30 Tage #08 #2022-07-12

Deutlich vor dem Wecker wachgeworden, ich schaffe es nicht mehr. Gestern schon festgestellt, dass ich mit dem Einschlafen keine Probleme habe, auch nicht mit dem Durchschlafen, nur mit dem frühen Aufwachen.

Fahrrad rausgeholt, kühl morgens, am Gemüsefeld kurz nass geworden.

Heutige: Zusammenstellung der Unterlagen für die Entscheidung der dritten Stelle erweiterte Schulleitung. Papierkram halt, dauert den halben Vormittag. Gespräch mit der Mensabetreiberin, Vorüberlegungen zum neuen Schuljahr.

Es werden mir „Gerüchte“ zugetragen, dass jemand auf Facebook geschrieben habe, er würde zu uns kommen. Oder sie. Das finde ich, als alter Mann, immer noch seltsam. Mein erster Reflex wäre es, mich bei meiner neuen Schule zu melden. Noch seltsamer, wenn jemand sich nicht zuerst bei mir meldet, sondern in der Facebook-Gruppe versucht, einen Tauschpartner für die Stelle bei mir zu finden.

Recht bald nach Schulschluss aus dem Schulhaus. Also naja, bald halt. Hatte eine Komoot-Tour mit dem Rad leicht verändert und also radelte ich in Richtung Westen aus Nürnberg raus, entlang der Rothenburger Straße, die ja nicht an meiner Schule endet. Machte einen großen Bogen und fuhr wieder zurück. Vorher noch am Elektrobike-Händler vorbei und den Checkup Termin klar gemacht, den ich vor zwei Monaten verpasst habe wegen Corona.

Allein radeln. Mit niemandem reden.

Vormittags Brötchen mit Leberwurst. Auf der Tour eine Semmel und ein Seidla (eine Radlerhalbe in dem Fall). Abends einen Beutel Hühnerfrikassee noch aus der Corona-Isolation – ich mache grad meine eigene Challenge, bei der ich mich hauptsächlich aus den Vorräten ernähre, die ich daheim habe – das sind nämlich einfach zu viele.

Abends auf dem Balkon gesessen, mit einer weiteren Halbe, gelesen. Wäsche gewaschen, Spülmaschine laufen lassen. Später Facetime mit dem Land. Allein eingeschlafen.

Aus Nürnberg raus dauert es immer gut 30-45 Minuten bis ich im Wald stehe.

Und auch schon wieder rausfahre.

Komoot hat manchmal seltsame Vorschläge.

Und dann wird es auch mal eng.

Foto mache ich in der Regel vom Rad aus. Hier kurz hinter Roßtal.

Irgendwo, Steinbach, klebt ein Plakat seit elf Jahren.

Und irgendwann wieder an der Schule vorbei und heim.

Auf der Tour Namen gelesen, bei einem Edeka z.B. oder auf einem Wurstglas, wo mir einfiel, dass ich die Kinder mal dort in der Nähe in der 5./6. Klasse als Klassleiter unterrichtet habe. Mittlerweile scheinen die Kinder in die Geschäfte eingestiegen zu sein, die die Mutter und die Großmutter hinterlassen haben.

30 Tage #07 #2022-07-11

Hochgeschreckt durch den ersten Wecker um halb sechs, dann schlummernd gemeinsam auf den zweiten wartend, was sich seltsam hinzog bis wir beide bemerkten, dass der um 9:38 Uhr gestellt war und nicht 5:38 Uhr.

Schnelldurchlauf bis zur Abfahrt, das Land verlassen, zurück in die Stadt. Wetter: Regen. Die angedrohte Hitze mag ich mir aktuell nicht recht vorstellen können.

Schule: Mündliche Prüfungen abgenommen, etliche Emails durchgegangen und in Aufgaben verwandelt, verschiedene Gespräche über SchülerInnen, Projekte, Unterricht im kommenden Jahr, paar Minuten anstrengende Einstiegslektüre (Grundkurs Schulmanagement XXXI: Digitaler Wandel und Bildung: Lernen mit, durch und über Technologie), paar Emails beantwortet, Festplatte bestellt für die SL-NAS, Ablage Leistungsnachweise.

