Früh am Mittwoch

Nachts mindestens ein Mal wieder Notarzt- oder Polizeieinsatz im Viertel mit Licht und Lärm. Kalt in der Wohnung, weil noch niemand da war, um sich die Gastherme anzuschauen, die nicht so richtig will.

Wach seit 4:30 Uhr. Gedöst, Gedankengewirr erdrückt, Licht angemacht und Feedreader durchgegangen.

Interessante Art zu Bloggen gefunden via Buddenbohm.

Weiterhin keine nennenswerten eigenen Ideen zur Blogparade von Bob Blume. Überflogen: Herrn Rau und Herrn Klinge. Sehr beeindruckt aber vom Posting von der Freundin vom Herrn Hauptschulblues.

Ich hoffe es regnet draußen nicht, das Fahrrad steht nämlich schon bereit. Und meine Vorfreude auch.

Mal über meinen Schatten gesprungen (wahrscheinlich zu müde grad) und einen Krommer-Text überflogen: gute Gedanken zum Thema Kompetenz in der Schule, wünschte es gäbe zu solchen Texten ein Summary und weniger Brimborium – also alles wie immer.

Meine zwei Aufgaben für heute fokussiert: Unterrichtsbesuche und ein runder Tisch mit AnwohnerInnen am Nachmittag. Das muss reichen.

Wecker müsste gleich klingeln.

Schreibe hier mit dem Handy, weil ich meine Schultasche mit Geräten nach einem Abendtermin in der Schule gelassen habe. Geht auch.

Ort des Bloggens heute (nach dem Bett)

20221025Di

Apropos Arbeiten – Helfer, die mich immer auf die Spur bringen.

ACHTUNG: In diesem Posting werden Sie mir Fäkalsprache konfrontiert. Ich finde, das sollten Sie wissen.

Noteplan 3

Voraus: eine Einführung gebe ich nicht, dazu benutze ich Apps zu wenig analytisch.

An Noteplan bin ich seit drei oder vier Monaten hängengeblieben. Ich habe es in der App-Auswahl von setapp.com gefunden, nachdem ich es vor zwei Jahren schon mal in einer Testversion ausprobiert hatte. Damals habe ich mich schwer getan, diesmal aber mehr drauf eingelassen.

Die Besonderheit ist, dass sich in Noteplan 3 Notizbuch, TODO und Kalender zusammenkommen. Ich kann für mich also Gesprächsnotizen, Erinnerungen, Kurznotizen, Protokolle und Termine in einem Zug verarbeiten. Und es geht das meiste über die Tastatur, so dass es eine App ist, die nicht überladen ist und die den (meinen) Fokus über einen längeren Zeitraum halten kann.

Also Beschreibung meines Workflows:

  • In der Mitte notiere ich mir Aufgaben für den Tag, den ich plane
  • Wenn eine Aufgabe drin vorkommt, die ich irgendwann, erledigen sollte, notiere ich am Ende ein Datum in Form von >2022-10-28 und so wird diese Aufgabe automatisch für den Tag als zu erledigende Aufgabe eingetragen
  • Andere Methode: Ich notiere am Ende >today, dann wird es so lange in meiner Tagesplanung in der Mitte aufgeführt, bis ich die Aufgabe beendet habe
  • In der Mitte notiere ich mir das, was tagsüber so reinkommt

  • Wenn ich rechts im Kalender auf einen Termin mit dem Finger dauerhaft gehe, öffnet sich ein Menü, in dem ich, auch automatisiert mit Template und Ablage, eine Notiz öffnen kann, in die ich zusammenhängende Notizen aufschreiben kann, nach Beenden wird diese automatisch in ein passendes Verzeichnis links einsortiert
    • Beispiel: Es steht im Kalender Unterricht in der 7. Klasse an, Klick, Öffne Notiz Idee D07 und es öffnet sich eine Notiz mit der Vorstrukturierung einer Stundenplanung, wie ich sie nutze (via eines Templates, das ich einfach und schnell selbst erstellen kann)
    • Dasselbe für Sitzungen innerhalb der Schulleitung, Gespräche, geplante Unterrichtsbesuche

Das sind bisher die Funktionen, die ich nutze.

Vorteil: Das Ganze existiert auf MacOS und iOS ebenfalls.

