#wasmachteigentlichderchef 15.10. und 16.10.

Auto. Hörbuch. Harry Hole ermittelt. Wunderbar eigentlich.


Ansonsten erschöpft und ausgelaugt. Corona nervt. In den letzten Tagen vor dem Wochenende schnellen die Zahlen nach oben, plötzlich sind wir gelb, dann stehen wir auf rot – und retten uns ins Wochenende. Wie der Boxer in den Gong.

Quarantänen schlagen um uns herum ein. Es ist viel Unruhe. Herkömmliche Krankheiten erhöhen die Vertretungszahlen. Dazu das Tagesgeschäft und Planungen ins Blaue hinein – aber wie eine Schulleiter-Kollegin (mit der zweiten Quarantäne in diesem Jahr – erst die Q12 in der ersten Woche, jetzt Q11, inklusive anhängenden Lehrkräften) am Telefon grad meinte: Was willst du denn auch planen?

Ja, eigentlich wenig. Hauptsächlich damit beschäftigt Dinge abzusagen, anderen Planungen unter Vorbehalt zuzusagen.

Letzte Woche Tage gehabt, wo ich zwischendrin mal Zeit hatte auf Toilette zu gehen. Wo ganze Tage nicht nach dem vorbereiteten Kalender verliefen, inklusive Schüler anschnauzen, weil die eigene Geduld schon vor der Unterrichtsstunde aufgebraucht ist (bisschen hat er es verdient, ich glaube am Ende der Stunde waren wir wieder gut miteinander).

Heute abend noch den Elternbrief schreiben, mit dem wir die Eltern unser Konzept für den Wechselunterricht bekannt machen wollen. Es wird, auch nach meinem persönlichem Empfinden, über kurz oder lang dazu kommen.

Die Schulreferentin der Stadt dazu: „Wir wollen auch die Schulen so lange wie möglich offenhalten…“ Alle diese und ähnliche Verlautbarungen klingen für mich grad wie die Playlist des Titanic-Orchesters. Ich komme morgen in die Schule und bin gespannt, wie es weiter geht.


Am Wochenende als Dozent außerschulische Erwachsenenbildung betrieben in Form eines Vorbereitungskurses auf die staatliche Fischerprüfung – zusammen mit Fischerkameraden. Das zweite von 3,5 Wochenenden.

Auf der einen Seite immer wieder zwischendrin gewundert, wie normal und routiniert das mit den Masken und dem ganzen Drumherum abläuft. Auf der anderen Seite noch kurz nach Beginn die aktuellen Verlautbarungen lesen und versuchen zu verstehen. Dürfen wir heute den Kurstag eigentlich halten?


Ich wollte letzte Woche an einem Dienstag mal durch Striche aufzeichnen, wie oft in der Stunde ich bei der Arbeit unterbrochen werde in meinem Büro, durch Klopfer, Anrufe usw. Nach zwei Stunden habe ich das aus den Augen verloren, bis da waren es vier Mal pro Stunde. Also ca. alle 15 Minuten.

Zur Erklärung des Bildes von heute: Das sind Infozettel, die an meiner Tür kleben oder auf meinem Schreibtischstuhl (wenn es ganz dringend ist) oder dem Schreibtisch (wenn dort Platz ist) liegen. Wenn jemand anruft und ich nicht da bin, notieren die Sekretärinnen dies und ich bekomme den Zettel.

Am Freitag habe ich um 10.10 Uhr Unterricht, bis 11.40 Uhr.

In der Zeit drei Anrufe von übergeordneten Behörden, zwei mit dem Hinweis „dringend“.

Um 11.45 Uhr bin ich im Büro und nehme den ersten Zettel, den, auf dem nicht „Dringend“ steht. Kurzes Telefonat, erledigt. Nichts erreicht, aber halt mal gesprochen.

Zweiter Zettel. Angerufen, besetzt. Angerufen, besetzt. Angerufen, besetzt. Aufgegeben.

Dritter dringender Zettel. Angerufen. Es kommt die Nachricht: „Wegen der aktuellen Bla,bla, bla und dem hohen Arbeitsaufwand ist die Behörde nicht durchgehend erreichbar. Bitte rufen Sie in den Sprechzeiten an, von blablabla bis 12 Uhr.“


Blutdruck stabil diese Woche. Komisch eigentlich.

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