Kein Frühstück, weil noch deutlich satt von gestern. Irgendwann später eine Mango und eine Handvoll im Ofen gerösteter Kichererbsen/Sojabohnen gegessen. Später ein Treffen mit einer Freundin zwei Straßen weiter, begleitet von einer Bowl aus dem neuen Dai Poke Bowl in Steinwurfweite. Mit schönen grünen Getränken.

Die Einkaufswagen sind auch schon wieder da. Abends Facetime mit dem Land und allein eingeschlafen.

Heute gehört im Auto auf dem Weg in die Stadt

Lohnarbeit versus Care-Arbeit – mit Dax Werner. Man lernt nie aus. Podcast auf Spotify. (Spotify Link)

Affenpocken: Aus den Augen, aus dem Sinn? Zeit-Online: Was jetzt? Nachrichtenpodcast. (Spotify Link – und es geht um mehr als die Affenpocken, z.B. die finnische Ministerpräsidentin)

30 Tage #06 #2022-07-10

Endlich mal länger geschlafen – bis halb 8. Wetter war seltsam schlecht auf dem Land.

Arbeit lag an: Vorbereitung der mündlichen Prüfungen und ein bisschen lesen der Zeugnisbemerkungen 10.

Dann vor allem an einem RSS-Problem meines Blogs gefrickelt, welches aktuell geworden war. Wie üblich: eingelesen, geschraubt, gebastelt, gelesen, eingestellt, nicht 100% schlau geworden, aber: Das passt jetzt so. In einer Woche wieder vergessen, was ich da gemacht habe.

Ab Mittag Vorbereitung Schweinebraten – fränkischer Stil. Zwei bis drei Stunden Vorbereitung, Anbraten, Überwachen, Soße ansetzen mit Bier. Dann Klöße aus gekochten Kartoffeln. Dazwischen Sofa und den Wecker am Ofen überhört. Glück gehabt.

Kruste war am Ende nicht gelungen, der Braten an sich aber ziemlich gut (Unterschied zum Fränkischen: Spicken des Bratens mit Knoblauch.)

Nach dem Essen vor allem mit Verdauen beschäftigt. Hausarbeit. Fernsehen, Xbox. Sehr früh sehr müde geworden. Das Bierchen mit dem zukünftigen Nachbarn wurde um eine Woche verschoben.

Klöße aus gekochten Kartoffeln wie sie in meiner Familie in schlesischer Tradition gemacht werden. Ein oder zwei kleine Witzbolde haben in fast jedes mit dem Finger gepiekst. Am Ende wollte es wieder keiner gewesen sein. Aber beim Essen naseweis fragen: Warum sind die Klöße rechteckig?

Interessiert gelesen:

Hauptschulblues

https://hauptschulblues.blogspot.com/2022/07/tag-838-mit-corona-tag-134-des-krieges.html

30 Tage #05 #2022-07-09

Morgens nicht allein aufgewacht, aber als einziger um 5 Uhr. Um halb sechs dann aufgestanden und gebloggt. Um sechs wieder ins Bett. Rückenschmerzen, gegrübelt. Halb sieben dann Kaffee getrunken.

Vormittags noch viel rumgefahren, bis das Versprechen eingelöst werden konnte und wir angelnd am Fluss saßen. Zwei Rotaugen waren dann alles und ein bisschen abgerissenes Material. Ein zukünftiger Nachbar kam noch hinzu, der die Gegend kannte. Aber auch er hatte kein Glück. Zwei Radler hatte er aber dabei.

Am späten Nachmittag dann zurück. Burger gegrillt, gebadet, ziemlich kaputt und müde. Nicht allein eingeschlafen.

Zwei KollegInnen schickten mir Fotos aus dem Regenzeit, wo ich Mittwoch und sie heute waren. Ich werde jetzt Influencer. Beide fanden es auch genau so fantastisch wie ich.

Heute keine Fotos gemacht. Aber später werde ich nicht allein einschlafen.

