Tagesende SL – 14.05. Donnerstag

Fahrrad. Super. Auf der Rückfahrt dann ein gerissener Schaltzug. Das Rad nur eingeschränkt fahrtüchtig. Und ich war extra mal früher von der Arbeit weg.

Nächste Woche erst Werkstatttermin.

Dabei hatte ich mir gestern erst einen Fahrradanhänger bestellt. Aber der wird dann wohl kommen, wenn das Rad wieder heil ist.


Erledigte Aufgaben:

  • Elterninfo Corona 10 geschrieben
  • Lehrerinfo Corona 10 geschrieben
  • Unterrichtsplanung fast zuende gebracht (Montag 10 Uhr ist Abgabe)
  • Gespräche KM
  • Nachmelden von Dingen, die ich vergessen habe
  • SL-Sitzung
  • Beurteilungsgespräche
  • Gespräch Schulaufsicht

Wenig Schlaf irgendwie immer noch. Merke ich an der Antriebslosigkeit und dass irgendwann die Kopfschmerzen einsetzen. Ein Mischung von nicht ins Bett kommen und nicht durchschlafen können.


Es ist ein wenig wie im Dezember. Alles ist durcheinander und ich versuche Zuversicht und Gelassenheit auszustrahlen. Gelingt nicht immer.


Was war gut heute? Bilder am Rande der Strecke, als das Rad noch lief.

Tagesende SL – 13.05. Mittwoch

Fahrrad. Sehr kalt. Hände und Füße waren ein Problem. Da muss ich dran arbeiten.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsplanung (Prüfung ergab nur wenige Fehler – morgen muss die Personalanforderung erledigt werden und ein Checkup der Budgetstunden, Montag ist Termin)
  • Versch. Gespräche mit Kollegen: Beurteilung, Pilotklassen kommendes Jahr, Prüfungen
  • Exegese der aktuellen KMS zum Thema Notengebung
  • Online-Anmeldung finalisiert, Verschlüsselungsproblem gelöst, aber nicht sehr zufriedenstellend

Um 10 Uhr die Online Anmeldung scharf gestellt. Bis jetzt (22 Uhr) grob sauber gerechnet knapp unter 87 Anmeldungen.


Es fehlt ausreichend Schlaf.


Es müssen noch Beurteilungen geschrieben werden. Heute nicht mehr.


Stimmung bessert sich von Tag zu Tag. Fahrradfahren hilft.

Tagesbeginn SL – 11.05. Montag

Mit dem Auto. Es ist Schnee angekündigt (ha!). Aber auch mal schön, für ein paar Kilometer auf 200 hochzudrehen. Weniger als 30 Minuten zur Schule gebraucht, das ist auch mal was.


Die neue Woche beginnt mit der Hälfte der 9. Klässler. Dann schichtweise und gruppenweise weiter. Ab kommender Woche dann 5./6. Klasse in Gruppen. Auf Insta schreiben mir SchülerInnen aus der 6. Klasse, dass sie die Schule vermissen. Und natürlich ihre Freunde.

Ich könnte mir andere Planungen vorstellen für diese Wochen. Und ja, es würden sicher nicht Noten und Zeugnisse dazu gehören. Aber mir ist bewusst, dass man ein Schulsystem, welches auf Gesetzen beruht, nicht einfach so über Bord kippen kann. Aber mir ist auch klar, dass jetzt die beste Zeit wäre, auch mal Parallelgedanken zu entwickeln.


Spotify: Playlist auf der Basis meiner zuletzt gehörten Musik. Schräg manchmal. Ich wundere mich, was ich für Musik gehört habe. Aber zwei neue Favoriten.


Aufgaben heute:

  • Unterrichtsplanung
  • Ein oder zwei Beurteilungen fertig machen
  • Ein oder zwei kritische Emails schreiben als Antwort auf Anfragen
  • Online Anmeldung als Verfahren durchsprechen

Morgen hoffentlich wieder Fahrrad.

Tagesbericht SL – Donnerstag, 07.05.

Fahrrad. Schon gestern erlebt, zum ersten Mal: Dicht vor mit bricht ein Reh aus dem Wald rechts, schlittert über den gekiesten Waldweg und verschwindet links im Wald. Wir waren beide erschrocken.

Später breche ich rechts aus dem Wald, schieße über die Bundesstraße, um in den Pegnitzauen abzutauchen. Jedenfalls von einem Autofahrer aus gesehen, der von Osten nach Nürnberg rein fährt.


Noch nicht im Büro, sondern in der Teeküche der Schule sitzend, die wir als externe Bewerber der Abschlussprüfung betreuen. Die Annalen der Schule führen auf, dass Sandra Bullock hier mal Schülerin war, u.a..


Aufgaben für heute:

  • Unterrichtsplanung
  • KM anrufen wegen Personalangelegenheiten
  • Gespräch Personalrat
  • Briefe formulieren für Lehrer und Eltern bezüglich des neuen KMS und den 9. Klassen, die dann ab Montag kommen sollen
  • Kleinkram

Bin weiterhin aktuell sehr dünnhäutig. Das macht mir Sorgen. Gestern noch mit Kollegin gechattet, die mir dann doch das Gefühl gab, dass ich nicht der einzige bin, der am Rudern ist.


