#wasmachteigentlichderchef 2022-02-04

Fahrrad. War ein spontaner Gedanke unter der Dusche. Draußen festgestellt, dass es regnet. Das hatte mein iPhone nicht gesagt. Kurz gezögert, dann geradelt, Regenjacke hatte ich eh an. Schön frisch, schön dunkel, schön einsam im Westpark. Sollte ich öfter machen.

Erledigte Aufgaben

  • Vorlage Email erstellt zum Versenden der Zugangsdaten zum Versetzungsportal
  • Emails versendet zum Versetzungsportal
  • Stunde Sozialkunde
  • paar Emails mehr
  • ein Problem mit dem Medienkonzept, welches über drei Institutionen läuft, versucht zu lösen, Telefonate, Emails
  • eine Stunde lang Besprechung mit dem Sicherheitsbeauftragten über die anstehenden Pooltests (mit viel Kopfschütteln)
  • Sitzung zum Gebundenen Ganztag und seiner Neuausrichtung
  • Interne Sitzung Schulleitung
  • Gespräch Hausmeister draußen vor dem Schulaschenbecher

Foto des Tages

Wochenende, Fischerkurs, Gefühle, griechisches Essen, Lasagne.

Fleischwolf, Pumpernickel und Schokolade

Ich habe in einem Kommentar bei Herrn Rau erwähnt, dass ich mir einen Fleischwolf angeschafft habe, um einen Nachtisch zubereiten zu können, der auf der Basis von Pumpernickel und Schokolade aufgebaut ist. Da ich gern übers Essen rede und gebeten wurde, formuliere ich hier einmal das Rezept – Ist das jetzt eine Blogparade oder ein Stöckchen? Herr Rau erzählte ja von seiner Punschtorte. Ich weiß nicht.

Ich habe kein aufgeschriebenes Rezept dafür, alle Angaben sind so gestaltet, dass das Ergebnis eine große Schüssel füllt. Das reicht sicher für drei Tage bei zwei Personen oder entsprechend weniger bei größeren Ansammlungen. Es kann variiert werden.

Zutaten

– ein dickes Paket Pumpernickel

– drei Tafeln Zartbitterschokolade

– 1 bis 1,5 Pfund (Mager-)Quark

– ein Glas Kirschen

– (eine Tüte) Vanillepudding

– Vanillezucker

– Kirschwasser o.ä.

– eventuell Milch

Zubereitung

1. Pumpernickel und Zartbitterschokolade durch den Fleischwolf drehen. Dazu nehme ich immer eine Doppelrippe Schoki und dazu entsprechend ein gleich starkes Stück Pumpernickel (i.d.R. zwei Scheiben dick und ein Drittel breit). Lege es aufeinander und drehe es durch. Bei meinem Fleischwolf passt das gut hinein, vielleicht gibt es kleinere oder größere. Auf jeden Fall 50/50. Es kommen dann so kleine Würstchen* raus.

2. Vanillepudding kochen (500ml)

3. Quark und Vanillepudding vermischen und glatt rühren, nach Belieben zuckern. Wenn das Ergebnis zu dick ist, Milch beigeben. Als Faustregel gilt: Wenn es mir zu dünnflüssig erscheint, ist es richtig. Diese Quarkspeise wird später auf das Pumpernickel-Schoki-Dings verteilt, welches stark saugt. D.h. wenn es vorab schon dick ist, wird der Nachtisch dann sehr fest – sehr, sehr fest. Erfahrungssache halt.

3. Aufschichtung: eine Lage *Würstchen, Kirschwasser nach Belieben, paar Kirschen, Quarkspeise, Würstchen*, Kirschwasser, paar Kirschen, Quarkspeise usw. Für oben auf vielleicht ein paar Kirschen zurücklegen. Das Ganze sicher zwei Stunden durchziehen lassen.

4. Anmerkung 1: Es gibt keinen Namen dafür, wenn sich auch was mit Schwarzwälder Kirsch anbietet. Der Nachtisch ist einfach irgendwann mal in der Familie aufgetaucht, ohne besondere Bezeichnung.

5. Anmerkung 2: Bei uns musste cholesterinarm/fettarm gekocht werden aus gesundheitlich/medizinischen Gründen, daher ist das oben sozusagen die angepasste Version. Es spräche nichts dagegen, z.B. Sahnequark zu nehmen. Ich bevorzuge immer noch diese Version hier, auch mit wenig Zucker, weil ich das Herbe und Saure mag.