Review: Links oben befinden sich Filter, um den Überblick zu behalten. Alle Aufgaben gehe ich regelmäßig durch, um zu sehen, was schon gelaufen ist oder was Beachtung braucht. Überfällig muss ich nicht kommentieren.

Unterm Strich, so denke ich, kombiniert diese Art der App GTD mit BuJo auf eine sinnvolle und ganz natürliche Art und Weise.

Was ich noch lernen oder vertiefen muss:

  • Verlinkungen von Notizen
  • Aufgaben so zu kennzeichnen/formulieren, dass sie auch ohne Zusammenhang der Notiz, in der Sie entstanden ist, verständlich ist
  • systematisches Taggen

iPad Pro

Ob Pro oder nicht, ich arbeite in den letzten Wochen und Monaten immer häufiger und ausschließlicher mit dem iPad, auch daheim, wo das MacBook schläft. Der Vorteil liegt mir auf der Hand: Die Ablenkung ist wahnsinnig viel geringer auf einem iPad, auf dem die App den gesamten Bildschirm füllt.

In der Vergangenheit war mir das Datei-Handling auf dem iPad oft zu umständlich, aber auch das hat sich zunehmend verbessert und ist mittlerweile nahezu reibungslos. Drei wesentliche Cloud-Anbindungen dabei: iCloud, OneDrive und Nextcloud. Alle drei laufen flüssig (OneDrive nicht immer). Der Anschluss von USB-Drives ist möglich und war meines Erachtens ein wesentlicher Schritt der Fortentwicklung der iPads. Brauche ich aber nicht so oft.

Ich nutze am iPad überwiegend eine Logitech Smartfolio Tastatur, die das Ganze ziemlich schwer macht, aber ausreichend Schutz bietet und immer noch handlich bleibt.

Der Stift kommt in Unterrichtsbesuchen oder beim Ausfüllen von Arbeitsblättern, Annotieren von Bildern oder Dokumenten zum Einsatz.

Ulysses

Ulysses habe ich schon einmal erwähnt, es ist ein (vermeintlich) einfache Notizenapp, die wiederum auf der Basis von Markdown funktioniert. Der Unterschied zum anderen, z.B. Bear ist der Umstand, dass man mit Ulysses direkt Postings im Blog veröffentlichen kann – natürlich im Fall von WordPress kann man noch mal drüber schauen, bevor es rausgeht.

Wieder der Vorteil für mich: Es geht in der App nur ums Schreiben und das mit einfachen Formatierungsmöglichkeiten. Wenig bis keine Ablenkung.

Bear

Mit Bear habe ich schon vor zwei Jahren mal gearbeitet. Eigentlich etwas ziemlich Ähnliches wie Ulysses. Dennoch habe ich es mir wieder installiert. Die Idee soll sein, dass ich mit getrennten Apps auch getrennte Arbeitsbereiche habe. Bear baue ich nun zu meinem Schulleiter-Notizbuch um, in dem ich Briefings für die KollegInnen, Elternbriefe und sonstige Texte aufsetze. Bear arbeitet nicht direkt mit Markdown, aber mit einer ähnlichen Syntax, die Polar genannt wird.

Markdown

Ich habe bisher Markdown nicht wirklich nachhaltig gelernt. Die Grundlagen für Formatierungen kenne ich, aber eine Vertiefung tut Not. Um mich zu wiederholen: Das Schreiben ohne die Maus benutzen zu müssen, hilft enorm. Plus das Schreiben am iPad, wo ich nur den Finger ausstrecken muss, um die notwendigen Befehle zu erreichen.

GTD, Scheißaufgaben und Scham

Ich versuche seit Jahren GTD „zu lernen“, aber komme nicht so richtig vom Fleck. BuJo auf Papier machte vielleicht Spaß beim Erfassen von Notizen, aber den Überblick über die Notizen zu behalten ist eine Arbeit, die mir nie gelang.

In Noteplan habe ich nun automatisch mit Einbindung in meinen eigenen Workflow (wenn man das so nennen möchte) einige Aspekte aufgenommen: Sammeln, Review, Arbeit mit dem Kalender. Hinzu kommt die Möglichkeit des flüssigen Schreibens wie im BuJo und der unmittelbaren Kennzeichnungen von Aufgaben und Erstellen von Notizen im Sinne der Bujo-Sammlungen.

