Koch dich türkisch: Sucuk yumurta

Den ganzen letzten Monat gabs hier nichts zu essen. Aber jetzt fiel mir zum Glück wieder eine meiner Lieblingsseiten ein – die ich von einem befreundeten marokkanisch/italienisch-türkischem Ehepaar empfohlen bekam: Koch dich türkisch.

Dabei ging es vor allem um die Sucuk, die türkische Wurst, die es in jedem ordentlichen türkischen Lebensmittelladen gibt. Diese ist nämlich eine ideale Zugabe bei jedem Grillabend. Wenn man sie in (Längs-)Scheiben schneidet und auf den Grill legt, sind sie nämlich vor jeder Wurst und jedem anderen Stück fertig und mit ein wenig Brot, Humus o.ä. als Vorspeise sehr genial.

Hier in dem Video auf „Koch dich türkisch“ wird Sucuk yumurta als Frühstück zubereitet. Diese Art von Frühstück (ungefähr) bekommt man übrigens in Berlin-Kreuzberg in der Oranienstraße oft serviert.

httpv://www.youtube.com/watch?v=dN0T9BWz9Jk

Die Seite beherbergt noch einige Videos zu den verschiedenen Bereichen türkischer Küche und ich habe es sofort verstanden, als mein Freund meinte, er würde sich diese abends im Bett oft anschauen – als meditative Schlafvorbereitung. Nicht dass sie langweilig sind – sondern einfach entspannt schön.

httpv://www.youtube.com/watch?v=FBqW3EHgPDg&NR=1

Als Magazin-App auch auf dem iPad neuerdings.

Pizza wie beim Italiener

Ich gehöre zu denen, die nach dem Rauch-Entzug enorm an Gewicht zugelegt haben. Und ja, natürlich ist davon ein Teil einfach dadurch entstanden, dass der Stress für den Körper wegfiel, dauernd dieses Nervengift zu entsorgen. Und ja, der weit größere Rest ging drauf, weil ich meine Sucht von Kippen aufs Futtern verlegt habe. Aber nun gut, ich habe 25 Jahre gebraucht, um das Rauchen sein zu lassen, nun muss ich mit dem Abnehmen nicht ungeduldig sein.

Welch Coming-Out.

Mit dem Entzug einher ging aber auch teilweise eine steigende Wertschätzung des Kochens und der guten Zutaten einher. Wir beziehen seit dieser Zeit ungefähr eine sogenannte Biokiste (Foto links stammt auch) vom Hutzelhof, auf dessen wochenweise wechselnden Inhalt wir unseren Speiseplan aufbauen. Neben so spektakulären Neuankömmlingen wie Pastinaken, Petersilienwurzeln, Kürbis (für mich) und den weihnachtlichen Barbara-Zweigen, ordern wir auch ab und an Käse, Säfte etc. Die Preise für letzteres sind bio, unser Lehrer-Einkommen allerdings auch – letztlich aber rechnen sich nach ein wenig Umdenken (weniger Fleisch, Zeit nehmen beim sonstigen Einkaufen und Kochen, einfache Dinge kochen, viel Teigwaren 🙂 ) diese Kosten. Aber am Ende merkt man mit zunehmender Routine, dass immer Zeit zum Kochen bleibt, weil auch scheinbar aufwändigere Sachen (Pieroggi z.B.) eigentlich schnell gehen.

Meine letzte spannende Entdeckung (im Nachmittagsprogramm eines regionalen Fernsehsenders mit Kochprogramm) ist in diesem Zusammenhang ein sogenannter Pizzastein. Dieser besteht aus Schamott, also das Zeug, mit dem auch Öfen ausgekleidet werden. Daher haben sie vor allem die Eigenschaft, Wärme/Hitze gut und lange Zeit zu speichern und abzugeben. Im Prinzip also wie das Innere eines Pizzaofens.

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Ein solchen Stein kann man leicht über das Internet beziehen, zu einem Preis von um die 20 Euro. Dazu gibt es in der Regel auch Pizzaschaufeln, die recht praktisch sind, aber auch Mehl und sonstige Zutaten.

Der Stein wird einfach auf ein Rost unten in den Ofen geschoben (keinen Bodenkontakt), dieser etwa 45 Minuten volle Pulle aufgeheizt (250-280 Grad) und dann kann die Pizza aufgeschoben werden.

Vorteil des Steins: der Boden wird schneller gar als der Belag, wodurch oben drauf alles saftig bleibt, der Boden aber schön knusprig ist. Ebenfalls erhält die Pizza einfach einen anderen, besseren Geschmack.