6. Anmerkung 3: Ich varriiere im Unterschied zu daheim vor allem mit Vanille, d.h. es kommt sicher eine Schote noch hinein. Manchmal auch mehr Pudding. Außerdem habe ich nie Kirschwasser daheim, aber immer Rum. Ab und an nehme ich auch Weinbrand – immer zu kaufen aus dem Kassenregal im Supermarkt!

7. Anmerkung 4: Wenn man nur die Hälfte isst und dann den Rest am nächsten Tag im Kühlschrank anschaut, ist der Nachtisch manchmal zusammengesackt und sieht nicht mehr so schön aus. Aber egal, zwei Löffel von der Flüssigkeit, die sich unten sammelt – und es sieht alles wieder schön aus ;).

 

Polenta.Bratwurst.

Bestimmte Lebensmittel habe ich mein Lebtag nicht angerührt, bevor nicht etwas Besonders passierte, z.B. das Kennenlernen meiner späteren Frau (ich habe meinen ersten Brie gegessen und gemocht) oder Campingurlaub im Tessin – dort habe ich zwei interessante Essensgeschichten gefunden.

Das erste ist Polenta – Maisgrieß.

Ich verwende dabei ein Rezept von Tim Mälzer:

  • 0,5 l Brühe
  • 200gr Sahne (Sojacreme)
  • eine Knoblauchzehe
  • Thymian
  • 300gr Polenta
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl
  • Parmesan

Und ergänze es mit einem Hauch Muskat. Bisschen Zitronenabrieb ginge auch.

Brühe, Sahne, Knoblauch, Thymian aufkochen. Polenta einrühren und bei schwacher Hitze aufwallen lassen. Gut und schnell rühren! Ich mache es so lange bis ich merke, dass der Grieß anzieht. Dann in eine Schale, die mit Olivenöl ausgepinselt ist, (wie auf dem Bild) geben und kalt stellen. Ich lass es so lange stehen bis es fester geworden ist. Danach in Stücke schneiden und in Olivenöl knusprig anbraten.

In diesem Fall gab es Paprikagemüse dazu.

Im Tessin jedoch Bratwurst. Diese war allerdings auf eigenwillige Art gewürzt und ich habe ein wenig nachdenken müssen, bis ich drauf kam – aber nach meiner Zunge war es Brot- oder Lebkuchengewürz. Ich habe zuhause beide Sachen ausprobiert: also die frische, grobe, rohe Bratwurst in diesen Gewürzen gewendet/paniert und dann gebraten. Schmeckt beides – mit Polenta.

Der Franke in mir jubelte: Bratwurst und Lebkuchen – in einem Gericht.

Seitan

Zu allererst: ich mag Fleisch – Hühnerfrikassee ist ein Genuss, Rouladen, Bratwurst, Frikadellen frisch aus der Pfanne usw.

Seitan ist etwas anderes, ich weiß. Darauf gestoßen bin ich in dem Kochbuch bei Attila Hildmann. Gekauft habe ich es im Bioladen.

Was ist Seitan: Weizenmehlpampe in Sud eingelegt.

Dabei geht es mir gar nicht so sehr darum, eine neue Mission zu entwickeln, sondern ich probiere das Vegane aus zwei Gründen:

  • den Fleisch-/ und Tierkonsum ganz allgemein zu reduzieren aus gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Gründen
  • eine andere und neue Geschmackswelt zu erkunden.

Denn bei Seitan bin ich zum ersten Mal auf etwas gestoßen, was zwar Fleischersatz sein will, aber irgendwie nicht ist, weil es einen ausgeprägten eigenen Geschmack hat. Naja und verarbeitet habe ich es wie … ja Fleisch eben. Der Vorteil an Seitan gegenüber Tofu o.ä. ist dabei vor allem auch die feste Konsistenz, die sich beim Erhitzen erhält. Der wichtige Tipp von Hildmann dabei: feste anbraten.

Unser erster Versuch war eine Carbonara mit Seitan und Sojacreme.

Der zweite ein Paprikagulasch aus einfachen Zutaten: Seitan (halbes Glas), Zwiebeln, rote Paprika, Chilischoten, Knoblauch, Sojacreme. Beilage nach Belieben.

Ein Glas Seitan steht nun auf jeden Fall immer im Schrank – denn es hält sich, auch geöffnet, sehr viel länger als jedes Fleisch.