Und zwei solcher Sammlungen in meinem Noteplan sind von ziemlicher Bedeutung:

  1. Die Liste mit Scheißaufgaben
    Scheißaufgaben haben sich bei mir im Coaching vor drei Jahren herausgebildet. Es gibt regelmäßige Aufgaben, vor denen ich körperliche Widerstände entwickelt habe. Sie können stellenweise in Minuten erledigt sein, aber mein nicht unwesentlich umfangreicher Körper wehrt sich dagegen massiv. In meinen handschriftlichen Notizen waren diese früher immer mit #scheiße und in Farbe markiert. Ich versuche jeden Tag oder an einem bestimmten Tag der Woche, eine Aufgabe von dieser Liste zu erledigen.
  2. Die Giftliste
    Die Giftliste enthält Aufgaben, die schon längst erledigt sein müssten, die aber z.B. sehr lang auf den Listen der Scheißaufgaben verweilten und sich nicht von allein gelöst haben. Es sind Aufgaben, für deren bisherige Nichterfüllung ich mich schäme. Und Scham hilft auch nicht unbedingt weiter, Aufgaben zu erledigen.
    Aber auch diese Aufgaben muss ich irgendwann anfangen. Und es ist schon mal ganz gut, dass ich weiß, dass diese Liste existiert. Aber die Inhalte darauf sind manchmal der Grund dafür, dass ich sehr früh morgens aufwache und nicht mehr einschlafen kann. Leider zu selten erledigen sich einzelne Scheiß-Aufgaben von selbst.

Nachtrag

Nachdem ich das aufgeschrieben habe, bemerkte ich neue Updates für alle meine Apple-Geräte. Nachdem das iPad das neue iPadOS 16.1 bekommen hat, las ich die Neuerungen und es gibt nun eine neue Multitasking-Einstellung über den sogenannten Stage-Manager. Also hat man jetzt die Möglichkeit geschaffen das abzuschalten, was ich oben gelobt habe: Monotasking. Mal sehen, ob ich das aktiviert lasse.

Wie ich es mal nicht zum Twitterlehrerzimmertreffen nach Kassel schaffte

Also die Kurzfassung, möglichst wenig dramatisch. Ich hatte es mir eigentlich schön vorgestellt: Mit dem aufgeladenen E-Bike von Nürnberg aus am Mittwoch (25.05.)aufbrechen und nach Bamberg radeln. Donnerstag dann von Bamberg nach Schmalkalden, um von da dann am Freitag nach Kassel zu kommen. Freitagabend, so die Vorstellung, mit sonnenverbranntem Gesicht und lächelnd nach Kassel hinein bergab rollend.

Nunja, gerollt bin ich am Freitagabend, auf einer Liege in den OP. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon 8 positive Coronatage hinter mir (mild bestimmt, aber eben auch deutlich stärker als jede Erkältung, die ich bisher von mir kannte) und den ersten negativen Test, aber auch mit schon wieder 2,5 Tage lang unerklärbaren Beschwerden, die auch vom Bereitschaftsarzt in Nürnberg nicht richtig gedeutet wurden. Als ich auf der Liege dann so reingeholt wurde, hatte man mittlerweile festgestellt, dass mein Blinddarm das Problem war. Die OP war ein Klacks, auch wenn alle Beteiligten hinterher meinten, mir sagen zu müssen, dass sie „so etwas“ wie in meinem Bauch auch noch nie gesehen haben.

Egal. Ich wachte auf und fühlte mich zum ersten Mal seit 14 Tagen gut, beschwerdefrei und zuversichtlich. Und dies blieb auch nach Abklingen der Medikamentenwirkung.

Hab lang überlegt, ob ich das schreibe, aber es ist auch nur eine umständlich lange Einleitung für andere Gedanken.

Vor allem habe ich mich nämlich wieder mal vor mir selbst erschreckt: Als ich in der Notaufnahme saß, völlig dehydriert, weil ich zwei Tage nichts bei mir behalten konnte, nach zwei Tagen mit Fieberschüben Schüttelfrost, Bauchkrämpfen, war einer meiner Gedanken: OK, gleich untersuchen die mich, dann geben Sie mir Antibiotika, päppeln mich bis Sonntag auf, dann kann ich noch zwei Tage ausruhen und am Mittwoch in die Schule gehen und die Terminaufgaben erledigen.

