30 Tage #20 #2022-07-24

Morgens bis 7:24 Uhr geschafft. Die Mitschläferin hatte schon früher Balkontür und Fenster im Wohnzimmer geöffnet, als sie kurz unterwegs war. Trotzdem dauerte es, bis die Wohnung einigermaßen gelüftet war. Dann den richtigen Zeitpunkt verpasst und es war schon wieder zu warm.

Gostenhof war sehr ruhig, wie immer am Sonntagmorgen. Ein Gegenstück zum Samstagabend und der Nacht, wenn die aufgemotzten Autos durch die Straße jagen, Menschen in den DATEV-Gärten viel zu laut reden oder an den Ecken stehen und diskutieren. Blaulicht diesmal weniger im Viertel.

Es war ruhig.

Frühstück daheim mit allem drum und dran. Aber schon da entwickelte sich eine Verstimmtheit zwischen uns, die ich mir bis nachmittags nicht erklären konnte. Und die gegenüber auch nicht. Am Abend, als das Land schon wieder zuhause war, festgestellt, dass wir für solche Situationen noch keine Sprache gefunden haben, noch keine Worte und kein Umgang miteinander.

Abends das vorletzte Glas sugo di carne geöffnet und mit Penne und Parmesan verspeist. Eis am Stiel. Drei Radler, die letzten der Kiste.

Aufgrund der ungeklärten Situation sehr viel Stille an dem Tag. Nachmittags, als sie heimgefahren war, über den Balkon hergemacht. Als ich einzog, gab es die Balkontür, aber keinen Balkon, der erst im Oktober kam. Dann war es zu ungemütlich dort zu sitzen. Bis Mai dachte ich schon wieder umgezogen zu sein, aber manchmal funktioniert das Leben eben nicht einfach so. Dann kam der Sommer. Dann wurde es zu warm. Und naja.

Jedenfalls hatte ich gestern mal genug vom Warten und habe den Balkon aufgeräumt, vom Laub befreit, gefegt, einen Hocker hingestellt, damit ich mein Radler nicht immer halten muss beim Lesen. Einen Einkaufszettel für Obi gemacht, um meine Kräuterdreifaltigkeit wieder griffbereit zu haben (Salbei, Thymian, Rosmarin). Außerdem müssen Pflanzen umgetopft werden. Und aus lauter Trotz dann rausgesetzt, Radler getrunken und gelesen. Und es war dennoch zu warm.

Wäsche gemacht, ein bisschen den Besitz sortiert und nicht immer für aufhebenswert erachtet. Abgelaufene Lebensmittel mit Bart aus dem Kühlschrank entfernt.

Ich habe erst in letzter Zeit mein Einkaufen auf meine An- und Abwesenheit in der Wohnung eingestellt, aber so ganz noch nicht. Meine Challenge, mich aus dem Vorrat zu ernähren, klappt gut, die Tiefkühle ist sehr entspannt geworden, die Speis‘ im Regal auch.

Richtig kochen wäre mal wieder was. Dazu hatte ich mir ein Buch neu bestellt, welches ich beim Umzug jemand anderem überlassen habe: „Jerusalem“ von Ottolenghi. Dazu im Antiquariat besorgt ein Tim Mälzer Kochbuch („Meine Küche“). Beides abends grob studiert, Lust bekommen, auf Kochen.

Abends beim Fensteröffnen kam die Freundin aus der Nachbarschaft mit Partner und Hund zufällig vorbei. Also noch ein wenig aus dem Fenster geschnackt.

Keine Fotos, da daheim geblieben. Vielleicht ist ein Screenshot aus Instagram erlaubt.

30 Tage #19 #2022-07-23

Samstag: Pünktlich vor 6 wachgeworden, nicht allein gewesen, daher liegengeblieben, aber nicht schlafen können. Ins Nachbarzimmer gegangen, Fenster geöffnet überall, zum Lesen auf das Sofa gelegt bis das Land wach wurde.

Frühstücken gegangen, es regnete, dann wieder nicht, dann wieder stärker. Im Balazzo war zu Beginn nicht viel los, das Frühstück dauert bis es am Tisch war, aber es war gut. Gegen Mittag wurde es voller, lauter und wir flohen in die Schwüle nach draußen. Ein Spaziergang nach und durch Johannis, Besuch des dortigen Friedhofs bis zum Grab von Albrecht Dürer und mehr.

Dann in einem großen Bogen wieder heim in die einigermaßen kühle Wohnung. Die erst verlassen, als es wieder wirklich kühler war und beim Libanesen um die Ecke zu Abend gegessen (Schawarma und Kubbeh).

Danach wieder mal Gönnung im Eis im Glück in der Fürther Straße.

Es war zu warm für alles, auch wegen des Spazierengehens in praller Sonne, im Regen und Inder Schwüle. Noch ein Film und dann ins Bett. Nicht allein eingeschlafen.

Ein Tag mit Essen, Gehen und Liegen

30 Tage #18 #2022-07-22

Morgens auf dem Land wachgeworden – nicht allein. Schon sehr warm wieder. Rechtzeitig losgekommen und nicht allzu spät in der Schule gewesen. In der Stadt recht schwül. Auf der Autofahrt 40 Minuten keine Musik, über die Rede nachgedacht.

Vormittag in der Schule recht viel los, abends sollte die Abschlussfeier stattfinden, also eher ein bisschen durcheinander. Finalisierung der Unterlagen für die dritte Stelle der Erweiterten Schulleitung, Begründung der Auswahl schreiben, zum MB fahren und das Ganze abgeben. Danach wenig geschafft. Alltägliches.