Hahn und Bierdose – gewidmet A.

Schülerin A. fragte in der letzten Woche in Berlin unvermittelt, wann denn endlich wieder ein Rezept auf meine Seite kommt. Abgesehen davon, dass ich etwas erschrocken darüber war, dass eine Schülerin meinen Blog liest, war ich erschüttert, dass ich noch nicht mein geniales Rezept mit Bier und Hahn gepostet habe.

Es ist zwar alt und geklaut, aber es ist in seinem Ergebnis derart genial, dass man es einfach weiter verbreiten muss. Es ist eigentlich ursprünglich für den Kugelgrill entworfen worden.

Man benötigt:

  • ein ganzes Brathuhn
  • Salz und Pfeffer und Paprikapulver, alternativ Cayennepfeffer
  • eventuell Kräuter: Thymian, Salbei, Rosmarin
  • eine 0,5 l Bierdose (auch möglich ist alkoholfreies Bier, habe ich bei muslimischen Gästen schon probiert)
Vorgehen:
  • Huhn säubern und von innen und außen salzen, pfeffern – naja, würzen eben, nicht zu knapp
  • Dose Bier aufmachen und was wegtrinken (etwa 1/3 des Inhalts, eher etwas mehr)
  • wenn Kräuter vorhanden, diese in die Dose stecken (kein Salz hineingeben!!!)
  • das Huhn mit dem Hintern auf die Dose auffädeln
  • in eine Auffangschale stellen
  • eine gute Stunde im Ofen, auf der untersten Schiene, brutzeln lassen
Ergebnis:
  • ein knuspriges Huhn
  • mit wahnsinnig saftigem Fleisch
Es ist völlig unerheblich, was für einen Gockel man nimmt. Es geht mit dem Supermarkt-Micker-Huhn genau so wie es bei dem strammen Hahn vom Land geht, welcher 2 kg mitbringt.

Landkind

38 Jahre habe ich in der Stadt bzw. in Städten gewohnt. Bis 30 hatte ich keinen Führerschein, weil ich ihn nicht brauchte. Und nun – lebe ich in einem Dorf mit zwei Bäckern und einem 4 Kilometer entfernten Supermarkt. Und der Nachbar verbrennt regelmäßig Dinge im Kamin, die einen so schwarzen Rauch erzeugen, dass alle anderen ihre Fenster schließen müssen. Außerdem fällt der Rauch so seltsam schwer links und rechts aus seinem Schornstein raus.

Andres Thema… „Landkind“ weiterlesen

Viel zu heiß zum Kochen: Eine Gazpacho wäre die Lösung

Eigene ganz einfache Rezeptur, ich mag dabei Gemüsewürfel, zwei Personen:

4 Tomaten, mittelgroß, ohne die Kerne
(aus dem Garten)

 

 

 

 

 

 

 

1 Paprika

 

 

 

 

 

 

 

zwei kleine Gurken, oder eine große, ohne Kerne

 

 

 

 

 

 

 

ein Stück Zucchini aus dem Garten, weils weg muss

 

 

 

 

 

 

 

Ein Liter Tomatensaft, Kräuter aus dem Garten (Oregano, Salbei, Thymian), Salz, Chili,
eine halbe Zitrone

 

 

 

 

 

 

Knoblauch nicht vergessen

 

 

 

 

 

 

 

Ergänzungen: Sucuk, weilse noch da ist

 

 

 

 

 

 

 

Bisschen angebraten, in den Teller, Suppe drauf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Achja, habe noch einen Mozzarella gefunden, den ich reingewürfelt habe.

Was auch geht: Brot (dies wird auch oft IN die Suppe getan, um sie anzudicken) – ich brate es ab und an in Olivenöl und gebe als große Coutons hinzu. Ansonsten ist wohl jedes andere Gemüse auch in Ordnung, so lang es roh gegessen werden kann.

 

Die Ernte beginnt – Zucchini liegt vorn

Der Garten erreicht langsam seinen Vegetationshöhepunkt und dabei explodiert logischerweise zuerst der Kompost, auf dem Zucchini gepflanzt wurde. Wir müssen uns langsam Gedanken machen, wie wir der Frucht Herr werden. Gestern kamen wir auch auf die verzweifelte Idee, einen Korb aufs Gartentor zu stellen und den vorbeiziehenden Wanderern Gemüse anzubieten.

