#Wasmachteigentlichderchef 12.10.

Fahrrad. Morgens noch dunkler als sonst. Musste aufpassen im Wald die Abzweigungen nicht zu verpassen. An einer ging es fast schief, merkte es aber rechtzeitig.

Auf dem Rückweg am Nachmittag im Wald plötzlich ein Schlag am Hinterrad. Kurz irritiert. Zurückgeschaut lag ein recht großer Stein auf dem Weg. Entweder das Vorderrad hat ihn aus dem Boden geholt oder irgendwie keine Ahnung. Der Reifen verlor recht schnell die Spannung, so dass am Ende nichts blieb als noch einmal die Frau zu bitten mit meinem Auto zu kommen. Als sie kam, sah ich schon von weitem, dass ein Scheinwerfer defekt war.

Das Hinterrad, was schon vor einem Dreiviertel Jahr defekt war.

Erledigte Aufgaben

  • Den Tag mit der US verbracht, ein Propblem war nicht zu lösen
  • Anrufe, Lösungen bekommen
  • Alle Lösungen eingepflegt, neue Fehlermeldungen bekommen
  • Unterricht in 7d, zwei Stunden
  • Leistungsprämie Beamte fertig machen und absenden
  • Pläne schmieden und darauf warten, dass Corona-mäßig neue Angaben kommen, wenn der Wert war schon überschritten für Stufe 2

Eine eigene Maßnahme zur Gesunderhaltung: Um 16 Uhr nach Hause gehen. Come hell or high water (Haben Sie den fantastischen Film gesehen?)

Warum?

Weil man akzeptieren muss, dass es kein „Fertig“ gibt. Niemals mehr. Nach 16 Uhr weiter zu arbeiten, hieße weiter Sand zu schaufeln. Länger bleiben nur, wenn mittags eine Pause gemacht wird. (Diese Woche ist eine Woche bisher ohne Pausen). Und dann bleibt es halt liegen.

Und ja, es gibt eine Ablage, in der liegen Sachen schon sehr sehr lang. zwei Mappen liegen darin. Sie sind noch da. Und sie schieben sich fantastisch. Und ich schäme mich ihrer. Aber es geht nicht um Leben und Tod.

Natürlich belüge ich mich. Denn abends sitze ich ja, wie grad jetzt, schon wieder am Schreibtisch. Aber schaffen tu ich auch nix mehr richtig.


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https://youtube.com/watch?v=JQoqsKoJVDw

https://youtube.com/watch?v=BkmE8SQ8V0k

#wasmachteigentlichderchef 09.10.

Fahrrad. Wald. Dunkelheit.

Altbekannt. Licht im Carport ausmachen und auf die Dunkelheit freuen.
Das meinte ich mit Wald und Dunkelheit.

Erledigte Aufgaben:

  • US-Abgabe (die morgen ist, hust) vorbereitet
  • auf zwei Probleme gestoßen, die eine Abgabe verhindern
  • Support informiert, telefoniert
  • Das Problem gibt es nur bei uns (wie jedes Jahr)
  • restlichen Probleme gelöst
  • zwischendrin Klasse besucht und Arbeitsaufträge gegeben
  • Ticket eröffnet
  • Besprechung SL
  • heimgefahren

Ok, wollen Sie (K)ein Geheimnis hören: Ich mache viel auf den letzten Drücker. So. Jetzt ist es raus. Meine Frau nervt das unendlich seit Jahrhunderten. Ich fürchte wohl jeden, der mit mir zu tun hat. Mich eingeschlossen.

Ich denke mir oft, dass ich eine tolle Zeit hätte, wenn ich die Energie, die ich am Ende reinstecke, um es in kurzer Zeit zu erledigen, einfach am Anfang reinstecken würde und nicht kurz vor dem zweiten Ende der dritten Verlängerung. Oder so. Sie wissen schon.

Heute den Multiplikator angerufen. Schulleiter wie ich. Irgendwo erwähnt, dass ich wohl etwas spät angefangen habe. Darauf er: Es hätte mich gewundert, wenns diesmal anders gewesen wäre. Er lacht dabei.

Nun ja. Hauptsache man hat einen irgendeinen Ruf.

#wasmachteigentlichderchef 08.10.

Fahrrad.

Weil. Diesmal entgegen meiner Gewohnheitenn durch den stockdunklen Wald gefahren. So früh, dass kein Vogel unterwegs war.