Mittags heimgefahren, hingelegt und kurz geschlafen , dann noch mal an der Rede gedreht. Wieder zur Schule, gegen Jackett und Schlips entscheiden, aber keine kurzen Hosen. Abschlussfeier. Die erste seit Jahren und hoffentlich kein Spreader. Rede gehalten, nicht so gut dabei gefühlt. Nach Abschluss noch durch die Aula, mit diesem oder jenem geredet, mit anderen nicht. Heimgefahren.

Zuhause aufgeräumt und gesaugt. Das Land wollte abends noch kommen. Und es kam. Viel geredet, Eis gegessen, zusammen eingeschlafen.

Die begehrten Zeugnisse noch in meinem Büro
Ein Foto während ich das Smartphone wegstecke.

30 Tage #17 #2022-07-21

Morgens um 5 wachgeworden, angefangen im Bett die Rede zu durchdenken, halb sechs aufgestanden und in der Küche mit dem neuen Gedanken aufgeschrieben. War am Ende zufrieden, die neue Idee trägt besser. In einem Rutsch aufgeschrieben.

Mit dem Auto, weil ich später noch aufs Land fahre. Übelst schwül heute, es regnet morgens, was mich so fasziniert, dass ich sehr spät von daheim wegkomme.

Schule: Eröffnung einer Beurteilung, Rücksprache KM wegen Unterrichtsplanung, Erweiterte Schulleitung (Hat sich durch meine Krankheit verzögert), Versorgung mit Stunden, Generalprobe der Abschlussfeier besucht, bisschen geredet zu den SchülerInnen, Besprechung einer Stundenaufstockung, Besprechung wegen Elternbrief, Schrieben Elternbrief, Schreiben Kollegenbriefing, Versenden von beiden, später dann Korrektur beider Schreiben versendet, viele kleine Gespräche wegen Notenkonferenz am Montag und den Spezialfällen (Corona ist nicht vorbei und sorgt für Probleme), Besprechung Aushilfsstellen.

Nachmittags aufs Land gefahren, Mittagessen von der Tankstelle, auf der Fahrt gegessen (Mieseste aller Angewohnheiten). Aber es ist schön aufs Land zu fahren. In den 40 Minuten kann ich herunterfahren, auch wenn ich mich tapfer neben den LKWs und vor dem BMW SUV halte. Und es klingt mondäner als es in Realität ist, aber auf dem Land wurde im Pool ein kleines Bier getrunken und danach erst ein Salat (Kisir) zubereitet. Ansonsten ein entspannter Abend, auch weil die Temperaturen sehr viel entspannter waren als in der Stadt. Nicht allein eingeschlafen.

Keine Zeit für und Lust auf Fotos gehabt heute. Aber mir hat jemand Fotos gezeigt von brennenden Feldern auf dem Land.

30 Tage #16 #2022-07-20

Allein aufgewacht. Mit dem Rad zur Schule und morgens schon so warm, dass ich ächzte.

In der Schule weiterhin mit Anstellungen beschäftigt, Unterlagen sortiert, mehr als zwei Stunden Juror im Vorlesewettbewerb der 6. Klassen gewesen, eine Beurteilung erstellt und besprochen, verschiedene Gespräche (Nur kurz, Herr Kuban), meine Abschlussprüfungsunterlagen endlich fertig gemacht, …

Ich kann mich grad nicht an alles erinnern. Weiß nur, dass es im Übermaß wieder war zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her zu springen. Overload.

Abends noch Durchsicht der aktuell potentiell schwierigen Beratungsfälle am Ende des Schuljahres.

Meine Abschlussrede gerät ins Stocken. So spät war ich noch nie dran. Meine Idee von vorgestern trägt nicht richtig.

Durch das Tracken der Arbeitszeit merke ich vor allem, dass einfach Aufgaben oft mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich denke und andersrum Aufgaben, vor denen ich mich drücke, oft schnell erledigt sind.

Wie Arne im Kommentar schrieb: Ich will auch feststellen, wie das Verhältnis von realer zu gefühlter Arbeitsbelastung ist. Überhaupt das Verhältnis von „Gefühl“ und Arbeit interessiert mich grad, weil ich einen Umschwung registriere, was das angeht. In meiner Anfangszeit bin ich auch oft um 5 wachgeworden und wurde sofort überwältigt von allen Aufgaben, die offen war, die anstanden oder die ich seit Wochen vernachlässigte. Jetzt wache ich auf, registriere diese Aufgaben auch, kann aber mich gedanklich auf die zwei bis drei fokussieren, die ich an dem Tag wirklich machen will. Und vor allem: Kann dann auch wieder einschlafen. Ich habe das nicht geübt, es ist einfach mit der Zeit gekommen, diese Gelassenheit.

Morgens üppig gefrühstückt, weil der Vormittag belegt war. Mittags nichts, abends Industrie-Food vom Discounter. Zwei Radler.

Wäsche gewaschen. Abends noch gelesen. Im Kursbuch 209: Ausnahmezustand Normalität (Danke Jürgen für diese Anregung aus deinem Blog). Eine neue Idee für die Rede entwickelt. Im Bett weiter gelesen an „Blue Highways“ (William Least Heat-Moon), tue ich seit zwei Jahren. (Danke Arne dafür)

Allein eingeschlafen.

Foto des Tages

Auf dem Gemüsefeld hinter dem Westpark geht mittig eine Sonnenblume auf.