Das beste aber sind ja immer noch Rezepte und das Selbstvertilgen.

Variante 1: Gemüsenudeln

Das Besondere: statt Sahne wird in die Soße Sojacreme gegeben, welches ich dann doch im regionalen Supermarkt entdecken konnte, in der Ecke, versteckt. Das Gemüse in Streifen schneiden und andünsten. Danach Safran hinzugeben und kurz mitdünsten. Sojacreme und Brühe 50/50 hinzugeben (hier für zwei Personen: 125ml je). Weiterköcheln lassen nach Geschmack, mit Nudeln mischen, fertig.


 

Variante 2: Antipasti

Im Sommer eine wahnsinnig leckere Geschichte. Dazu einfach das Gemüse in dünne Scheiben schneiden und in mäßig Öl anbraten. In einer Schüssel oder Auflaufform dann schichten und mit Öl beträufeln. Ich gebe noch Knoblauchscheiben hinzu und eine Mischung der Kräuter, die im Garten wachsen: Salbei, Oregano, Thymian, Zitronenmelisse.

Das kann man einfach zu Brot essen oder auch wieder mit Nudeln – kalte Beilage zu Nudeln essen wir gern im Sommer, wenn alles andere so anstrengend ist.

 

PS: Sojacreme ist wirklich eine gute Alternative zu Sahne. Ich benutze es mittlerweile auch für das Anmachen von Salaten, z.B. Gnocchisalat. Es schmeckt besser als gefürchtet, ist magerer und irgendwie besser als die Magersahnen, die es mittlerweile überall gibt.

Ich wollte mal über Bier bloggen

Vor einiger Zeit habe ich mal einen Thread mit „Bier und Fisch“ überschrieben und bin leider nur bis zum Fisch gekommen – habe das Bier völlig unterschlagen. So ziellos mir das Bloggen auch vorkommt, so trug ich doch die Idee des Bier-Artikels mit mir herum. Also…

Alternative Titel:

– „Reisender, kommst du nach Bayern“

– „Reisende, meidet Bayern“ (Tucholsky)

– „it’s nice to be a preiß, but it’s higher to be a bayer – and the highest rank, is to be a middle-frank“

Mich verschlug es Ende 1990 nach Würzburg – und erst nach meinem Umzug wurde mir klar, dass das in BAYERN liegt. So viel Outing muss sein. Meine Geografiekenntnisse sind / waren echt mies – oder, vielleicht entschuldigt dies einiges: mir wars damals auch erst egal. Später eigentlich auch.

Nach meiner Geburt und dem Aufwachsen in Hamburg, dem Feinschliff in der Nähe von Köln, war Würzburg lediglich eine weitere Station in Richtung Süden. Mittlerweile habe ich noch 11 Jahre in Nürnberg gewohnt und bin aktuell auf’s Land gezogen – genauer: in’s Nürnberger Land. Südlicher soll’s eigentlich nicht mehr werden. Bis Regensburg geht noch mein Vorstellung von gutem Leben und geht dann erst südlich der Alpen weiter. Entschuldigen Sie, Herr Rau.

Ein Ding, was die Gegend hier wirklich ausmacht, ist eine ziemlich hohe Brauereidichte. Dabei sollte man anmerken, dass die meisten dieser Brauereien in Privat-/Familienbesitz sind, es sich also im positivsten Sinn nicht um Industriebier handelt, was da herauskommt. Und man muss keine großartige „Touristen-15-Brauereien-an-einem-Tag-Tour“ machen, um diesen Reichtum zu erleben. Man setzt sich einfach auf sein Fahrrad.

Und, wenn ich losradle, dann erreiche ich z.B. etwa 7 Brauereien innerhalb von 30 Minuten, die meisten mit dazugehörigen Gaststätten:

– Dreykorn in Lauf

Bub in Leinburg

Wiethaler in Neunhof

Wolfshöhe in Neunkirchen

Kanone in Schnaittach

Enzensteiner in Enzenreuth

Klosterbräu Weißenohe

Und damit nicht genug. In jedem durchschnittlichen Getränkemarkt der Gegend bekomme ich einen Durchzieher durch das, was man hier allgemein das „fränkische Landbier“ nennt. Die Liebe zum Landbier geht soweit, dass sich in Nürnberg und Fürth sogar ein Betrieb mit dem Namen „Landbierparadies“ begründet hat. Und in die Musik hat dieser Hype auch schon Einzug gehalten

httpv://www.youtube.com/watch?v=DFPbCyaxsXw

Es war schon hell, als ich in einer fremden Stadt um die Ecke bog
Da war eine Kneipe, die mich magisch in ihr Inn’res zog
Doch gab es hier nur fremdes Bier, ich war allein.

