30 Tage #03 #2022-07-07

Morgens mit dem Auto zur Schule, weil ich abends aufs Land wollte und vormittags noch einen Arzttermin hatte.

Also eine Stunde an den Schreibtisch gesetzt, Mappen aussortiert und Unterlagen dahin gelegt, wo ich sie wiederfinde/sie hingehören. Mit dem Kon die Hälfte der Klassen für die Abschlussprüfungskonferenz durchgesprochen. Dann mit dem Auto auf die andere Seite von Nürnberg, bzw. darüber hinaus raus, weil man bewährte Hausärzte ja behält, auch wenn man umzieht. Meinen Zahnarzt in der Südstadt habe ich auch behalten, nachdem ich aufs Land gezogen bin.

Da ich nüchtern zum Ultraschall musste, später einen blöden Hunger gehabt und mit belegten Brötchen vom Bäcker gestillt. Ei auf den Schoß und den Autositz gekrümelt. Kaffee zu dünn.

Mittags wieder an der Schule gewesen, die anderen Klassen durchgesprochen. Danach dann Konferenz.

Heim, gepackt, aufs Land gefahren. Unterwegs TK-Pizza besorgt für vier. Abends zu viert auf dem Sofa vor dem Fernseher verspeist. Kalte Kiezmische dazu, für zwei. Abends nicht allein eingeschlafen.

Krümelsitz mit entsprechenden Spuren hinten.

30 Tage #02 #2022-07-06

Fahrradtasche war morgens schon gepackt, Rad stand bereit, voll aufgeladen, als ich schließlich den Kalender im Smartphone weiter scrollte und merkte, dass ich nachmittags Termine so eng und weit voneinander entfernt habe, dass das Auto nötig war. Umgepackt, losgefahren.

Fahrradtasche war morgens schon gepackt, Rad stand bereit, voll aufgeladen, als ich schließlich den Kalender im Smartphone weiter scrollte und merkte, dass ich nachmittags Termine so eng und weit voneinander entfernt habe, dass das Auto nötig war. Umgepackt, losgefahren.

In der Schule besser drauf als gestern. Bedeutet: Die Aufgaben, so wie ich sie am Tag vorher aufgeschrieben habe, abgearbeitet (nicht fertig geworden). Zwei Diszibescheide aufgesetzt, Prüfungskonferenz für morgen durchgesprochen, kleine akute Sitzung Krisenteam, Telefonat KM, Gespräche: Ganztag, Bläserklasse, Willkommensklasse, neue Aushilfe, Willkommenslehrkraft, Mensa-Betreiberin, Stundenplan Ukraine SchülerInnen. Ein Gespräch auch nur so.

Vormittags belegte Brötchen, zwei kleine, die ich jetzt vom Land mitbringe an den Wochenenden. Dose voller Kirschen, stammen aus dem Umland von Nürnberg, aus einer Hofeinfahrt, bei denen ich die letzten Jahre auch welche kaufte. Mittags kleines Eis.

Nachmittags unterwegs mit dem Auto, Dinge erledigen.

Später Nachmittag: Elternabend Bläserklasse.

Abends essen gegangen, wie ich es mir schon seit mehr als zwei Wochen versprochen habe. Und endlich ins Regenzeit in die Willstraße hier in Gostenhof. Thai-Street-Food, direkt an der Straße. Ich fand nur einen Sitzplatz auf der Fensterbank des Schaufensters. Wurde aber mit einer fantastischen Suppe mit Ente belohnt.

Zwei Kugeln Eis beim Eis im Glück auf der Fürther auf dem Heimweg.

Abends noch mal The Walking Dead.

Dann Facetimen mit dem Land. Auch Planungen für das Wochenende, da geht’s aufs Land.

30 Tage #01 #2022-07-05

Morgens am Küchentisch zu sitzen, vor der offenen Balkontür, ist für Leute wie mich ein Segen. Leute wie mich: Die schon ab 20 Grad Außentemperatur schwitzen. Morgens am Küchentisch, paar Einträge im Tagebuch, Stoiker lesen, NN und SZ am iPad überfliegen.

