Eine Woche Schulleitung – KW04

Die Krankheitswelle ebbt nicht ab. Viele Vertretungen, auch für mich. Das machte die Vormittage etwas hektisch und einige kleine Dinge gingen unter, manchmal eben auch durchdachter Unterricht. Sogar ein Tattoo-Termin musste abgesagt werden, weil die Tätowiererin krank wurde.

In kaum einer Klasse pünktlich gewesen. An einigen Tagen 10000 Schritte ohne zusätzlichen Sport geschafft.

Unterrichtsbesuche bei Kollegen für die Beurteilung fortgesetzt. 3 Besuche müssen sein, einen davon übernehme ich.

Theaterprojekt lief an und wurde am Freitag beendet. Startschuss wurde erst am Wochenende final erteilt. Eine Kunstagentur aus Nürnberg und das Jugendamt boten uns vor mehr als einem halben Jahr die Durchführung eines Theaterprojekts an zum Thema Depressionen bei Jugendlichen. Spannend hörte es sich an, weil innerhalb von vier Tagen mit 8 Schülern ein Theaterstück eingeprobt und dann aufgeführt werden sollte. Bei uns kamen mit Hängen und Würgen 5 Schüler zusammen, aber diese waren so engagiert, dass es dann doch noch klappte. Organisation im Hintergrund war etwas schwierig aufgrund der unsicheren Lage bis zum Schluss – auch aufgrund einiger Anfänger-Fehler im Projektmanagement (großkotziger Begriff) durch mich. So langfristige Projekte sind schwierig, weil sie die ganze Zeit da hängen, ohne aktuell zu sein und ohne dass man wirklich was dran tun kann. Die Aufführung hat mir aber sehr gut gefallen und wie so oft überrascht und gewundert, wie viel man aus Schülern herausholen kann in kurzer Zeit. Gerade in diesem künstlerischen Bereich – auch ohne großen Theorieüberbau – einfach so.

Nachmittags und abends platt, jeden Tag.

Neubauvorbereitungen begleiten uns wöchentlich, manchmal täglich. Demnächst große Sitzung bezüglich EDV im Neubau. Ich hoffe mit Schnittchen.

 

Neubau

[Not a valid template]Ziele der letzten Wochen nicht immer erreicht:

  • Früher aus der Schule gehen und auch Hause fahren (oder einfach mal in die Stadt gehen, Kaffee trinken)
  • Mehr mit der Bahn fahren
  • Halb elf schlafen bei einem Wecker um 5:30 Uhr

Ich nehme wieder zu. Der Stress zwischen September und Dezember hat wohl nachgelassen oder ich habe mich dran gewöhnt. Oder die Pause der Golfsaison schlägt durch. Bei zweistelligen Minusgraden und geschlossener Schnee- und Eisdecke auf meinen Laufstrecken fängt mir das Laufen an zu fehlen.

Seit diesem Jahr ernsthafterer Bahnfahrer. Das gefällt mir übrigens recht gut. Vor allem die Kosteneinsparungen beim Tanken (ich tankte im letzten Jahr normal vier Mal im Monat, was bei meinem Auto etwa 70€ pro Tankvorgang ergab) sind ordentlich. Ich muss in einer Woche nur vier Tage mit der Bahn fahren und habe schon den Monatspreis der Jahreskarte drin, da ich in dieser Woche nicht tanken muss.

Zusätzlich: Auch nach Fertigstellung der Autobahnausbaus der A6 hat sich die Verkehrslage nicht wirklich verbessert. Bahnfahren ist hier entspannter, wenn nicht grad aktuell wieder Züge ausfallen wegen der Kälte oder aus anderen Gründen. Sonst aber entspannend.

Und ich liebe diese Ausblicke, Bahnstation Rothenburg Straße in Nürnberg. In der Nähe habe wir anfangs vor 20 Jahren gewohnt. Von dort aus bin ich ins erste Jahr Referendariat gefahren.

[Not a valid template]Außerdem empfinde ich es als sehr „inspirierend“ nicht in meiner Auto-Blase in die Schule zu fahren, rein ins Auto im Carport und raus aus dem Auto in die Schule. Jetzt lerne ich die Umgebung der Schule zu Fuß kennen. 

Und manchmal ist es witzig: Ich treffe auf der S-Bahn-Fahrt nach Nürnberg rein Schüler der letzten 10 Jahre, die ich hier unterrichtet habe und die jetzt zur Arbeit, zum Ausbildungsplatz oder an die Uni fahren. Ab dem Hauptbahnhof in Nürnberg dann fahre ich mit aktuellen Schülern in der U-Bahn zur Schule.

Nachdem ich mir jetzt einen Vollbart wachsen lasse, erkennen mich jedoch nur noch die aktuellen U-Bahn-Schüler.

Die nächsten Projekte und Aufgaben sind Halbjahresnotenkonferenzen und die Vorbereitung der Abschlussprüfung, die im Juni stattfindet.

4 Antworten auf „Eine Woche Schulleitung – KW04“

  1. Zu Bahn vs. Auto:

    Als mein Auto unreparierbar kaputtging, stand ich vor der Entscheidung, mir wir wieder einen gebrauchten alten Schlitten, der ein paar Jahre halten würde, oder für etwas mehr eine BahnCard 100 zu kaufen.
    Ich entschied mich für letztere Option. Es war wirtschaftlich und in Bezug auf die Lebensqualität die beste Entscheidung. Keine Nebenkosten wie Tanken, Reparaturen, Parken mehr. Endlich wieder Zeit zum Bücherlesen (ich war in ganz Süddeutschland unterwegs). Oft interessante Gespräche mit Zufallsbegegnungen. Und weil man keine Einzelfahrscheine mehr benötigt, kann man bei schönem Wetter in einer bis dahin unbekannten Kleinstadt anhalten, spazierengehen und nach zwei Stunden weiterfahren.

    1. Bedeutet aber auch in die Nähe der ÖPNV zu ziehen…

      Aber ich gebe zu, dass ich auch die Deutsche Bahn jetzt öfter behellige. Vor allem aus Bequemlichkeit.

      Und ja, deinen Artikel mit deinem alten Handy lese ich immer mal wieder.

  2. Zu Bahn vs. Auto:

    Als mein Auto unreparierbar kaputtging, stand ich vor der Entscheidung, mir wir wieder einen gebrauchten alten Schlitten, der ein paar Jahre halten würde, oder für etwas mehr eine BahnCard 100 zu kaufen.
    Ich entschied mich für letztere Option. Es war wirtschaftlich und in Bezug auf die Lebensqualität die beste Entscheidung. Keine Nebenkosten wie Tanken, Reparaturen, Parken mehr. Endlich wieder Zeit zum Bücherlesen (ich war in ganz Süddeutschland unterwegs). Oft interessante Gespräche mit Zufallsbegegnungen. Und weil man keine Einzelfahrscheine mehr benötigt, kann man bei schönem Wetter in einer bis dahin unbekannten Kleinstadt anhalten, spazierengehen und nach zwei Stunden weiterfahren.

    1. Bedeutet aber auch in die Nähe der ÖPNV zu ziehen…

      Aber ich gebe zu, dass ich auch die Deutsche Bahn jetzt öfter behellige. Vor allem aus Bequemlichkeit.

      Und ja, deinen Artikel mit deinem alten Handy lese ich immer mal wieder.

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