Dass ich mich gestern geärgert habe, führte zu schlechtem Schlaf. Ich war müde. Aber im Wald war es schon wieder gut. Und ich wach.

Morgen wieder Fahrrad. Der ÖPNV streikt, die Straßen werden blöd sein.

Hof.
A3
Business Tower

Erledigte Aufgaben:

  • Arbeitstag begann schon am Fahrraständer mit Gespräch Schulleitung FOS
  • Telefonat Schulaufsicht
  • Telefonat KM (Was verbummelt, geschleimt, zerknirscht gezeigt, entschuldigt – nichts gebracht, abgelehnt.)
  • Unterrichtsbesuch
  • Neue Berufsberaterin kennengelernt
  • Kolleginnengespräch über Wiedereinstieg
  • Schreiben an Kolleginnen in Elternzeit über Wiedereinstieg, Daten aktualisiert
  • Gespräch Sportfachschaft über den aktuellen Stand
  • US weitergeführt (wird wieder knapp 10. ist Abgabe, zum Glück keine Uhrzeit angegeben)
  • nachmittags in der Schulleitung mit Videokonferenz kranke Kollegin zugeschaltet und Konzepte überlegt: Distanzunterricht, Materialablage Vertretungsstunden, diversse Dinge des Alltags durchgegangen
  • Homepageartikel zum Thema VAG Streik morgen und Start der U-Bahn in einer Woche
  • Besprechungen einiger Aufnahmen bzw. Ablehnungen derselben
  • Bevor ich gehen wollte Anruf KM: Das, worum ich gebeten hatte mittags, wird jetzt doch bewilligt, mein Fehler kann ausgebügelt werden.

Fahrrad wieder heim. Der Herbst ist da und die Parks und Pegnitzauen immer leerer. Jetzt bringt es wieder wirklich Spaß. Und ich liebe seit je die Stadt (egal welche) am Morgen. Und mittlerweile ist es auch egal bei dieser Liebe, ob ich nach Hause gehe um die Zeit oder zur Arbeit fahre.

Golftermin für Sonntag ist ausgemacht.

#wasmachteigentlichderchef 06.10.

Auto. Weil heute langer Tag bis nach 20 Uhr und Regen. Fehlt trotzdem, das Rad.


Erledigte Aufgaben:

  • Tagung Schulleiter fast über den gesamten Vormittag
  • Lunchy, statt daily
  • Meldungen neues Personal
  • bisschen aufräumen
  • päd. Notfall weiter aktiv (viele Gespräche)

Schlecht gegessen heute. Kurz beim Real in der Nähe Essen aus der Industriehölle geholt. Kaffee flatrate.

Ich weiß, weniger rumheulen, dafür mehr Vernunft.

#wasmachteigentlichderchef 05.10.

Auto. Hörbuch zu Ende gehört: Auris, Nach Sebastian Fitzek.


Erledigte Aufgaben

  • Unterrichtsbesuch erste Stunde
  • eigenen Unterricht für die 5./6. Stunde fertig vorbereitet
  • bisschen an der US gebastelt
  • Erweit. SL Gespräch
  • Päd. Notfall weiter bearbeitet (dritter Tag)
  • Unterricht Geschichte 7d iPad-Klasse
  • Absprachen Verbindungslehrerin
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Elternbeiratswahl in die Spur gebracht, Elternbrief
  • RSD-Tagung für morgen und übermorgen organisiert
  • Besprechung Unterrichtsbesuch
  • Abgleich Projektpräsentation
  • Telefonat Schulaufsicht wegen RSD Tagung
  • Startschuss für Disziplinarverfahren

Montag halt.

#wasmachteigentlichderchef 02.10.

Auto. Weil ich nachmittags schnell heim musste. Nachmittagstermine. Und weil Freitag war.

Vorteil des Autofahrens: Ich kann Hörbücher hören. Auf dem Rad will ich es nicht, weil mir unterwegs ohnehin schon viel zu viele Menschen Kopfhörern unterwegs sind, die mir dauernd in die Quere kommen. Auf dem Rad vermisse ich es auch nicht.


Erledigte Aufgaben

  • Postausgang
  • Unterrichtsbesuch
  • Unterricht Sozialkunde zwei Stunden 10. Klasse
  • Telefongespräch KM
  • Telefongespräch Schulaufsicht: Endlich darf der eine Kollege arbeiten
  • Sitzung Schulleitung, Themen u.a.: die extrem angestiegene Zahl der Vertretungsstunden. Sportunterricht in Coronazeiten, u.a.

