{"id":1560,"date":"2011-09-27T22:25:15","date_gmt":"2011-09-27T20:25:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/?p=1560"},"modified":"2012-11-17T13:27:16","modified_gmt":"2012-11-17T12:27:16","slug":"interpretation-von-kurzgeschichten-mit-dem-handy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2011\/09\/interpretation-von-kurzgeschichten-mit-dem-handy\/","title":{"rendered":"Deutsch &#8211; schnell gemacht 5: Interpretation von Kurzgeschichten mit dem Handy"},"content":{"rendered":"<p>Eine einfache Idee.<\/p>\n<p>Das Bauen von Standbildern oder kurze Szenen zur Unterst\u00fctzung der Interpretation von literarischen Texten mache ich recht gern, aber viel zu selten. Ich entschuldige mich dann mit allem M\u00f6glichen, z.B. dass die Klasse nicht bereit ist daf\u00fcr oder oder oder. Meist bin ich nur feige.<\/p>\n<p>Ich habe gemerkt, dass immer Bauchschmerzen dar\u00fcber bleiben, ob die Sch\u00fcler jetzt wirklich genau so viel &#8222;begriffen haben&#8220; wie in einer herk\u00f6mmlichen Interpretation. Und daher schiebt man schnell noch &#8222;richtige Interpretation&#8220; hinterher.<\/p>\n<p>Dumm. Weil<\/p>\n<ul>\n<li>das Szenische Interpretieren oder auch der kreative Umgang mit Literatur damit eindeutig in die Schmuddelecke der Spielerei gesteckt wird<\/li>\n<li>eine Doppelung entsteht, denn der Sch\u00fcler durchl\u00e4uft ja hier im Standbildbauen dieselben Arbeitsschritte wie beim schriftlichen Interpretieren<\/li>\n<li>der gesch\u00e4tzte Prozentsatz der Sch\u00fcler, die mit dem einen nichts anfangen k\u00f6nnen, mit dem anderen auch nicht &#8222;mehr begreifen&#8220;oder weniger<\/li>\n<li>der durchschnittliche Realsch\u00fcler, den ich unterrichte, mit der schriftlichen Interpretation in seiner Zukunft nicht viel anfangen kann &#8211; die Einf\u00fchlung in Charaktere oder literarische Figuren ihm aber deutlich mehr bringt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es kann nun an meinem fortgeschrittenem Alter liegen, dass mich die Meinung anderer nicht k\u00fcmmert oder ich dem Lehrplan gegen\u00fcber entspannter bin (als ob das je anders war), aber ich \u00fcberwinde mich in letzter Zeit immer mal wieder und lasse die Sch\u00fclerInnen spielen.<\/p>\n<p>Heute war es der Fall im Rahmen der\u00a0Behandlung\u00a0der Kurzgeschichte &#8222;Die Tochter&#8220; von Peter Bichsel in einer zehnten Klasse. Es gab folgende verschiedene Aufgaben:<\/p>\n<p><em>Geht in 3er Gruppe zusammen (die Gruppen zogen eine der folgenden Aufgaben)<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Baut ein Standbild, in dem eine Szene der Geschichte dargestellt wird.<\/em><\/li>\n<li><em>Entwickelt eine kurze Szene (1Minute) ohne Text, in der eine Szene der Geschichte dargestellt wird.<\/em><\/li>\n<li><em>Entwickelt eine kurze Szene (1 Minute) mit Text, in der eine Szene der Geschichte dargestellt wird.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Haltet eure Ergebnisse (Foto oder Film) mit dem Handy fest und gebt mir diese morgen auf CD, USB-Stick oder SD-Card.<\/em><\/p>\n<p>Warum ist diese Aufgabenstellung nun gleichwertig zu einer herk\u00f6mmlichen schriftlichen\u00a0Interpretation?<\/p>\n<p>Weil, wie oben schon gesagt, die Sch\u00fcler zur L\u00f6sung ihrer Aufgabe<\/p>\n<ul>\n<li>den Inhalt des Textes erfasst,<\/li>\n<li>die Charaktere verstanden,<\/li>\n<li>die Beziehungen gekl\u00e4rt haben m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich gebe den Sch\u00fclerInnen der Klasse die M\u00f6glichkeit sich auf dem gesamten Schulgel\u00e4nde ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr ihre Arbeit zu suchen. Dies klappt <del>in der Regel.<\/del>\u00a0bisher immer. Letztes Jahr haben sie Szenen aus einer Buchverfilmung nachstellen m\u00fcssen, die Fotos wurden dann in Facebook in der Klassengruppe eingestellt und dort von den Sch\u00fclern bewertet (was diese noch sehr z\u00f6gerlich getan haben). Das hei\u00dft, sie kennen das schon.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zur Bichsel-Geschichte pr\u00e4sentiere ich morgen \u00fcber Beamer und dann schauen wir, wie gut die Szenen getroffen wurden, bzw. wie &#8222;gut&#8220; die Geschichte &#8222;interpretiert&#8220; wurde. Leider kann ich hier aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden keine Ergebnisse einstellen.<\/p>\n<p>Warum eigentlich das Handy?<\/p>\n<p>Eigentlich nur aus einem einfachen Grund, oder zweien. Einmal fand ich es immer sehr schade, dass diese Handlungsprodukte so fl\u00fcchtig waren &#8211; das Foto kann hier leicht Abhilfe schaffen. Au\u00dferdem ist das Reden \u00fcber diese Ergebnisse oftmals schwierig, wenn es nur aus dem Ged\u00e4chtnis heraus geschieht. Schlie\u00dflich, wenn ich es mal mit Didaktik versuchen darf, vertieft es meiner Meinung nach die Arbeit durch den Umstand, dass die Sch\u00fcler durch Nutzung der Kamera viel st\u00e4rker in die Rollen des Beobachters und Beobachteten geraten &#8211; und dadurch tiefer reflektieren &#8211; nunja, ist nur ein Versuch, ganz ohne Bezug zu schlauen Theorien.<\/p>\n<p>Edit: Eine erste\u00a0Reflexion\u00a0ergibt, dass ich in Zukunft in der Aufgabenstellung auf jeden Fall \u00e4ndern muss. Es fehlte der Zusatz: <em>Komme mit ein oder zwei Requisiten aus.<\/em>\u00a0Das Problem war n\u00e4mlich, dass mich die Sekret\u00e4rin nach der Stunde ansprach und scherzhaft meinte, dass mein Unterricht sie von der Arbeit abgehalten habe. Es kamen n\u00e4mlich alle m\u00f6glichen Sch\u00fcler und brauchten Sch\u00fcrzen o.\u00e4. Andere wiederum hatten sich vom Musiklehrer einen Plattenspieler ausgeliehen &#8211; und ich frage mich, ob sie in seinen Unterricht gegangen sind. Da muss ich mal nachfragen. Morgen. Beschwert hat sich noch keiner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine einfache Idee. Das Bauen von Standbildern oder kurze Szenen zur Unterst\u00fctzung der Interpretation von literarischen Texten mache ich recht gern, aber viel zu selten. Ich entschuldige mich dann mit allem M\u00f6glichen, z.B. dass die Klasse nicht bereit ist daf\u00fcr oder oder oder. Meist bin ich nur feige. 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