…Apps für Regionalzeitung, Süddeutsche und taz.
UND: Fantastisch gefunden über „Buddenbohm und Söhne“: Nachrichtentisch Aber ok, keine App
MusicSpotify, ist nahezu ideal für mich, für Tipps lese ich sonst noch die Zeitschrift „Das Wetter“, um aus dem Logarithmus rauszukommen
PodcastSpotify
Password1Password

Joplin Erweiterungen: Backstage

Ein Plugin zum reibungslosen Übertragen von Inhalten (Dateien, Bilder) vom Smartphone in eine Notiz bei Joplin auf dem Desktop. Klasse Ding, einfach zu benutzen, schnell im Ablauf. Ohne Sync und Up- und Download.

Nach dem Installieren erscheint ein Fotoapparat in der Menüleiste.

Nach Klick wird ein QR-Code angezeigt, den man mit dem Smartphone abscannt.

Danach erscheint dann Folgendes.

Und über eine Browseroberfläche kann ich die gewünschten Files übertragen, die dann in die Notiz eingetragen werden.

Quelle: https://asrient.github.io/backstage

Ausführliche Beschreibung und Anleitung: https://discourse.joplinapp.org/t/plugin-backstage-paste-files-directly-from-phone/25570

Noch 13 Jahre Schulleiter – Verschnaufen

Noch 13 Jahre Schulleiter – spannende Tage

Ich hatte am Montag einen Termin, auf den ich schon lange gewartet hatte, privat, ganztägig. Zugegeben etwas kurz vorher hatte ich dafür eine Art Uno-Karte auf den Tisch legen wollen, um einen Urlaubstag zu bekommen. Dies war der Nachweis der Wahlhelferei zur Bundestagswahl in Nürnberg 2021. Kurz: Am Ende waren 3-4 Abteilungen des Kultusministeriums/der Schulaufsicht beschäftigt, um mir am Ende telefonisch und emailisch mitzuteilen, dass dieser Tag verfallen sei, weil es einfach zu lange her wäre. Der Tag solle zeitnah zur Erholung genommen werden. Ich lächelte buddhahaft und legte meinen Nachweise der Wahlhelferei Landtagswahl 2023 in Amberg auf den Tisch. Eine Genehmigung erfolgte.

Aber Sie bekommen schon eine Andeutung, warum meinen Namen mittlerweile einige Leute im KM kennen.


Montag also in einer vierstündigen Sitzung den nur halb tätowierten, linken Arm (oben) ergänzen lassen, also nur stencilmäßig und wenig Schattierung. Mitte Dezember folgt dann die Komplettierung. Es geht um den linken Oberarm. Das Thema „Hybris“ vertieft.

https://www.kubiwahn.de/2019/09/meine-taetowierungen/

Die Geschichte ist die: Nach jeder Beförderung (Versetzung) wird tätowiert.


Dienstag erste Elternbeiratssitzung, von der ich dachte, dass sie schnell ginge – aber ich kam erst kurz vor neun abends aus der Schule. Und war zufrieden.

Nachts allein im Schulhaus.


Donnerstag hatte ich mittags alle drei SchulleiterInnen des „Schulbergs“ eingeladen, auf dem auch „meine“ Realschule steht. Auch hier dauerte es länger als gedacht. Und am Ende war ich wieder zufrieden – bzw. wir alle vier.


Von diesem einen Termin fuhr ich direkt nach Schwandorf ans Landratsamt, weil ich einen Termin mit dem Landrat hatte, um mich vorzustellen. Zuerst ging ich dort aber in den Keller, zur IT-Abteilung, um meinen desolaten Laptop abzugeben. Man wolle sich drum kümmern, nette Plauscherei – bevor ich aus der Schule gegangen bin, hatte ich einen Speedtest gemacht – und ja, in der Schule war offenbar eine Glasfaserleine angekommen. Aber es soll noch eine zweite kommen. Danach in den ersten Stock zum Büro. Über eine Stunde Gespräch. Danach Pressefoto. Buddhahaft lächelnd. Zufrieden. Ein schönes Landkreisbuch bekommen, überflogen und neue Orte gefunden, wo man mal essen gehen muss.


Vor mittlerweile zwei Wochen war ich in einen halben Tag in Tschechien, anderthalb Stunden Fahrt zu einer Partnerschule. Dort vom Direktor das Schulhaus zeigen lassen und mit Hilfe einer Deutschlehrerin ausgetauscht. Schule ähnlich groß. Auf die Frage, welche Probleme in seiner Arbeit die Top 3 wären, bekam ich die Top 3 meiner Nürnberger Zeit genannt. Der Austausch war darüber hinaus sehr spannend, wenn auch die Sprache (er sprach mehr Deutsch als ich Tschechisch, was nicht schwer war). Das würde ich gern vertiefen – daher lerne ich über Duolingo aktuell Tschechisch.

On je meloun (Er ist eine Wassermelone – Ich bekomme den Strich über dem i nicht hin, sonst könnte ich schreiben: Er isst eine Wassermelone).

Naja, mal sehen, wie weit ich komme.


Vor einer Woche beim Bürgermeister. Auch nett, auch sehr lang gesprochen. Blechtasse mit Stadtwappen bekommen.


Ich würde es gern ruhiger weitergehen lassen, aber in einer Woche bekommen wir Besuch aus dem Ministerium. Dann Elternsprechtag. Dann Adventsangelegenheiten. Weihnachten.


Was ich wieder mal langatmig sagen will: Ich bin auf vielen Ebenen in ein neues Leben gesprungen. Ganz neu, ganz anders. Und auch wenn ich viel lächle und viel zufrieden bin, ist es dennoch anstrengend. Schlecht beschreibbar, aber ich komme jeden Tag sehr müde nach Hause. Vielleicht liegt es daran, dass ich weiterhin früh wach werde und konsequent dazu übergegangen bin auch aufzustehen und nicht im Bett liegend das Grübeln zu beginnen – konsequent heißt: Es muss schon vier durch sein.

Wichtig: Vornehmen, dass ich mir Zeit nehme, die ganzen Eindrücke zu sortieren.