Projekte/Unterricht zum neuen Schuljahr

Nachdem die allgemeinen Aufgaben nun abgearbeitet wurden und ich die zweite Version meines Fachartikels über Googlemaps im Geschichtsunterricht abgegeben habe, kann ich mich meinen eigenen Ideen für den Unterricht widmen.

Medienscouts / Medienkonzept

Ein größeres Projekt, was wir anschieben, sind die Medienscouts, die wir grad zusammen mit der Mittelschule und dem Gymnasium vor Ort ausbilden möchten. Unterstützung finden wir dabei im Kreisjugendring, der ähnliche Projekte grad an anderen Schulen im Kreis durchführt. An unserer Schule ist dies Bestandteil eines Medienkonzepts, welches von zwei Lehrern und mir seit letztem Jahr vorangebracht wird.

Wiki again

Nachdem ich im letzten Jahr mit meiner Wiki-Arbeit im Untericht nicht so zufrieden war, möchte ich dieses Jahr wieder zufriedener werden und hier verstärkt dran arbeiten. Mein erstes Wiki, was ich in Zusammenhang von mir aus aufgesetzt hatte, lief über Wikispaces und begleitete die Vorbereitung zu einer Kurzarbeit im Fach Geschichte. Mittlerweile habe ich das vom ersten Halbjahr (im zweiten Halbjahr hatte ich nicht mehr genug Zeit, weil ich schon die ersten Aufgaben des Ersten Stellvertreters übernehmen musste – daher ist der zweite Teil recht brüchig) überführt in ein Schulwiki (MediaWiki), welches ich an die Schulhomepage angehängt habe. Letzteres würde auch gern weiter ausbauen. Meine ersten Versuche habe ich ja schon einmal beschrieben.

Zu diesem Zweck habe ich in der letzten Stunde meine 9. Klässler (Deutsch) animiert, sich auf dem Schulwiki anzumelden und dort auf einer vorbereiteten Seite ein Wunsch-Erörterungsthema zu notieren. Außerdem gehörte dazu, eine Quelle mit Link anzugeben, wo es Informationen zum entsprechenden Thema im Netz gibt. Das empfand ich als niedrigschwelligen Einstieg in die eigene Erarbeitung von Artikeln im weitesten Sinn. Habe wenig dazu erklärt und bisher haben es die meisten geschafft. Ist eine pfiffige Klasse, die mir bisher Freude macht.

Unterm Strich also zweigleisig: Einmal ein Wiki, welches ich zur Darstellung und Erweiterung meines Unterrichts nutzen möchte und auf der anderen Seite eines, welches die Schüler selbst füllen sollen. Ich bin hier immer noch ein großer Fan von Andreas Kalt.

In diesem Rahmen möchte ich Wikis in Deutsch, Geschichte und Sozialkunde einsetzen. Dazu werde ich im Kollegium Wiki-Fortbildungen anbieten.

Damit auch schon die zweite Baustelle oder das zweite Experimentierfeld: die ursprüngliche Idee war es, dem Schreiben im Deutschunterricht mehr Raum zu geben, gleichzeitig damit auch dem Lesen eigener und anderer (speziell fiktiver/literarischer) Texte. Im Rahmen meines Unterrichts also verstärkt folgende Dinge:

Schreibportfolios again

In 8 und 9 jeweils über die Halbjahre.

In 8 im ersten Halbjahr vor allem eigene Texte entsprechend der Schulaufgabenformen im ersten Halbjahr (Erzählen zu einem Bild und Inhaltsangabe), sowohl in Entwurfsform als auch in Reinform (in „schön“). Im zweiten Halbjahr bildet bei mir zunächst ein Zeitungsprojekt einen Schwerpunkt, welches als Schulaufgabe benotet wird. Das heißt hier verlange ich dann ohnehin ein Portfolio. In 8 habe ich vor Jahren, als es diese Schulaufgabenform noch gab, die Bildbeschreibung durchgeführt. Klingt angestaubt, aber als Vorbereitung sollten die Schüler in Kurzvorträgen Gemälde vorstellen. Hier habe ich selbst, der ich mich bis dahin wenig um Bildende Kunst / Galerie-Dingsbums gekümmert habe, selbst noch am meisten herausgezogen. Zugegeben beflügelt durch Scarlett Johansson. Und diese Vorträge lasse ich heute noch halten in 8.