Worauf ich mich freue: Am Wochenende angeln zu gehen und ab nächster Woche dann endlich die Möglichkeit wieder auf dem Golfplatz zu stehen.

10 Fragen zum Thema E-Bike, die du dich nie zu stellen trautest und die überraschenden Antworten dazu

1. Das ist doch kein Sport

Richtig.

Aber ein Fahrrad ist für mich auch kein Sportgerät, sondern ein Mittel der Fortbewegung. Und mir gefällt diese Art der Fortbewegung.

Meine Sportarten sind Angeln und Golfen. Und ja, die habe ich gewählt vor vielen Jahren, weil es die einzigen Sportarten waren, die ich kannte, bei deren Ausübung man Bier trinken und rauchen konnte.

Nun gut. Das Rauchen habe ich vor 12 Jahren aufgehört. Und Bier getrunken beim Golfen habe ich auch eher selten, ein mal, zwei vielleicht. Und beim Angeln – nächste Frage bitte.

Ich habe mich zu einem Werbefotografen für mein Rad entwickelt.

2. Du willst ja nur schnell fahren

Meine Frau meinte anfangs, dass wir dann ja gar nicht mehr zusammen fahren können, wenn ich dauernd so schnell fahren würde.

Ist seltsam, denn für mich ist das E-Bike überhaupt eine Möglichkeit mit meiner Frau mithalten zu können. Ich wiege doppelt so viel wie sie. Hier ist alles bergig. Ein E-Bike ist wie das Handicap beim Golfen.

3. Du Radel-Rambo

Was war die Frage?

Beste Erlebnisse: Ich radle so vor mich hin, überhole ab und an Leute auf normalen Rädern und merke dann nach kurzer Zeit, dass diese anziehen und mich überholen – schielend auf meinen EBike-Antrieb (Mittelmotor: Starkes Mittelteil, wo die Pedale anliegen). In der Regel überhole ich diese Menschen innerhalb von zwei Kilometern wieder. Aber sie haben kurz einen guten Moment, weil sie schneller sind als ich.

Allerdings ist mein Akku stärker ;).

4. Du schwitzt ja gar nicht

Nein. Das ist auch nicht meine Absicht.

5. Du nimmst damit aber nicht ab

Ja, Danke, das weiß ich auch.

6. Du betrügst ja beim Radfahren

Kommt jetzt eigentlich noch eine Frage?

Also noch mal zum Mitschreiben: Ein E-Bike, besser ein Pedelec ist kein Moped. Ich steige auf, trete in die Pedale, dann fährt es. Wenn ich nicht trete, dann fährt es auch nicht. Es gibt vier Unterstützungsstufen, die den Tritt verstärken. Das war es auch schon.

7. Aber was ist mit deinem Gasgriff?

Mein Gasgriff ist der Griff der stufenlosen Nabenschaltung.

8. Ja, aber

Ich mag mein Fahrrad. Ein Jahr vor dem Kauf bin ich eine Woche lang probegefahren zur Schule und danach war mir eigentlich klar, dass es das werden soll.

Ich habe einen Kredit dafür aufgenommen, wie für mein mittlerweile abbezahltes Auto, was ich auch nicht bar bezahlt habe. Ich wünschte mir dafür ein paar Extras, wie die stufenlose Schaltung und den Riemen (statt Kette). Besonders wichtig waren aber zwei Dinge: Gewicht und Reichweite. Plus eine gute Versicherung.

Mit Gewicht war gemeint, dass ich ausreichend Spielraum brauchte für mich und das Gepäck. Mein Rad ist für 160kg ausgelegt, das brauche ich auch insgesamt: Fahrergewicht, Fahrradgewicht (32kg) und Gepäck. In Internetforen wird das Ding auch „der Panzer“ genannt.

Ich fahre bei Regen, nachts und gern auch lange Strecken. Der längste Abschnitt lag letztes Jahr bei 130km an einem Tag (mein Rad hat zwei Akkus). Und das ist großartig, weil ich für mich bin, gut vorankomme, alles um mich herum aber auch wahrnehmen kann, ohne mich körperlich zu erschöpfen, denn darum geht es mir ja eben nicht.

Mich schrecken Steigungen nicht, Entfernungen nicht.

9. Und es ist ja gar nicht so umweltfreundlich, verbraucht ja auch Strom und die Akkus erstmal, die können ja nie wirklich richtig recycelt werden und es stecken viele Stoffe drin, die kritisch sind – ökologisch und politisch-sozial.

a) Wir sind seit Jahren Kunden der Firma „Lichtblick“.

b) Stimmt leider. Aktuell.

10. Noch was?

Mein Radweg zur Schule in 20 Bildern, vom 14. Oktober letzten Jahres. Die Winterausgabe, die nicht durch den Wald geht, sondern anfangs an der Bundesstraße – es ist einfach zu dunkel. 22km einfach. Ich mag es sehr – hatte ich das erwähnt?

