#wasmachteigentlichderchef 5.3.2021

Einige Male mit dem Fahrrad. Es war kalt. Matschig. Die Brücke über die A3 wird ab und gesperrt scheint es mir. Anscheinend verlegen sie dort eine Drainage. Irgendwas. Neulich war der Kampfmittelräumdienst vor Ort. Ich weiß, die kommen vorsichtshalber und untersuchen, ob es sicher ist, irgendwo den Bagger einzusetzen.

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Und einmal war die Polizei dort.

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Morgens ist es halt neblig, manchmal.

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Aber Sonnenaufgang ist immer.

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Und wenn ich in der Stadt bin, wird es dann richtig hell.

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Und nein, ich bin keine Pimmelnase, was die Maske angeht. Das Problem ist eher, dass Brille und Visier beschlagen, wenn ich die Nase drunter stecke. So läuft sie zwar durchgehend, aber ich habe freie Sicht.

Und manchmal halte ich jetzt im Wald an und mache Vesper.

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Einfach so.

#wasmachteigentlichderchef Februar 2021

Natürlich macht der was. Irgendwas.
Habe dieser Tag bei Arne Paulsen nachgelesen. Und gemerkt, dass es mir ganz ähnlich geht. Und ihm das wortreich in einer Email beschrieben.
Ich habe ein mulmiges Gefühl hier loszuschreiben, weil ich nicht recht weiß, wo es hingehen soll und wer alles unter die Räder kommt.


Ich weiß nicht, die wievielte Woche das jetzt hier in der Schulschließung ist. Als es anfing, habe ich mich in mich hinein gefreut, weil ich recht kaputt war. Ich nahm es als Erholung und konnte eine Woche nicht mehr als 6, eher weniger, Stunden schlafen – weil ich so kaputt war. Dann die ganzen Feiertage, wo ich völlig das Zeitgefühl verlor. Dann Beginn des Distanzunterrichts. Und jetzt soll verlängert werden. In der letzten Woche bekam ich einen einzelnen erleuchtenden klaren Gedanken: Weil man nicht lüften kann, wenn draußen Minusgrade herrschen. Klingt zynisch, ist das einzige, was für mich Sinn macht. Seit diesem Gedanken geht es mir besser. Weil endlich mal was Sinn macht.


Gründe, von denen ich gehört habe, dass sie eine Schulöffnung notwendig machen:

  • Kinder brauchen soziale Kontakte
  • SchülerInnen verlieren den Anschluss
  • Eltern sind überfordert
  • Häusliche Gewalt nimmt zu
  • Eltern sollen arbeiten gehen können
  • Lehrer haben genug Ferien
  • Kinder sind nicht ansteckend
  • Bildung ist wichtig
  • Kinder sind wichtig
  • Kinder werden daheim traumatisiert (sic!)
  • Distanzunterricht funktioniert nicht
  • Wechselunterricht funktioniert nicht
  • es gibt ausreichende Hygienekonzepte
  • eine ganze Generation geht verloren

Gründe, von denen ich gehört habe, dass sie eine fortgesetzte Schulschließung notwendig machen:

  • Grad läuft eine Pandemie da draußen
  • es gibt Mutationen, die ansteckender sind
  • Kinder verbreiten auch den Virus
  • dauerhafte Kontaktvermeidung ist notwendig, um die Inzidenz zu senken
  • Distanzunterricht funktioniert
  • usw.

Ich komme über eine Diskussion in der letzten Woche nicht hinweg, in der ich mich vielleicht etwas seltsam verhalten habe. Jemand schickte mir ein Video, aufgenommen von einer Moderatorin von irgendeinem Frühstücksfernsehen daheim. Darin ging es im Groben um Themen, „die in der Diskussion um Lockdown zu wenig öffentlich diskutiert würden“. Mich regte der salbungsvolle Ton der Frau auf, ihre beständig in Bethaltung präsentierten Hände und der scheinheilige Unterton. Es ging um häusliche Gewalt und darum, wie sich die psychische Situation von Menschen daheim verschlechtere durch den Lockdown und dann kamen Vorschläge, dass die Omi doch in der Turnhalle mit anderen Omis Sport machen könne, damit sie nicht depressiv mehr so depressiv sei. Ich überspitze, natürlich, nein eigentlich nicht, das waren ihre Worte. Alles das Themen, die jetzt untergehen – ja wirklich?

Und das war mein Problem: Wann waren diese Themen denn überhaupt mal „en vogue“?


Und hier schließt sich der Kreis: Die Argumentation, die mir präsentiert wird, lautet: Im Lockdown gibt es mehr häusliche Gewalt und Depression, ergo würde eine Öffnung dabei helfen, dieses abzumildern. Und das halte ich wie so vieles für eine Milchmädchenrechnung.


Ich habe also das Problem wie viele andere auch: Mir fehlt der feste Punkt im Universum, an dem ich etwas befestigen könnte, um ein Argument so einzuhebeln, dass es trägt. Und ich leite eine Schule, auf der ich es auch stellenweise mit dysfunktionalen Familien zu tun habe, wo Familien in absolut beengten Verhältnissen leben, in Asylunterkünften, wo Familien abgeschoben werden, wo häusliche Gewalt ein Thema ist, prekäre Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit. Wo ein sehr tapferer Sozialpädagoge 860 SchülerInnen betreut. Wo tapfere LehrerInnen nicht locker lassen. Wo wir Grenzen kennenlernen. Und das eben jetzt deutlicher.


