Geschichte Reste-Rampe III (Schluss)

Letzter Teil der Tafelbilder, die ich dereinst mit Visio angefertigt habe. Mittlerweile weiß ich, dass nicht nur www.zamzar.com die Konvertierung vieler Formate  anbietet und omnigraffle der omnigroup mit Visio-Dateien dasselbe tut (inklus. Bearbeitungsmöglichkeit) und damit ein Ersatz für Visio sein kann.

NS-Krieg

Beginn des 1. Weltkrieges

Russland von der Revolution zur Sowjetunion (eng an „mein“ Schulbuch ausgerichtet, als pdf)

Russland von der Revolution zur

Totalitarismus (als pdf)

Totalitarismus

Bismarcks Innenpolitik

So, und jetzt muss ich weiter korrigieren…

Bloß nichts aus der Praxis

Irgendwie suche ich noch meinen Blog-Grundton. Einige Ideen, die ich für Artikel habe, laufen oftmals in meinem Kopf auf Gemecker hinaus – aber irgendwie scheue ich mich, den Nörgler zu geben, den Grantler, Meckerheini aus der hinteren Reihe etc. pp. Vor allem, weil ich meinen Beruf als Lehrer eigentlich gern mache, und immer gerner nach all den Jahren.

Aber irgendwie muss hier ein Aber hin. Wie soll ich mich denn nicht mehr aufregen?

Heute spreche ich eine Referendarin an, die vor einigen Tagen Prüfungen hatte, und zwar in Fächern wie Pädagogik und Psychologie. Möchte wissen, wie es gelaufen ist. Sie flucht. Mit ihrer 4 in diesen Fächern sei sie noch die beste gewesen.

Ich grüble: obwohl sie nicht meine Fächer hat, habe ich neulich mal kurz bei ihr hospitiert (die Tür zum Klassenzimmer war auf, das nutze ich gern aus). Sie machte den Eindruck einer fähigen jungen Kollegin, die die Klasse (die sie nur in Vertretung hatte und nicht kannte) im Griff hatte. Sprach offen und sicher mit Schülern. Kurz: so gut, wie man es gern sieht am Ende der Ausbildung.

Frage nach. Die Prüfung läuft mittlerweile so ab, dass man einen Fall aus dem Schulalltag vorgelegt bekommt, diesen dann in der Prüfung referiert / kommentiert, dazu befragt wird und schließlich ein paar allgemeinen Fragen zu den Fachbereichen bekommt.

Ihr Fall lautete: „Die Schüler einer 7. Klasse machen gehäuft keine Hausaufgaben.“

Sie berichtet mir das, was sie referiert hat. Ich finde jede der Maßnahmen gut, praktikabel und mindestens einen Versuch wert. Einige Dinge, die wir an der Schule so durchführen.

Warum aber die 4?

Ein Argumentationsstrang lautete in aller Kürze: Ihre Vorschläge waren zu nah an der Praxis – man wollte mehr Theorie hören. Und warum? Weil, so hieß es weiter, man dann im Elterngespräch klug wirken würde.

Wie soll man da nicht meckern?

 

Bild: Gerd Altmann/pixelio.de

Die Notenpeitsche

Schüler mit Noten zu disziplinieren ist jetzt ein anerkanntes pädagogisches Vorgehen.

Unglaublich, was?

Dachte ich auch, aber es wird noch schlimmer.

Mir wurde berichtet, aus mehr als einer Quelle, dass es in der Referendarausbildung Seminarlehrer für Pädagogik gibt, die innerhalb ihrer Auslassungen auch propagieren, dass man „durchaus mal eine Ex* als Erziehungsmaßnahme schreiben kann“. Soll heißen: dies wird als pädagogische Maßnahme gutgeheißen und empfohlen.

Eine Maßnahme, die ich aus dem nicht gedruckten Schwarzbuch des Unterrichts kenne. Sicherlich angewandt, aber doch nie offen zugegeben. Der Gedanke: eine Klasse ist laut, in der nächsten Stunde schreibe ich eine Ex und dann kommen schlechte Noten heraus. Das Ziel: die Klasse ist von nun an ruhig, weil sie schlechte Noten fürchtet.

Und ich denke nur: Wenn Schüler durch schlechte Noten motiviert würden…

Die Legalität will ich nicht mal andeuten.