IMG_34801

Bild 1 von 20

Tagesbeginn SL – Donnerstag, 30.4.

Auto gefahren. Viele Argumente für das Rad gefunden. Muss nur meine Termine nächste wieder besser gestalten.


Playlist: Spotify, Jan Delay


Lieblingssätze aktuell:

  • Alle Kinder sollen bis zu den Pfingstferien einmal in der Schule gewesen sein
  • Alle Kinder sollen bis zu den Sommerferien einmal die Schule gesehen haben

Aufgaben heute

  • Anrufe KM wg. Personal
  • Absprachen externe Prüflinge
  • Kontakt Förderverein
  • Unterrichtsplanung
  • externe Besprechungstermine

Tagesbeginn SL – Dienstag

Mit dem Auto zur Schule. Fahrrad war gestern. Heute ist Regen angesagt und ich muss zur Post mit einem Paket. Verabschiedet worden von der Frau mit „Maske dabei?“ Natürlich. Vor dem Auto gemerkt, dass der Schulschlüssel vergessen wurde.


Zur Schule durch die Stadt, Playlist Spotify: This is Robert Glasper.


Neidisch auf die Stellen der Strecke geschaut, die ich vom Fahrrad auch kenne. Neid ging verloren an den Stellen in der Stadt, wo die Radwege abrupt enden. Viele haben es wieder eilig – das war gestern mit einigen Radfahrern auch so. Nürnberg hat viele schöne Ecke, die man aber vom Auto aus nicht sehen kann.

Diese Strecke lang nicht mehr gefahren und an einer Ecke entdeckt, dass die schöne alte Brache überbaut wurde. Ich habe sie vor zehn Jahren noch als Beispiel für politische Entscheidungsprozesse in Sozialkunde benutzt: Die Brache soll überbaut werden – Wie stehen Anwohner, Schausteller der Kirmes, Betreiber des Abenteuerspielplatzes, u.a. dazu? Jetzt wurde groß gebaut, Stil „italienischer Faschismus“ – ich bin ungerecht und habe keine Ahnung von Architektur. Aber schön ist es nicht.


Zweiter Tage der Schulöffnung. Gestern und auch heute verhaltene Stimmung. Tagesverkehr in meinem Büro reduziert. Spuckschutz gestellt bekommen für das Sekretariat: 50cm breit für eine 3m breite Theke. Masken lagern mittlerweile in meinem Schrank neben dem Safe. Bestellungen für anderes Material laufen – über das normale Schulbudget.


Arbeiten für heute (vorgenommen):

  • Online Anmeldung vorantreiben: Schulhomepage aufbereiten zu diesem Punkt, Veränderung der Online Formulare initiieren
  • Unterrichtsplanung weiter bearbeiten: SPRINT, Offenes Versetzungsverfahren
  • Unterrichten: Doppelstunde Sozialkunde
  • Postausgang erledigen
  • Umfrage zur Schulöffnung online erledigen – gestern vergessen

Homeoffice Schulleitung – Andere Schulleiter: Der Herr Kremer

Ich bin eigentlich ganz gern unterwegs. Nicht unbedingt so als Globetrotter in ferne Länder – mir reicht das, was ich mit dem Auto locker erreichen kann, also so irgendwie Deutschland und angrenzende Länder.

In den letzten Jahren habe ich ich dazu immer mal wieder versucht, die Leute, die ich über das Netz kennengelernt habe, auch real zu treffen. Manchmal gelang es durch Zufall (Tobi Raue in Neubeuern, Herr Holze in Dillingen), andermal voller Absicht (Herr Rau in München und Felix Schaumburg in Wuppertal), manchmal auch dienstlich (Herr Schreiner am Tegernsee).

Das ist alles nicht aufwändig, ich verbinde oft ein paar Termine miteinander, dann geht das recht entspannt. Im Februar war ich mal in Starnberg am Institut für Fischerei und habe das genutzt, um meine zuständige Abteilung im KM in München zu besuchen – das ging leichter als ich dachte, abgesehen davon in der Nähe einen Parkplatz zu finden. Das neue Banner oben übrigens zeigte meinen Hinterkopf vor dem Starnberger See.

Vor zwei Jahren bin ich einen großen Bogen nach Köln gefahren und habe Westfalen gestreift, um einen besonderen Kollegen zu treffen: den Herrn Kremer, der in der Nähe von Paderborn eine Grundschule leitet.

Kollegen unter sich auf dem Parkplatz

Nicht nur, dass Herr Kremer ein Fahrradfahrer ist (Schauen Sie auch mal nach seiner 4000km Sommer-Tour (mit analogem Bike)), sondern er macht auch witzige Videos für und mit seinen SchülerInnen.

Zum Beispiel als Grüße aus der Schule.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/BOo7mXBL0e8

Oder sehr genial, als gemeinsamer Song mit seinen Schülern: Pure Lust am Leben.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=vgoMy5U70TY
Genial genug zu liken und zu teilen.

Homeoffice Schulleitung – Baustellen (Was macht eigentlich die Schulleitung?)