Da saßen Leute mit roten Augen und mit wirrem Haar
Und aus der Jukebox erklang Musik, die laut und heavy war
Sie gaben mir von ihrem Bier, ich musste spei’n

In der Regel ist ein Landbier hierzulande eine Dunkles (dunkelbraun bis rot), welches – das sei euch Nordlichtern gesagt – nicht unter 0,5 ausgeschenkt wird. Also fragt bitte nicht nach einem „kleinem Bier“. Achja, und wenn ihr eine „Maß“ wollt, fahrt weiter nach München.

Ich selbst trinke es am liebsten aus dem Steinkrug, den man in einigen Landgaststätten bekommt. Und eigentlich muss man dazu eine der fränkischen Köstlichkeiten essen: Bratwurst und Kraut oder ganz einfach ein Schäufele. Ich bevorzuge i.d.R. letzteres, denn nichts ergänzt eine Halbe besser. Außerdem ist’s eine gute Grundlage für die zweite Halbe.

Und, falls es nicht deutlich geworden ist: ich habe mich eingelebt. Ich kann mir manchmal gut vorstellen, an der Küste zu leben, irgendwann, aber es gäbe doch einiges, an das ich gern zurückdenken würde.

Solltet ihr mal in Nürnberg sein und wenig Zeit haben, geht ins Schanzenbräu – ein Brauerei, die 2007 im (alternativen-multi-kulti-1.mai-demo-)Stadtteil Gostenhof eröffnet hat. Hier gibts ein schönes Rotbier. Solltet ihr mehr Zeit haben, fahrt in die Fränkische Schweiz, von Nürnberg aus nach Osten und Nordosten.

Gräfenberg, in der Fränkischen Schweiz, hat übrigens auch leckeres Bier, wie ich heute Mittag beim Fischen merkte, als mein Fischerkollege mir eine Flasche Lager rüberreichte.

Im Hintergrund übrigens die Pegnitz. Gutes Forellengewässer, aber das habe ich ja schon mal gebloggt.

Es gibt einfach so Tage, da scheint einem das gute Leben aus jedem Knopfloch.

Für die heißen Tage: Frisches Tomatenpesto

Die Zugriffszahlen auf einen Blog steigen in letzter Zeit ganz schön an. Anhand der Statistiken sehe ich, dass vor allem Leute, die Infos über iPads, Jailbreak, XBMC oder Tafelbilder hierher geraten. Ist das das Geheimnis eines gut gefüllten Besucherzählers?

Wurst.

Apropos. Es kommen grad wieder die heißen Tage und man packt die Rezepte aus, die weder beim Kochen noch beim Verzehr größere Schweißausbrüche produzieren. Und daher gab’s gestern hier frisches Tomatenpesto. Wunderbar.

Die Grundzutaten wie im herkömmlichen Pesto (hier mal für zwei Personen):

  • Pinienkerne 75-100gr, je nach Packungsgröße
  • frischer Parmesan, 70gr. , solala halt
  • Olivenöl, nicht zu knapp

Dazu aber

  • frische Tomaten, etwa 600-800 gr.
  • Basilikum
  • Tomatenmark
  • Balsamico-Essig
  • Zucker, EL
  • Pfeffer, Salz
  • 1 frische Chili

Ergänzt werden kann es mit

  • frische Paprika
  • Ajwar
  • Rotwein
  • Nüssen statt Pinienkernen

Zubereitung ist denkbar einfach: bei den Tomaten den Strunk raus schneiden, den inneren Glibber entfernen. Dann alle Zutaten quasi in den Mixer (ich nehme den Zauberstab, bzw dazu den Zerkleinerer), würzen, und los gehts. Das gibt ne schöne Schüssel voll. Dazu einfach Nudeln nach Geschmack kochen und den restlichen Parmesan reiben. Wenn es vorher noch im Kühlschrank steht, ist es erfrischender.


Koch dich türkisch: Sucuk yumurta

Den ganzen letzten Monat gabs hier nichts zu essen. Aber jetzt fiel mir zum Glück wieder eine meiner Lieblingsseiten ein – die ich von einem befreundeten marokkanisch/italienisch-türkischem Ehepaar empfohlen bekam: Koch dich türkisch.