Komischerweise denke ich bei solchen pädagogischen Tipps genau an die Leute, die sonst bei jedem Handschlag, den sie über den Unterricht hinaus tun „sollen“, die Frage stellen: „Wo steht, dass ich das tun muss?“ Diese überlesen dann den Teil in der Schulordnung, wo es ungefähr heißt: „Die Leistungskontrollen dienen allein der Leistungsfeststellung und als Beratungsgrundlage.“

Sind das vielleicht alte, konservative, verknöcherte Lehrer, die so etwas lehren?

Ich denke da an meinen Seminarrektor, dessen letzter Jahrgang wir waren, der irgendwas Geburtsjahr 30 und paar war, gewiss CSU-Mitglied, der von meinen langen Haaren gewiss nicht begeistert war, dessen Präsenz man bis in die letzte Klasse spürte – konservativer ging es kaum – , der uns bei unruhigen Klassen u.a. einen Tipp mit auf den Weg gab, den ich bis heute beherzige: „Sprechen Sie doch mal mit der Klasse. Schieben Sie ihren Stoff beiseite. Versuchen Sie heraus zu finden, warum die Klasse jetzt so unruhig ist.“**

Das war nur der zweitbeste Tipp. Die beste Regel, die ich jedenfalls ihm komischerweise in meiner Erinnerung unterstelle, war: „Vertrauen Sie bei Entscheidungen im Zweifel ihrem gesunden Menschenverstand.“

Und nein, mit konservativ hat das nichts zu tun, die Seminarlehrer, von denen ich spreche, sind kaum älter als ich.

Und gewiss bin ich kein Ausdiskutierer, eher das, was mal jemand als „Rustikalpädagoge“ bezeichnete. Aber dennoch sind Noten für mich etwas, was meine Schüler brauchen für das Weiterkommen, für Bewerbungen und ja für den weiteren Erfolg in ihrem Leben. Sie als Mittel der Erziehung anzuwenden, verbietet sich neben der fehlenden Sinnhaftigkeit und Legalität daher grundsätzlich. Und im Zweifelsfall die bessere Note zu geben, ist auch klar (würde ich ihnen natürlich nie sagen 😀 – ich denke aber, sie wissen’s).

Vor einiger Zeit habe ich mich an einer Diskussion im Jochen-Englisch-Blog über den Sinn der Abstufungen der 6-stufigen Skala beteiligt (ab 2006, als Hawkeye und Thomas), die immer noch lebt. Hier zeigte ich mich erschüttert über die gängige Meinung, Lehrer würden gern mal Noten geben, um Schülern eins auszuwischen.

Wenn dies nun aber schon Lehrmeinung in der pädagogischen Ausbildung bayerischer Lehrer ist, dann werde ich da wohl etwas zurücknehmen müssen.

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*Ex=Stegreifaufgabe in Bayern, dauert 20 Minuten, ist ein unangekündigter, schriftlicher Test über die Vorstunde

** Und am Ende, so meinte er, schreibt man einfach „Pädagogisches Gespräch“ ins Klassenbuch.

Bild oben: dieter20d/pixelio.de

Geschichte Reste-Rampe II (Visio-Dateien umwandeln OS X)

Wie versprochen nun die restlichen Tafelbilder und Arbeitsblätter. Es hat etwas gedauert, bis ich herausgefunden habe, wie ich meine Visio-Tafelbilder in ein lesbares Format umwandeln kann. Irgendwann vor Jahren hatte ich mal die Visio-Phase, aber sie war nicht so nachhaltig, dass ich dafür wieder Parallels o.ä. installiere.

Stattdessen habe ich Zamzar entdeckt, einen Dienst im Internet, der kostenlos Visio-Dateien in ein einfaches lesbares Format umwandelt (z.B. pdf, jpg, bmp…). Ist im Beta-Status, aber für meine einfachen Tafelbilder reichts offensichtlich. Kein Zauberwerk – ist ja auch die Reste-Rampe:

– NS-Außenpolitik 1933-1939 (TB)

– „Machtergreifung“ (TB oder AB)

– NS-Ideologie (AB oder TB)

– Gesellschaftlicher Wandel in der Folge der IR (AB)

– Der Imperialismus und die Aufteilung der Welt (Zusammenfassungsblatt, auch als TB/AB)

– Balkan Pulverfass (TB – das geht schöner…an die Tafel male ich den Mittelkreis als Bombe mit Lunte)

– Anfangsjahre Weimarer Republik, Ursachen für das Scheitern (TB)

Ich sehe grad, dass ich noch viel mehr habe – muss ich wohl demnächst den Teil 3 der Reste-Rampe aufmachen.