Woher nimmst du nur die Zeit? – hörte ich öfter, wenn ich mal wieder postete. Und ich dachte immer, dass ich die Zeit nun doch immer wieder aufbringen kann ohne Probleme. 5 Minuten Schulleitung muss ja wohl drin sein.
Und ja, die Zeit wäre auch drin, ohne Probleme.
Aber ich schwanke, zwischen
- es ist alles schon gesagt
- ich will nicht jedes Mal jammern
- alles, was wirklich wichtig ist, kann ich nicht erzählen, weil es rückführbar ist
Und – ich bin geistig nicht wirklich auf der Höhe. Laufe auf Auto-Pilot. Seit zwei Wochen extrem. Es geht auf die Abschlussprüfungen zu, auf den Umzug in den Neubau. Ruhige Tage gibt es kaum. Letzten Freitag hatte ich wenig zu tun, aber davor, danach….nein nicht wirklich ruhig.
Was mir immer noch unsagbar schwer fällt: Pausengespräche führen (bei mehreren Unterrichtstunden pro Tag schaffe ich es so locker von 7.15 Uhr bis 14.30 Uhr pausenlos im Sinne des Wortes durch den Tag zu gehen), die einigermaßen mental anstrengend sind und dann direkt in den Unterricht laufen. Ich stehe dann dort, warte bis ich die Klasse begrüßen kann und merke, wie meine träge Psyche hinter mir her ins Klassenzimmer floingt.
Bei einer meiner Bewerbungen der letzten Jahre fragte ich meinen Chef, warum eigentlich zu diesem Zweck meine Beurteilungen über den Unterricht herangezogen werden. Ein Verwaltungsjob wie die Schulleitung sei doch eigentlich keine Frage des guten Unterrichts. Er erwiderte damals, dass es oft zwingend notwendig sei, ein guter Lehrer zu sein, weil der Stress manchmal so hoch sei, dass der Unterricht dadurch deutlich leiden würde. Ohne hier einigermaßen gut zu sein, würde dann das Ganze zusammenbrechen.
Er hatte Recht.
Und mein Unterricht derzeit ist unterirdisch. Manchmal schäme ich mich. Was mir noch hilft, sind eben Erfahrung (und ich meine die Erfahrung, solche irren Zeiten schon mal überlebt zu haben) und eine kräftige Stimme – und der Auto-Pilot. Nicht zu vergessen meine Blutdrucktabletten.
5 Minuten gehen schon.
>Er erwiderte damals, dass es oft zwingend notwendig sei, ein guter Lehrer zu sein, weil der Stress manchmal so hoch sei, dass der Unterricht dadurch deutlich leiden würde. Ohne hier einigermaßen gut zu sein, würde dann das Ganze zusammenbrechen.
Die Frage habe ich mir so noch nie gestellt, aber ja, das ist im Nachhinein sonnenklar. Wieder was gelernt.
>Er erwiderte damals, dass es oft zwingend notwendig sei, ein guter Lehrer zu sein, weil der Stress manchmal so hoch sei, dass der Unterricht dadurch deutlich leiden würde. Ohne hier einigermaßen gut zu sein, würde dann das Ganze zusammenbrechen.
Die Frage habe ich mir so noch nie gestellt, aber ja, das ist im Nachhinein sonnenklar. Wieder was gelernt.
Schämen sollen Sie sich nicht, denn Sie haben diese schwierige Situation nicht zu verantworten.
Das stimmt sicher zum überwiegenden Teil. Beruhigt aber nicht immer 😉
Schämen sollen Sie sich nicht, denn Sie haben diese schwierige Situation nicht zu verantworten.
Das stimmt sicher zum überwiegenden Teil. Beruhigt aber nicht immer 😉