Dabei ging es vor allem um die Sucuk, die türkische Wurst, die es in jedem ordentlichen türkischen Lebensmittelladen gibt. Diese ist nämlich eine ideale Zugabe bei jedem Grillabend. Wenn man sie in (Längs-)Scheiben schneidet und auf den Grill legt, sind sie nämlich vor jeder Wurst und jedem anderen Stück fertig und mit ein wenig Brot, Humus o.ä. als Vorspeise sehr genial.

Hier in dem Video auf „Koch dich türkisch“ wird Sucuk yumurta als Frühstück zubereitet. Diese Art von Frühstück (ungefähr) bekommt man übrigens in Berlin-Kreuzberg in der Oranienstraße oft serviert.

httpv://www.youtube.com/watch?v=dN0T9BWz9Jk

Die Seite beherbergt noch einige Videos zu den verschiedenen Bereichen türkischer Küche und ich habe es sofort verstanden, als mein Freund meinte, er würde sich diese abends im Bett oft anschauen – als meditative Schlafvorbereitung. Nicht dass sie langweilig sind – sondern einfach entspannt schön.

httpv://www.youtube.com/watch?v=FBqW3EHgPDg&NR=1

Als Magazin-App auch auf dem iPad neuerdings.

Pizza wie beim Italiener

Ich gehöre zu denen, die nach dem Rauch-Entzug enorm an Gewicht zugelegt haben. Und ja, natürlich ist davon ein Teil einfach dadurch entstanden, dass der Stress für den Körper wegfiel, dauernd dieses Nervengift zu entsorgen. Und ja, der weit größere Rest ging drauf, weil ich meine Sucht von Kippen aufs Futtern verlegt habe. Aber nun gut, ich habe 25 Jahre gebraucht, um das Rauchen sein zu lassen, nun muss ich mit dem Abnehmen nicht ungeduldig sein.

Welch Coming-Out.

Mit dem Entzug einher ging aber auch teilweise eine steigende Wertschätzung des Kochens und der guten Zutaten einher. Wir beziehen seit dieser Zeit ungefähr eine sogenannte Biokiste (Foto links stammt auch) vom Hutzelhof, auf dessen wochenweise wechselnden Inhalt wir unseren Speiseplan aufbauen. Neben so spektakulären Neuankömmlingen wie Pastinaken, Petersilienwurzeln, Kürbis (für mich) und den weihnachtlichen Barbara-Zweigen, ordern wir auch ab und an Käse, Säfte etc. Die Preise für letzteres sind bio, unser Lehrer-Einkommen allerdings auch – letztlich aber rechnen sich nach ein wenig Umdenken (weniger Fleisch, Zeit nehmen beim sonstigen Einkaufen und Kochen, einfache Dinge kochen, viel Teigwaren 🙂 ) diese Kosten. Aber am Ende merkt man mit zunehmender Routine, dass immer Zeit zum Kochen bleibt, weil auch scheinbar aufwändigere Sachen (Pieroggi z.B.) eigentlich schnell gehen.

Meine letzte spannende Entdeckung (im Nachmittagsprogramm eines regionalen Fernsehsenders mit Kochprogramm) ist in diesem Zusammenhang ein sogenannter Pizzastein. Dieser besteht aus Schamott, also das Zeug, mit dem auch Öfen ausgekleidet werden. Daher haben sie vor allem die Eigenschaft, Wärme/Hitze gut und lange Zeit zu speichern und abzugeben. Im Prinzip also wie das Innere eines Pizzaofens.

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Ein solchen Stein kann man leicht über das Internet beziehen, zu einem Preis von um die 20 Euro. Dazu gibt es in der Regel auch Pizzaschaufeln, die recht praktisch sind, aber auch Mehl und sonstige Zutaten.

Der Stein wird einfach auf ein Rost unten in den Ofen geschoben (keinen Bodenkontakt), dieser etwa 45 Minuten volle Pulle aufgeheizt (250-280 Grad) und dann kann die Pizza aufgeschoben werden.

Vorteil des Steins: der Boden wird schneller gar als der Belag, wodurch oben drauf alles saftig bleibt, der Boden aber schön knusprig ist. Ebenfalls erhält die Pizza einfach einen anderen, besseren Geschmack.