Und ja, ich lese viel in meinem Twitterumfeld von gelingendem Unterricht. Dass alle dabei sind. Dass gelernt wird digital, was das Zeug hält. Ich freue mich. Ich kann’s nicht mehr hören.

Ich scheine der einzige zu sein (neben Arne Paulsen), der seinen Distanzunterricht macht und sich nicht sicher ist, ob er hier viel erreicht. Der eher das Gefühl hat, dass er mit noch weniger SchülerInnen als vorher Kontakt hat – also einfach einen dieser vielen Sozialkontakte, die man in der Schule hat. Und die vielen kleinen Hilfsmittel, die nur als Person, nur um Umgang miteinander funktionieren: Ein Lächeln, ein böser Blick, der Finger zum Mund, die geballte Siegesfaust, die Bro-Fist, das geflüsterte „gut gemacht“ im Vorbeigehen, das Verbessern der Aufgabenstellung, wenn ich merke, dass es nicht alle verstehen, das aufzuwertende „weiter so“, das ungehaltene „Schluss jetzt“. Lehrer zu sein bedeutet eben auch Pädagoge zu sein und nicht nur Lernmaschine (das merken ja die da draußen auch langsam, dass Schule nicht nur das Austeilen von Arbeitsblättern und ihre Korrektur ist), sondern Pädagoge ist, also jemand, der im direkten Kontakt arbeitet, sozusagen mit dem ganzen Körper – nicht nur mit dem Kopf.

Ich klinge romantisierend vielleicht. Aber man möge mich nicht falsch verstehen, ich sehe nicht in der Öffnung der Schule ein Heilmittel dafür.


Was helfen könnte, meiner Meinung nach, ist, dass man den aktuellen Zustand nicht als Übergang zwischen Vorher und Vorher betrachtet. Und das euphemistische Geschwafel von der „neuen Normalität“ mal sein lässt. Gut wäre es, mal loszulassen, um ein wenig Raum für Neues zu geben.

Unter anderem, weil das Alte eben grad nicht funktioniert: Unterricht im Klassenverbund, beständige Leistungsmessung, Lehrplanerfüllung.


Was ich höre: „Wir entlasten Schülerinnen und Lehrerinnen, indem wir den Lehrplan und Leistungsmessungen entschlacken.“

Was ich höre:“ Die Qualität der bayerischen Abschlüsse wird erhalten bleiben.“

Was ich erlebe: kognitive Dissonanz.


Vor etwa 30 Jahren hat mir jemand mal versucht den Begriff der Neurose (Verhaltensstörung) zu erklären – und seltsamerweise fiel mir das dieser Tage wieder ein. In meiner Erinnerung war die Argumentation, dass Menschen in ihrer Entwicklung bestimmte Verhaltensweisen erlernen, um Konflikte zu lösen. Wenn dies erfolgreich ist, festigen sich diese Verhaltensweisen. Neurotisch wird es dann, wenn sie im Erwachsenenalter die Verhaltensweisen des Kindes weiter verwenden, um erwachsene Probleme zu lösen.

Dem Sinn nach wiedergefunden:

In den kognitiv-behavorialen Ansätzen werden die Neurosen, wie andere psychische Störungen auch, auf fehlangepasste und erlernte Verhaltens- und Einstellungsmuster beschrieben, die auf der Grundlage von Vulnerabiltität und Stress entstehen.

Wikipedia: Neurose

Assoziatives Bloggen.

#wasmachteigentlichderchef 120121

Auto. Es sollte schneien wie Hulle und eigentlich hatte ich nachmittags einen Termin zum Aufziehen der Winterräder für mein Fahrrad gebucht. Das habe ich aber abgesagt, ich kam später mit dem Auto nicht mal in die Nähe des Carports und musste es auf der Straße weiter unten am Hang irgendwo am Straßenrand zurücklassen.


Blick aus dem Haus

Erledigte Aufgaben

  • zwei Stunden Unterricht 10 SK als Audiokonferenz und dann Gruppenarbeit
  • Gespräch neue Kollegin als Teamlehrkraft, Unterschrift, Unterlagen klar machen
  • zweites Gespräch mit Kollegin über Stundenerhöhung, verzögert sich behördlicherseits, ich muss mal bisschen improvisieren morgen
  • Kontakt KM wegen Namensänderung einer Kollegin
  • KMS für Reffis lesen, einen Lehrprobentermin absprechen
  • Telefonat mit Eltern wegen Rücktritt aus Jahrgangsstufe
  • diverse Unterschriften
  • diverse Postangelegenheiten
  • Smalltalk mit dem Hausmeister
  • Gang durchs Schulhaus

Die Bildbetrachtung von gestern war etwas assoziativ und im Nachgang fiel mir noch viel mehr ein. Und alles nur wegen eines Fotos. Eine Schülerin des Jahrgangs 2003 z.B. , die ich korrigiert habe (Sie hatte eine 2), gehört seit vielen Jahren zu meinen engsten FreundInnen, und so viel habe ich ja auch nicht mehr. Die damals 16jährige ist nun 34.

