Der erste Monat seit nun sechs Jahren, in dem ich keinen Artikel gepostet habe. Es gab Ideen und Motivation, aber kein Posting.
Fühle mich seit fast 4 Wochen krank. War auch krank. Huste mich jetzt in die vierte Woche. Wieder mal schlechtes Vorbild. Erkältung. Zwei Tage daheim, dann wieder in die Schule. Zwei Tage später Stimme fast weg. Arztbesuch, zu hoher Blutdruck, sorgenvolles Gesicht des Arztes: Krankschreiben für die ganze Woche, 5 Tage? Wir feilschen, es ist Zeugniswoche. Einigen uns auf 3 Tage, von denen ich erneut nur zwei daheim bleibe. Jetzt husten Chef und ich uns gegenseitig an.
Vor den Krankheitstagen k
onnte ich noch ein Projekt abschließen, welches ich für das Jahr 2012 vorgesehen hatte. Ursprünglich wollte ich meine letzte Beförderung mit einem neuen Tattoo feiern, konnte mich aber nicht für ein Motiv entscheiden. Vor einigen Wochen aber fiel mir etwas ein. Jetzt kommen Schüler in der Regel mit der Anmerkung „Das hat doch sicher was zu bedeuten?!“ Und schon kann ich meinen Arm dazu benutzen Grundlagen der Interpretation durchzuspielen.
Der Neubau des Schulhauses zieht sich durch fast jeden Tag der Schulwoche. Es gibt zahlreiche Sitzungen: mit den Verkehrsbetrieben, der Technik/EDV-Abteilung der Stadt, Bauträgern, Ausstattungsmenschen. Es gibt Sondertermine: Sicherheitsbegehungen, Besichtigungen, Treffen mit der FOS, die auch mit einzieht. Es gibt Ausschreibungslisten zu wälzen, vom Kugelschreiber bis zum Klavier, von der Büroklammer bis zum Beamer. Und es bleibt unklar, wieviel Unterricht zum vorgesehenen Einzugstermin gehalten werden kann.
Einen Zettel, den mir eine Schülerin kommentarlos in die Hand drückte beim Betreten des Klassenzimmers, habe ich über den Schreibtisch gehängt. In der Klasse habe ich neulich als Vorspann zum Expressionismus einen Kurzvortrag über die drei großen geistigen Einflüsse um 1900 geredet in einer Kurzdarstellung von Charles Darwin („Abstammung des Menschen“), Sigmund Freud („Nicht Herr im eigenen Haus sein“) und Friedrich Nietzsche („Gott ist tot“). Danach kamen ein paar mitleidige Blicke und von einer Schülerin die Frage, (Gedächtniszitat) ob es mir gut ginge, ich wäre so negativ. Ich glaube in dem Zusammenhang bekam ich dann später den Zettel. Er gefällt mir.