Mit dem E-Bike zur Schule. Vor der Tür sah es so aus, als ich aus der Haustür kam (in meiner Straße kann ein LKW nicht wenden und weiter kommt er auch nicht, weil die folgenden Kreuzungen morgens oft noch zugeparkt sind):

Der Tag war arbeitstechnisch überschaubar. Der einzig fixe Termin war die Sitzung Personalrat mittags. Der Rest offen für alle ToDos, die liegengeblieben sind in meinen 5 Wochen Krankenlager.

Dennoch seltsam unkonzentriert gewesen, gefühlt nichts geschafft. Aber einiges überarbeitet, vertieft. Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr noch mal überarbeitet. Aber es ist noch zu viel offen. Stichpunktliste für Telefonat mit KM angefertigt für den Folgetag. Bewerbergespräche für die neue Stelle in der Erweiterten der letzten Tage überdacht, Ranking aufgestellt. Personalakten dazu angeschaut. Absprachen Abschlussfeier. Telefonat Schulaufsicht. Telefonat Gesundheitsamt wegen Corona (das gibts noch!). Haufen Emails geschrieben. Tür im Büro überwiegend zu.

Nachmittags über den Discounter heim, inklusive Abholung Paketstation. Bisschen Hühnchen, Brot und Butter gekauft. Am Nachmittag/Abend daheim dann ein paar Folgen der 10. Staffel The Walking Dead angeschaut nach einer monatelangen Pause. Dabei Antipasti vom Wochenende mit Baguette und Kräuterbutter. Manchmal mir selbst und der Serie überdrüssig geworden zwischendrin und Dinge im Haushalt erledigt. U.a. Kleiderschrank sortiert, streng nach der Regel „passt“/„passt nicht“. Zwei Säcke Pullover, Hemden und Hosen haben sich erledigt, mit einer Jacke. Dann noch Mülltrennung betrieben.

Abends die Hühnchenteile im Ofen gebraten, dazu Hummus und Fladenbrot. Später eine Stunde Facetime mit dem Land. Zu spät ins Bett. Ohne Unterbrechung geschlafen.

Wie ich es mal nicht zum Twitterlehrerzimmertreffen nach Kassel schaffte

Also die Kurzfassung, möglichst wenig dramatisch. Ich hatte es mir eigentlich schön vorgestellt: Mit dem aufgeladenen E-Bike von Nürnberg aus am Mittwoch (25.05.)aufbrechen und nach Bamberg radeln. Donnerstag dann von Bamberg nach Schmalkalden, um von da dann am Freitag nach Kassel zu kommen. Freitagabend, so die Vorstellung, mit sonnenverbranntem Gesicht und lächelnd nach Kassel hinein bergab rollend.

Nunja, gerollt bin ich am Freitagabend, auf einer Liege in den OP. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon 8 positive Coronatage hinter mir (mild bestimmt, aber eben auch deutlich stärker als jede Erkältung, die ich bisher von mir kannte) und den ersten negativen Test, aber auch mit schon wieder 2,5 Tage lang unerklärbaren Beschwerden, die auch vom Bereitschaftsarzt in Nürnberg nicht richtig gedeutet wurden. Als ich auf der Liege dann so reingeholt wurde, hatte man mittlerweile festgestellt, dass mein Blinddarm das Problem war. Die OP war ein Klacks, auch wenn alle Beteiligten hinterher meinten, mir sagen zu müssen, dass sie „so etwas“ wie in meinem Bauch auch noch nie gesehen haben.

Egal. Ich wachte auf und fühlte mich zum ersten Mal seit 14 Tagen gut, beschwerdefrei und zuversichtlich. Und dies blieb auch nach Abklingen der Medikamentenwirkung.

Hab lang überlegt, ob ich das schreibe, aber es ist auch nur eine umständlich lange Einleitung für andere Gedanken.

Vor allem habe ich mich nämlich wieder mal vor mir selbst erschreckt: Als ich in der Notaufnahme saß, völlig dehydriert, weil ich zwei Tage nichts bei mir behalten konnte, nach zwei Tagen mit Fieberschüben Schüttelfrost, Bauchkrämpfen, war einer meiner Gedanken: OK, gleich untersuchen die mich, dann geben Sie mir Antibiotika, päppeln mich bis Sonntag auf, dann kann ich noch zwei Tage ausruhen und am Mittwoch in die Schule gehen und die Terminaufgaben erledigen.