In diesem Lehrerzimmer habe ich mal in fröhlicher Runde verkündet – das berichtet immer wieder der damalige Zweite Konrektor und mittlerweile Direktor und lange Zeit mein Chef – dass ich auch mal MB (=Ministerialbeauftragter) werde.

Damals brüllend gelacht, ich und alle anderen. Jetzt bin ich also schon mal Schulleiter.


Auf der Beerdigung des Kollegen von 2015 war ich nicht. Eine gemeinsame Freundin auch nicht. Und wir haben uns mal abgesprochen, dass wir irgendwann, wenn wir es können, zusammen zum Grab gehen werden. Und sind es bisher nicht. In den grad vergangenen Ferien haben wir uns flüchtig wieder verabredet zu gehen. Und wir waren wieder nicht.

#wasmachteigentlichderchef 110121

Home Office


Erledigte Aufgaben

  • morgens alle Kanäle aufgemacht, auf denen der Unterricht der Schule organisiert oder rückgemeldet wird (Threema, Teams,Webuntis, Whatsapp), dazu Twitter laufen lassen
  • Rückfragen beantwortet, manchmal fehlerhaft, weil halt dumm
  • irgendwann auf Twitter gelesen, dass die Clouds, Plattformen nacheinander abrauschen, meine Frau flucht aus dem Nachbarzimmer über die Videokonferenzsoftware; unsere System alle stabil, sogar mebis
  • gelesen, dass padlet nicht mehr geht, also die Plattform, wo ich meinen Unterricht für die 7. Klasse abgelegt habe => Unterrichtsgang auf Teams umgeschichtet
  • 2 Stunden Unterricht Geschichte 7, anfangs per Videokonferenz, dann Schülerarbeit
  • zwischendrin mit einzelnen KollegInnen abgesprochen
  • Arbeit für den nächsten Tag vorbereitet, an dem ich an der Schule sein werde

Natürlich hatte die Arbeit schon in den Tagen vorher stattgefunden, mit Organisatorischem. Mit Absprachen. SL-Videokonferenz am Freitag. Usw.


Nachmittags beim Aufräumen ein altes Foto in einem Notizbuch gefunden, welches nur zu einem Drittel benutzt worden war – ich habe mittlerweile gelesen, dass es mehr so komische Leute gibt wie mich, die Notizbücher anfangen aber nicht beenden.

Das Foto ist vom Mai 2002 und zeigt mich und zwei Kollegen im Raucherzimmer der Schule, an der ich damals war. Ja, damals gab es Raucherlehrerzimmer. Und es war das erste Jahr mit Faschingsferien, die man uns jetzt wegkürzt. Ich hatte einen Pferdeschwanz bis irgendwo, auf dem Tisch standen Sekt- und Biergläser komischerweise. Alle leer. Und ich blättere in irgendwas. Alle drei rauchen wir.

Ich sitze rechts. Ganz links sitzt ein Kollege, der 2017 verstorben ist. Da war er schon in Pension. Und er gehörte zu der Sorte Lehrer, an die sich Generationen von SchülerInnen auf Jahre hinaus erinnern. 2003 war er mein Zweitprüfer in Deutsch. Damals hatte ich zwei Klassen und entsprechend 65 Prüfungen. Die Zusammenarbeit mit dem Kollegen hat mir viel gebracht damals und auch die Jahre danach, auch was Entspanntheit angeht. Ich erinnere mich sehr lebendig daran, wie er nach einer Konferenz, auf der man ihm eine Urkunde über sein 25jähriges Dienstjubiläum überreicht hat, ins Raucherlehrerzimmer zurückkam und diese zerriss und wegwarf. So einer war er. Ich hab anfangs einige Zeit gedacht, er wäre ein fieser, harter Hund – habe ihn aber vor allem erlebt, wie er sich für SchülerInnen eingesetzt hat – und sich einmal vor mich und damit zwischen mich und den Chef stellte.

In der Mitte auf dem Foto sitzt ein Kollege, der mittlerweile an einer Realschule Stellvertretender Schulleiter ist. Und zwar genau an der Schule, an der ich im aktuellen Jahr der Prüfungsvorsitzende bin. Zur Erklärung: U.a. wenn eine Schule einen neuen Schulleiter bekommt, wird ein anderer Schulleiter zum Prüfungsvorsitzenden ernannt und „überwacht“ besser: begleitet den Ablauf der Prüfungen an jener Schule. Ist sehr spannend, weil man eine andere Schule erlebt und wie sie arbeitet. Ist dieses Jahr doppelt spannend.


Ich denke auch an den Kollegen, der 2015 gestorben ist. Den ich in meiner Antrittsrede erwähnt habe. Dessen Tod mich bis heute begleitet, was ich immer daran festmache, dass ich ihn erwähne, wenn ich beschreibe, was mich da hingebracht habe, wo ich heute stehe. Also, wenn mich jemand fragt: Wieso bist du jetzt eigentlich Schulleiter geworden? Viele erstaunt das ja noch immer, viele, die mich kennen oder kannten. Wenn mich jemand das fragt, dann geht mir als erstes der Tod dieses Kollegen durch den Kopf. Weil er so dermaßen abrupt und ohne Vorwarnung kam, dass ich ein wenig aus der Spur geraten bin. Und danach die ganze Zeit rumrannte und der Meinung war, ich muss jetzt etwas ganz anders machen. Alles musste sich ändern. Und ich traf Entscheidungen, die auch immer wieder ins Leere gingen und irgendwann hatte ich Probleme überhaupt noch Entscheidungen zu treffen. Und dann war ich Schulleiter und es wurde anfangs noch schlimmer als es vorher schon war.

