#wasmachteigentlichderchef 2022-02-04

Fahrrad. War ein spontaner Gedanke unter der Dusche. Draußen festgestellt, dass es regnet. Das hatte mein iPhone nicht gesagt. Kurz gezögert, dann geradelt, Regenjacke hatte ich eh an. Schön frisch, schön dunkel, schön einsam im Westpark. Sollte ich öfter machen.

Erledigte Aufgaben

  • Vorlage Email erstellt zum Versenden der Zugangsdaten zum Versetzungsportal
  • Emails versendet zum Versetzungsportal
  • Stunde Sozialkunde
  • paar Emails mehr
  • ein Problem mit dem Medienkonzept, welches über drei Institutionen läuft, versucht zu lösen, Telefonate, Emails
  • eine Stunde lang Besprechung mit dem Sicherheitsbeauftragten über die anstehenden Pooltests (mit viel Kopfschütteln)
  • Sitzung zum Gebundenen Ganztag und seiner Neuausrichtung
  • Interne Sitzung Schulleitung
  • Gespräch Hausmeister draußen vor dem Schulaschenbecher

Foto des Tages

Wochenende, Fischerkurs, Gefühle, griechisches Essen, Lasagne.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-03

U-Bahn. Verkatert den ganzen Tag. U-Bahn zurück, dann zu Fuß, am Ende mit einem Dürüm in der Hand.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch
  • Stunde Sozialkunde
  • Briefing geschrieben
  • KMS gelesen
    • Neue Regelungen Infektionsschutz
    • Pooltestungen
    • Versetzung
  • Unterrichtsplanungsordner angelegt
  • drei Krapfen gegessen
  • Gespräch Chef von der FOS
  • Absprache Konrektor
  • Telefonat Chef andere RS

Fußweg heim durch Gostenhof vom Plärrer aus.

15 Jahre Schulleiter – öffentlich reden

Anlass: Zeugnisübergabe an AbschlussschülerInnen

Ort: Turnhalle der Schule

Zeit: Mitten am Tag

Vorbereitungszeit: eine Woche, erste und einzige Version aufgeschrieben 16 Stunden vorher

Hintergrund: Wollte eigentlich die vom letzten Jahr nehmen, die ich im Drucker vergessen und völlig schräg improvisiert habe. Wäre keinem aufgefallen. Aber meine Ehre stand mir im Weg. Also arbeitete ich den Gedanken neu aus.

Beim ersten Durchgang (Hygienekonzept erlaubte uns zwei Durchgänge) hatte ich das Skript zwar dabei, aber auf dem Stuhl vergessen als ich auf die Bühne ging. Es ist zum Erbrechen. Also improvisierte ich. Diesmal jedoch inhaltsgleicher. Im zweiten Durchgang ließ ich Sophie Passmann weg. Das ging auch und die version war besser.


Manuskript

Liebe SchülerInnen,

Ich freue mich: Ihr bekommt heute Abschlusszeugnisse, die euch eine Reife attestieren, eine sogenannte „mittlere“, aber eine Reife. Und dies kann euch keiner mehr nehmen.

Liebe SchülerInnen,

Es tut mir leid: Ihr seid noch nicht am Ziel. Dies ist nur ein Durchgangsstadium, welches ihr gebührend feiern dürft und sollt. Und ihr erinnert euch später daran, 100pro, aber ob ihr wollt oder nicht: Es geht noch weiter.

Ich habe in meinem Leben oft den Satz auf Hochzeiten gehört, dies sei „der schönste Tag meines Lebens“. Und ich habe immer still in mich hineingewundert, dass es ziemlich komisch sein muss, wenn ich mit Mitte 20 oder früher schon den schönsten Tag in meinem Leben hatte. Was passiert dann noch im Rest meines Lebens?

Und das Leben? Ja, das Leben! Das ist so groß, dass es Platz hat für eine Unmenge an Partys, an Lachen und Glück – ebenso wie alles andere. Und letztlich kommt es doch immer so anders.

Ich bin alt, ich darf eine Geschichte aus meinem Leben erzählen. Wie ich es geschafft habe, dass ich im August ins Paradies fahre.

Und die Geschichte dazu geht so. Ich habe 1989 Abitur gemacht in der Nähe von Köln. Und ich habe ein richtig schlechtes Abitur gemacht mit einem Schnitt jenseits von 3,0 und nur weil eine Englischlehrerin Mitleid mit mir hatte – Danke!!! Es gab nur noch einen, der hieß auch Thomas, der hatte ein noch schlechteres Abitur. Mit dem bin ich in eine WG gezogen zum Studieren. Heute ist er Rechtsanwalt in Köln und ich, naja, ich bin halt ich. Schulleiter in Bayern. YOLO.