Ich wurde am Dienstag entlassen, nach ein paar zusätzlichen Untersuchungen. Den Gedanken, in dieser Woche in die Schule zu gehen, hatte ich schon nach der OP verworfen, als ich auch mental wieder zurechnungsfähig war.

Dennoch frage ich mich: Woher kommt dieses Kadaverding?

Jemand meinte neulich mir gegenüber, dass sei so ein Ding von Menschen „meiner Generation“.

Ich weiß es nicht, aber es nervt.

Der Vertreter der nächsthöheren vorgesetzten Dienstbehörde hat recht freundlich und bestimmt geschrieben, dass ich mich erholen soll nach diesen zurückliegenden drei Wochen.

Ich glaub, ich mach das jetzt mal.

Ein Fehler in der Matrix – für Herrn Rau und Herrn Schreiner, vom Krankenbett aus

Ich habe Herrn Rau irritiert in einer Twitter-Diskussion entdeckt und dann folgte ein Blogeintrag, nach dem er verreist ist. Es ging um den Begriff des „Bulimie-Lernens“ – Also das schnelle Anfressen von Wissen, um es bei der Prüfung auszukotzen und dann wieder schnell zu vergessen. Bzw. darum, dass man das als Fehler in der Matrix des (bayerischen) Schulsystems ansieht, was Herr Rau nicht teilt.

Ich kenne das ebensowenig wie Herr Rau aus eigener Erfahrung, rechne das aber dem zu, dass ich als Schüler nie eine bayerische Schule von innen gesehen habe – nur in Hamburg und dann in NRW. Aus dieser Perspektive und der eines Schulleiters einer bayerischen Realschule aber würde ich einige Beobachtungen hinzufügen. Nichts davon soll beweisen, dass diese Art des Lernens strukturell oder nicht ist. Ich bin auf keiner Mission. Ich erzähle nur.

Beobachtung 1: Während des Studiums Aushilfsjob im Baumarkt. Mehr als einmal musste ich mir vom Stift (Mittlere Reife) anhören, dass das Schulsystem in Bayern ja so streng und so gut sei und dass er in seiner Abschlussklasse Aufgaben gelöst hätte, die da, wo ich herkomme, im Abitur drankämen.

Ironie und Widersprüchlichkeit waren nicht sein Ding.

Beobachtung 2: Wenn ich im Referendariat (1998) an der Einsatzschule mit einem Pack Arbeitsblätter in den Geschichtsunterricht kam, wurde es im Raum stiller als ich es je hätte durch meine natürliche Autorität erreichen können. Ich habe erst nach einiger Zeit bemerkt, dass Arbeitsblätter zweierlei bedeuten in einem Alltag von bayerischen (Real)Schulen, die nicht Seminarschulen sind:

A) Er schreibt jetzt einen unangekündigten Test (Ex)

B) Er schreibt nächste Stunde einen unangekündigten Test (Ex)

Gleiches gilt für Tafelbilder: Macht der Lehrer ein Tafelbild, dann gibts

A) Eine Ex.

B) Eine Abfrage.

Das Konzept Abfrage war mir bis Bayern nahezu unbekannt.

Exkurs: Ein Lehrer aus meiner Schulzeit in NRW fragte in Englisch ab, gern mich, wenn er mich morgens auf dem Weg zur Schule rauchend gesehen hat. Das war der Lehrer, der mit 22 als Unteroffizier am Strand der Normandie gefangengenommen wurde und in der Nachkriegszeit sein Abitur und Studium nachgemacht hatte. Wir sahen ihn später im Fernsehen wieder, am Strand der Normandie, in einem Gedenkjahr, vom Krieg sprechend. Wir lachten damals, weil er dort in der Normandie beim Sprechen wie bei der Abfrage immer auf den Zehenballen wippte, die Hände gefaltet oder hinterm Rücken.

Beobachtung 3: Gern von Eltern gehört – Es gibt „Lernfächer“ und andere Fächer. Gern in folgendem Satz: Ich weiß auch nicht, warum mein Kind so schlecht in Geschichte ist – das ist doch nur ein Lernfach.