Und er hätte mich ausgelacht.

Und ich hätte mitgelacht.


Manchmal denke ich, es muss absolut bizarr sein für LehrerInnen meines Kollegiums, die das hier lesen und mich daneben im Alltag erleben.

Aber vielleicht merkt man mir dies alles auch an.

#wasmachteigentlichderchef 21.12.

Zum ersten Mal seit Langem sieht es übersichtlich aus.


Erledigte Aufgaben:

  • Antrag auf Teamlehrkraft verarbeitet und abgeschickt
  • Telefonat Schulaufsicht über Antrag Teamlehrkraft
  • Telefonat KM, Personalfragen neues Schuljahr
  • Längeres Telefonat Schulleiter, an dessen Schule ich 2021 Prüfungsvorsitzender sein werde
  • Ablage
  • Letzter Postausgang des Jahres
  • Reste an Gummibärchen und Schoki gegessen

Rückfahrt nach Hause durch die Nürnberger Südstadt, Tradition beim mir. Dort wohnten wir 9 Jahre und ich bin danach vor allem vor Weihnachten durchgefahren, am letzten Schultag, um einige Einkäufe zu machen. Es gab schon immer dort auf einem Hinterhof den Dragon-Market. Oder früher die schlesische Metzgerei in der Nähe (mittlerweile geschlossen, weggezogen). Oder legendär den Celtic Travel / Whiskey. Seit ein paar Jahren einen üppigen Baklava-Laden (Albadry Baklava & Çerez Süßigkeitenladen, Wölckernstraße Ecke/Hummelsteiner Weg) – nicht der einzige, wie ich feststellen musste. Es gab einen amerikanischen Supermarkt (nicht mehr), einen Taschenladen, der noch Ledertaschen repariert (Lederwaren Albrecht). Das Atrium-Kino was schon lang geschlossen ist (weiter hinten rein aber das Casablanca, in dessen Verein ich Mitglied werden wollte. – auf die Todoliste damit). Den kleinen Kiosk gegenüber, der schon öfter überfallen wurde, wie mir die Besitzerin mit ihrem riesigen Schäferhund mal erklärte. Die Bäckerei Aydin. Später das Landbierparadies in der Allersberger und Wodanstraße, ohne die meine Instareihe „Kochen und Biertrinken“ sicher nicht möglich wäre. Und final dann am Gasthaus der Freunde des fränkischen Schäufeles vorbei und heim.

Der Lockdown führte dazu, dass ich gut durchgekommen bin und sehr wenig los war.

Und ich nichts eingekauft habe.

#wasmachteigentlichderchef 17.12.

Wollte nicht mehr

Ich spreche manchmal Dinge nicht so aus, wie ich es sollte, kann es auch schlecht mir selbst gegenüber zugeben, aber ich muss mal sagen, dass ich mit Ende der letzten Woche bedenklich erschöpft war. Deswegen wollte ich das Bloggen aufgeben, weil ich nicht mehr abends das durchkauen wollte, was tagsüber gelaufen war. Weil alles schon seit Tagen nur noch schwer fiel. Weil ich grad vielleicht einen weiteren Lernschritt als Schulleiter mache – wenn ich kann, werde ich ihn etwas später formulieren.

Quarantäne

Ich habe über Twitter immer wieder Erfahrungen mitgeteilt bekommen, dass jedes Bundesland – ich mag mittlerweile sogar sagen: jeder Regierungsbezirk – andere Regeln zum Umgang mit Corona-Infektionen in der Schule hat. Daher hier mal unser Konzept, selbst erstellt und erweitert unter Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und aus dem Gespräch mit einer Kollegin einer anderen Reealschule. Bedenken Sie: Nürnberg hatte zwischendrin eine Inzidenz von über 390.

Auenland

Ich dachte immer, vorher, es läuft so ab, so wurde es mir jedenfalls vorgestellt:

  • Jemand macht einen Corona Test
  • Der ist positiv
  • Das Gesundheitsamt wird aktiv und betreibt dieses Contact Tracing
  • Alle werden informiert
  • Der Schulleiter bekommt Anweisungen, was er zu tun hat
  • Rosenduft steigt auf

