Früh am Mittwoch

Nachts mindestens ein Mal wieder Notarzt- oder Polizeieinsatz im Viertel mit Licht und Lärm. Kalt in der Wohnung, weil noch niemand da war, um sich die Gastherme anzuschauen, die nicht so richtig will.

Wach seit 4:30 Uhr. Gedöst, Gedankengewirr erdrückt, Licht angemacht und Feedreader durchgegangen.

Interessante Art zu Bloggen gefunden via Buddenbohm.

Weiterhin keine nennenswerten eigenen Ideen zur Blogparade von Bob Blume. Überflogen: Herrn Rau und Herrn Klinge. Sehr beeindruckt aber vom Posting von der Freundin vom Herrn Hauptschulblues.

Ich hoffe es regnet draußen nicht, das Fahrrad steht nämlich schon bereit. Und meine Vorfreude auch.

Mal über meinen Schatten gesprungen (wahrscheinlich zu müde grad) und einen Krommer-Text überflogen: gute Gedanken zum Thema Kompetenz in der Schule, wünschte es gäbe zu solchen Texten ein Summary und weniger Brimborium – also alles wie immer.

Meine zwei Aufgaben für heute fokussiert: Unterrichtsbesuche und ein runder Tisch mit AnwohnerInnen am Nachmittag. Das muss reichen.

Wecker müsste gleich klingeln.

Schreibe hier mit dem Handy, weil ich meine Schultasche mit Geräten nach einem Abendtermin in der Schule gelassen habe. Geht auch.

Ort des Bloggens heute (nach dem Bett)

wasmachteigentlichderchef 2022-03-27 (Roger Willemsen)

Nachdem ich Deutschlandreise von Roger Willemsen bestellt hatte, bemerkte ich, dass auf Spotify das Ding als Hörbuch liegt. Da ich in letzter Zeit mehr und länger unterwegs bin, habe ich nun gleich dies gehört. Und mit der Stimme des Autors wird diese besondere Form des Reiseberichts noch einmal eindrucksvoller. Habe manchmal gelacht im Auto, was ich als selbstbeherrschter Mensch auch außerhalb nur sehr überlegt mache*1

Ach, geiler Satz.

Jetzt fast drei Tage nicht in meiner Wohnung gewesen. Merke, dass ich bei allem ruhiger werde, wenn ich nicht meinen Schreibtisch sehe.

Zwei Sätze aus der letzten Zeit in dem Zusammenhang, die nachhallen:

„Manchmal möchte ich wissen, was in deinem Kopf vorgeht.“ *1

„Du lachst schon viel mehr.“ *1

Aber echt: Ich kann mich aus meiner Zeit in der Schulleitung (also seit 2009) nur an drei Ereignisse erinnern, wo ich mich nicht gut unter Kontrolle hatte. Zwei Mal habe ich mich geärgert, ein Mal angefangen zu weinen.

Ich neige offenbar dazu, Sachen in mich reinzuschaufeln und da dann zu lassen. Letzte Woche beim Coaching gefragt worden, wie immer, womit ich denn anfangen wolle. Schon auf dem Weg dorthin dachte ich mir, dass eigentlich nichts Aufregendes anliegt. Als ich dann anfing etwas zu erklären, kam ich von einem zum Anderen, holte weiter aus und noch weiter, um mich am Ende dann mit der Frage konfrontiert sehen: Wollen Sie nicht ein paar der Dinge loslassen?

Ich radelte erleichtert nach Hause.


Nächster Woche beginne ich die Golfsaison.


Westpark, morgens, wenn die Sonne tief steht, werfen auch Zwerge große Schatten.