Gestern noch vergessen:

  • Personalratsgespräch in der 6. Stunde
  • Absprachen über ein Konzept der Bläserklasse
  • Zwei intensive Gespräche mit KollegInnen

#wasmachteigentlichderchef 01.10.

Fahrrad. Weil es einfach mal sein musste. Sehr viel Nebel. Sehr dunkel am Morgen. Entgegen meines ursprüngliches Vorhaben doch durch den Wald gefahren, der nicht ganz so dunkel war wie erwartet. Im Lichtstrahl des Fahrradscheinwerfers bestand die Luft quasi aus Tröpfchen.

Auf dem Hof
Im Wald.

Erledigte Aufgaben

  • Postausgang
  • Unterrichtsbesuch in 1. und 2. Stunde
  • Pädagogischer Notfall, der mich bis in den Nachmittag hinein beschäftigte

In der ersten Stunde wollte ich einen Unterrichtsbesuch machen, der Kollege musste aber eine Klasse im Raum gegenüber mitführen. Also setzte ich mich auf den Gang, mit Blick in die Klasse des Kollegen und mit den Ohren ins Klassenzimmer hinter mir. Ab und an ein herzhaftes „schhhhhhh“ ausstoßend.

Eine Kollegin fand dies offenbar seltsam oder amüsant und machte ein Foto.

#wasmachteigentlichderchef 30.09.

Auto, weil nachmittags Termine, die erreicht werden musste. Weil Pakete im Auto, die zur Post mussten.

Fotos von gestern. Autobahn A 73, nördlich von Nürnberg, kurz hinter Kreuz Nürnberg/Erlangen.

Rechts raus.
Links raus.

Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsbesuch für Beurteilung
  • Postausgang
  • Besprechung Förderunterricht Corona
  • Schulberatungsgespräch Schülerin
  • Briefing für Kollegen ergänzt und versendet
  • Förderunterrichtslehrer angemailt mit Hinweisen
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Längeres Telefonat Schulaufsicht anderer Regierungsbezirk, Abfrage u.a. eines Beerdigungstermins
  • Gespräch Erweiterte Schulleitung (sollte Montag sein, da hatte ich anderen Termin)

War ich zu negativ gestern. Leider nein. Solche Tage gibt es. Anfangs waren es gefühlt Wochen, die so dahin gingen. Aber mit der Zeit wurden es einzelne Tage.

Wenn ich gestern von innerer Müdigkeit sprach, die mich stumpf macht, dann meinte ich die Müdigkeit, die Menschen in mir erzeugen. Als Beispiel: Stellvertreter hat es wie ich auch satt, jeden Tag vor der Schule zu sehen, wie Eltern ein Verkehrschaos erzeugen, wenn sie ihre Kinder am Drive-In-Schalter abholen oder abgeben wollen. Er ruft die Polizei an und bittet um Hilfe für heute. Ich habe die letzten Tage, wenn ich fuhr, die Eltern angesprochen, die auf dem Behindertenparkplatz standen oder im absoluten Halteverbot (Feuerwehranfahrtszone). Wenn ich halte und aussteige, starten mittlerweile schon die Motoren bei manchen, aber nur bei manchen. Das macht mich müde.

Schulschluss.

Heute früher gegangen, es ist Mittwoch. Pakete weggebracht. Kollege aus Schulleitung schreibt, ich möchte in seinem Büro vorbeikommen, bevor ich heimgehe.

Meine Antwort:

Ja, ich höre Sie lachen: Leberkäs mit Senf, aber Cola light. Sicherlich: Man muss ein wenig auf sich Acht geben.

Meine aktuellen Gegenmittel:

  • Fahrradfahren (morgen!)
  • Manche Dinge gleich machen (dann belasten sie mich nicht)
  • Ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr in das Dienstmail-Postfach reinschauen (Ich verrate Ihnen ich, welche Uhrzeit, möchte da gern flexibel bleiben)
  • Ab und an sogar das Handy in den Schlafmodus versetzen
  • Zeit nehmen, ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen, am Nachmittag und Sachen machen, die ich mir lange vorgenommen habe (heute: Das Hochbeet stabilisieren, das an einer Seite aufbricht, das wir aber erst im kommenden Jahr abreißen und neu anlegen wollen)
  • Früher ins Bett gehen ( lange Zeit war Mitternacht die Grenze, jetzt ist es 23 Uhr, was ich gut schaffe, eigentlich sollte es 22.30 Uhr sein)
  • Und manchmal einfach auch nichts machen, ohne schlechtes Gewissen.
Insta-Botschaften ernst nehmen.