Realität

  • Wir erfahren durch Eltern oder betreffende Personen, dass ein positiver Test vorliegt
  • Dies geschieht bevorzugt abends, Freitag oder so, oder schlimmer: morgens im laufenden Schulbetrieb
  • Danach wird versucht das Gesundheitsamt zu erreichen über die Nummern, die uns zur Verfügung stehen
  • In der Zwischenzeit greifen wir den Maßnahmen vor:
    • Rechnen: Zeitpunkt des Tests: 48h zurück ist die virulente Zeit für alles, was folgt
    • Klassen oder Klassengruppen identifizieren, die in dieser Zeit Kontakt zur infizierten Person hatten
    • Betroffene Lehrer nach Hause schicken
    • Klassen oder Klassengruppen isolieren
    • Eltern anrufen und die Kinder abholen lassen, einzeln
  • Parallel Absprachen mit dem Gesundheitsamt
  • Listen erstellen mit den Kontaktdaten der Kontaktpersonen
  • Brief erstellen zur Information über Quarantäne für die Eltern der Kinder
  • Rückfragen beantworten:
    • Wie lang war der Kontakt?
    • Welche Art Maske wurde getragen?
    • Ist der Lehrer durch die Klasse gegangen?
  • Abholung der Kinder organisieren
    • Eltern an der Pforte abholen
    • Kinder bringen
    • Mündliche Informationen über Quarantäne
  • Informationen ergänzen zur individuellen Quarantäne
  • Elternbriefe schreiben
  • Lehrerinfo schreiben
  • Schulhomepage ergänzen
  • Vertretungsplan machen

Am Tag danach müssen wir dann manchmal nacharbeiten, weil wir gern schnell reagieren, schnelle Entscheidungen treffen und geringstes Risiko eingehen.

Zusammenfassung

  • Wenn Lehrer infiziert:
    • KollegInnen, die engeren Kontakt hatten (> 15 Minuten, einfache Maske oder keine, weil z.B. beim Essen) gehen 14 Tage in Quarantäne, gelten als Kontaktperson 1
    • KollegInnen, die dem nicht entsprechen, aber Kontakt hatten, weil sie am selben Tisch im LZ saßen z.B., FFP2 Masken getragen haben, sind Kontaktpersonen 2
  • Unterschiede:
    • K1 machen einen Test nach 5 Tagen und nach 10 Tagen, wenn beide negativ sind, wird die Q aufgehoben
    • K2 können nach 5 Tagen einen Test machen, wenn der negativ ist, wird die Q aufgehoben
  • Diese Regeln wurden in letzter Zeit modifiziert, z.B. gab es irgendwann die Regel: Testen nach 5 Tagen, wenn negativ, kann die Lehrkraft wieder zur Arbeit und unterrichten, verbleibt aber in häuslicher Quarantäne, darf also NUR zum Arbeiten und auf dem direkten Weg in die Schule die Q. unterbrechen
  • Wenn SchülerIn infiziert:
    • Gesamte Klasse in Quarantäne für 14 Tage
    • ein negativer Test nach 5 Tagen hebt die Q auf

Ergänzung: Manchmal erfahren wir von einer Infektion bei einem Schüler nur durch Zufall.

Unterm Strich

Ja, die Schulleitung ist mit dem Sekretariat einen Vormittag lang blockiert:

  • Sekretärinnen telefonieren die Eltern an (zwischen 20 und 70) erstellen und ergänzen Listen
  • Ein Kollege informiert die KollegInnen und die vorgeordneten Behörden
  • Ein Kollege organisiert den Unterricht, der jetzt ohne Lehrer läuft
  • Ein Kollege telefoniert mit dem Gesundheitsamt und koordiniert die Kontakte zu den Kollegen
  • Ein Kollege sammelt die Informationen, bündelt sie, verteilt sie, verschriftlicht sie
  • Ein Kollege organisiert die Abholung der Kinder durch die Eltern

An extremen Tagen saßen Lehrer-KollegInnen mit am Telefon, sprangen ein und sorgten sich. Der Sicherheitsbeauftragte lief mit und organisierte. Nachdem wir das zwei Mal durchgespielt hatten, lief es irgendwie immer sehr flüssig.
Das Problem: Anweisungen aus dem Gesundheitsamt, die diese wiederum von anderer Stelle bekamen, änderten sich am Ende alle zwei Tage. Und wir taten es um unseren eigenen Unterricht herum.

Daher

War das ganze Chaos der letzten Tage bis zum Lockdown in meinem Erleben nur eine Fortführung dessen, was ich vorher schon hatte.
Wir hatten Ende letzter Woche zum zweiten Mal den Fall, dass wir ein Drittel des Kollegiums in Quarantäne schickten. Selbst mit Wechselunterricht war hier kein geregelter Unterrichtsbetrieb mehr möglich. Es gab sogar jemanden, die zum zweiten Mal in die Quarantäne musste. Schulen im Bezirk wurden geschlossen, weil die Lage kurzfristig unübersichtlich war oder aber eben einfach zu viele KollegInnen fehlten.
Wir haben also drei/vier Modelle nebeneinander geführt:

  • Klassen in Quarantäne: Distanzunterricht (live)
  • Klassen im Distanzunterricht (live, 8 und 9)
  • Klassen als vollständige Klassen im Schulhaus (10)
  • Klassen im Wechselunterricht (5-7)
    Problematisch waren SchülerInnen, die aufgrund der Zugehörigkeit zu einem Religionsunterrichts in Quarantäne waren, ihre Klasse aber nicht.

Ab einem bestimmten Tag konnte ich Ihnen nicht mehr aus dem Stegreif sagen, wer und welche Klassen aktuell im Schulhaus sind.