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Aber: Abgesehen davon, dass unser Herd nicht besonders heiß wird, gehen wir doch noch zum Italiener, weil zu einer echten italienischen Pizza einfach mehr gehört. 😉

Einfachstes Rezept (zwei Leute mit gutem Appetit, gibt drei Pizzen): 400gr. Mehl, 200-250 ml Wasser, Salz, Hefe, drei EL Olivenöl (oder mehr). Ich gebe noch eine ordentliche Ladung frisch und grob gemahlenen Pfeffer dazu. Mehl in eine Schüssel, Loch hinein machen, in das Loch dann Hefe (weniger als ein Würfel, etwa 3/4), Zucker und lauwarmes Wasser, alles verrühren und 15 Minuten stehen lassen bis die Flüssigkeit aufblubbert. Dann den Rest des Mehls etc. einkneten. Das Ganze eine Stunde stehen lassen (Auf dem Herd, der aufheizt) und dann in drei Teile teilen. Dünn ausrollen, belegen, backen.

Dann Tomatensauce: naja, wohl jeder nach seiner Facon…eventuell Knoblauch und Zwiebeln anschwitzen, ablöschen mit ein wenig Rotwein, Dose Tomaten drauf (kleine Dose reicht), Oregano, Tomatenmark (2-3 EL), TL Senf, Zucker, Salz, Pfeffer. Ich mags insgesamt eher einfach bei Pizzasauce.

Ich habe jetzt zum ersten Mal in meinem Leben den Käse übrigens nicht oben auf gelegt, sondern auf die Sauce. Und nach über 40 Jahren … puh, was dazu gelernt. Viel besser.

Auf dem Stein braucht eine solche Pizza etwa 10 Minuten.

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Noch einmal die Vorteile des Steins gegenüber einem Backblech:

– es zwingt zu einer kleinen Pizza, die eben genug Rand besitzt und nicht so vollsaugt

– der Geschmack ist einfach besser

– der Belag trocknet nicht aus und bleibt frisch, während der Boden knusprig ist

Der Stein eignet sich auch wunderbar zum Brotbacken, wie man auf den Bildern sieht. Dann muss man ein Gefäß mit Wasser einstellen.

Nachtrag:

Nachdem schon der zweite Versuch mit dem Stein ziemlich super gelungen ist, will ich ein wenig weiter experimentieren. So z.B. vor allem am Teig.

Eine weitere Sache, die ich recht interessant finde, ist, den Teig im Kühlschrank gehen zu lassen. Dies soll das Gehen vor allem verlangsamen, so dass man den Teig mehrere Tage im Kühlschrank aufheben kann.

Einen Ideenlieferant fand ich über Twitter, weil ich egomäßig Leute meines Namens suchte. So stieß ich dort auf Adam Kuban, der spannenderweise und nach eigenem Bekunden die größte Sammlung von Pizzafotos im Internet unterhält. Weiterhin ist er der Begründer der Websites Slices (vgl. Pizzafotos 😉 ) und A Hamburger Today. Dies finden sich zusammengelegt unter der Website Serious Eats.

Ich bin zwar des Englischen nicht immer so mächtig, aber im Kern geht es auf diesen Seiten um Fast-Food-Lokalitäten in und um New York. Adam Kuban wäre also so etwas wie ein Food-Reporter – was allein Phantasien über richtige und falsche Berufswahl in mir losbricht. Seine Tweeds, die sich auf seinen Food-Touren ergeben, verfolge ich interessiert.

Besonders aber sind seine Pizza-Experimente.

Und das Video zum richtigen „Ausrollen“ des Pizzateig. Man beachte die Fullspeed-Version am Ende :D.

Flammkuchen, Krabben, Wasabi

Oh, schon ein Monat wieder vorbei und es gab noch nichts Kulinarisches.

Dabei gabs doch wieder Leckeres: z.B. Flammkuchen. Wieder aus dem iPad (EatSmarter). Und obwohl es kompliziert aussah, ganz einfach zu machen.

Zutaten schnell zusammengesucht: Mehl, Wasser, Salz, Öl, Lauch, Saure Sahne, Wasabi, Krabben o.ä.

Aus Mehl (400gr. Vollkorn) und Wasser (250ml) und Salz (2TL) und drei Löffeln Olivenöl einen Teig herstellen (mit der Maschine vorkneten, dann mit der Hand zuende). Aus der sauren Sahne (Becher) und Wasabi (Vorsicht!) den Belag beirühren. Nebenbei Lauch in feine Ringe und anbraten.