#wasmachteigentlichderchef 29.9.

Auto, weil ich bis abends in der Schule sein werde / musste / bin. Und dann doch eher schnell daheim sein will. Morgen könnte ein Fahrradtag werden.


Erledigte Aufgaben:

  • Zwei Stunden Unterricht in der 10. Klasse
  • Postausgang, Emails abrufen, beantworten
  • Gespräch über Einleitung eines Disziplinarverfahrens
  • Telefonat Schulaufsicht, zwei Mal
  • Nachricht bekommen, dass eine geschätzte Kollegin knapp in meinem Alter an einer anderen Schule, wo ich sie im letzten Jahr besucht habe, verstorben ist
  • Starren auf die drei Notizen nach dem Telefonat: Frau ________, gestorben, Beerdigung?
  • Mittagsgespräch Ganztag
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Gespräch Hausmeister
  • Elternbeiratsgespräch wegen Elternbeiratswahl

Coache einen Kollegen, der aktuell in der Situation ist, in der ich vor 2,5 Jahren war: eine Schule ohne Chef zu leiten. Coachen ist großzügig gemeint. Ich beantworte Fragen. Dadurch merke ich, dass ich über meine Situation auch noch mal neu nachdenken kann.

Heute schreibt er: „Ich wünsche mir nur ein wenig mehr Schlaf.“ Ich zögere und schreibe dann schon: „Das wünsche ich mir seit 2,5 Jahren.“ Ich glaube, das wollte er nicht hören.

Müdigkeit bleibt immer ein großes Problem, weil es meiner Arbeit abträglich ist. Ich halte so drei Tage die Woche durch mit dem Schlafdefizit (was sich auch am Wochenende nicht abbaut), dann baue ich ab.

Schlimmer jedoch ist die innere Müdigkeit in manchen Phasen.

Körperliche Müdigkeit führt dazu, dass ich in manche Gespräche nur verzögert einsteigen kann. Ich muss dann immer die Gedanken sammeln, mir klar machen, worum es geht, um dann mein Anliegen einzubringen. Muss mich zusammenreißen im klassischen Sinn.

Daher bereite ich seit diesem Schuljahr Gespräche immer vor, schriftlich. Das hilft.

Innere Müdigkeit macht mich stumpf.

An so einem Tag wie heute, da kommen Nachrichten und Infos, die sich in mir mehr und mehr ablagern wie Schlacke.

Und dann steht jemand vor meiner offenen Bürotür, fragt ob ich Zeit habe, und irgendwas von mir schafft ein Lächeln und eine einladende Handbewegung. Aber viel ist von mir nicht mehr übrig.

Gegen die Schlacke habe ich aber noch kein Gegenmittel.

#wasmachteigentlichderchef 28.09.

Auto. Weil ich morgens Bücher abholen wollte, die man uns zur Verfügung gestellt hat. Umstellung auf denen Lehrplan heißt auch immer, in einem Jahrgang keine Bücher mehr kaufen, weil es sich nicht lohnt. Und heißt bei Schulen nachfragen, wo die Schülerzahlen stabil sind und nicht so steigen wie bei uns. Und heißt den Kofferraum voll haben.


Erledigte Aufgaben

  • Bücher abholen an ehemaliger Schule
  • Post durchschauen, Postausgang
  • Gespräch mit Vertreterin von NEST
  • Gespräche mit Kollegen
  • Unterricht zwei Stunden
  • Bewerbergespräch mit Teamlehrkraft
  • Gespräch mit Sozialpädagogen
  • Gespräch mit Referendarin über Unterrichtsbesuch
  • Gespräch mit Verbindungslehrerin

Es sind weiter Personaldinge offen bei uns. Das zieht sich etwas und nervt. Es beginnt die Erkältungssaison. Coole Zeiten dafür. Es wird überlegt, wann es uns erwischt.

Ich habe seit Beginn meiner Schulleiterzeit kein normales Schuljahr erlebt, nicht mal ein halbes Jahr lief normal.