Nächste Woche soll es Entscheidungen geben, wie das Schuljahr weiter laufen soll und wann. Um nicht im Sumpf zu landen, einfach mal eine Liste machen mit Punkten, die auf eine Entscheidung warten, bzw. von den Verlautbarungen nächster Woche abhängig sind (wenn ich „jetzt“ schreibe, meint das „aktueller Stand“). Manches lässt sich in Teilen aktuell bearbeiten, anderes wird ab kommender Woche geplant:

  • Anmeldung (für die neuen 5. Klassen im kommenden Schuljahr ), normale Zeit: Anfang Mai, jetzt Ende Mai
  • Probeunterricht, normale Zeit: eine Woche nach der Anmeldung
  • Schülerverteiler Nürnberg 5 (um die RealschülerInnen der 5. Klassen auf alle Realschulen Nürnbergs gleichmäßig zu verteilen), Mai
  • Zweiter Elternsprechtag / Maimitteilungen (gefährdete SchülerInnen warnen)
  • UP (=Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr), Februar-Juni
  • Personalanforderungen kommendes Schuljahr Mai/Juni
  • Offenes Versetzungsverfahren (jetzt)
  • Einstellungen angestellte LehrerInnen für das laufende Schuljahr (vor den Ferien eingefroren)
  • Probezeitbeurteilungen (Mai)
  • Speaking Test 10 / praktische Prüfung Musik für die Abschlussprüfung (April)
  • Mündliche Prüfungen für die externen Prüflinge der Waldorf Schule (April/Mai)
  • Letzte Lehrprobe des StudRefs (eigentlich Ende März)
  • Pädagogische Nachmittage, erste Konferenzen für Abschlussprüfung März-Mai
  • RSD (Realschuldirektoren) Frühjahrstagung Mittelfranken (normal Mitte März, jetzt nach den Osterferien per Videokonferenz)
  • Beratungstermine für vier Grundschulen (normale Zeit: jetzt)
  • Umsetzung der Bestimmungen des Masernschutzgesetzes
  • Achja: Unterricht

Spekulationen darüber, wie eine Schulöffnung abzulaufen hat, stelle ich nicht (nur für mich) an. Ich habe es versucht, aber jede Idee, die ich hatte, wurde von zwei bis drei nachfolgenden Gedanken außer Kraft gesetzt. Es gilt zu bedenken, dass es nicht nur Unterschiede in den Schularten gibt, sondern auch in den Schulen an sich, ihrem Einzugsgebiet, Profil und Ausrichtung, Gebäude, Kollegium.

Alles bleibt also Spekulation, die zum Gerücht wird.


Wird Hans-Georg Maaßen schon vom Verfassungsschutz beobachtet?


Gelesen: Serpentinen von Bov Bjerg. Wow.


Vor einer Woche aus der Sucht ausgestiegen, jeden Morgen / jeden Abend endlose Nachrichten über den Corona-Kack zu lesen. Seitdem geht es besser.


Mir fehlen in diesem Blog Artikel zwischen November 2016 und August 2017. Die Kommentare zu den Postings existieren im System. Irgendwo in meinen Backups schwirren die Artikel auch noch rum, aber ich bin mir noch nicht klar, wie ich sie wieder ins System einspulen kann. Hätte gern mehr Ahnung von SQL. Ich habe einfach zu viel Zeit.


Ich gehe jetzt Fenster putzen.


Ich könnte mir meinen Blog händisch zusammen basteln. Oder soll ich endlich mal Rapidweaver genauer anschauen?


Ich mache mir aktuell eine Liste der Dinge, die ich tagsüber abarbeite und geschafft habe. Sonst habe ich kaum noch das Gefühl irgendwas zu schaffen oder zu arbeiten.

Homeoffice Schulleitung – Osterspaziergang

Das Fragment scheint die einzige gültige Form zu sein.

Dieser Satz taucht in meinem Kopf mantraartig auf in den letzten Tagen und ich weiß nicht genau, aus welchem Kontext heraus er entsteht. Ich meine, der Rahmen wäre meine Zulassungsarbeit gewesen: „Das Problem der Identität und seine Darstellung in den Romanen und Tagebüchern von Max Frisch.“ Von 1996/97.


Ärgere Wundere mich in Twitter vor allem über Tweets, die anfangen mit: „Was Schulen und Schulleitungen jetzt machen müssen…versäumt haben…
Fühle mich nicht kompetent genug, den 8 Millionen digitalen Bildungsexperten etwas zu entgegnen. Empfehle ihnen aber die landesweit einsehbaren Ausschreibungen von Schulleiter(-ungs)stellen genau zu studieren.


Es gilt weiterhin: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.


Wollte vor dieser ganzen Sache mal was zum Thema AfD und Rechtsextremismus schreiben.


War wandern mit der Frau, hier in der Gegend, wo ja viel Gegend ist. Trafen zufällig einen Bekannten im Wald. Der hatte Bier dabei. Gut gekühlt. Eine schöne Ergänzung meiner Insta-Reihe über regionales Bier.
Und im Übrigen ist der Wald hier im Fränkischen schon wieder viel zu trocken. Wir sind auf Warnstufe 4 von 5.


