{"id":2749,"date":"2012-08-07T10:36:01","date_gmt":"2012-08-07T08:36:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/?p=2749"},"modified":"2013-07-18T21:39:15","modified_gmt":"2013-07-18T19:39:15","slug":"5-minuten-schulleitung-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2012\/08\/5-minuten-schulleitung-9\/","title":{"rendered":"5 Minuten Schulleitung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2786\" style=\"border: 1px solid black;\" title=\"640px-GorlebenNuclearWaste1\" src=\"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/640px-GorlebenNuclearWaste11.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/640px-GorlebenNuclearWaste11.jpg 640w, https:\/\/www.kubiwahn.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/640px-GorlebenNuclearWaste11-300x194.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&#8222;Einem Club, der mich als Mitglied aufnimmt, m\u00f6chte ich nicht angeh\u00f6ren.&#8220; (Groucho Marx)<\/p>\n<p>Ich war nie der &#8222;geborene Lehrer&#8220;, auch wenn einige, die mich fr\u00fcher kannten, dies gern behaupten. Dass ich einer bin, finde ich aber ziemlich in Ordnung. Irgendwie lag&#8217;s ja schon in der Familie, in der Lehrer (in Schlesien) gro\u00dfv\u00e4terlicher-, onkeliger- und gro\u00dfm\u00fctterlicherseits bis ins 19. Jahrhundert nachzuweisen sind. Nunja.<\/p>\n<p>Dass ich dar\u00fcber hinaus als &#8222;Mitarbeiter in der Schulleitung&#8220; gelandet bin, mag meine Mutter zu einem typischen, explosiven Lachen hingerissen haben, inklusive der Erinnerung, wie sie in meiner &#8222;kreativsten Phase&#8220; w\u00e4hrend der 8. Klasse (1982\/1983!) (mal wieder) im Gang vor dem Direktorzimmer sitzen musste, um mit dem Rektor \u00fcber mich zu sprechen. Daran erinnert sie mich jedes Jahr mindestens einmal.<\/p>\n<p>Im selben Atemzug wird sie erw\u00e4hnen, dass mein Klassenlehrer in einem dieser Momente vorbeikam, kurz stehenblieb und ihr in Bezug auf mich zuraunte: &#8222;Wir m\u00fcssen ihm den R\u00fccken st\u00e4rken!&#8220;<\/p>\n<p>Mein erstes Lehrervorbild. Nicht nur deswegen, aber bis heute. Auch wenn meine Erinnerung sehr blass ist &#8211; und was wusste man schon damals von seinen Lehrern?<\/p>\n<p>Warum ich das alles erz\u00e4hle? Wieder mal ein wenig Post-Privacy-Schw\u00e4che?<\/p>\n<p>Nein. Einfach nur eine lange Vorbereitung. Denn ich habe mich vor einigen Wochen wieder beworben. Und ohne lang herumzureden, die kultusministerielle Wahl fiel auf mich. Dies bedeutet nun, dass ich ab dem <del>n\u00e4chsten<\/del> aktuellen Schuljahr an meiner neuen B\u00fcrot\u00fcr ein neues Schild anbringen kann, das erg\u00e4nzt wird um den Zusatz &#8222;Stellvertretender Schulleiter&#8220;. Korrekt gesagt ziehe ich um in das gr\u00f6\u00dfere B\u00fcro.<\/p>\n<p>Dies mag einige erschrecken, die mich kennen. Vielleicht auch die, die aus meinem Blog und anderen Social-Media-Beitr\u00e4gen heraus Beschwerdebriefe an meine Vorgesetzten formulieren. Mich selbst hat es nicht so sehr \u00fcberrascht, wenn das auch \u00fcberheblich klingen mag. Aber wenn man im Gesch\u00e4ft ist, dann kann man dies oder jenes absch\u00e4tzen. Von daher.<\/p>\n<p>Vor den Ferien hatte mir dieser Posten, den ich noch nicht besetzte, der aber frei wurde, sehr viel mehr Arbeit eingebracht, bzw. neue Aufgaben. Und davon so viele, dass dieser Blog zum ersten Mal brach lag. Was das noch an Umbruch bringen wird, mag ich noch nicht absch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich werde ich mir aber jetzt so etwas wie einen Anzug kaufen m\u00fcssen. Irgendwann.<\/p>\n<p>Dass mir als erstes der Satz von Groucho Marx einfiel, ist dar\u00fcber hinaus vielleicht etwas seltsam &#8211; und mir ist auch nicht so klar, warum &#8211;\u00a0 Warum sollte ich den Verein ablehnen, f\u00fcr den ich mich beworben habe? Spricht es nicht eher F\u00dcR den Verein, dass er so jemanden wie mich aufnimmt?