Arne schreibt seit diesem Schuljahr einen wöchentlichen Eintrag unter dem tag #AlsSchulleiterdurchsJahr. Ich neide ihm das – naja – ich komme jedenfalls selbst nicht in die Gänge. Finde keine Ton, wie ich mir nebenbei sage.
Dennoch finde ich, es gibt zu wenig Schuleiter, die „ins Netz schreiben“.
Grad trinke ich koscheren Wein, den mir 2023 eine Aushilfe zum Abschied aus Nürnberg mitgegeben hat, und denke, ich versuche es mal wieder. Bin in Stimmung.
Vielleicht auch, weil die letzten Wochen, schon vor Weihnachten, viel geboten war. Vielleicht weil ich bei Arne immer wieder lachen muss – 500km entfernt und doch dasselbe – oft derselbe Scheiß.
bösebuben
Die Bandbreite ist groß, von der Ladung aus dem Amtsgericht, über das Schreiben des Rechtsanwalts mit einem Widerspruch gegen eine Ordnungsmaßnahme bis hin zu neuem Vandalismus in den Toiletten. Eine Reihe von Ordnungsmaßnahmen gab es. Die neue Stellvertreterin hatte viel zu tun. Der Anwalt und das Gericht ist für mich geblieben. Erinnert mich aktuell an Nürnberg, denn auch die Polizei sprechen wir in letzter Zeit öfter als normal.
böseswetter
Der Freitag vor einer Woche war schulfrei hier in der Oberpfalz. Das war vom Wetter her gut so. Am Montag hatte es wieder geschneit und mein ABS schlug auf der Autobahnauffahrt und vor allem auf der vereisten Abfahrt vor der Schule gut an. Ich schleuderte einwandfrei auf die Landstraße, die verschneit war. Am Mittwoch dasselbe noch einmal. Die Mitbewohnerin fand an der Straße vor ihrer Schule keinen Parkplatz. An meiner Schule ähnlich.


umschwung
Ich bin seit August 2023 Schulleiter an der Schule. Mein Erscheinen war schon eine große Veränderung, die ich anfangs unterschätzte. Seitdem wechselte dann noch die Besetzung der zweiten Stellvertretung und jetzt die der ersten Stellvertretung und damit auch wiederum die der zweiten Stellvertretung. Und nun gibt es eine freie Stelle in der erweiterten Schulleitung. (Ich denke, bayerische Schulleiter der Realschule können mir folgen). Nun steht auf dem Programm, diese Veränderungen in geordnete Bahnen zu überführen. Also endlich ein echter Schulleiter zu werden nach 8,5 Jahren.
unterricht
Ich bin sehr unzufrieden mit mir, weil mein Unterricht nicht mehr richtig funktioniert. Es könnte daran liegen, dass ich nun auch bald 30 Jahre für Geld unterrichte (nächstes Jahr). Könnte, ziemlich sicher.
seminar
Wir sind Seminarschule, d.h. es werden hier Referendare ausgebildet in einem ersten Ausbildungsabschnitt – hier in 5 Fächern. Im letzten Jahr haben wir pausiert, weil es insgesamt zu wenige Lehramtsanwärter gibt. Offenbar kann man junge Menschen für den Job nicht so begeistern, wie es nötig wäre. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Dass wir Seminarschule sind bedeutet auch, dass ich der Seminarleiter bin. Das führt zum einen zu mehr Unterricht und zum anderen zu vielen Zusatzterminen, wie Lehrproben (intern und extern) und Tagungen. Mein herkömmlicher Unterricht ist eine Woche für die Lehrproben ausgefallen, nach den anstehenden Ferien werde ich drei Tage auf Tagung in Dillingen sein, davor einen Tag in München. Da fällt wieder aus. Das ist doof. Aber erstmal nicht zu ändern.
und sonst
Die Nachricht einer Schülerin, die 2009 bei mir Abschluss gemacht hat und mir per Instagram mitteilte, dass sie jetzt Mutter geworden ist. Drei Tage vorher dieselbe Nachricht von der Krankenschwester, die ein Jahr lang in Nürnberg einen Schüler beim Schulbesuch betreut hat, der mittlerweile verstorben ist.