#wasmachteigentlichderchef 25.11.

Fahrrad. Kälter und noch mal dunkler. 6km am Rand der Landstraße, ab und an ein Auto.

Dazu: Wollte ausprobieren, wie es sich mit Casual-Kleidung radelt – ich ziehe mich nicht um in der Schule, finde das seltsam, laufe also an Rad-Tagen her rustikal im JackWolfskin-Look herum – schnell festgestellt, dass sich eine Jeans vielleicht dicker anfühlt, die Wanderhose aber winddicht ist.

Als richtiger Kauf hat sich die Sturmhaube erwiesen.

Die nächsten Tage soll es nachts unter den Gefrierpunkt gehen. Ich warte auf bestellte Winterkleidung fürs Radfahren und werde erst kommende Woche wieder radeln. Habe heute schon den ganzen Vormittag gefroren.


Erledigte Aufgaben

  • Einige Briefe
  • Vertragsunterzeichnung
  • Besprechungen länger:
  • Sozialpädagoge
  • Kollege wegen Leistungsnachweis
  • Paar Emails
  • Unterlagen zusammengesucht und geheftet dass sie greifbar sind:
  • Rahmenhygieneplan
  • Arbeitsschutzbestimmungen
  • Wollte Briefing schreiben und rumschicken, hat nicht geklappt, mache ich morgen gleich als erstes

Mittags die Schule verlassen. Heimgeradelt. Wollte mal in Ruhe ein paar Sachen durchdenken, Gespräche vorbereiten. Aufs Sofa gesetzt zum Lesen, ins Koma gefallen, wie ich’s nenne. Eine Stunde später aufgewacht.

Ich frage mich, wie ich mich in der Schule wach halte. So müde fühle ich mich da nie.


Heute Abend Pressekonferenz erwartet, geschaut, nicht schlauer gewesen. Muss auf die bayerischen Konkretisierungen warten. Ich weiß nur, dass Nürnberg bei etwa 266 liegt. Das seit Tagen. Wochen?

Heute kamen vormittags wieder einige Meldungen von Eltern, die infiziert sind. Geschichten werden ausgetauscht von länger anhaltenden Krankheitsbildern.

Manchmal brauche ich Pause und wenn auch nur, um mal in Ruhe ins Koma zu fallen.

#wasmachteigentlichderchef 24.11.

Fahrrad. Kälter als gestern – und dunkler. Unglaublich wie dunkel es werden kann. Den Wald gemieden. Schöne Fahrt,


Erledigte Aufgaben

  • Zwei Stunden Unterricht Sozialkunde 10. Klasse: US-Wahlen Wdh., amerikanische Verfassung, Vergleich mit deutscher Verfassung, Tagesschau in 100 Sekunden, aktuelle Ereignisse
  • Gespräche über Personalversorgung
  • Gespräche über Quarantänefälle
  • Gespräche übers Fahrradfahren
  • Mehrere Emails beantwortet (etwa 15)
  • Absprache Sportfachschaft über aktuelle Situation
  • ASV Matrix ergänzt, bzw. Änderungen eingepflegt
  • Unterschriften
  • Ablage
  • Postausgang
  • Pressekonferenz nachgelesen


Aktuell zwei Realschulen im Umkreis komplett geschlossen.

#wasmachteigentlichderchef 23.11.

Fahrrad. Regen. Trotzdem der eigentlich durch die Apps abgesagt wurde. Wieder den richtigen Zeitpunkt verpasst abzusteigen und Regenkleidung anzuwerfen.

—-

Erledigte Aufgaben

  • Telefonat Mensa
  • Ablage Leistungsnachweise
  • Personalordner weiter gesichtet
  • Beurteilung neu aufgearbeitet
  • Zwei Stunden Unterricht 7. Klasse, viel geschimpft
  • Emails beantwortet
  • Wurschteln, was das Zeug hält

Hinfahrt noch durch den Wald, Rückfahrt nicht mehr. Zu schlickig , zu unsicher. Reifen sind nicht gut geeignet.

Das Heim-Dorf erreicht im Nebel, bisschen Mordor-Filter.

#wasmachteigentlichderchef 20.11.

Auto. Musste einen Topf zurückbringen, den ich letzten Sonntag zum Einmaischen benutzt habe. Und es war Freitag.


Erledigte Aufgaben:

  • die bisher nicht gefundenen Unterlagen mit KM besprochen, nicht so wild, kann ersetzt werden
  • Elternbrief geschrieben
  • schwieriges Problemgespräch mit einem Personal geführt, verfolgte mich gedanklich bis in den Abend, also wie immer
  • Unterricht 10. Klasse Sozialkunde
  • Sitzung Schulleitung, mit Kollegin aus der Quarantäne zugeschaltet über Teams – fast schon normal – also Quarantäne wie auch Zuschalten von Kollegen auf diese Art und Weise
  • Sitzung Hygiene- und Sicherheitsbeauftragter über aktuellen Rahmenhygieneplan

Die Woche empfand ich für mich – und nur für mich schreibe ich ja hier – als sehr stressig, trotz des „freien Tages“. Stressig ist, dass ich quasi auf Abruf da sitze, versuche normale Schultage hinter mich zu bringen und dennoch weiß, dass irgendwas irgendwoanders besprochen und entscheiden wird, bald oder erst morgen oder sonstwann, was nicht unerhebliche Auswirkungen auf meinen Berufsalltag und den Rest auch irgendwie haben wird.