Nach der Wanderung zum Verenden ins Bett gelegt. Mir fehlt nicht der Alltagsstress, aber offenbar wirklich mindestens die Bewegung in einem Schulhaus am Vormittag.


Betzensteiner Zeiserlbräu. 
Nur echt im Wald bei Stierberg

Burgen

Höhlen
Höhleneingänge

Felsformationen

Lese in letzter Zeit sehr gern Buddenbohm. Weil einfach.


Freue mich an den Momenten, an denen ich nicht an Schule denke. Würde das nie laut sagen.


Frage mich, wann man die NSU-Morde endlich restlos aufklären will.


Ja, Wahnsinn. Nach der Geburt getrennt.

Homeoffice Schulleitung – Müde

Anlauf

Mal was schreiben als Gedächtnisstütze. Fing ja schon vor mehr als einer Woche an, dass sich da was zusammenbraute. So ganz glauben wollte man es ja nicht. Aber als dann am Donnerstag die Pressekonferenz Merkl/Söder lief, wurde es deutlich, in welche Richtung es laufen sollte, auch wenn ich es mir absolut noch nicht vorstellen konnte.

Es war jedenfalls so deutlich, dass ich abends schon mal einen Elternbrief aufsetzte, der die Mails und Hinweise der vorangegangenen Tage zusammenfasste: digitaler Unterricht bei längerem Unterrichtsausfall, Vergabe von mebis-Passwörtern gewährleisten.

Und rein…

Freitag dann im Büro in der Schule warten auf die Pressekonferenz von Herrn Söder, bzw. danach Herrn Piazolo. Mitgeschrieben für die erste Konferenz in der ersten Pause.

erste Seite von zwei

Und zum zweiten Mal in diesem Schuljahr durfte ich vor das Kollegium treten mit einer Nachricht, deren Tragweite ich und wir uns noch nicht ganz sicher sein konnten. Verabredung für die zweite Pause, wenn hoffentlich was vom KM durchkommt.

In der Folge warten auf Informationen aus dem KM. Die OWA-Leitung wurde zäh. Kurz vor der Pause kam dann eine Mail. Bis sie angezeigt wurde, vergingen schon Minuten, bis der Anhang geladen war (256KB) noch mal 5 Minuten. Ausdruck, auf dem Weg ins Lehrerzimmer überfliegen, wieder vor das Kolleguim treten: „Vollzug des Infektionsschutzgesetzes (IfSG); hier: Information zu COVID – 19 (Coronarvirus SARS-CoV-2)“ – 7 Seiten Erklärung der Allgemeinverfügung, die erst am kommenden Tag kommen sollte. Dokumente sind alle im Netz abrufbar.

Im Laufe des Vormittags schon Sicherstellung, dass alle Schüler Zugang zu mebis bekommen.

Seltsam gedrückte Stimmung. Normalerweise, wenn ich per Durchsage z.B: mitteile, dass der Unterricht nach der 5. Stunde entfällt, aus welchen Gründen auch immer, höre ich in der Regel das Jubelgeheul bis ins Sekretariat, welches am anderen Ende des Gebäudes liegt. Diesmal nicht.

Schnelle Sitzung in der Schulleitung und Planung der kommenden Woche. Versenden des ergänzten Elternbriefes.

Mit dem Rad nach Hause, am Rande der Nürnberger Altstadt zum Lieblingsdöner, Lahmacun mit nur Dönerfleisch Rind, Soße und Scharf. Ich merke, wie die Kinder des Hauses heimkommen und erzählen. Überall erstaunte Gesichter und Lachen. Man fragt mich, ob das stimmt. Ich bestätige das.

Wochenende

Am Samstag kam dann per OWA die Allgemeinverfügung mit den detaillierten Anordnungen. Weiterhin Ergänzungen von der Schulaufsicht. Also noch einen erweiterten Elternbrief verfasst, dazu eine Lehrerinfo angefangen. Schulhomepage aktualisiert. Das Gefühl, dass das Kollegium aktiv ist – der Laden brummt.

Bin am Freitag in die erste Konferenz eingestiegen mit dem Satz „Soweit ist es jetzt: Die Schule wird geschlossen und die Golfplätze sind noch nicht offen.“ Samstag dann auf Insta verkündet mein Golfclub die Öffnung der Sommergrüns. Ironie oder so. Ich entscheide mich für Sonntag auf den Platz gehen, das Wetter passt. Kann es genießen.

Danach dann in Abendarbeit den Lehrerbrief beendet und versendet.

Am Montag schließt der Golfplatz seine öffentlichen Einrichtungen außer den Platz an sich. Dort gelten jetzt die herkömmlichen Regeln der Infektionsverhinderung.

Übers Wochenende kommen Ergänzungen per Mail von der Schulaufsicht.

Montag

Zur Schule gefahren. Surreal. Stehe um halb acht allein in der Aula. Jetzt wird es real.

Montagmorgen nach Stundenbeginn. Es fehlen nur die vorbeiwehenden Büsche.