Das andere Fach ist das, wo man nicht nur lernen, sondern auch verstehen muss. (Sic!)

Beobachtung 4: Gespräche, die ich oft mitbekommen habe in den letzten Jahren, auf Gängen, zwischen SchülerInnen und LehrerInnen.

„Warum habe ich eine 3 (auf dem Zeugnis)?“

„Weil der Schnitt deiner Noten eine 2,9 ergibt.“

Ende des Gesprächs.

Exkurs 2: Es gibt im Schulrecht im Kapitel über Leistungsfeststellung im Hinblick auf das Schuljahresende und Vorrücken eine Stelle im Kommentar, die ich grad aus dem Kopf zitieren muss, weil der Kommentar in der Schule steht. Dort heißt es, dass die Feststellung einer Jahresleistung nicht allein das Ergebnis einer logarithmischen Berechnung sein darf, sondern die Lehrkraft in voller pädagogischer Verantwortung die Gesamtpersönlichkeit des Schülers mit einbeziehen muss.

Exkurs 3: Es gibt Klagen, in denen es um Noten geht. Dort wird abgefragt, ob die Notengebung unter formalen Bedingungen richtig erfolgt ist.

Exkurs 4: In der einzigen Klage, die ich bisher durchstehen musste, begründete das Gericht am Ende (ich zitiere grob) – auch auf der Basis meiner Argumentation: „dass pädagogische Entscheidungen in der Schule gerichtlich nicht abbildbar sind und das Gericht dies auch nicht anstreben kann“.

Exkurs 5: Wenn ich in NRW nach meinen Noten gefragt habe, wurde mir ausführlich erklärt, wie die zustande kamen.

Beobachtung 5: Vor mehr als 18 Jahren habe ich mal mit einer Kollegin gesprochen, wie sie ihre Noten in Deutsch mache. Antwort war: Ich schreibe in einem Schuljahr vier Schulaufgaben, in jedem Halbjahr zwei Exen und fragen jeden Schüler im Halbjahr ein Mal ab.

Das entspricht exakt der Vorgabe, die die Realschulordnung vorgibt als Mindestmaß.

Ich habe über Umwege gehört, dass die Kollegin, deutlich jünger als ich, mittlerweile ihrem Burnout nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Abschluss

Grundgedanke/Theorie: Wir arbeiten alle im gleichen bayerischen Schulsystem. Nicht.

Beobachtung 6: Vorrücken auf Probe

§ 31 (Gymnasium)

Vorrücken auf Probe

(1) 1Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9, die das Ziel der jeweiligen Jahrgangsstufe erstmals nicht erreicht haben, können mit Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten auf Probe vorrücken, wenn nach dem Gesamtbild aller erzielten Leistungen erwartet werden kann, dass sie im nächsten Schuljahr das Ziel der Jahrgangsstufe erreichen. 2Dies gilt für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 nur, wenn sie das Ziel der Jahrgangsstufe wegen Note 6 in einem oder Note 5 in zwei Vorrückungsfächern, darunter in Kernfächern keine schlechtere Note als einmal Note 5, nicht erreicht haben; bei Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 kommt es darauf an, ob erwartet werden kann, dass sie das Ziel des Gymnasiums erreichen. 3Die Entscheidung trifft die Lehrerkonferenz auf der Grundlage einer Empfehlung der Klassenkonferenz.

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGSO-31

§ 26 (Realschule)

Vorrücken auf Probe

(1) Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9, die wegen Note 6 in einem oder Note 5 in zwei Vorrückungsfächern das Ziel der jeweiligen Jahrgangsstufe erstmals nicht erreicht haben, können mit Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten auf Probe vorrücken, wenn sie in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und in dem jeweiligen gruppenspezifischen Wahlpflichtfach nach § 35 Abs. 1 Satz 1 keine schlechtere Note als einmal Note 5 haben und die Lehrerkonferenz auf der Grundlage einer Empfehlung der Klassenkonferenz zu der Auffassung gelangt, dass nach dem Gesamtbild aller erzielten Leistungen erwartet werden kann, dass sie im nächsten Schuljahr das Ziel der Jahrgangsstufe erreichen.

