Deutsch – leicht gemacht 4: Das Blog, Bloggen und die Blogosphäre

Habe morgen das Glück, dass ich meine 9. Deutschklasse zwei Stunden in Vertretung habe. Glück, weil ich IT vertreten muss, ergo der Computerraum meiner sein wird.

Da ich schon ein wenig mit Wikis experimentiert habe, dachte ich nun morgen etwas zum Thema Bloggen zu machen, jedenfalls in der ersten Stunde. Die zweite soll dazu genutzt werden, erste Infos zu den Literaturreferaten im nächsten Schuljahr zu sammeln. Eventuell versuche ich sie dazu zu bewegen, ihren Fortschritt dann in Blogs zu dokumentieren. Mal sehen. Vielleicht Wiki.

Für morgen aber folgende Aufgaben auf einem Arbeitsblatt: SQ 00 Bloggen

 

1. Herausfinden, was ein Blog ist

Suche folgende Adresse auf:

http://generationenwandernaufdemjakobsweg.blogspot.com/

Es handelt sich bei dieser Seite um ein sogenanntes Blog. Finde auf folgende Fragen kurze Antworten und notiere sie dir.

Worum geht es in diesem Blog?

Wer schreibt dieses Blog?

Wie sind die Beiträge in diesem Blog geordnet?

Wie kann man zu älteren Beiträgen kommen?

Was bedeutet der Link „Kommentare“?

2. Beschreiben, was ein Blog ist

Suche folgende Adressen auf

http://www.cutischmidt.de/

http://www.kpz-nuernberg.de/blog/

http://elefantenklasse.de/startseite/home…./

http://keksdidaktik.de/?p=543

A) Gib je in einem Satz wieder, um welche Themen sich diese Blogs drehen.

B) Versuche eine Definition in einem Satz: Was ist ein Weblog?

3. Überprüfe deine Ergebnisse selbst

http://www.stefanbucher.net/weblogfaq/

 

Ich habe leider wenig echte Schülerblogs gefunden. Lisa Rosa brachte mich zumindestens auf den tollen Jakobs-Wanderweg-Blog. Die anderen, die ich angegeben habe, werden zum Teil nicht weitergeführt.

Eine knappe Übersicht zum Thema Wiki und Weblog im Unterricht fand ich auch noch.

PS: Aus irgendeinem Grund hat die Stunde leider nicht stattgefunden – sah aber auf dem Papier ganz gut aus.

Die Pest in den Ohren

Was muss passieren, wenn man morgens aufwacht und die ersten Zeilen, die einem durch den Kopf sausen, lauten

„Moskau, Moskau, Liebe schmeckt wie Kaviar, Mädchen sind zum Küssen da…“

Mal abgesehen davon, dass ich beim ersten Hören immer verstanden habe „Liebe schmeckt wie Kabeljau…“ – aber nun habe ich den ganzen Tag die Pest in den Ohren gehabt.

Die kurze Version? Ne, ne…so kommt ihr mir nicht davon.

Vor zwei Jahren kam eines Nachts, wie berichtet wurde, die katholische Religionslehrerin auf die Idee, dass die Klassleiter der Abschlussklassen auf der Zeugnisverleihungsfeier zusammen einen Song performen sollten.

Der Klassleiter der 10d war Feuer und Flamme – er ist Musiklehrer. Die Klassleiterin der 10c schnappte die Gitarre – sie war die bewusste Religionslehrerin. Der Klassleiter der 10b steuerte den Song bei, den er schon zu anderer Gelegenheit gesungen hatte. Und der Klassleiter der 10a konnte weder singen noch beherrschte er ein Instrument – das war nämlich ich. Also drückte man mir einen E-Bass in die Hand und malte vier Töne auf Papier auf. Ein Schüler machte das Schlagzeug – fertig war der Lack.

Folgender Song kam zur Aufführung.

httpv://www.youtube.com/watch?v=5bsT1OBJ5mA

Ein Jahr später – die Idee lebte weiter. Ich wurde zu Sting, ohne dass ich Klassleiter war, aber als Zweiter Realschulkonrektor kann man sich schon mal reindrängen.

Sting, Stewart, Adams

Mittlerweile hatte ich mir einen Bass-Lehrer gesucht, der zwar 23 Jahre jünger als ich ist, aber meine Frau bürgte quasi für ihn, nachdem er in Geschichte am Gymnasium gegenüber wohl einen guten Eindruck hinterlassen hatte. Außerdem ist er haartechnisch ein Geistesverwandter.

Dieses Jahr. Ich spiele ab und zu mit dem Musiklehrer im Musikraum ein paar Takte. Unser Favorite:

httpv://www.youtube.com/watch?v=__CgYU8eNoM

Ich spiele immer noch E-Bass. Ich liebe dieses Stück.