Ofen auf volle Pulle anheizen.

Teig in zwei Hälften teilen, dann um eine Hälfte kümmern: diese nämlich auch teilen und jede Hälfte in so längliche Flammkuchenfladen ausrollen. Darauf die Sahne streichen, Lauch dabei, Krabben drauf. Ich hab noch Dill drüber gestreut und Lachs dazu getan, weil der noch da war.

Rein in den Ofen für 12 Minuten etwa. Unterste Schiene.

Mit dem Rest dasselbe, logisch.

Ist wirklich einfach. Und aus dieser Erfahrung heraus habe ich mittlerweile einen Brotbackstein gekauft (gibts auch unter dem Begriff Pizzabackstein), auf dem ich die erste Pizza zubereitet habe – kommt dem Steinofen sehr nah. Auch für den nächsten Flammkuchen ist dieser vorgesehen.

Bier und Fisch

Je länger ich hier in Franggn lebe, desto mehr muss ich sagen, wächst es mir ans Herz – und leider auch hinter den Gürtel. Aber es gibt hier einfach kulinarische Dinge, die mich den ganzen Tag freuen lassen, ja, die es sogar so weit bringen, dass ich wandern gehe, wenn am Ende die Einkehr steht. Und dann auf meinem Teller ein Schäufele dampft, eine Bauernente oder einfach ein Schweinebraten mit Kloß. Das Detail, was mir am meisten gefällt bei diesen Veranstaltungen, ist die fränkische Tradition, dass 10 Minuten nach Essensbeginn gefragt wird, ob man noch etwas Soße haben möchte – und ich will – und ich bekomme sie…

Neben diesen Schweinereien habe ich aber ebenso einen anderen Speisebereich schätzen gelernt, und zwar denjenigen, der sich um die Fische dreht. Als ehemaliger Hamburger waren zuhause die Meeresfische häufig, sehr selten aber der Süßwasserfisch. Forelle, Karpfen und Zander aber sind weitere Spezialitäten hierzulande. Sie sind so spezialitös, dass ich mittlerweile sogar den Fischereischein gemacht habe, um das Vergnügen von Anfang an zu genießen.

Oben: Döbel = Fischfrikadelle, unten Forelle. Frisch gefangen.

Ich kenne einige Menschen, die meine, sie mögen keinen Fisch. Dabei merke ich oft, dass viele eher die Zubereitung scheuen. Dies aber ist doch viel, viel leichter als gedacht. Eine Art, in der ich Forellen sehr gern mag, ist denkbar einfach:

– Forellen waschen und abtrocken

– innen und außen salzen

– ein Stück Alufolie, länger als der Fisch, leicht ölen und so unter den Fisch knüllen (Foto), dass er auf dem Rücken steht und den offen Bauch nach oben reckt

– den Bauch mit Zahnstochern öffnen und offen halten

– beliebig Gewürze füllen, am einfachsten Knoblauch- oder Kräuterbutter

– bei 180 – 200 Grad etwa 25 bis 30 Minuten auf mittlerer Schiene

– Garprobe: an der Mittelgräte leicht mit der Gabel das Fleisch wegdrücken, wenn das leicht geht und innen schön weiß ist, ist fertig

– dazu Brot oder Pellkartoffeln oder gar nix

Ich mag das.

Oh weia…jetzt habe ich das mit dem Bier vergessen. Teufel.

Schon wieder Kürbis

Ob das jetzt das Jahr des Kürbisses (Kürbis‘?) wird.

Naja, egal, es dauert ja eh nicht mehr lang.

In der Biokiste war ein Hokaido. Was nun? Sich erinnern an den kurzen Sommer und an einen Grillabend, an dem wir Kürbis gegrillt haben.

Dazu ein schnelles Rezept: gebratener Kürbis mit Linsen-Tomaten-Gemüse. Wunderbar. Beachten:

  • den Kürbis in nicht zu dünne Spalten schneiden, gut Olivenöl und schön salzen.
  • die Linsen erst am Ende salzen, sonst bleiben sie hart.
  • die Tomaten erst am Ende rein, damit sie heiß, aber nicht zerkocht sind.

P.S.: Kürbis schmeckt gebraten leicht süßlich, erinnert an Süßkartoffeln – von denen ich auch immer behauptet habe, dass sie nicht schmecken. Tun sie auch nicht!