Mimimimi.

#wasmachteigentlichderchef 23.9. Mittwoch

Auto. Weil Regen angekündigt und ich mittags schnell heim muss. Keine Fotos vom Fahrrad.

Aber.

Eine Bekannte von mir, Krankenschwester, meldete sich gestern Abend bevor ich ins Bett wollte. Wir tauschten uns kurz aus und dann erwähnte sie, dass jetzt ihre Nachtschicht anfängt. Ich fragte, ob sie mir ein Bild schickt, in Blickrichtung, grad jetzt.

Am nächsten Morgen, als ich am Schreibtisch in der Schule saß, schickte ich ihr zwei zurück. Und sie ging ins Bett.


Erledigte Aufgaben:

  • Unterrichtsbesuch Referendarin
  • Absprachen Chemiefachbetreuerin
  • Begründung aufgesetzt für die Unterrichtskürzung in einem Fach an der Schule
  • (grad nachgezählt:) 27 dienstliche Emails geschrieben und verschickt bis Mittag
  • Blutdruck messen lassen: 134 zu 90, perfekt (dafür eine Flasche Spezi bekommen, erzähle ich bei Gelegenheit)
  • Zeugnis für Nachprüflingin ausgedruckt und gesiegelt
  • Postausgang
  • wenige meiner Telefonanrufe wurden heute entgegengenommen, andere Behörden, andere Zeiten offenbar (Email geschrieben an eine Behörde mit einer bösen Bemerkung diesbezüglich)
  • paar Gespräche

Mittags gegangen, weil ja mein „freier“ Nachmittag. Nachhause gefahren, zu einer Uhrzeit angekommen, die meine Frau auch erstaunt hat, obwohl ich es angekündigt hatte. Sie war nachmittags beschäftigt, ich allein daheim. War ein komisches Gefühl. Komisch, aber gut. Sehr gut.

Um 14 Uhr dann Videokonferenz mit Dillingen. Es steht eine Mitarbeit im Rahmen der Führungskräftefortbildung und -gewinnung an. Bin der neue, hatte nicht viel zu sagen.

Morgen die nächste Videokonferenz. Muss jetzt für jede dieser Termine eine eigene Software installieren.

#wasmachteigentlichderchef 22.9. Dienstag

Fahrrad. Heute nervig gewesen. komische Verkehrsverhältnisse. Außerdem dadurch noch später heimgekommen als geplant.

Aus dem Haus gekommen
Bundesstraße runter
Abbiegen in den Wald
Durch den Wald
An der Stadtmauer entlang
Sonnenaufgang über dem enorm großen Gebrauchtwagenhandel


Erledigte Aufgaben

  • zwei Stunden Unterricht Sozialkunde 10. Klasse
  • mehrere kleine Gespräche in der 3. Stunde: Ganztag, Sozialpädagoge
  • großes Gespräch in der 4. Stunde
  • Büroarbeit
  • Telefonat mit Schulaufsicht wegen Neuanforderung Personal und Kürzung des Unterrichts
  • Langes Gespräch in der 7. Stunde, hilfreich, neue und alte Perspektiven, vertrauensvoll
  • noch mal langes Gespräch in der 8. Stunde
  • und zum Abschluss mit Sekretärin über Serien auf Netflix und Prime gefachsimpelt, den alten und eventuell neuen James Bond (Ich bleibe für Iris Elba)

Morgen und übermorgen je eine Videokonferenz. Diese will ich von zuhause aus erledigen, daher verkürzte Zeit vor Ort an der Schule.

Themen: Erstkontakt zu einer Fortbildungsgruppe, die sich um die Einsteiger in die Schulleitungslaufbahn kümmert. Es geht um E-Learning. Am Donnerstag dann eine FB/Dienstgespräch zur ASV in Bayern und der sogenannten US.

#wasmachteigentlichderchef – 21. September Montag

Fahrrad

Losfahren in der Dämmerung und das Dorf verlassen
Und am Ende im Hellen meine Schule erreichen.