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Aber: Abgesehen davon, dass unser Herd nicht besonders heiß wird, gehen wir doch noch zum Italiener, weil zu einer echten italienischen Pizza einfach mehr gehört. 😉

Einfachstes Rezept (zwei Leute mit gutem Appetit, gibt drei Pizzen): 400gr. Mehl, 200-250 ml Wasser, Salz, Hefe, drei EL Olivenöl (oder mehr). Ich gebe noch eine ordentliche Ladung frisch und grob gemahlenen Pfeffer dazu. Mehl in eine Schüssel, Loch hinein machen, in das Loch dann Hefe (weniger als ein Würfel, etwa 3/4), Zucker und lauwarmes Wasser, alles verrühren und 15 Minuten stehen lassen bis die Flüssigkeit aufblubbert. Dann den Rest des Mehls etc. einkneten. Das Ganze eine Stunde stehen lassen (Auf dem Herd, der aufheizt) und dann in drei Teile teilen. Dünn ausrollen, belegen, backen.

Dann Tomatensauce: naja, wohl jeder nach seiner Facon…eventuell Knoblauch und Zwiebeln anschwitzen, ablöschen mit ein wenig Rotwein, Dose Tomaten drauf (kleine Dose reicht), Oregano, Tomatenmark (2-3 EL), TL Senf, Zucker, Salz, Pfeffer. Ich mags insgesamt eher einfach bei Pizzasauce.

Ich habe jetzt zum ersten Mal in meinem Leben den Käse übrigens nicht oben auf gelegt, sondern auf die Sauce. Und nach über 40 Jahren … puh, was dazu gelernt. Viel besser.

Auf dem Stein braucht eine solche Pizza etwa 10 Minuten.

Noch einmal die Vorteile des Steins gegenüber einem Backblech:

– es zwingt zu einer kleinen Pizza, die eben genug Rand besitzt und nicht so vollsaugt

– der Geschmack ist einfach besser

– der Belag trocknet nicht aus und bleibt frisch, während der Boden knusprig ist

Der Stein eignet sich auch wunderbar zum Brotbacken, wie man auf den Bildern sieht. Dann muss man ein Gefäß mit Wasser einstellen.

Nachtrag:

Nachdem schon der zweite Versuch mit dem Stein ziemlich super gelungen ist, will ich ein wenig weiter experimentieren. So z.B. vor allem am Teig.

Eine weitere Sache, die ich recht interessant finde, ist, den Teig im Kühlschrank gehen zu lassen. Dies soll das Gehen vor allem verlangsamen, so dass man den Teig mehrere Tage im Kühlschrank aufheben kann.

Einen Ideenlieferant fand ich über Twitter, weil ich egomäßig Leute meines Namens suchte. So stieß ich dort auf Adam Kuban, der spannenderweise und nach eigenem Bekunden die größte Sammlung von Pizzafotos im Internet unterhält. Weiterhin ist er der Begründer der Websites Slices (vgl. Pizzafotos 😉 ) und A Hamburger Today. Dies finden sich zusammengelegt unter der Website Serious Eats.

Ich bin zwar des Englischen nicht immer so mächtig, aber im Kern geht es auf diesen Seiten um Fast-Food-Lokalitäten in und um New York. Adam Kuban wäre also so etwas wie ein Food-Reporter – was allein Phantasien über richtige und falsche Berufswahl in mir losbricht. Seine Tweeds, die sich auf seinen Food-Touren ergeben, verfolge ich interessiert.

Besonders aber sind seine Pizza-Experimente.

Und das Video zum richtigen „Ausrollen“ des Pizzateig. Man beachte die Fullspeed-Version am Ende :D.

Flammkuchen, Krabben, Wasabi

Oh, schon ein Monat wieder vorbei und es gab noch nichts Kulinarisches.

Dabei gabs doch wieder Leckeres: z.B. Flammkuchen. Wieder aus dem iPad (EatSmarter). Und obwohl es kompliziert aussah, ganz einfach zu machen.

Zutaten schnell zusammengesucht: Mehl, Wasser, Salz, Öl, Lauch, Saure Sahne, Wasabi, Krabben o.ä.

Aus Mehl (400gr. Vollkorn) und Wasser (250ml) und Salz (2TL) und drei Löffeln Olivenöl einen Teig herstellen (mit der Maschine vorkneten, dann mit der Hand zuende). Aus der sauren Sahne (Becher) und Wasabi (Vorsicht!) den Belag beirühren. Nebenbei Lauch in feine Ringe und anbraten.