httpv://www.youtube.com/watch?v=dIcrCFh0aM8

In 9 dreht sich im ersten Halbjahr im Schreibportfolio alles um die Vorbereitung von Erörterungen. D.h. es finden sich dort Materialien aller Art, Mustergliederungen, Zeitungsausschnitte usw. Einzelne Themenbearbeitungen sollen auch im Wiki erscheinen. Eventuell auch Einzelteile von Musteraufsätzen.Es geht also wieder um die erweiterten Erörterungsschulaufgaben. Die Schüler können sich vor der Schulaufgabe Mappen zusammenstellen mit Material, welches sie in der Schulaufgabe selbst dann benutzen dürfen. Im zweiten Halbjahr, wo es um den sogenannten „Textgebundenen Aufsatz“ gehen soll (Interpretation von Sach- und/oder literarischen Texten), bin ich noch nicht sicher, wie ich ein Schreibportfolio unterbringen möchte.

Unterm Strich sollen also die Portfolios dem Schreibprozess dienen und jeweils eine mündliche Note ergeben.

Dazu lesen, lesen, lesen. In 9 angefangen mit Woyzeck, Schnelldurchlauf. Aber es folgt mehr.

Und am Rande

Habe leider im ganzen Durcheinander meiner neuen Position ein wenig zwei Dinge aus dem Auge verloren, die ich eigentlich weiter verfolgen wollte, und zwar die ganze OER-Geschichte und damit verbunden ein vermehrtes Engagement in diesem Bereich. Dazu versuchte ich die Aktivitäten bei der ZUM zu verfolgen und mich in der digitale-schule-bayern einzubringen. Aber ich muss sehen, was der Tinnitus zulässt.

Dieser Artikel wurde begleitet von Selah Sue.

httpv://youtu.be/FE29S_Kd5l4

Ach, wär‘ doch Schule – Aktuelle Sozialkundethemen

Vor allem, wenn man es gewöhnt ist, Sozialkunde zu unterrichten.

Was gäbe es derzeit nicht alls zu besprechen und zu lernen:

Der Sport muss natürlich in der Tat darauf achten, dass das Stadion nicht zum Nebenschauplatz für die Auseinandersetzungen nationalistischer oder religiöser Eiferer wird. Aber es muss schon einen Unterschied geben, ob ein Sportler sich für allgemeine Freiheitsrechte einsetzt, die darauf abzielen, dass es in einer Gesellschaft am Ende mehr Menschen besser geht, weil weniger diskriminiert werden – oder ob er Propaganda für irgendwelche Kriegsparteien betreibt. Die großen Sportverbände machen diesen Unterschied offensichtlich nicht. Und das ist keine sehr beruhigende Perspektive, wenn man bedenkt, dass die Verbände von sich sagen, sie seien wirklich gute Kindererzieher. (SZ – erster Link)

  • Wahlen, Wahlen, Wahlplakate 2013 (einfach mal bei Google, Bildersuche eingeben) analysieren lassen – (für mich)neu entdeckt: Wahlprogramme in leichter Sprache und als Einstieg dann diese Nachricht
  • Snowden, NSA und Co – hier ein Rückgriff auf das Thema Wikileaks, z.B. durch Arbeitsblätter der Zeit vom Januar 2011 (etwas abgespeckt auch in Sek I, 10. Klasse möglich), immer noch mein Lieblingsbild zum Einstieg, ganz viel von Zum.de, dann die aktuellen Umstände oder einfacher als Kinder-Reportage; wenn ich Geheimdienste bespreche, benutze ich oft das Arbeitsblatt von dieser Seite weiter unten,  amerikanische Nachrichtendienste gut erklärt – irgendwo habe ich gelesen, dass man sich nicht Gedanken machen sollte über Nachrichtendienste, deren Abkürzung man kennt, sondern eher um die, die nicht bekannt sind. Man sollte auch nicht vergessen, dass z.B. die CIA eine eigene Kinderseite unterhält, wo es ganz tolle Spiele gibt. Und ganz toll: beim Mi6 (SIS) seiner Majestät kann man sogar online einen Test durchlaufen, um seine Eignung als Aufklärungsoffizier zu klären.

Schade eigentlich.

Manche meinen Lechts und Rinks kann man nicht velwechsern –

Werch ein Illtum (Ernst Jandl).