Im Unterricht der zehnten Klasse merke ich es besonders im Unterrichtsgespräch. Sowas fiel mir eigentlich jahrelang leicht: Gedanken rauslocken, aufgreifen, weitergeben, entwickeln. Jetzt stocke ich an zwei Stellen und benötige eine unendlich gefühlte Zeit, um wieder in den Gedanken und dann ins Gespräch zu kommen. „Den Faden verloren“ trifft es nicht ganz. Eher eine Mischung aus Blackout und Flashback vorangegangenen Gespräche außerhalb des Unterrichts.

Tweet-Screenshot vom 22. November

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das unbeeindruckt lässt. Ebensowenig wie die Vorgänge auf Demos und im Bundestag.


Fahrrad ist aufgeladen. Eine Zusatzleuchte für das Fahrrad liegt bereit. Es soll erst regnen, wenn ich in der Schule angekommen bin. Ich freue mich.

In einem Thread im E-Bike-Forum auf eine Firma gestoßen, die spezielle „Handschuhe“ herstellt, die auch für Schneemobile entwickelt wurden. Das klingt interessant.

Überlege auch Winterreifen zu besorgen.

Die letzten Tage war es morgens frostig, besonders heute. Aber wir hatten eh keinen Termin für den Golfplatz mehr bekommen, aufgrund der neuen Coronabestimmungen. Also nur ein wenig Training auf der Range.

Ich fange an zu labern. Gute Nacht.

#wasmachteigentlichderchef 19.11.

Auto. Will das Bier sicher nach Hause bringen. Habe einen Brautopf im Auto, den ich abgeben will.

Die Auffahrt von der A3 auf die A73 ist gesperrt – ich erinnere mich zu spät – fahre Umleitung über Erlangen-Bruck.

Anflug auf die Schule. Links der Quelle-Turm oder wie ein Kollege von außerhalb neulich meinte „der O2-Turm“. Nur noch rechts ab und schauen, dass ich ungehindert durchkomme.

Erledigte Aufgaben

  • Briefing für die KollegInnen weiter geschrieben
  • Ansonsten Gespräche den ganzen Tag, telefonisch, im Büro, auf dem Gang, im Stehen, im Sitzen, im Vorübergehen
  • Gefühlt keine zehn Minuten Ruhe gehabt
  • Gefühlt nichts zuende gebracht habe, außer den Elternbrief dann irgendwann am Nachmittag
  • Ich suche immer noch die Unterlagen

In der Dämmerung los, im Dunklen heim. Heute wäre auch kein guter Tag fürs Fahrrad geworden.

#wasmachteigentlichderchef 17.11.

Fahrrad.

Kurz vor Austritt aus dem Wald, der Scheinwerfer steht so hoch im Wald, weil es morgens einfach zu dunkel ist und ich sonst die Wegabzweigungen zu spät sehe. Manchmal lasse ich ihn ein Stück noch so hoch auch am Pegnitzgrund, um die Jogger zu blenden (zu erkennen) , die in durchgehend schwarzer Kleidung laufen.

Erledigte Aufgaben

  • erste Stunde Vertretung in 5. Klasse, halte Englisch nach den Vorgaben des Kollegen in Quarantäne (der offenbar viel Vertrauen in mich hat), stelle fest, dass es schwer ist mit Maske den Kindern das „th“ nahe zu bringen
  • Lesen von einigen Anordnungen der letzten Zeit
  • Telefonat Gesundheitsamt, ich hinterlasse meine private Handynummer für die kommenden Wochen und Fälle
  • Schriftliche Überarbeitung des Meldeverfahrens an der Schule
  • Formulieren Elternbrief (Nr. 4 in diesem Jahr, letztes Jahr habe ich es nach meiner Erinnerung auf 17 gebracht, normal sind 6 oder 7)
  • Bestellung von FFP2 Masken in die Wege geleitet für die KollegInnen, weil nach Auskunft von Gesundheitsamt diejenigen KollegInnen, die eine solche tragen, nicht als KP1 (Kontaktperson), sondern KP2 eingestuft werden und entsprechend nicht in Quarantäne müssen (allen ist klar, dass Quarantäne nicht gleichzusetzen ist mit Ferien)
  • Einleitung des Fernunterrichts (Sekretärinnen rufen an und erinnern einzelne SchülerInnen daran, bzw. deren Eltern)
  • Gespräch Verbindungslehrerin über einige Problemfälle
  • Blutdruckmessen im Büro: Seit Tagen stabil, im Normbereich.
  • Telefonat Mensabetreiberin: Belegschaft hat Coronafall, es steht die Quarantäne im Raum – damit würde die Mensa für zwei Wochen ausfallen (wir haben drei Ganztagsklassen); weiterhin scheinen die bisherigen baulichen Maßnahmen in der Mensa zum Infektionsschutz nichtig auszureichen, es bleibt die Frage, wie man nach der Quarantäne verfährt
  • ich greife zu einem seltenen Mittel und schreibe eine Sammelemail an verschiedenen Stellen der Stadt und Schulaufsicht, weil das doch ein mittelgroßes Problem darstellt und wir Hilfe brauchen
  • Suche seit letzter Woche in meinem Büro nach Unterlagen, die ich verlegt habe und die das KM gern möchte

Im Dunkeln morgens losgeradelt, im Dunkeln wieder heimgekommen. Sowohl auf der Hinfahrt wie auf der Heimfahrt viel gegrübelt.

