{"id":1448,"date":"2011-08-31T16:24:02","date_gmt":"2011-08-31T14:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/?p=1448"},"modified":"2011-08-31T16:24:02","modified_gmt":"2011-08-31T14:24:02","slug":"ich-mag-keine-golfturniere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2011\/08\/ich-mag-keine-golfturniere\/","title":{"rendered":"Ich mag keine Golfturniere"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/rolli001.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1461 alignleft\" style=\"margin: 5px; border: 1px solid black;\" title=\"rolli001\" src=\"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/rolli001-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/rolli001-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/rolli001.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Nicht dass ich ein schlechter Spieler w\u00e4re, mein Handicap ist eigentlich ok. Ich spiele so oft es geht und komme ganz gut \u00fcber die Runden.<\/p>\n<p>Turniere in einem Golfclub spielt man eigentlich nur aus zwei Gr\u00fcnden: entweder, um sein Handicap zu verbessern (das geht nur im Turnier) oder aus der puren Lust, sich mit anderen zu messen. Ich glaube, letzteres macht mir Probleme. Denn offen gesagt habe ich bei jedem Turnier Angst, dass ich mich blamiere, und zwar auch noch vor Menschen, die ich kaum oder gar nicht kenne: &#8222;Wow, wo hat der eigentlich sein Handicap gekauft? So schlecht wie der ist.&#8220; Dass ich keinen Abschlag hinbekomme, keinen Putt, kein nix. Dass man mich danach bittet, doch bitte die Platzreife noch einmal abzulegen. Dass man mich auslacht und mit den Fingern auf mich zeigt.<\/p>\n<p>Ich gehe ins 13. Schuljahr als Lehrer und glaube, dass ich meinen Job einigerma\u00dfen beherrsche. Einen Preis als bester Lehrer werde ich sicher nicht gewinnen. Sch\u00fcler kommen zu einem guten Teil mit mir klar und manche freuen sich, wenn sie mich nach den Sommerferien wiedersehen. Meine Abschlusssch\u00fcler bekommen in meinem Fach recht ordentliche Noten &#8211; wenn sie sich anstrengen. Manche melden sich auch nach der Schule regelm\u00e4\u00dfig bei mir, um zu erz\u00e4hlen, wie es ihnen so ergangen ist.<\/p>\n<p>Und nun sitze ich an der ersten Grobplanung des Schuljahres, gehe zwei Schulb\u00fccher einer 5. Klasse durch, ich selbst habe diese Jahrgangsstufe sehr lang nicht mehr unterrichtet. In der Regel plane ich recht simpel in Deutsch: Die Schulaufgabenthemen sind festgelegt (man w\u00e4hlt aus 6 m\u00f6glichen 4 Schulaufgabenformate aus &#8211; generell Aufsatzthemen), ich plane pro Schulaufgabe 12 Stunden direkte\u00a0Vorbereitungszeit, ein paar \u00dcbungsstunden dazu, dann jeweils einen Probeaufsatz. Dazu gibts die \u00fcbliche Grammatik und Rechtschreibung usw. usf. Genaueres wird erst im Laufe des Schuljahres festgelegt. Wenn ich irgendwo was Nettes bei Kollegen sehe oder einen Blick in Praxis Deutsch o.\u00e4. werfe, kommen andere Themenbereiche erg\u00e4nzend dazu &#8211; wir schreiben unsere Schulaufgaben sowieso zusammen, d.h. es findet auch regelm\u00e4\u00dfiger Austausch in alle Richtungen statt. Aber so richtig vom Schuljahresanfang das ganze Schuljahr zu planen \u00a0&#8211; das habe ich noch nie gemacht. Ich arbeite von Ferien zu Ferien, von Schulaufgabe zu Schulaufgabe.<\/p>\n<p>Zwei Schulb\u00fccher Deutsch 5 liegen nun hier und auf dem Tisch, sogenannte Kombib\u00fccher, d.h. Sprach- und Leseb\u00fccher in einem. Das eine von beiden geht so vor, wie ich es da oben beschrieben habe: Die Aufsatzformen bestimmen den Unterrichtsgang, darum gruppieren sich die anderen Lehrplanthemen. \u00a0Das andere jedoch arbeitet in Oberthemen, die sich auch aber nicht allein an den \u00fcbergeordneten Lernzielen des Lehrplans orientieren: Miteinander in der Schule, Familie, Freundschaft usw. Diesen ein- und untergeordnet dann die Aufsatzformen (der <em>Brief <\/em>als Teil des Bereichs <em>Freundschaft<\/em>, die <em>Erz\u00e4hlung<\/em> in Zusammenhang mit dem Thema <em>Familie<\/em>).<\/p>\n<p>Letzteres erinnerte mich an eine Kollegin, die einmal drei Jahre bei uns war und vorher in NRW unterrichtet hatte. Als gro\u00dfen Unterschied zu ihrem Deutschunterricht bei uns erw\u00e4hnte sie, dass sie vorher in jeder Jahrgangsstufe Themen entwickelte, zu denen sie Material zusammen suchte, in Form von Texten, Lekt\u00fcren, Filmen, Grafiken etc. Diese Themen wurden dann durchgearbeitet und im Verlauf des Jahres entwickelte sich daraus dann die Schulaufgabe in Inhalt und Form.<\/p>\n<p>Ich finde diese Vorgehensweise \u00fcberraschend sinnvoll.<\/p>\n<p>Jetzt schaue ich mich gehetzt um, ob ich der einige bin, der so komisch seinen Unterricht plant. Und es werden sicher Leute kommen, die den Kopf sch\u00fctteln \u00fcber mich. B\u00f6se Mails werden mich erreichen &#8211; wie ich mich \u00f6ffentlich als St\u00fcmper so hinstellen kann.<\/p>\n<p><em>Exkurs I<\/em><\/p>\n<p>Ehrlich gesagt habe ich vor Jahren unter dem Eindruck dieser Kollegin eine Sequenz in der 7. Klasse zur <em>Inhaltsangabe<\/em> unterrichtet, wobei alles unter dem Oberthema <em>Gerechtigkeit<\/em> stand. Die Planung hatte ich irgendwo entdeckt und nachvollzogen. Am Ende stellt ich fest, dass die Sch\u00fcler viele Gedanken zum Thema Gerechtigkeit gemacht hatten, aber dann fragten: Was schreiben wir eigentlich in der Schulaufgabe?<\/p>\n<p><em>Exkurs II<\/em><\/p>\n<p>Am letzten Montag habe ich mein erstes Turnier seit zwei Jahren gespielt. Dabei best\u00e4tigte ich mein Handicap. Ich merkte dabei, dass das Spielen mit und <em>vor<\/em> fremden Leuten vor allem dazu f\u00fchrte, dass ich konzentrierter als sonst arbeitete: die Schl\u00e4ger entsprechend aussuchte, weniger gro\u00dfspurig schlug und letztlich ernsthafter bei der Sache war. Im Ergebnis landete ich im Feld am Ende des vorderen Drittels. Aber ich habe gemerkt, dass ich bestimmte Dinge verbessern k\u00f6nnte. M\u00fcsste mal wieder ein paar Stunden beim Golfpro nehmen &#8211; dann k\u00f6nnte ich sicher beim n\u00e4chsten Turnier ein paar Punkte mehr holen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht dass ich ein schlechter Spieler w\u00e4re, mein Handicap ist eigentlich ok. Ich spiele so oft es geht und komme ganz gut \u00fcber die Runden. 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