Mit dieser Überschrift steige ich oft in eine Sozialkundestunde über „Politische Denkfamilien“ ein. Diesen Begriff habe ich mal irgendwo aufgeschnappt (Ich meine bei der Bundeszentrale in einem Lexikon) und fand ihn für das Thema so passend, dass ich ihn gern verwende, was von Anfang an nicht leicht ist – vor allem, weil Viele bestimmte Vorstellungen von „links“ und „rechts“ haben, ohne dies aber wirklich zu reflektieren.

Erst heute las ich z.B. in der Zeitung ein Interview mit Bruno Jonas, wo er gefragt wurde, ob er denn nun ein linker Kabarettist sei. Auf diese schon nicht sehr überlegte Frage kam dann entsprechend eine ebenso wenig durchdachte Antwort: „Ich äußere mich nicht parteipolitisch.“

Also Lektion Nr. 1: Rechts und links sind keine Begriffe, mit denen man sich zu bestimmten Parteien einordnen kann. Wie z.B. kann es sonst sein, dass Heiner Geißler, CDU, gleichzeitig Mitglied bei attac ist, der Organisation, die (wie Geißler selbst) heftig und andauernd Kapitalismus und Globalisierung kritisiert?

Wer hat’s erfunden?

Der zweite Schritt meiner Stunde besteht darin, dass ich die Begriffe links und rechts links und rechts an die Tafel schreibe, eine horizontale Linie ziehe und den Schülern den Auftrag gebe, dass sie doch sich selbst und ihr politisches Denken einmal mit einem Kreide-Kreuz auf dieser Linie einordnen sollen. NATÜRLICH verlasse ich den Raum, wenn sie das machen.

Wenn ich den Raum wieder betrete findet sich meist ein ähnliches Bild: Viele Kreuze befinden sich in der Mitte der dreiteiligen Tafel, wenige ganz links, rechts aber will keiner so recht sein. Vereinzelt finde ich welche, selten.

Die Deutung lässt sich verschieden aufziehen.

Zum einen tun sich viele, nicht nur Jugendliche, schwer, sich politisch einzuordnen – viele Menschen verweigern sich auch, weil sie angreifbar werden. Dann tituliert man sich gern als jemand, „der sich nicht einordnen lässt oder will“. Dies soll dann von unabhängigem Denken zeugen, was es in der Regel nicht ist. Um aus dem Konflikt herauszukommen, macht man das Kreuz in der Mitte und glaubt, damit muss man keine Stellung beziehen.

Zum anderen frage ich danach auch einfach ins Plenum, was ihrer Meinung nach links und rechts bedeutet. Dann läuft alles in die Richtung, dass die Rechten ja die Nazis seien und die Linken sind (mittlerweile erst) diese Partei aus der DDR. Und rechts will keiner sein und links in diesem Sinne ist nebulös.

Eine dritte These bezüglich des Tafelbildes ist die, dass linkes Denken entwicklungstechnisch früher als auftritt als rechtes. Dies mag in der Natur der Sache liegen („Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz…) beleidigt aber vielleicht linkes Denken als kindisch. Dies aber beleidigt Kinder ebenso wie linkes Denken.

Also erkläre ich:

Übereinstimmend wird auf die Französische Revolution verwiesen, in dessen Verlauf die ersten Nationalversammlungen einberufen wurden. Hier wurden die Abgeordneten (ohne dass es wirklich Parteien gegeben hat) entsprechend ihrer Ausrichtung gesetzt: Links (vom Präsidenten aus gesehen) saßen die Revolutionären, Progressiven (Fortschrittlichen) – Rechts wiederum die Königstreuen, Monarchisten, Konservativen (Bewahrenden).

Gegensätze und/oder Alternativen

Nach dieser Erklärung sollen die verschiedenen Denkfamilien erarbeitet werden. Dies geht wunderbar mit Texten aus dem Politiklexikon der bpb.de:

Konservativismus

– Hauptbegriffe: Tradition, Bewahrung der aktuellen politischen Ordnung, Verteilung von Macht und Eigentum, Nation, starker Staat

Liberalismus

– Hauptbegriffe: Freiheit, Ablehnung/Einschränkung jeder (staatlichen )Einflussnahme,   Selbstregulierung der Wirtschaft über einen freien Markt

Sozialismus

– Hauptbegriffe: Freiheit UND Gleichheit, Abschaffung der Herrschaft über Menschen, Ablehnung des Kapitalismus, Schaffung von Gleichheit durch staatliche Eingriffe

Die Texte werden gekürzt. Im Überblick reichen oft die einleitenden Absätze, ohne genauer auf Unterströmungen einzugehen. Arbeitet man die Hauptbegriffe heraus, findet man Überschneidungen und Unterschiede.