#wasmachteigentlichderchef 16.11.

Fahrrad. Ich bin ja selten sehr pathetisch. Aber

In der Morgendämmerung mit dem Rad in die Dunkelheit des Waldes einzutauchen, ist ein wahrhaft göttlicher Moment.

Schon hell in Nürnberg.

Erledigte Aufgaben

  • Da wir schon gestern am Sonntag die Info über eine infizierte Schülerin bekommen haben, gab es Vorabsprachen, wir fangen an zu organisieren, u.a. ich entscheide schon am Sonntag nach Rücksprache mit den anderen Mitgliedern der SL, auch wenn es mir nicht zusteht, dass die Klasse vorläufig nicht in die Schule kommt, entsprechend unseren Vorerfahrungen mit Anweisungen des Gesundheitsamts
  • Versucht morgens das Gesundheitsamt zu erreichen wegen der Schülerin – vergeblich
  • Unterricht 7. Klasse Geschichte
  • Während des Unterrichts: Sekretärin hat GA erreicht, Stellvertreter, Sozialpädagoge und ich sprechen uns kurz auf dem Gang vor den Klassenzimmern ab
  • Gleichzeitig und sehr spät erfahren wir von einem infizierten Schüler aus einer anderen Klasse, der aber schon letzte Woche nicht vollständig in der Schule war, trotzdem das gesamte Quarantäneprotokoll noch mal
  • Elterninfo schreiben, Quarantänebrief ergänzen
  • Schulhomepage ergänzen, Elterninfo rausschicken
  • Info an Gesundheitsamt, Meldung an Schulaufsicht und KM
  • Stellvertreter informiert KollegInnen, die in Quarantäne müssen, schickt sie nach Hause
  • Sekretärinnen rufen die Eltern einzeln an und informieren sie, gleichzeitig schreiben sie Kontaktlisten für das Gesundheitsamt
  • Irgendwann schauen wir uns nur noch an und lachen, rollen mit den Augen – anders gehts nicht

Unterm Strich: Quarantänemaßnahmen blockieren ein Sekretariat und eine Schulleitung für einen ganzen Schultag.


Mit dem Fahrrad heim. Morgens im Dunkeln losgefahren. Abends im Dunkeln heimgekommen.

#wasmachteigentlichderchef 12.11.

Auto. Weil halt.

Wollte gestern noch ein Selfie in den Äther schicken und Timo Off grüßen, er weiß schon warum, aber ich bin kein Freund von Selfies. Nach dem gestrigen gestern aber gleich entschlossen, am Wochenende zum Barber zu gehen – für das kleine Männerpaket (ohne Gesichtsmaske und Whiskey).


Erledigte Aufgaben

  • Briefe und Dokumentation für Leistungsprämie Corona ausgefertigt und angelegt
  • Daily
  • Unterrichtsbesuch bei der Teamlehrkraft, auch Nachbesprechung
  • RSD-Tagung Audio, Online
  • ÖPR Gespräch
  • Mit der Sekretärin Masken ausgesucht für die Kollegen
  • Im Hinausgehen zum Feierabend noch ein Telefonat bezüglich Coronainfektion in einer Familie, kurz Blutdruck, aber alles im grünen Bereich für die Schule
  • Beurteilungen und Personalakten weiter gepflegt
  • KM-Telefonate
  • Telefonat mit einem Kollegen RSK und einem Kollegen RSD

Heute wieder das Pomodoro-Ding versucht. Heute ein Tag, wo ich oft nicht einmal 15 Minuten ungestört war. Wenn das drei Stunden läuft merke ich, dass ich kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann.


Übrigens: Gestern auf der Heimfahrt dicke Verkehrssuppe gehabt. Entschieden spontan mal in den Discounter nahe der Schule zu schauen, weil dort ein ehemaliger Schüler von mir grad eine Ausbildung macht. Ich hatte ihm versprochen, dass ich ihn mal besuche.

Ein bisschen geschwatzt am Alkoholregal beim Einräumen. Er hatte Feierabend, sagte, wo er wohnt, was überraschend auf meinem Weg lag. Ich nahm ihn mit. Er freute sich über die Fahrt. Wir redeten weiter, zeigten uns grob, wo wir schon in Nürnberg gewohnt haben. Sprachen über Führerscheinmachen in Nürnberg. Er war vielleicht ein bisschen stolz im Auto des Direktors mitgenommen zu werden. Ich weiß jetzt ein bisschen, wie die Ausbildung beim Discounter läuft.

Er sagte, dass eine Mitarbeiterin ihn noch angesprochen hätte, dass es etwas auffällig seltsam gewesen sei, dass ein Mann im Anzug am Alkoholregal im Eingang stand.

Nachvollziehbar, dass ich spätestens jetzt der Ehrendirektor bin.