{"id":2678,"date":"2012-05-27T21:59:06","date_gmt":"2012-05-27T19:59:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/?p=2678"},"modified":"2012-05-27T22:00:28","modified_gmt":"2012-05-27T20:00:28","slug":"lehrer-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2012\/05\/lehrer-lesen\/","title":{"rendered":"Lehrer lesen"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Auf dem Nachttisch&#8230;<\/strong><\/h3>\n<p>so lautete die \u00dcberschrift, unter der Kurt Tucholsky B\u00fccher besprach. Bei <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Tucholsky,+Kurt\/Werke\/1931\/Auf+dem+Nachttisch+%5B2%5D\" target=\"_blank\">Zeno.org<\/a> (hier \u00fcber die Schriften Freuds) konnte ich einige dieser Texte aus den Gesammelten Werken entdecken &#8211; allerdings habe ich eine Gesamtausgabe ohnehin im Regal stehen.<\/p>\n<p>Bei Lehrern d\u00fcrfte es auch einen Ort geben, auf dem sich die B\u00fccher stapeln &#8211; bis die Ferien beginnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Auf meinem Gartentischchen in den Pfingstferien<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Blog-lesen005.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2680 alignright\" style=\"margin: 5px; border: 1px solid black;\" title=\"Blog-lesen005\" src=\"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Blog-lesen005-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Blog-lesen005-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/Blog-lesen005.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><strong>H.D. Thoreau &#8211; Aus den Tageb\u00fcchern. <a href=\"http:\/\/www.henry-david-thoreau.de\/\" target=\"_blank\"><br \/>\nTewes Verlagsbuchhandlung<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Ausgew\u00e4hlt, weil ich mein Projekt &#8222;Dichter als Staatsfeinde&#8220; ausgebaut habe, d.h. um Erich M\u00fchsam und Thoreau (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%9Cber_die_Pflicht_zum_Ungehorsam_gegen_den_Staat\" target=\"_blank\">\u00dcber die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat<\/a>) erweitert habe. <em>Walden<\/em> hatte ich schon gelesen vor einigen Jahren &#8211; die Ausgabe steht hier aber nicht mehr, ich meine, ich h\u00e4tte sie mal an einen Sch\u00fcler oder eine Sch\u00fclerin verliehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>David Foster Wallace &#8211; Das M\u00e4dchen mit den komischen Haaren<\/strong><\/p>\n<p>Eine Bekannte schickte mir den Hinweis auf den Vortrag &#8222;Das hier ist Wasser&#8220; von D.F. Wallace. Einen Vortrag vor den Absolventen des Kenyon College. (<a href=\"http:\/\/www.spex.de\/2012\/03\/09\/david-foster-wallace-das-hier-ist-wasser-horprobe\/\" target=\"_blank\">Besprechung in der SPEX<\/a>) Sein Grundgedanken umkreisten die Fragen &#8222;Was ist Denken?&#8220; und &#8222;Wie erreiche das 30. Lebensjahr, ohne mir eine Kugel in den Kopf zu jagen?&#8220; Die Rede scheint auf den ersten Blick banal zu sein. Ist sie aber nicht.<\/p>\n<p>Jedenfalls folgte aus dieser Begegnung nun dieser Band mit Kurzgeschichten. Ich bin gespannt. Es scheint das Sperrigste der drei zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jonathan Franzen &#8211; Anleitung zum Alleinsein<\/strong><\/p>\n<p>OK, ich gebe zu, dass ich hier nach Titel ausgesucht und nicht den Klappentext gelesen habe. Allein aus den stressigen beiden Wochen heraus. Entgegen meiner Hoffnung, auf die Anleitung zum Alleinsein zu sto\u00dfen, fand ich hier nun eine Sammlung von gesellschafts- und kulturkritscher Essays aus den Jahren 1994 bis 2001.<\/p>\n<p>Franzen kenne ich bisher nur von <em>Die Unruhezone<\/em>, was ich als sch\u00f6nes H\u00f6rbuch zwischen Berlin und N\u00fcrnberg genossen habe. Als solches ein genial witziges, spannendes und pers\u00f6nliches Buch &#8211; ohne allzusehr voyeuristisch zu sein.<\/p>\n<p>Die Essays des vorliegenden Bandes sind bisher sehr vielversprechend. Grunds\u00e4tzlich scheint es um eine Phase zu gehen, in der Franzen wenig bis gar nichts schreiben konnte\/wollte. Eines der zentralen Essays ist somit wohl das Harper&#8217;s Essay \u00fcber seine Depression nach zwei von der Kritik gl\u00e4nzend besprochenen Romane, die aber seiner Meinung nach kaum einer lesen will. Dabei dreht er Kultur, Medien und die damit verkn\u00fcpfte amerikanische Gesellschaft durch die Mangel, was mich bisher gl\u00e4nzend unterh\u00e4lt. Manche Kritiker halten es f\u00fcr ein jammerndes St\u00fcck Literatur &#8211; ich nicht.