Gestern gab es den alljährlichen Musikabend an der Schule – den ich jedes Mal genieße, weil ich einen Teil meiner Schüler dort sehe, wie sie mit viel Spaß und viel Freude und Arbeit etwas Tolles schaffen. Ich könnte mich in nicht unerhebliche Sentimentalität ergehen, wenn es meine Art wäre.

Der Musiklehrer hatte es nicht nur geschafft, mich für ein neues Stück zu gewinnen, sondern auch den Direktor dazu zu bringen, seine Trompete zu entstauben. Und heraus kam – in einer kürzeren Fassung –

httpv://www.youtube.com/watch?v=cqwmDNPegnM

Erstaunlich fand ich bei mir selbst, der ich tagtäglich vor Schülern stehe und meine eigene Performance abliefere, dass das Lampenfieber so derart groß wurde.

Nun gut – kurz. Letzte Woche kam der Musiklehrer mit einem Song für den Lehrerchor mit Lehrerbandbegleitung (! Wir sind schon „Lehrerband“). Mit Hilfe meines Basslehrers konnte ich ihn in wenigen Tagen lernen und auch der Song kam gestern.

Und seitdem habe ich die Pest in den Ohren.

 


PS: Basslehrer.

httpv://www.youtube.com/watch?v=SGkMmt1_Hlg

Deutsch – schnell gemacht 4: Rezension und Rezession

Habe grad den „Bahnwärter Thiel“ in der Mangel. Schnelldurchlauf am Ende des Schuljahres – dennoch finde ich die Novelle nach wie vor ziemlich toll.

Oft wusste ich früher nicht, wie ich am Ende der Besprechung zu einem Ende finden konnte. Ab diesem Jahr habe ich zumindestens eine Idee, die mir ganz gut taugt, und zwar die Arbeit mit Rezensionen aus dem Netz – am einfachsten über Amazon.de.

Angefangen hat das bei der Novelle „Zweier ohne“, die ich in der 10. besprochen habe.  Hier wählte ich als Einstieg – die Schüler hatten die Lektüre schon ganz daheim gelesen – drei verschiedene Rezensionen, deren Inhalt erarbeitet werden sollte. Entschieden hatte ich mich für die Rezensionen zu Zweier ohne mit folgenden Usernamen:

  • Gunnar Endruschat „Bücherwurm“: Eines der schlechtesten Dinge, die je lesen musste
  • Frank Cihak: Beeindruckend
  • TomTom: Eine realitätsnahe Jugendfreundschaft, die fragwürdig wird

Ausgewählt habe ich sie, weil man recht typisch daran die verbreitete Art Rezensionen zu schreiben erkennen kann, bei denen diffuse Vorstellungen und Eigenempfindungen die Bewertung bestimmen.  Aber es lässt sich auch etwas tiefer gehen, denn Cihak und TomTom z.B. nennen beide ähnliche Beobachtungen am Text, gewichten sie aber für ihre Meinung unterschiedlich. Es scheint auch, dass der eine auf den anderen eingegangen ist.

In jedem Fall war es den Schülern nun auch möglich anhand der Rezensionen ihre eigenen Merkmale guter (auch kritischer) Kommentare zu entwickeln und sich eine Meinung zu bilden.

Als Empfehlung gebe ich übrigens mit auf den Weg, dass man sich bei besonders auffälligen Rezensionen mal anschauen sollte, welche Bücher vom selben User noch „behandelt“ werden. Das ist oftmals sehr aufschlussreich.

In einem kleinen Arbeitsheft zum Bahnwärter Thiel aus dem Schroedel Verlag fand ich „meine Idee“ nun wieder. Wieder Amazon. Wieder Rezensionen. Ich habe jetzt drei ausgewählt, die unterschiedlich ausgewogen und vertieft an die Sache herangehen. Aufgabe für die Schüler soll nun sein, selbst eine gelungene Rezension zum Bahnwärter Thiel zu schreiben. Logisch.

Ausgewählt wurden:

  • Julia Tkocz: Einer Waschmaschine zu zuschauen ist interessanter, (1 Stern)
  • D. Filip: Rezension (3 Sterne)
  • Fiona: Rang von Weltliteratur (5 Sterne)

Hier zeigt sich in unterschiedlicher Abstufung, wie an eine Meinungsäußerung herangegangen wird, bzw. auch, was eine vertiefte Auseinandersetzung  mit dem rezensierten Gegenstand bringen kann.

PS: Man sollte diese Sache auf jeden Fall im Unterricht mal machen, um diesen unsäglichen Fehler auszurotten, der immer von einer „Rezession“ spricht.