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayRSO-26

=> Zum Unterschied:

Am Gymnasium ist die Entscheidung über das Vorrücken auf Probe eine überwiegend pädagogische Entscheidung in 5-9. Unabhängig davon, wieviele Fächer mit 5 oder schlechter bewertet werden.

An der Realschule ist es an Fächer gebunden und an die Anzahl der mangelhaften Fächer.

Das BayEUG (steht ja über allem)orientiert sich eher am Gymnasium:

Art. 53 (BayEUG)

(6) 1 Schülerinnen und Schülern, die die Erlaubnis zum Vorrücken nicht erhalten haben, kann in einzelnen Schularten und Jahrgangsstufen nach Maßgabe näherer Regelungen in den Schulordnungen das Vorrücken auf Probe gestattet werden; das Vorrücken kann ihnen noch gestattet werden, wenn sie sich einer Nachprüfung zu Beginn des folgenden Schuljahres erfolgreich unterzogen haben. 2Schülerinnen und Schülern, die infolge nachgewiesener erheblicher Beeinträchtigungen ohne eigenes Verschulden wegen Leistungsminderungen die Voraussetzungen zum Vorrücken nicht erfüllen (z.B. wegen Krankheit), kann das Vorrücken auf Probe gestattet werden, wenn zu erwarten ist, dass die entstandenen Lücken geschlossen werden können und das angestrebte Bildungsziel erreicht werden kann.

https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayEUG-53

Letzter Exkurs: In Coronazeiten wurde das alles zusammengeführt in einer „Allgemeinverfügung zur Änderung der Schulordnungen in Folge der Corona-Pandemie“ vom 24. Juni 2021

Änderung der Bekanntmachung über den Vollzug der Bayerischen Schulordnung (BaySchO)

Allgemeinverfügung zur Änderung der Schulordnungen in Folge der Corona-Pandemie

Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 24. Juni 2021, Az. II.1-BS4610.2/30

1.1 Nach Nr. 1.4 wird folgende Nr. 1.5 angefügt:

„1.5 1Für Schülerinnen und Schüler, für die ein Vorrücken aufgrund ihrer Leistungen nicht möglich ist, sind im Schuljahr 2020/2021 Entscheidungen über ein Vorrücken auf Probe nach Art. 53 Abs. 6 Satz 2 BayEUG zu treffen. 2Dabei wird die im Einzelfall zu Leistungsminderungen führende erhebliche Beeinträchtigung infolge der COVID-19-Pandemie in besonderem Maße gewichtet, auch hinsichtlich der Erwartung, ob die entstandenen Lücken geschlossen werden können, und der Prognose, ob das angestrebte Bildungsziel erreicht werden kann.

https://www.verkuendung-bayern.de/files/baymbl/2021/442/baymbl-2021-442.pdf

Zur Erklärung, weil ich es selbst auch falsch verstanden habe und entsprechend Entscheidungen zurücknehmen musste: Das Vorrücken auf Probe war hiermit keine Entscheidung mehr auf der Basis von Noten oder Noten in bestimmten Fächern, aber auch keine pädagogische Entscheidung mehr.

Wer es bis hier durchgehalten hat.

Völlig ohne Ironie und Sarkasmus oder väterliche Attitüde: Realschule und Gymnasien in Bayern sind unterschiedliche Schularten (ja…) und pflegen eine unterschiedliche Kultur. Daher reden die Beteiligten reden oft aneinander vorbei.

Ich ärgere mich oft im Alltag über die Gymnasien, mit denen ich zu tun habe – und wenn ich mich ärgere, ärgert sich in der Regel im Anschluss einer am Gymnasium über mich und die Realschule.

In Nürnberg gibt es zwei Schulen, an denen drei Schularten unter einem Dach sind. Ich bilde mir manchmal ein, dass da das Miteinander entspannter ist.

Und ich hoffe, dass die Realschule, die ich sehr mag, und jede andere Schule auch, die Kultur der pädagogischen Notengebung stärker kultivieren würde – und nein, wie gehabt, das heißt nicht, dass immer die bessere Note gegeben wird.