Gostenhof, Nürnberg, Spaziergang

Es ist alles gut so wie es ist.

wasmachteigentlichderchef 2022-02-09

U-Bahn, morgens, Breze holen, eine Tasche voll für die KollegInnen, die ins Gespräch müssen. Nachmittags dann U-Bahn, essen gehen und auf dem Roller wieder heim.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch mit Referaten
  • Im Sekretariat gesessen, weil mein Büro besetzt war, beschäftigt getan, trotz Rückenschmerzen wegen des kleinen Stuhls

Schulbesuch

Wenn ich das alles mal wieder richtig verstanden habe, dann kann man sagen, dass der Schulbesuch eines Ministerialbeauftragten dem Unterrichtsbesuch gleichkommt, den der Chef (Ich) bei den KollegInnen mache. Oberflächlich mag man monieren, dass ja der Unterricht nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus der Tätigkeit ist, die eine LehrerIn ausübt. Aber auch aus meiner Perspektive kann man hier viel mehr sehen und erkennen, als nur, dass der Kollege seinen Unterricht gut plant, magische didaktische Experimente vollführt usw.

Also, was ich in einer Stunde sehen kann – Auswahl:

  • ob die Stunde einen roten Faden, also einen logischen Zusammenhang hat (Planung und Gesprächsführung)
  • welche Haltung die Lehrkraft grundsätzlich den SchülerInnen gegenüber hat
  • Wie sorgfältig er sein Material vorbereitet und präsentiert
  • Wie er mit Unruhe und Störungen umgeht (auch die gibt es manchmal, wenn ich drin bin)
  • wie er anleiten kann, den Starken und den Schwachen
  • Wie präsent er ist
  • Wie sehr ihm die SchülerInnen vertrauen
  • Wie gut SchülerInnen mit Methoden und Inhalten vertraut sind
  • Wie gut er sein Fachgebiet beherrscht (ist nicht gleichbedeutend mit „alles wissen“)
  • Wie gut er improvisiert, wenn die Stunde nicht oder nicht gut vorbereitet ist

Das alles geht über die Einzelstunde deutlich hinaus.

Dazu kommt, dass ich merke, wie die KollegIn außerhalb des Unterrichts über die Kinder spricht und über sich und seine Arbeit. Ich erkenne einiges daran, wie man mit mir über Probleme mit SchülerInnen spricht. (Es geht nicht darum, dass jemand NIEMALS Probleme hat und alles meistern kann) Manche KollegInnen haben mit den Augen gerollt, wenn sie zu mir kamen mit einer „rechtlichen“ Frage und ich sie zurückfragte, was sie denn pädagogisch entscheiden würden.

Und überhaupt umfasst die Beurteilung ja noch so Vieles mehr. Und ja, manches sieht man nicht so ohne Weiteres – da Missmanagements aktiv nachschauen: Elternarbeit, außerschulische Aktivitäten, Zusammenarbeit.

Umgemünzt denke ich, kann der MB abschätzen, wenn er mit den KollegInnen redet, wie ich als Chef ihnen gegenüber bin. Und er wird mich einschätzen können von den Malen, die ich mit ihm rede. Und ja, ich vertraue ihm da.

Was meinen Umgang mit dem Schriftverkehr angeht, werde ich mehr Arbeit und Orga und Sorgfalt reinstecken. Da komme nicht umhin und brauche nicht rumheulen.

Der Tag des Besuchs war lang und am Ende das Gespräch mit ihm unter vier Augen zu kurz. Eine Ergänzung wird es dieser Tage geben. Wie gesagt, ich sehe es überraschend gelassen. Gelassen, weil ich für mich weiß, dass da nichts ist, was ich nicht noch lernen kann.