30 Tage #04 #2022-07-08

Morgens vom Land in die Stadt gefahren und auch wenn ich weiß, wie ätzend das sein kann, gefällt es mir aktuell an diesen Tagen. Ich sehe viel Land, komme gut durch um die Uhrzeit und die allermeisten Baustellen an den Autobahnen (Nürnberg Kreuz Süd und die Strecke der A73 bis zur Rothenburger Straße) sind nahezu fertig. Ich fahre normal gern Auto.

Aber: Nichts gegen die frühere Tour mit dem Ebike durch den Wald. Nichts dagegen.

Schule war hektisch. Morgens wurden die Noten der schriftlichen Abschlussprüfung bekanntgegeben und im Anschluss die möglichen mündlichen Prüfungen organisiert. Danach einige Gespräche über Spezialfälle bei den SchülerInnen, besonders auch im Hinblick auf die zurückliegenden Coronajahre und den damit verbundenen Sonderregelungen. Aber auch einfach in Bezug auf unsere sonstigen Sorgenkinder, bei denen wir überhaupt froh waren, dass sie es bis hier geschafft haben. (Wie manchmal hier KollegInnen und Bekannte sagen: An der N3 ist vieles anders und immer besonders)

So viele Gespräche, dass ich zwischendrin dann doch mal sagen musste: Setzen Sie sich schon mal in mein Büro, aber ich muss jetzt einfach mal auf Toilette.

Die Schule war schon früher beendet, weil die FOS im Gebäude ihre Abschlussfeiern früh starten wollten. Bei 600 Abiturienten hatte man sich dazu entschieden, die Verabschiedung in drei Schichten zu fahren bis in den Abend hinein.

Ich habe noch keine Rede für die Abschlussfeier, nur eine Idee. Aber neulich beim Infoabend für die Bläserklasse, wo ich recht spontan die Begrüßung machen sollte/musste/durfte, hat auch das Spontane ganz gut funktioniert. Und nein: Ich halte meine Abschlussrede nicht spontan.

Ein Telefonat mit dem KM dann kurz bevor Schluss war, machte mir Kopfzerbrechen, und zwar bis jetzt, wo es 5 Uhr am Samstagmorgen ist und ich allein im stillen Wohnzimmer auf dem Land sitze und tippe.

Der Grund ist, dass die „Willkommensgruppen“, die im laufenden Schuljahr für die ukrainischen Kinder eingerichtet wurden, im kommenden Schuljahr in „Brückenklassen“ umgewandelt werden. Damit einher geht, dass die Zahl der Stunden, die ich zur Beschäftigung von zusätzlichen Lehrkräften zur Verfügung habe, nun nahezu halbiert wurde. Das liegt mir aus Gründen quer, die ich erst in der nächsten Woche klären kann.

So ein typisches Ding, was in meinem Kopf auftaucht, wenn ich am Samstag um 5 Uhr morgens aufwache.

Schreibtisch aktuell. Heute mal kurz darüber nachgedacht, wie „repräsentativ“ mein Schreibtisch ist. Ich glaube, er sieht eher so aus, wie ein Tisch, an dem man arbeitet, nicht wie einer, an dem man Leute empfängt. Keine Ahnung, was besser ist.

Nachmittags dann einen kurzen Umweg über die Wohnung, Auto mit Angelsachen beladen, weil am Samstag geangelt werden soll mit dem Zehnjährigen. Zwischendrin telefoniert mit dem Fischereivereinsvorstand wegen des neuen Kurses im Herbst.

Kurz vor Ankunft auf dem Land gemerkt, dass ich meinen Angelschein in Nürnberg vergessen habe. Es ist zum Verrücktwerden – ich lege ihn wieder ins Auto, das ist das beste, muss dann nur aufpassen, wenn ich mit jemand anderem zum Angeln fahre. Nun müssen wir heute noch mal über Nürnberg fahren.

Abends reichlich Essen, nicht allein eingeschlafen.

Mein Navi lotst mich morgens immer auf den Pausenhof meiner Schule. Das finde ich seltsam.