{"id":2925,"date":"2012-10-03T09:57:14","date_gmt":"2012-10-03T07:57:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kubiwahn.de\/blogwahn\/?p=2925"},"modified":"2012-10-04T19:24:06","modified_gmt":"2012-10-04T17:24:06","slug":"blogparade-wie-motiviert-man-unmotivierte-schuler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kubiwahn.de\/wordpress\/2012\/10\/blogparade-wie-motiviert-man-unmotivierte-schuler\/","title":{"rendered":"[Blogparade] Wie motiviert man unmotivierte Sch\u00fcler?"},"content":{"rendered":"<p>Bezugnehmend auf die motivierte Blogparade von <a href=\"http:\/\/fontanefan.blogspot.de\/2012\/09\/blogparade-wie-motiviert-man.html\">Fontanefan<\/a>.<\/p>\n<p>Ich geh da mal wieder von mir aus &#8211; ist ja auch mein Blog ;). Und also was hat mich motiviert, fr\u00fcher? Vor allem doch wohl Neugier. Daran kann ich mir erinnern, dass ich immer und immer wieder Fragen hatte und ihre Antworten wissen wollte &#8211; wichtig waren mir aber immer die Fragen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter kam noch etwas anderes hinzu. N\u00e4mlich jemand, der mir erkl\u00e4rte, dass es ziemlich clever ist, Fragen zu stellen. Und der mir erkl\u00e4rte, dass es kein Zeichen von Dummheit ist, wenn man Fragen stellt &#8211; ganz im Gegenteil. Dass Fragen sehr wohl Zeichen von Intelligenz sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herr-rau.de\/wordpress\/2012\/10\/wie-motiviert-man-unmotivierte-fragt-fontanefan.htm\">Herr Rau<\/a> hat schon Recht m.E., wenn er andeutet, dass komplett unmotivierte Sch\u00fcler auch nur schlecht umzustricken sind. Eine grunds\u00e4tzlich motivierte Haltung, die man doch wohl im Lehrerberuf einem Sch\u00fcler unterstellt (sonst w\u00e4re jede Anstrengung ja wohl von Grund auf \u00fcberfl\u00fcssig), ist also vorhanden. Wie aber diese weiter wecken und f\u00f6rdern?<\/p>\n<p>Es geht im Folgenden um Erfahrungen.<\/p>\n<p>Sicherlich spielt Best\u00e4tigung und Best\u00e4rkung eine Rolle. Ich merke oft, wenn ich Sch\u00fcler offen lobe (dass ich sie lobe, geschieht selten, da muss ich mich manchmal zwingen&#8230;ich wei\u00df, arbeite dran&#8230;Lehrerkrankheit) und diese sich dann mindestens in dieser Stunde und den folgenden \u00f6fter melden. W\u00fcrde man dies also \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg (sinnhaft) tun, d\u00fcrfte sich Motivation verst\u00e4rken lassen. Problem: Wie schaffe ich das bei 200 Sch\u00fclern am Vormittag sinnhaft?<\/p>\n<p>Was ich ebenfalls beobachten kann, ist das mit der \u00dcberforderung bzw. dem rechten Ma\u00df der Anforderung. Binsenweisheit, sicher. In Zusammenhang mit meinen F\u00e4chern aber nicht immer ganz einfach. Oft geht es in Geschichte oder Sozialkunde oder Deutsch darum, pers\u00f6nlich Stellung zu nehmen, aus dem eigenen Horizont heraus Dinge zu bewerten, sich in eine literarische oder historische Figur hineinzudenken oder zu -f\u00fchlen. Hier sind die Sch\u00fclerInnen sehr zur\u00fcckhaltend &#8211; oder auch wenig motiviert, weil die (richtigen) Antworten so uneindeutig sind. Wenn ich in derselben Stunde dann noch eindeutige Aufgaben stelle, zur Rechtschreibung, Grammatik oder einfach nach Jahreszahlen frage, ist die Unterrichtsbeteiligung gr\u00f6\u00dfer &#8211; und damit auch die Motivation, (oder?)<\/p>\n<p>(Ich selbst war dann eigentlich am meisten motiviert als Sch\u00fcler, wenn die Antworten nicht eindeutig war, sondern man sich m\u00fchte, einer Antwort nahe zu kommen &#8211; gab es eine L\u00f6sung, war ich eher entt\u00e4uscht).<\/p>\n<p>Drittens: motivierende T\u00e4tigkeiten sind Dinge, die ich gern mache. Ergo das Ziel, dass die Kinder zumindestens nicht ungern zu einem kommen. Fachlich, pers\u00f6nlich, was auch immer.<\/p>\n<p>Viertens: Es motiviert das Anschauliche, immer, das sag ich einfach mal so. Das, was ich anfassen kann, bleibt gut im Ged\u00e4chtnis, kann beim n\u00e4chsten Mal angewendet werden. Das, womit ich konkret umgehen kann, verst\u00e4rkt auch die Lust, es weiter zu verwenden.<\/p>\n<p>Unterm Strich, so aus dem hohlen Bauch heraus zum Thema der Motivation: Neugier f\u00f6rdern, ermutigen Fragen zu stellen, best\u00e4rken (!), passender Anspruch, H\u00f6flichkeit und Freundlichkeit, das Gef\u00fchl vermitteln pers\u00f6nlich angesprochen zu sein.<\/p>\n<p>Und diese Erkenntnisse bedeuten nicht, dass ich vorn an der Klaviatur sitze und melodi\u00f6s auf den Sch\u00fclern spiele. Wie angedeutet, fallen mir manche Dinge schwer, z.B. das Loben oder der passende Anspruch. Andere dagegen leicht, wie die pers\u00f6nliche Ansprache oder die Grundhaltung, jede Frage (insofern ernst gemeint) zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Wogegen ich mich aber immer verwehre ist diese Haltung, wie sie von Uni und Seminarschule gern vermittelt wird und auch in der \u00d6ffentlichkeit oft zu h\u00f6ren ist, wenn auch nur unterschwellig: dass man in der Schulklasse nur die &#8222;richtigen&#8220; Kn\u00f6pfe dr\u00fccken muss, um motivierte Sch\u00fcler zu haben &#8211; respektive: dass unmotivierte Sch\u00fcler nur ein Zeichen eines unf\u00e4higen Lehrers sind.<\/p>\n<p>So wie ich glaube, dass jeder Sch\u00fcler, der in der Schule hockt, motiviert und irgendwo auch willig ist, zu lernen, wei\u00df ich auch, dass ich bei vielen diese Motivation nicht werde f\u00f6rdern k\u00f6nnen, weil die Voraussetzungen daf\u00fcr au\u00dferhalb meines Einflusses liegen.<\/p>\n<p>PS: Thema Motivation<\/p>\n<p>Bin um 8 aufgestanden, habe mit der Frau gefr\u00fchst\u00fcckt und um 8.45 den Mac hochgefahren. Reader gecheckt, Blogeintrag bei Herrn Rau gelesen, Fontanfan \u00fcberflogen, angefangen zu bloggen. Nicht dass ich noch andere Dinge zu tun h\u00e4tte, f\u00fcr die ich mich grad nur schlecht motivieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bezugnehmend auf die motivierte Blogparade von Fontanefan. Ich geh da mal wieder von mir aus &#8211; ist ja auch mein Blog ;). Und also was hat mich motiviert, fr\u00fcher? Vor allem doch wohl Neugier. 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