Bilder des Tages

Ich war wieder essen. Gehen Sie doch auch mal zum Thai Food II. Ist einfach gut.

wasmachteigentlichderchef 2022-02-08

U-Bahn. U-Bahn zurück, dann zum Teil mit VAG-Rad, weil die U-Bahn ein Türenproblem hatte.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Unterricht
  • Beurteilung eröffnet
  • Briefing geschrieben
  • Absprachen zu Konferenzen
  • Teilzeitanträge sortiert
  • Ablage aufgeräumt
  • Schreibtisch aufgeräumt
  • Unterschriften
  • gestern verleugnetes Telefonat geführt
  • man bittet mich, nicht mehr dem Oberbürgermeister zu schreiben
  • Kaffeemaschineneinstellung gefunden, die mich nicht umbringt
  • Gespräch zum Erasmus-Programm

Morgens von der Sekretärin angesprochen worden: Ob ich das gesehen hätte, am Rande des Schulgeländes hätte ein Lastwagen Müll abgeladen, mitten da, wo die Schüler bald kommen würden. Und sie hätten dann mit dem Feuerlöscher dagestanden und gefilmt. Ob das wohl ein Kunstprojekt sei.

Als ich am Ort des Geschehen eintraf, fröhliche Arbeiter der Stadt. Man erklärte mir, dass sie mit dem Müllwagen unterwegs waren, als sie plötzlich Rauch bemerkten aus dem Wagen. Dann, so die Auskunft, sei die Order, eine Nebenstraße zu finden, den Müll abzukippen und zu löschen. Dies habe man schon getan. Es sei schon ein anderer Wagen beordert, der den Müll wieder aufklaube. Ob ich nicht ein paar Nachsitzer hätte, die helfen könnten. Ich bot ihnen 300 Nachsitzer an, mindestens. Sie alle hatten das, also einen kokelnden Müllwagen, schon mehrfach erlebt.

Weil ich runterfahren musste und keine Lust aufs Kochen hatte, noch schnell raus aus der Wohnung und die Straße runter und rein in die Brauereigaststätte.

Zwei Rotbier und ein Bauerngröstl, offenbar Rest vom Sonntag, weil mit geschnittenen Kloß und Schäufele-Fleisch. An der Hast, mit der ich die Biere kippte, gemerkt, dass vielleicht der MB-Besuch morgen doch nicht spurlos an mir vorübergeht wie ich es gern hätte.

Auf dem Heimweg noch beim Kiosk und Hermes-Shop Gencebay vorbei. Nachtisch geholt, der für jemanden wie mich gemacht war: Einem Mann, der den ganzen Tag im Bergwerk gearbeitet hat.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-07

Mitgenommen worden, bisschen zu Fuß. Bahn auf dem Rückweg. Irgendwo auf dem Rückweg meine Mütze verloren, vielleicht liegt sie im Büro, hoffentlich. Doof. Montag.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch
  • Stunde Sozialkunde
  • Stunde Schreibtisch aufgeräumt
  • Stunde Herzrasen wegen des (der) Espressos (i) aus der neuen Kaffeemaschine
  • Gespräch Klassenleitung und Sozialpädagoge
  • Formular erstellt für Teilzeitler, rumgeschickt
  • verschiedene Emails
  • Gespräch Hausmeister
  • nach Konzentration gesucht
  • von der Sekretärin am Telefon verleugnen lassen
  • Papierkram für München aufgesetzt
  • Klassenkonferenz am Nachmittag
  • Unterschriften des Tages
  • Unterricht vorbereitet für morgen
  • längeres Gespräch mit Kollegin über Schulleiterwerden und ob das wirklich so gut ist (über jemand anderen)
  • Email aus dem Bürgermeisteramt bekommen, weil ich neulich ja mal wieder wütend war und geschrieben habe; Grundton: „Jetzt hammse sich mal nicht so – wir sind doch dran, das geht nicht so schnell, wie Sie sich das immer vorstellen.“ Antwort zu einem Problem, was sicher seit drei Jahren akut ist
  • vorgenommen: Morgen mache ich meine Bürotür mal wieder zu

Foto des Tages

Waschtag ist normal am Wochenende, aber nicht mal da komme ich zu was aktuell – Fischerkurs und so. Also heute am Montag. Leben wenig aufregend grad. Wenigstens war es heute morgen schon hell, was vielleicht auch daran lag, dass ich spät dran war.