Schulleitung zum Frühstück in meinem Büro mit Sekretärin. Viel gegessen, erstmal wenig über die Situation. Dann Besprechung der Folgewoche. Habe übers Wochenende entschieden, dass die ursprüngliche Planung mit SL-Sitzungen in der Woche gecancelt ist. Wir fahren Notbesetzung. Jeden Tag ein Schulleitungsmitglied, eine Sekretärin, ein Hausmeister. Im Brief an Lehrer noch einmal betont, dass der Hauptzweck der Schließung der ist, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Daher keine Versammlungen oder Konferenzen in der Schule oder außerhalb, weder von der SL aus noch von den Fachschaften aus.

Habe mich am Wochenende umgehört. Es gibt zwei SL-Fraktionen:

a) Es gibt Konferenzen, Fachsitzungen, Lehrer müssen kommen.

b) Notbesetzung, keiner kommt, jeder hält Abstand.

Dienstag

Allein mit Sekretärin und Hausmeister. Postausgang erledigt. Ist ja nicht so, dass es nichts zu arbeiten gibt. Aktuell beginnt die Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr. Es laufen noch Einstellungen für das zweite Halbjahr. Auch wenn man das Gefühl hat, dass alles stockt, telefoniere ich oft am Vormittag.

Das erste Kind für die Notbetreuung wird angekündigt.

Ich leihe mir von einem IT-Kollegen eine (Schüler-)Kiste mit einem Arduino-Starter-Kit plus Sensoren aus. Fahre heim. Jetzt beginnt meine Homeoffice-Woche. Will erstmal Blog schreiben, dann gehts los.

Bin müde seit Tagen. Schlafe schlecht seit Tagen. Versuche mich wie alle anderen mit der Situation zu arrangieren. Wir tun viel, arbeiten an der Kommunikation mit den Lehrern und den Schülern.

Was wird

In den vergangenen Tagen erreichen mich auch immer wieder Fragen, in denen es schon um die Planung nach den Ferien geht. Ich kann nicht wirklich auf eine dieser Fragen eingehen und will es auch nicht. In den letzten Tagen passierten so viele Dinge, die ich nicht für möglich hielt – wie soll ich wissen, was in 5 Wochen ist?

Mein Plan ist: Erstmal alle Pläne auf Halde zu legen und die alltägliche Arbeit zu erledigen:

  • Unterrichtsplanung
  • Unterstüzung der KollegInnen bei der digitalen Unterrichtsgeschichte
  • eigenen, wenigen Unterricht ins Netz bringen
  • mich selbst auf die Reihe zu bringen

Was ich aktuell noch nicht verstehe

  • Dass es überall um die Abiturprüfungen geht (regionale Tageszeitung: vier Spalten Text, 98% Abitur, ein Halbsatz Mittel- und Realschule)
  • Dass ich auf Twitter lese, dass man jetzt digital Leistungsnachweise vorbereiten will, um nach den Osterferien dann gleich Noten zu machen
  • Dass ich im Netz immer wieder das Misstrauen erkenne, was Lehrern und Schülern entgegen gebracht wird

Zum letzten Punkt: Ich lese, dass man andernorts versucht virtuell die vormittägliche Anwesenheit von Schülern an ihren Heimcomputern zu kontrollieren. Ich lese gleichermaßen, dass Lehrer zur Anwesenheit in der Schule genötigt werden (oh, muss heißen: Damit ihre Dienstpflicht erfüllt wird) und sie das Klassentagebuch benutzen müssen.

Ich kann dieses Verhalten soziologisch und psychologisch verstehen.

Ich schrieb an meine Lehrer:


Die vermeintlich vermehrte freie Zeit sollte nicht dazu genutzt werden, sich jetzt mehr zu treffen und Absprachen zu treffen, vor allem weil diese Absprachen aktuell noch nicht viel Sinn machen.

Und

Es gilt weiterhin das, was ich am Freitag sagte:

  • Die Schule bleibt geschlossen bis einschließlich zum 19.4.2020
  • Alle regionalen und überregionalen Fortbildungen bis dahin sind ausgesetzt / abgesagt
  • Sie sind weiterhin im Dienst, auch wenn Sie die Schule nicht betreten
  • Ihre Dienstpflicht besteht entsprechend weiterhin

Aktuelle Dienstpflicht

Ihr Dienst besteht schwerpunktmäßig derzeit in folgenden Aufgaben:

  • Die Schüler daheim mit Aufgaben und Anregungen zum Lernen zu versorgen.
  • Den Kontakt mit den Schülern stetig aufrecht zu erhalten.
  • Die Kommunikation mit den anderen Kollegen und der Schulleitung zu pflegen.
  • Die Notfallbetreuung von SchülerInnen zu übernehmen, wenn der Schulleiter Sie dazu auffordert.
  • Tägliches Abrufen der dienstlichen Emails

Und

Unterschätzen Sie bitte nicht den Wert der Kommunikation mit den SchülerInnen. Vielleicht haben Sie am Freitag auch gemerkt, dass die Freude eher verhalten war. Auch wenn es nicht offensichtlich ist, so sind wir als Schule und als Lehrer doch oftmals ein fixer und verlässlicher Punkt im Leben der Kinder. Der aktuelle Zustand verunsichert nicht nur uns, sondern auch die Ihnen anvertrauten SchülerInnen.