Ofen auf volle Pulle anheizen.

Teig in zwei Hälften teilen, dann um eine Hälfte kümmern: diese nämlich auch teilen und jede Hälfte in so längliche Flammkuchenfladen ausrollen. Darauf die Sahne streichen, Lauch dabei, Krabben drauf. Ich hab noch Dill drüber gestreut und Lachs dazu getan, weil der noch da war.

Rein in den Ofen für 12 Minuten etwa. Unterste Schiene.

Mit dem Rest dasselbe, logisch.

Ist wirklich einfach. Und aus dieser Erfahrung heraus habe ich mittlerweile einen Brotbackstein gekauft (gibts auch unter dem Begriff Pizzabackstein), auf dem ich die erste Pizza zubereitet habe – kommt dem Steinofen sehr nah. Auch für den nächsten Flammkuchen ist dieser vorgesehen.

Bier und Fisch

Je länger ich hier in Franggn lebe, desto mehr muss ich sagen, wächst es mir ans Herz – und leider auch hinter den Gürtel. Aber es gibt hier einfach kulinarische Dinge, die mich den ganzen Tag freuen lassen, ja, die es sogar so weit bringen, dass ich wandern gehe, wenn am Ende die Einkehr steht. Und dann auf meinem Teller ein Schäufele dampft, eine Bauernente oder einfach ein Schweinebraten mit Kloß. Das Detail, was mir am meisten gefällt bei diesen Veranstaltungen, ist die fränkische Tradition, dass 10 Minuten nach Essensbeginn gefragt wird, ob man noch etwas Soße haben möchte – und ich will – und ich bekomme sie…

Neben diesen Schweinereien habe ich aber ebenso einen anderen Speisebereich schätzen gelernt, und zwar denjenigen, der sich um die Fische dreht. Als ehemaliger Hamburger waren zuhause die Meeresfische häufig, sehr selten aber der Süßwasserfisch. Forelle, Karpfen und Zander aber sind weitere Spezialitäten hierzulande. Sie sind so spezialitös, dass ich mittlerweile sogar den Fischereischein gemacht habe, um das Vergnügen von Anfang an zu genießen.

Oben: Döbel = Fischfrikadelle, unten Forelle. Frisch gefangen.

Ich kenne einige Menschen, die meine, sie mögen keinen Fisch. Dabei merke ich oft, dass viele eher die Zubereitung scheuen. Dies aber ist doch viel, viel leichter als gedacht. Eine Art, in der ich Forellen sehr gern mag, ist denkbar einfach:

– Forellen waschen und abtrocken

– innen und außen salzen

– ein Stück Alufolie, länger als der Fisch, leicht ölen und so unter den Fisch knüllen (Foto), dass er auf dem Rücken steht und den offen Bauch nach oben reckt

– den Bauch mit Zahnstochern öffnen und offen halten

– beliebig Gewürze füllen, am einfachsten Knoblauch- oder Kräuterbutter

– bei 180 – 200 Grad etwa 25 bis 30 Minuten auf mittlerer Schiene

– Garprobe: an der Mittelgräte leicht mit der Gabel das Fleisch wegdrücken, wenn das leicht geht und innen schön weiß ist, ist fertig

– dazu Brot oder Pellkartoffeln oder gar nix

Ich mag das.

Oh weia…jetzt habe ich das mit dem Bier vergessen. Teufel.

Schon wieder Kürbis

Ob das jetzt das Jahr des Kürbisses (Kürbis‘?) wird.

Naja, egal, es dauert ja eh nicht mehr lang.

In der Biokiste war ein Hokaido. Was nun? Sich erinnern an den kurzen Sommer und an einen Grillabend, an dem wir Kürbis gegrillt haben.

Dazu ein schnelles Rezept: gebratener Kürbis mit Linsen-Tomaten-Gemüse. Wunderbar. Beachten:

  • den Kürbis in nicht zu dünne Spalten schneiden, gut Olivenöl und schön salzen.
  • die Linsen erst am Ende salzen, sonst bleiben sie hart.
  • die Tomaten erst am Ende rein, damit sie heiß, aber nicht zerkocht sind.

P.S.: Kürbis schmeckt gebraten leicht süßlich, erinnert an Süßkartoffeln – von denen ich auch immer behauptet habe, dass sie nicht schmecken. Tun sie auch nicht!