<\/p>\n<p>Jedenfalls habe ich mal den Lehrer von oben gegoogelt. Er ist beruflich bis in die obere Hamburger Schulbeh\u00f6rde gekommen. Dass er schon fr\u00fcher Trompete gespielt hat, auf dem Jungfernstieg in Hamburg, war mir noch in Erinnerung. Dass er Mitglied des Orchesters &#8222;<a href=\"http:\/\/www.tutenundblasen.net\/\">Tuten und Blasen<\/a>&#8220; ist, wusste ich auch. Die Geschichte des Orchesters jedoch ist mir neu gewesen und wird hier f\u00fcr den Sender Tide zusammengefasst. Das werde ich mal meiner Mutter vorspielen m\u00fcssen. Sie wird fragen, ob er immer noch die alte speckige Lederjacke tr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">httpv:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PivUN8AwGoQ<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mein erw\u00e4hntes Lehrervorbild ist \u00fcbrigens keiner von den Interviewten. Aber dieses Portr\u00e4t beeindruckt mich, weil es mich auch in meiner \u00dcberzeugung best\u00e4tigt, dass ein Lehrer immer auch \u00fcber die vier W\u00e4nde seines Klassenzimmers hinaus engagiert und wirksam sein kann &#8211; soll &#8211; muss?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Nachtrag<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bez\u00fcglich meiner Erinnerung war ich nicht ganz sicher und habe daher eine Mail an die Kontaktadresse &#8222;Tuten und Blasen&#8220; geschickt. Doch es stimmte. Und ich bin nicht ganz sicher, ob es mir schmeichelt, dass man sich nach 30 Jahren an meinen Namen erinnert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Erinnerungen sind ja eine komische Sache. Ich sage, er war ein Vorbild und doch kann ich mich nicht an den Unterricht erinnern. Ich wei\u00df, dass er eine Art hatte, uns anzusprechen, die uns f\u00fcr ihn einnahm. Daneben denke ich an spannende Erz\u00e4hlungen bez\u00fcglich der Franz\u00f6sischen Revolution.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und aus jeder Zeit heraus entwickelte sich, glaube ich, meine Vorliebe f\u00fcr die taz &#8211; klingt seltsam, kam aber so&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der 8. Klasse plante unser Klassenlehrer eine Radtour mit uns &#8211; was an sich schon der reine Wahnsinn war: 8. Klasse, 30 Sch\u00fcler, mit Fahrrad auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen! Und so fand sich wohl auch kein Kollege, der mitwollte. Stattdessen fuhr ein Freund von ihm mit. Irritierend, dass ich nur noch wei\u00df, dass er Paul mit Vornamen hie\u00df. Jedenfalls raunte es damals durch die Klasse, dass er &#8222;Redakteur bei der taz&#8220; sei. Da ich damals noch nicht regelm\u00e4\u00dfig Zeitung las, verpuffte das etwas, aber sp\u00e4ter geh\u00f6rte sie, wenn auch nicht t\u00e4glich, so doch regelm\u00e4\u00dfig zu meiner Zeitungslekt\u00fcre. Mittlerweile im Wochenendabo und seit zwei Monaten als Mitglied der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/zeitung\/genossenschaft\/\">taz-Genossenschaft<\/a>. Und ebenso regelm\u00e4\u00dfig wie ich sie lese, denke ich an Paul, der &#8222;Redakteur bei der taz&#8220; ist und mal mit uns auf einer Radtour war.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Radtour f\u00fchrte uns \u00fcbrigens in das Wendland, welches man heute wohl aus den Nachrichten kennt, wenn Traktoren Castor-Transporte aufhalten wollen. In der N\u00e4he unseres damaligen Ziels lag und liegt n\u00e4mlich Gorleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Nachtrag II<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich frage mich, was bei all dem Tanz um die Planung von Unterricht bei meinen Sch\u00fclern eigentlich ankommt. Ist es das, was in meinem Stundenraster steht oder das, was ich nebenbei so alles sage, tu, mache? Konkret: sind es die Phasen der Franz\u00f6sischen Revolution oder ist es Paul?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>PS<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verladestation_Dannenberg\" target=\"_blank\">Bilderkl\u00e4rung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Einem Club, der mich als Mitglied aufnimmt, m\u00f6chte ich nicht angeh\u00f6ren.&#8220; (Groucho Marx) Ich war nie der &#8222;geborene Lehrer&#8220;, auch wenn einige, die mich fr\u00fcher kannten, dies gern behaupten. Dass ich einer bin, finde ich aber ziemlich in Ordnung. 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