Ich hatte mich übers Wochenende mit anderen SchulleiterInnen ausgetauscht und das war so die Essenz, die ich für vernünftig hielt aus dem Austausch.

Und das bedeutet, dass ich das weitergebe, was man mir „von oben“ entgegen bringt: Nämlich das Vertrauen, dass ich meine Energie und meine Dienstpflicht auch ohne Gängelung und Druck positiv und zugunsten meiner Schüler aufwende. Dass ich weiß, was zu tun ist dafür. Dass ich meinem Dienstherrn aber andersrum auch so viel Vertrauen entgegenbringen kann, irgendwie das Richtige zu tun.

Was wird

Ich weiß nicht, was wird. Ich gehe stark davon aus, dass für alle Probleme, die man sich aktuell vorstellen kann, u.a.

  • Notenvollständigkeit
  • Notenschluss
  • Prüfungen
  • Referendarsausbildung
  • Beurteilungen von KollegInnen

Pläne und vernünftige Entscheidungen geben wird. Für all das und mehr gibt es Termine. Aber ich denke nicht, dass man nach den Ferien einfach so ansetzt, wie man hier aufgehört hat. Das ist unrealistisch.

Komisch unzusammenhängender Post. Spiegel dieser Tage.

6 Wochen Schulleiter: Keine Jobempfehlung

Das war dann wohl der zweite Monat ohne Blogposting in bald fast zehn Jahren, trotz Ferien – mal abgesehen von einem Jahr Postings, die mir hier irgendwann mal abhanden gekommen sind (Oktober 2016 bis September 2017), worauf ich keine Antwort weiß, da sie nicht mal in meinen Backups vorhanden sind. Ich suche dieses Jahr noch.

An nicht wenigen Tagen in den vergangenen Wochen habe ich gedacht, ich ziehe hier einen Schlussstrich, weil ich nicht mehr schreiben kann, was ich schreiben möchte.

(Nach Norden, Beerbach)

Von meinen Erlebnissen in den letzten 6 Wochen kann ich nicht schreiben, aus naheliegenden Gründen des letzten Postings.

Wie sehr belastend diese Wochen waren, habe ich zum ersten Mal in den Weihnachtsferien realisiert, und zwar etwas nach Neujahr, als ich merkte, dass ich mich nicht mehr mit aller aufgebotenen Kraft zusammennehmen musste (konnte?). Als ich erlebte, dass ich nachlassen kann und zufrieden feststellte, dass die innere Eskalation nicht nach außen dringt. Ja, dass sie nachlässt.

(Nach Osten, Schnaittach)

Woher das kam?

Von dem komischen Gedanken, dass der Chef jederzeit ruhig bleiben muss, um das Schiff zu lenken und Zuversicht zu verbreiten. Es ist zumindest die Idee der Verantwortung für jeden der fast 900 Passagiere. Und diesen Auftrag wollte ich erfüllen, jeden Tag. Und so musste ich nur einmal ein Gespräch im Lehrerzimmer abbrechen und dieses abrupt verlassen, weil ich nicht wollte, dass mich jemand weinen sieht.

Ob das hier jemand lesen will? Ob das die Botschaften sind, die ich in mein Kollegium geschleust haben möchte – ist ja hier irgendwie öffentlich? Macht man das als Schulleiter? Die ewig gleiche Frage.

Ich bin 50. Seit fast 23 Jahren im Schuldienst. Die Schule, die ich leite, ist die siebte Schule, die ich von innen gesehen habe. Ich habe an inneren emotionalen, psychologischen Verwerfungen selbst ein paar Dinge erlebt und in Gesprächen viel erfahren. Ich bin ein stark reflektierender und reflektierter Mensch, der dabei immer aufpassen muss, nicht in Spiralen zu landen bzw. zu enden. Ich kenne meine Abgründe, meine Leichen im Keller. Und habe doch in den zurückliegenden Wochen (wie viele andere auch) neue Grenzen entdeckt und überschritten. Und ich bin keiner, der mit dem Satz auf den Lippen rumläuft, dass man immer stärker wird nach solchen Phasen – erlebe stattdessen bei mir, dass entsprechend auch der körperlichen Regeneration die psychische, innere Wiederherstellung länger braucht als früher. Das ist hinzunehmen.

Und Antworten gibt es einfach oft keine.

Dinge, die man ihnen nicht beibringt als Schulleiter. Wer weiß, ob das überhaupt geht.

(Nach Westen, Nürnberg)

Und jetzt das Positive

Dramatisierend hätte ich fast nichts mehr geschrieben nach dieser Zeile. Aber das wäre nicht realistisch.

Ich habe ein starkes Kollegium erlebt in den letzten Wochen und bin froh, stolz, zufrieden der Chef eines solchen Kollegiums zu sein – nicht zum ersten Mal, aber jetzt erst recht.

Ich nehme daher mittlerweile lächelnd zur Kenntnis, dass sich mein Name verändert hat.

Ich bin der „Chef“.

Bald ist Fasching. Ich erwäge eine Verkleidung.