Danach kann man den Denkfamilien aktuelle Parteien zuordnen. Parteiprogramme sichten. Wahlplakate analysieren und zuordnen lassen. Vor allem aber auch erklären, was in diesem Zusammenhang links- und rechtsextrem bedeutet, bzw. am Tafelbild des Einstiegs deutlich machen (ich gehe dann in rechte Ecke des Klassenzimmers, um zu erklären, dass das, was sie unter rechts verstehen, eigentlich rechtsextrem ist – Also: Überbetonung des „Volks“, Ablehnung/Unterordnung persönlicher Freiheit, Rassismus, radikal nationalistisch.

In diesem Zusammenhang habe ich neulich in einer Klasse ein sehr gutes Material der Bundeszentrale benutzt: „Was denken Nazis?

Grenzen

Links und rechts sind sehr grobe Begriffe. Vor allem, weil sie nicht wirklich etwas über politische Inhalte aussagen. Nicht umsonst spricht man ja auch innerhalb von Parteien von linken/rechten Flügeln, Traditionellen, Konservativen und Fortschrittlichen. Daher ist eine eigene Zuordnung schwer. Wenig überraschend werden links/rechts ja auch eher gebraucht, um jemand von außen zuzuordnen. Da ist man dann eine „linke Zecke“ oder „eine rechte Glatze“. Aber dann wiederum gibt es die „Linksfaschisten“ und „Godwin’s Law„.

Wenn man sich jedoch mit den Begriffen der „Denkfamilien“ auseinandergesetzt hat, wird das Ganze meiner Meinung nach schon leichter. Vor allem, weil man dann auch handfeste Grundbegriffe in Diskussionen und Auseinandersetzungen mit anderen hat.

Muss man sich politisch-gedanklich überhaupt verorten?

Generell bin ich der Meinung, dass es notwendig ist. Aber natürlich muss man mehr als das – sich auch mit dem beschäftigen, was man so „meint“. Notwendig vor allem, um sich zu wappnen gegen alle, die Redegewandtheit als Waffe einsetzen.

Für die Politische Bildung existiert der sogenannte Beutelsbacher Konsens, nach drei Grundpinzipien im Politikunterricht beachtet werden müssen: 1. Das Überwältigungsverbot, nach dem kein Schüler mit der Meinung des Lehrers überrollt werden darf, 2. Das Gebot der Kontroversität, nach der politische Themen, die in der Wirklichkeit umstritten sind, auch so im Unterricht dargestellt werden müssen und 3. das Ziel, den Lernenden inhaltlich und methodisch zu befähigen, dass er sich seine eigene Meinung bilden kann.

Klingen alle drei Punkte vernunftmäßig einsichtig, sind sie doch nicht ganz unumstritten. Ich erwähne nur zum ersten Punkt, dass hier schnell geschlossen werden wurde, dass der Lehrer keine Meinung äußern darf, um die Schüler nicht zu beeinflussen. Dies ist im laufenden Unterricht oft schwer, denn die Schüler fragen natürlich nach. Halte ich mich aus einer Meinungsbildung mit meiner Meinung heraus, bin ich ja doch ein schlechtes Vorbild – so als Meinungsloser. Nun ist man aber soweit zu sagen, dass eine solche Äußerung notwendig ist, wenn man sie am Ende eines schulischen Meinungsbildungsprozesses stellt und nicht an den Anfang. Und wenn man diese eigene Meinung auch begründet.

Wer es etwas genauer nachlesen möchte, ist im Netz an der richtigen Stelle.

Ein Linker?

In diesem Zusammenhang taucht in der genannten Stunde von mir auch ein Gedicht von Erich Fried auf. Dies enthält eine Definition von rechts/links, die ich persönlich sehr schön finde und für mich gern beanspruche – auch und vor allem als Lehrer. In dessen ersten Zeile heißt es:

Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter

Und es endet mit

Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker

Verunsicherungen (damit wollte ich eigentlich einleiten)

Ich lese mich grad ein in linke Positionen und Theorien: Autonome, Antifa, Kommunismus, Anarchismus. Veröffentlichungen dazu sind bunt. Zum Anarchismus gab es ein Comic (im Sozialkundeunterricht wird man oft mit Fragen / Anmerkungen bezüglich des Anarchismus konfrontiert), zur Antifa einen Theorieband, die Autonomen werden in einem Abriss behandelt und der Kommunismus findet seinen Ausdruck in einem Kinderbuch.