Erledigte Aufgaben

  • Papierkram, Postausgang
  • Gespräch Sozialpädagoge
  • Schulhomepageartikel über aktuelle Lage angefangen, dann gelassen – muss auch so gehen
  • Langes Gespräch intern über aktuellen Stundenplan, die Grenzen der Machbarkeit und die Zukunft
  • Gebundener Ganztag aus Stundenplanersicht besprochen
  • Zwei Stunden Geschichte in der 7. Klasse iPad
  • Förderunterrichte der coronabedingten Probe-Versetzungen und Probezeiten bestimmt, Schüler zugeordnet
  • Telefonat KM über Stunden und Personal

Die Sache mit dem Blutdruck und den Fotos auf Insta. ich glaube, ich habe die Geschichte schon mal erzählt.

Das war ja so. Vor einigen Jahren hatte ich immer an dem Nachmittag Dienst, an dem das Schulsanitäterteam der Kleinen übte. Die Dame, die dies betreute, kam dann immer rüber und fragte, ob ich das Opfer sein kann zum Üben der Blutdruckmessung. Ich tat es gern. Die Kollegin freute es, denn es war immer viel zu messen.

Irgendwann gab sie mir den Rat, dass ich mal besser zum Arzt gehen sollte. Das tat ich dann auch. Als dieser dann einen Wert von 180 zu irgendwas ablas, im Ruhezustand natürlich, wurden wir beide etwas unruhig. Dann kamen Tabletten und so. Nunja. Untersuchungen. Schlaflabor. Ein paar Unterhaltungen mit einer Diplompsychologin (Zitat: Wenn Sie so weitermachen, gebe ich Ihnen höchstens zwei Jahre.)

Meine Kollegin war später etwas unglücklich. Wenn ich danach zum Messen kam, hatte ich nämlich stabile 130 zu 90. Jedes Mal. Die Kinder dachten schon, das Gerät sei kaputt.

Zum Bild oben: Die Aktivitäten der Schulsanitäter sind aktuell eingestellt. Lea und Sophie haben gesagt, ihnen sei langweilig. Also habe ich sie eingeladen, die Messungen fortzusetzen, die sie vor den Sommerferien schon angefangen haben. Natürlich unter Corona-Bedingungen, ohne Anfassen und mit Abstand und Maske.

Wollen Sie also wissen, wie es um mich steht, Montagmorgen, zwei Stunden, nachdem ich mein Büro betreten habe, vier Stunden nach Tabletteneinnahme?

Ich glaube das Gerät war kaputt…jedenfalls war der Wert in der zweiten Pause wieder im Normbereich.

Was ich sagen will mit dieser höchst dramatischen Geschichte? Passen Sie auf sich auf, wenn Sie in die Schulleitung gehen wollen. Ganz einfach. Ich tue es auch – und bin schon ein Jahr über die düstere Prognose hinaus.

Tagesende SL 2020-09-18 Freitag #wasmachteigentlichderchef

Auto heute, weil ich nach der Schule gleich einkaufen fahren will.

Erledigte Aufgaben

  • Elterngespräch, gleich um 8, lang. es mussten Entscheidungen her
  • Nachgespräch mit dem Sozialpädagogen
  • Postausgang weiter erledigt
  • Förderverein Zugang zur Schulhomepage eingerichtet
  • zwei Stunden Sozialkunde in der zehnten Klasse
  • mit den SchülerInnen zusammen ab 10 Uhr die Pressekonferenz des Kultusministeriums verfolgt (Wie geht es am Montag weiter?)
  • Schulleitungsbesprechung bis 14 Uhr: Konzept „Umgang mit Klassen im Fall eines positiven Tests“ überlegt, Termine der nächsten Zeit, Aufsichtsproblematik der Mittagspause, neuer Stundenplan ab kommender Woche (erst der zweite)

SchülerInnen in der Pressekonferenz
Der Herr Piazolo

Heute ist eigentlich Samstag. Ich treffe einen Bekannten, pensionierter Polizist (ehemaliger Staatsschützer), berichte ihm, dass ich in dieser Woche zwei Mal mit dem Anwalt bedroht wurde.

Er lacht: „Wer als Schulleiter noch nie mit einem Anwalt bedroht wurde, macht was falsch.“


Gestern überlegte ich noch, diese Reihe hier einzustellen. Aber jemand erzählte mir dieser Tage, dass an seiner Schule wieder vermehrt die Frage aufkam: „Was macht (im Sinne von „arbeitet“) eigentlich der Chef?“ Und dieser jemand konnte von dem erzählen, was ich berichte. Ich kreiere also hiermit den hashtag #wasmachteigentlichderchef