Es gab eine Schülerin bei uns, die ein sehr gutes Abitur gemacht hat. Damals mit einem Schnitt von besser als 1,0. Das geht, ja, wenn man besonders gut ist. Selbstredend hatte ich mit ihr an der Schule nichts zu tun. Andere Liga, ganz eindeutig. Ich stand ständig in der Raucherecke oder schwänzte mal die Schule. Sie war woanders. Es gab absolut keine Berührungspunkte.

Mehr als 30 Jahre später findet ein Abitur-Jubiläumstreffen statt und wir kommen ins Gespräch. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin und ist Kirchenmusikerin. Wir tauschten unsere Lebensgeschichten aus und nach so langer Zeit hatten wir uns plötzlich was zu sagen.

Und nachdem ich ihr von meinen Erfahrungen und Erlebnissen als Schulleiter erzählt habe, erzählt sie mir von ihrem Paradies, in welches sie sich regelmäßig mit der Familie zurückzieht – einem Camper auf der Insel Rügen. Und sie sagt zu mir: Komm nach Berlin, wenn die Sommerferien hier vorbei sind und ich gebe dir den Schlüssel. Und dann verbringst du einige Zeit im Paradies.

Wer kann so ein Angebot ablehnen?

Was ich euch sagen will: Hier und heute ist nichts zuende, nicht in eurem Leben nicht mit den Menschen, die euch umgeben. Hier fängt’s erst richtig an. Und vielleicht ist nicht alles möglich, aber doch mehr als ihr euch jetzt vorstellen könnt. Freut euch drauf.

Und am Ende lasse ich die große Philosophin Sophie Passmann dazu sprechen:

https://www.instagram.com/p/CCqBieBip5a

#derchefweißauchnichtweiter 2021-05-19

Der Hausmeister schickt mir Bilder. Der Kollege FOS wird ein Telefonat führen. Ich schicke eine Mail an meine RealschulleiterkollegInnen in Nürnberg und frage um Rat. In nächster Zeit wird sich ein Treffen ergeben.

Der Hausmeister versichert mir, dass es jeden Morgen so aussieht. Immer wieder aufs Neue.

Der Sachaufwandsträger verweist darauf, dass es im Arbeitsbereich des Hausmeisters liegt, hier für Ordnung zu sorgen.

Der Hausmeister macht weiter Bilder – keine gute Werbung für die Schule, keine gute Werbung für die Stadt.

Und es sind Wahlen, sagt man. *rolleyes*

Das Schulgebäude auf Apple-Karten. Die Bilder zeigen den Bereich unten links vom Transporter. Der hintere Pausenhof sieht nach dem Wochenende ähnlich aus. Im Bereich links ebenfalls.

#wasmachteigentlichderchef 21-03-17

Home-Office macht der Chef.

Die Schnapp-Atmung lassen wir mal wirken, lesen Sie weiter bis unten, bevor Sie sich beschweren.


Home-Office, geht als Schulleiter auch. Es passiert nicht viel Wesentliches in der Schule. Das war eine der ersten Erkenntnisse, die ich in Corona-Zeiten hatte: Den Großteil meines Stresses am Tag machen die Ereignisse aus, die ich nicht beeinflussen kann. Und viele dieser Sachen (Disziplinarisches, Rechtliches, Pädagogisches…) sind aktuell nur sehr eingeschränkt. Manches davon fehlt mir nicht.

Da fällt mir ein, es gab lange kein Sippentreffen mehr auf dem Parkplatz vor der Schule. Kennen Sie das? Zwei Parteien streiten sich in der Schule. Dann wird ihnen zugetragen, dass die eine Partei die „familia“ per Smartphone in der Stadt informiert hat. Und schon treffen PKW-Konvois auf dem Schulparkplatz ein. Und dann gehen sie hin, in ihrem Kopf spielt eine Mundharmonika, und sie weisen die Versammlung darauf hin, dass das Rauchen auf dem Schulgelände verboten ist. Und so fort.


Morgen wieder Fahrrad. Diesmal wohl meine ausgetüftelte Normalstrecke. Ich freue mich. Es soll schneien.


Home-Office.

Auch ich habe ein Leben neben dem Fahrradfahren und der Schulleitung. Zum Beispiel gehe ich Golfen (Sonntag der erste Termin in diesem Jahr) und Angeln (absolut zu selten). Weiterhin gebe ich mit anderen aus meinem Fischereiverein Kurse zur Erlangung des Fischereischeins. Und ab und an treffen wir uns daher, an der frischen Luft, auf Abstand, um besondere Dinge zu besprechen. So wie heute Nachmittag.

Und dabei eine einfache Grundmontage mit Mais. Aber es war zu kalt. Hat nix gebissen.

Aber es ist mal wieder ein Baum umgefallen.


Wenn du dich verbessern willst, sei damit zufrieden, ahnungslos oder dumm zu wirken, wenn es um irrelevante Dinge geht – tue nicht so, als wärest du besonders gescheit. Und wenn dich jemand wichtig findet, misstraue dir selbst.

Epiktet