Diese Liste habe ich auch zusammengestellt, weil mich seit einiger Zeit irritiert, dass der Begriff „Kapitalismus“ in der öffentlichen Diskussion immer öfter auftaucht – ohne an sich in die Kritik zu geraten. Vor 20 Jahren existierte dieser aber noch als „Kampfbegriff“ und jeder, der ihn benutzte, bekam zu hören, dass er noch „nach Moskau gehen“ solle.

Mittlerweile aber darf man den Kapitalismus kritisieren, ohne Kommunist zu sein (zu müssen). Das überrascht mich.

Alltag in Tafelbildern

Freitagabend – was man da so macht? Sich vom Korrigieren abhalten.

Ich bin grad mal mein Camera-Upload-Verzeichnis in der Dropbox durchgegangen. Dort tauchten einige Fotografien auf von Tafelbildern, die ich hauptsächlich gemacht habe, um mich in der Folgestunde dran zu erinnern, wo ich stehen geblieben war. Wie gesagt – die Schulleitungsarbeit fordert ihren Tribut.

Die Highlights.

7. Klasse Deutsch: Was gehört in die Einleitung der Inhaltsangabe? Rahmen: Behandlung einer Lektüre.

Einleitunginhaltsangabe

 

Dieselbe Klasse, Folgestunde: Ausformulierung einer Standard-Einleitung.

einleitungausformuliert

Sozialkunde (10. Klasse): Der Politikzyklus als Werkzeug der Politischen Analyse. Beispiel: Ausstieg aus der Atomenergie.

Politikzyklus

 

Sozialkunde (10. Klasse): Der Politikzyklus am Beispiel E10

Politikzyklus E10

 

Geschichte 10: Themen der Kurzarbeit „Kalter Krieg“

Kurzarbeit

 

Deutsch 9: Erörterung – Stille Diskussion an der Tafel: Facebook ist böse.

Facebookboese

 

Deutsch 7: Eine komplett unvorbereitete Stunde gehalten. Einstieg war die Wiederholung der Wortarten, dann Wiederholung der Zeitformen. Dann ruderte ich, schaute zu Mehmet (Namen geändert) und bat ihn, vier deutsche Personalformen von „Ich sage“ ins Türkische zu übersetzen und anzuschreiben. Entsprechend konnte ich dann noch mal von Wortstamm und Endung anfangen und wir verglichen mal. Daraus entwickelte sich dann, dass mehrere Schüler in ihrer Muttersprache/oder sonstwie  beherrschter Sprache drankamen. So standen dann an der Tafel, von links nach rechts: litauisch, kroatisch, französisch, englisch, deutsch, türkisch, spanisch. Unterrichtsgespräch über Ähnlichkeiten und Unterschiede. Vermutungen darüber, woher das kommt. Rechts ein „Pater Noster“ erklärt, kennt man heute nicht mehr.

In der Folgestunde führte ich das dann fort, indem ich vom gotischen „Vater unser“ ausging und wir uns nach einer kurzen Übersetzung an die Worte für „Mutter“ und „Vater“ machten, wieder in den Sprachen des Vortags.  Anschließend ein Gespräch darüber, dass es offensichtlich überall die förmliche Anrede gibt (Vater) und die vertrauliche (Papa). Und trotz aller sprachlichen Unterschiede gibt es immer wieder Gemeinsamkeiten zu entdecken. Abschließend noch versucht das Wort „Himmel“ in die verschiedenen Sprachen zu setzen. Und schnell kamen doch einige drauf, dass dieses Wort zwei Bedeutungen hat und entsprechend auch immer mindestens zwei Worte dafür existieren: Himmel im naturwissenschaftlichen Sinn (Sky) und im transzendentalen Verständnis (Heaven).

Ich erinnerte mich daran, dass ich das „Vater unser“ schon mal an der Tafel hatte in einer 9. Klasse. Damals standen die ersten Zeilen auch in Vietnamesisch dort. Das war damals interessant, weil wir mit dem, der es übersetzen wollte, darüber reden konnten, wo speziell die Schwierigkeiten lagen – eben in Worten, die eine religiöse „Aufladung“ besitzen.