<\/p>\n<p>Ebenso spannend ein Essay \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Privatsph\u00e4re und \u00d6ffentlichkeit: <em>Riesenschlafzimmer<\/em>. Spannend, weil von 1998 &#8211; Pr\u00e4-Facebook sozusagen. Und es enth\u00e4lt dennoch einige pr\u00e4gende Gedanken, die in der aktuellen Diskussion um #postprivacy nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollten.<\/p>\n<p>Bei der Entstehung des Essays schien aber der sogenannte Starr-Report Einfluss genommen zu haben, der die Vorg\u00e4nge um die Beziehung zwischen Bill Clinton und Monica Lewinski &#8222;erhellen&#8220; sollte. Seine Haltung dabei ist die, dass die Privatsph\u00e4re oder das Private nicht gef\u00e4hrdet sind, sondern eher &#8222;explodieren&#8220;. Das Private, so \u00e4u\u00dfert er, bel\u00e4stige ihn eher, vor allem, wenn er damit im \u00f6ffentlichen Raum konfrontiert werde in Form des laut telefonierenden Mitb\u00fcrgers oder dem Lieferanten, der auf B\u00fcrgersteig pinkelt.<\/p>\n<p>Ebenfalls erw\u00e4hnt wird sein (unser) zwiesp\u00e4ltiges Verh\u00e4ltnis zum Thema Datenschutz.<\/p>\n<p><em>&#8222;Das Risiko, dass jemand mein Maut-Konto anzapft, erscheint mir ertr\u00e4glich gering, verglichen mit dem Plus an Bequemlichkeit.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Aber auch die Hysterie rund um das Sammeln von Daten.<\/p>\n<p><em>&#8222;Dass aber Powers (<\/em>gemeint ist Richard Powers, der \u00fcber den Verlust des Privaten schrieb<em>) Kreditkartenbetrug und abgeh\u00f6rte Handygespr\u00e4che ernstlich mit einem thermonuklearen Ernstfall vergleichen kann, zeigt in erster linie, wie ansteckend die Angst vor dem Verlust der Privatsph\u00e4re ist. Wo ist denn &gt;registriert&lt;, was Powers oder sonst jemand denkt, sieht, sagt, hofft, plant, tr\u00e4umt und peinlich findet? Ein digitaler Ulysses, der aus nichts anderes als einer Liste der Eink\u00e4ufe seines Helden und anderer Verrichtungen besteht, die sich dokumentieren lassen, beliefe sich h\u00f6chstens auf vier Seiten: War an Leopold Blooms Tag wirklich mehr passiert?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Bei Franzen habe ich zum ersten Mal seit l\u00e4ngerer Zeit wieder einen Bleistift gez\u00fcckt, um Seitenmarkierungen anzubringen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/rezension-sachbuch-ich-will-sein-wie-die-anderen-aber-anders-1359191.html\" target=\"_blank\">Besprechung in der FAZ<\/a> und auf <a href=\"http:\/\/www.blogedition.de\/jonathan-franzen-uber-privatsphare-und-offentliche-sphare\/\" target=\"_blank\">BlogEdition<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Unterm Strich<\/strong><\/h3>\n<p>Ich habe mich gefragt, warum so viele der Lehrer, die ich kenne, auf die Frage, was sie in den Ferien machen, oft anworten: &#8222;Lesen.&#8220; Sicherlich geschieht dies, um auf andere Gedanken zu kommen. Andrerseits merke ich bei mir gerade, dass es vor allem auch darum geht, wieder Worte zu sch\u00f6pfen. Nach 6 Wochen Unterrichts und 4 Wochen kontinuierlichen Korrigierens fehlen mir jedenfalls die Worte &#8211; auch im w\u00f6rtlichen Sinn.<\/p>\n<p>Seltsamerweise f\u00e4llt mir grad wieder der Tucholsky ein und seine <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Tucholsky,+Kurt\/Werke\/1931\/Schrei+nach+Lichtenberg\" target=\"_blank\">Frage nach Lichtenberg<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Nachttisch&#8230; so lautete die \u00dcberschrift, unter der Kurt Tucholsky B\u00fccher besprach. Bei Zeno.org (hier \u00fcber die Schriften Freuds) konnte ich einige dieser Texte aus den Gesammelten Werken entdecken &#8211; allerdings habe ich eine Gesamtausgabe ohnehin im Regal stehen. Bei Lehrern d\u00fcrfte es auch einen Ort geben, auf dem sich die B\u00fccher stapeln &#8211; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2012\/05\/lehrer-lesen\/\">weiterlesen&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"iawp_total_views":0,"activitypub_content_warning":"","activitypub_content_visibility":"","activitypub_max_image_attachments":4,"activitypub_interaction_policy_quote":"anyone","activitypub_status":"","footnotes":""},"categories":[4],"tags":[24,53],"class_list":["post-2678","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-belesen","tag-ich","tag-lesen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2678"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2678\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}