Seien Sie gespannt.

Bleiben Sie mir gewogen.

(Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag habe ich abgeschaltet, Pingbacks/Trackbacks dagegen nicht. Entschuldigen Sie.)

(Morgendlicher Blick auf den Wöhrder See in Nürnberg)

Die Fotos

Handyfotos. Von hier aus in Richtung Norden liegt auf einer Anhöhe der Ort Tauchersreuth. Bekannt u.a. für seinen Wasserhochspeicher. Von dort aus kann man bis nach Nürnberg und weiter schauen. Ich fahre in letzter Zeit samstags auf meine Einkaufstour morgens kurz dort vorbei und schaue und atme. Das ist fast wie an der See zu sitzen.

Das untere Bild stammt von gestern, da ich zum ersten Mal seit Langem wieder mit dem Rad zur Schule bin.

16 Jahre Schulleiter: Öffentlich reden

Anlass: Nachruf/Trauerrede auf einen verstorbenen Kollegen
Ort: Katholische Kirche außerhalb von Nürnberg
Vorbereitungszeit: 9 Tage, von der Bitte, die an mich gerichtet wurde, bis zum Tag der Beerdigung gestern; 3 Versionen, die letzte 12h vor Termin in einem Zug aufgeschrieben
Dauer: Weniger als 10 Minuten

Aus naheliegenden Gründen keine Veröffentlichung des Redemanuskripts.

Noch 16 Jahre Schulleiter: Die Grenze des Sagbaren

Lang nichts mehr geschrieben.

Ich warte auf was Neues von Dir.

Es folgt Stückwerk.

Viele schreiben über meinen Blog, dass Sie interessiert verfolgen, wie ich mit meinem Rollenwechsel in der Schulleitung umgehe und ihn beschreibe.

Ich selbst sehe aktuell genau darin das Problem.

Ein Kollege, der vor mir den Schritt wagte, sagte mir mehrfach, dass dieser „letzte“ Schritt zum Chef der größte von allen Schritten war, die er in der und in die Schulleitung unternommen hatte. Da habe ich immer eifrig genickt.

Es zu erleben, ist was ganz anderes.

Es ist immer noch ein großer Schritt, ein enorm großer Schritt. Und nichts von dem, was ich vorher gemacht habe, hilft mir seitdem dabei, mit den Folgen des Schritts umzugehen.

Jetzt bin ich Schulleiter. Und damit wiegt jedes Wort hier schwerer – in Realität und hier im Blog. Auch mit dem Wissen, wer hier alles mitliest, an Kollegen, Kollegium und Vorgesetzten. Da ist die Grenze des Sagbaren schnell erreicht.

Denn das, wovon ich gern schreiben möchte, weil ich es eigentlich als das Wesentliche ansehe, was meinen Job derzeit ausmacht, kann ich nicht veröffentlichen, weil es ohne ausreichende Kenntnisse nicht verstanden werden kann. Weil zu viele Querverbindungen erkennbar wären, weil zu viel identifzierbar ist.

Schwierigkeiten bereitet mir z.B. aktuell im Amt, dass ich mir altbekannte Texte aus dem Schulrecht immer wieder neu lesen und auslegen muss, weil sich Rahmenbedingungen verändern, bzw. an meine Stadtschule immer wieder neue Konstellationen zeigen, bei denen Standardlösungen vielleicht leichter anzuwenden wären, aber nicht ausreichend befriedigend sind.

Schwierigkeiten bereitet mir, dass an meiner – und anderen Stadtschulen – die gesamte Bandbreite an gesellschaftlichen Verwerfungen anbrandet. Und nicht nur mir, sondern jedem KollegIn meiner Schule.

Jemand hat mich neulich leutselig gefragt, mit welchen Gefühlen ich morgens zur Schule gehe. Und ich antwortete, dass es keine Sache von Gefühlen ist. Ich wache auf, ziehe mich an, putze die Zähne und gehe zur Schule.

Und dann bin ich gespannt, was auf mich zukommt.

Mein nächstes Projekt wird es daher sein, mit dem Sozialpädagogen zusammen eine wie ich es mittlerweile nenne „soziale Radtour“ durch die Stadt zu machen. Ich habe ihn gebeten, an einem Tag Termine zu vereinbaren mit sozialen Einrichtungen, mit denen er / wir direkt oder indirekt regelmäßig Kontakt haben – also: Jugendschutz, Jugendtreff, Jugend- und Drogenhilfe, KJP (Kinder- und Jugendpsychatrie), JAS (Jugendsozialarbeit an Schulen) u.a. Ich bin sehr gespannt.

Bei meiner Rollengeschichte kam Hilfe übrigens vor einigen Wochen aus einem überraschenden Satz, den mir eine sehr, sehr nahestehende und liebe Person gesagt hat. Und ich muss ihn unbedingt richtig zitieren und montieren, denn er war wirklich mit viel Liebe gesagt:

„Wenn ich böse wäre, würde ich sagen: Hör endlich auf zu heulen und triff deine Entscheidung und steh dazu.“

Ich habe jetzt meine Entscheidung getroffen.