Was ich auch schon mal in einer oberen Klasse durchgeführt habe, die ähnlich sprachenreich war wie mein aktuelle 7., war das Übersetzen eines Gedichts von Hermann Hesse, und zwar „Im Nebel“. Die Sprachenkonstellation war recht spannend – es fand sich albanisch und arabisch darunter.

konjugieren

vaterunsergotisch

 

Das letzte Tafelbild hat auch eine etwas längere Geschichte. Bei uns sind die Hälfte der Klassenzimmer so angeordnet, dass man sie von den Gängen der anderen Hälfte aus durch große Fenster einsehen kann. Beliebter Umstand, der zu Störungen führt, wenn dort Leute Faxen machen und damit eben auf einen Schlag zehn Klassenzimmer ablenken – das überreißt aber auch nicht jeder.

Freitag zu später Vormittagsstunde hatte ich Unterricht in meiner 7. Klasse und gegenüber lungerten 10. Klässler rum, die das eben auch nicht umrissen. Ich also, erhöhter Blutdruck, rüber und, wie es ein ehemaliger Studienkollege gern bezeichnete, „die Wildsau gegeben“. Oder für meine pädagogisch zarter besaiteten Leser: „Die Schüler auf ihr abweichendes Verhalten aufmerksam gemacht und sie diskursiv und sehr nachhaltig um eine Änderung gebeten.“

Wie nachhaltig habe ich dann übrigens gemerkt, als ich wieder in meine 7. kam. Dort herrschte nach meinem Eintritt Grabesstille. Und nach einigen Sekunden war mir auch klar warum: Sie hatten mich natürlich ebenfalls durch die Fenster beobachten können. Offensichtlich war das auch ohne Ton sehr beeindruckend gewesen.

Jedenfalls habe ich dann mit der Klasse mal durchgesprochen, warum ich so aufgebracht war – dass sie eben durch ihr Verhalten mehr als eine Klasse abgelenkt haben usw. Wir spielten Disziplinarausschuss: in der Mitte standen die Vergehen, rechts die von der Klasse vorgeschlagenen „Strafen“. „Sandsack sein für Hr. Kuban“, steht da als erstes. Ich muss wirklich Eindruck gemacht haben. Es wurde dann „Plätzchen backen für die ganze Klasse“ draus.

Diszi

 

Sozialkunde – schnell gemacht 14: Kinderrechte ins Grundgesetz

Ich kann zurückgreifen auf einen alten Post über die Kinderrächtszänker.

Link zum Flugblatt „Schule“ der Kinderrächtszänker.

 

Die Aktionsgruppe „Kinderrechte ins Grundgesetz“ legt ihren Vorschlag vor, der folgendermaßen lautet:

Das Aktionsbündnis Kinderrechte schlägt dem Deutschen Bundestag und dem Deutschen Bundesrat vor, die Rechte der Kinder in einem neu zu schaffenden Artikel 2a in das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland aufzunehmen:

(1) Jedes Kind hat das Recht auf Förderung seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten zur bestmöglichen Entfaltung seiner Persönlichkeit.
(2) Die staatliche Gemeinschaft achtet, schützt und fördert die Rechte des Kindes. Sie unterstützt die Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag.
(3) Jedes Kind hat das Recht auf Beteiligung in Angelegenheiten, die es betreffen. Seine Meinung ist entsprechend seinem Alter und seiner Entwicklung in angemessener Weise zu berücksichtigen.
(4) Dem Kindeswohl kommt bei allem staatlichen Handeln, das die Rechte und Interessen von Kindern berührt, vorrangige Bedeutung zu.

Die Justizministerin lehnt ab, die Familienministerin ebenfalls.

Argumentativ etwas ausführlicher wird auf der Seite des Deutschen Kinderhilfswerks auf die Hintergründe eingegangen.

Was ich mir vorstelle, ist ein Einstieg ins Grundgesetz über die Frage, wo Kinder eine Rolle spielen, wie sich Grundgesetzpapier und Wirklichkeit zueinander verhalten und ob ein solcher Vorstoß gesellschaftlich etwas bewirken kann.

Braucht man also eine Sonderformulierung wie hier vorgeschlagen?

Weitere Hintergründe auf einem Heise/Telepolis-Artikel von 2007.