Ich wurde am Dienstag entlassen, nach ein paar zusätzlichen Untersuchungen. Den Gedanken, in dieser Woche in die Schule zu gehen, hatte ich schon nach der OP verworfen, als ich auch mental wieder zurechnungsfähig war.

Dennoch frage ich mich: Woher kommt dieses Kadaverding?

Jemand meinte neulich mir gegenüber, dass sei so ein Ding von Menschen „meiner Generation“.

Ich weiß es nicht, aber es nervt.

Der Vertreter der nächsthöheren vorgesetzten Dienstbehörde hat recht freundlich und bestimmt geschrieben, dass ich mich erholen soll nach diesen zurückliegenden drei Wochen.

Ich glaub, ich mach das jetzt mal.

Den Faden wiederfinden

Wie schon manches Mal hier im Schreiben habe ich seit ein paar Wochen den Faden verloren. Ich glaube das lag ein wenig an einem Gespräch mit einem klugen Menschen – und ich meine das „klug“ in einem anerkennenden Sinne. Klug in dem Sinne, dass ich mich nicht dumm fand in der Gegenwart dieses Menschen, nicht zu klein, um nicht Fragen zu stellen, zu oberflächlich, um diesen klugen Menschen nicht auch zum Stutzen zu bringen.

Und das kam so.

Ich fragte den Menschen nach der Arbeit, für die er seinen Doktor bekommen hat. Überraschend hörte ich, dass es eine philosophische Arbeit war über Henri Bergson, einen französischen Philosophen. Er erklärte mir die Grundgedanken. Er erwähnte Kierkegaard, den ich immer mal verstehen wollte. Ich versuchte mit Montaigne zögerlich zu entgegnen.

Der kluge Mensch liest meinen Blog, als Kollege eben. Und er offenbarte, dass ihm die – ich erinnere nicht mehr das Wort, das er verwendete – offene / offenherzige / freimütige Art meines Schreibens nichts sei für ihn selbst. Nicht dass er es nicht schätze, aber für ihn, nein.

Ich dachte kurz nach und äußerte dann, dass ich eigentlich für mich immer eine Trennung sähe – zwischen mir, der schreibt und dem, über den ich schreibe. Also die klassische Trennung zwischen Autor und Geschriebenem.

Das mag überraschend klingen und der kluge Mensch stutzte wirklich.

Aber sehen wir uns es doch mal an: Ich wähle zwischen allen den Ereignissen meiner Tage aus. Die Kriterien dafür mögen sein, dass es bezeichnend ist für meine Stimmung in der Minute, in der ich das Schreiben beginne. Oder es mag symptomhaft für meinen Berufsalltag sein. Oder es wird eine besondere Pointe erzeugt. Oder ich will etwas aus meinem Kopf bekommen, was mich stört – auf gute oder blöde Art und Weise.

In jedem Fall verkürze ich es, dass es in diesem Rahmen bestehen kann. In jedem Fall setze ich es aus Einzelstücken so zusammen, dass es passt. Ich montiere. Glätte. Dass es eine Logik erzeugen mag. Dass es einem roten Faden folgt. Ich versuche mich immer an etwas zu erinnern. Richtig zu erinnern.

In keinem Fall erzähle ich von mir.

Ich erzähle Geschichten.

Dass man mich kennen mag, ändert nichts daran.


Und dieses Gespräch hängt mir so nach, ebenso wie Montaigne. So lang bis ich es jetzt aufgeschrieben habe. Auch weil ich seit drei Tagen auf mich selbst zurückgeworfen bin.

#wasmachteigentlichderchef 2022-04-25

Den halben Vormittag schlechten Unterricht gemacht oder am Telefon gehangen. Die andere Hälfte Gespräche mit Hilfe eines russischstämmigen Kollegen geführt, um ukrainische Kinder an meiner Schule aufzunehmen.

Irgendwann fiel mir eins dieser Gespräche von vor den Ferien ein. Als ich fragen ließ, am Ende, ob es etwas gäbe, was er hier an der Schule fürchten würde.

Die übersetzte Antwort: „Ich fürchte nichts, ich habe das Schlimmste schon hinter mir.“