wasmachteigentlichderchef 2022-02-16

Auto, weil ich am Abend vorher keinen wirklichen Parkplatz gefunden habe und ohnehin weg musste.

Nachts um 4 wachgeworden, rumgelaufen, hingelegt. Aufgewacht müde wie die Hölle, nicht nur die körperliche Müdigkeit, auch die innere.

Gemerkt, als ich mich vor dem Unterricht mit der Kollegin für die zweite Stunde zum Gespräch verabredete, dann aber erst nach der zweiten Stunde kam, weil ich in den ersten beiden Stunden Unterricht nach Stundenplan hatte. Wir führen das Gespräch in der Pause.

Mehrmals aufgestanden und nicht mehr gewusst warum.

Eine andere Kollegin begegnet mir auf dem Gang, wir reden, sie sagt: Ich komme dann gleich zu Ihnen. Als wenn wir verabredet wären. Ich grüble. Sie kommt ins Büro, ich bin etwas panisch. Als sie sich setzt, fällt es mir ein: Ich wollte ihr die Beurteilung eröffnen. Gelächelt, nix anmerken lassen.

Erledigte Aufgaben:

  • zwei Stunden Deutsch mit Referaten
  • Gespräch mit Kollegin
  • Beurteilung eröffnet inklusive Gespräch
  • Telefonate mit verschiedenen Stellen, Absprachen, um den diese Woche angestiegenen Unterrichtsausfall aufzufangen
  • Briefing geschrieben, verschickt
  • Zeugnisse unterschrieben (ca 150), dazugehörige Briefe (halb so viel)
  • auf dem Höhepunkt der Müdigkeit entschlossen heimzugehen, schnell noch etwas regeln, stehe auf dem Gang, Feueralarm geht los
  • mit Feuerwehr und Polizei reden, die innerhalb von zehn Minuten mit einem vollen Löschzug vor dem Gebäude stehen
  • später in meinem Büro: zwei Polizisten, ein Sozialpädagogen, ein Schulleiter, ein Stellvertreter und ein schluchzender und zitternder Schüler, der, eine wilde Geschichte stammelnd, zugibt, dass er den Alarm ausgelöst hat
  • Ich weiß echt nicht, was mit dieser Woche los ist
  • heimgefahren, zu Fuß noch Dinge erledigt, dabei noch am Handy zwei Telefonate geführt über Ereignisse der vorangegangenen Tage

Das Kollegium dünnt weiter aus. Unterricht fällt aus, weil wir nicht mehr alles auffangen können. Bekomme die ersten Beschwerden, freundlich zwar, aber bestimmt. Und sie haben recht.

Gern die eine in den Arm genommen, aber auch da ist Corona heute angekommen.

Foto des Tages. Ich glaube, meine Uhr hatte heute Nacht ein Problem beim Tracken. Aber ich habe mich so gefühlt.

wasmachteigentlichderchef 2022-02-15

U-Bahn, U-Bahn, heute Auto. Morgen Auto.

Der Himmel die letzten Tage ist toll. Oben: Heute Abend außerhalb Nürnbergs, folgend beide: Schulweg, erst an der Schule, dann von meiner Wohnung aus.

Erledigte Aufgaben:

  • laufe seit 2,5 Tagen auf Hochtouren
  • denke ab und an: Na und, andere auch…
  • weiß aber, dass ich mich nicht dauernd (eigentlich gar nicht) mit anderen vergleichen muss
  • weil: wenn ich gestresst und schlaflos bin, dann ist das allein mein Körper und meine Seele
  • um beides muss ich mich auch allein kümmern

Heute ein angenehmes Telefonat mit einem Kollegen Schulleiter aus einem anderen Regierungsbezirk geführt – er rief an, wir wollten schon lang ein Treffen besprechen, ich stolperte, in Wort und in Gedanken, war noch bei einer ganzen anderen Sache, er gatzte auch ein wenig rum…dann stoppte er und meinte: Vielleicht reden wir erstmal darüber, wie es uns geht.

Es kann so einfach sein.

Wir waren uns einig, dass auch ein Problem der Corona-Sache ist, dass das Mantra „Die Kinder sind so wichtig“ unglaublich folgenlos geblieben ist. Schule ächzt seit Beginn an ununterbrochen und bis heute scheinen die einzigen Maßnamen zu sein: Maske! und: Macht das Fenster auf. (Nein, ich lasse die Kohle für Lüftungsgeräte und Geräteausstattung nicht gelten, weil diese nichts leichter gemacht haben)

Und vergessen habe ich habe ich fast, dass jetzt an weiterführenden Schulen in 5 und 6 die Pooltests eingeführt werden. Jetzt gleichzeitig mit der neuen Öffnungsdiskussion, jetzt nachdem man monatelang die herkömmliche Testerei als das große Ding in der Coronabekämpfung propagandiert hat, scheint es nicht mehr auszureichen. Jetzt also noch Pool, was dazu führt, dass sich Kinder jetzt in 5 und 6 an einem Montag drei Mal (3x) (!!) (sic!) Wattetupfer in den Kopf einführen.

Ich habe bisher keinen Begleitzettel gefunden, der mir das erklärt.

Aber ich gebe zu: Ich bin aktuell auch nicht mehr sehr aufnahmefähig.

Gestern Abend mit einer Freundin verabredet. Gehe die Straße entlang zum Treffpunkt, gehe fast an ihr vorbei. Sie sagt: Du hast schon von weitem ganz schön geistesabwesend ausgesehen.

Wenn der Himmel morgens und abends nicht so geil wäre…

wasmachteigentlichderchef 2022-02-09

U-Bahn, morgens, Breze holen, eine Tasche voll für die KollegInnen, die ins Gespräch müssen. Nachmittags dann U-Bahn, essen gehen und auf dem Roller wieder heim.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch mit Referaten
  • Im Sekretariat gesessen, weil mein Büro besetzt war, beschäftigt getan, trotz Rückenschmerzen wegen des kleinen Stuhls

Schulbesuch

Wenn ich das alles mal wieder richtig verstanden habe, dann kann man sagen, dass der Schulbesuch eines Ministerialbeauftragten dem Unterrichtsbesuch gleichkommt, den der Chef (Ich) bei den KollegInnen mache. Oberflächlich mag man monieren, dass ja der Unterricht nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus der Tätigkeit ist, die eine LehrerIn ausübt. Aber auch aus meiner Perspektive kann man hier viel mehr sehen und erkennen, als nur, dass der Kollege seinen Unterricht gut plant, magische didaktische Experimente vollführt usw.

Also, was ich in einer Stunde sehen kann – Auswahl:

  • ob die Stunde einen roten Faden, also einen logischen Zusammenhang hat (Planung und Gesprächsführung)
  • welche Haltung die Lehrkraft grundsätzlich den SchülerInnen gegenüber hat
  • Wie sorgfältig er sein Material vorbereitet und präsentiert
  • Wie er mit Unruhe und Störungen umgeht (auch die gibt es manchmal, wenn ich drin bin)
  • wie er anleiten kann, den Starken und den Schwachen
  • Wie präsent er ist
  • Wie sehr ihm die SchülerInnen vertrauen
  • Wie gut SchülerInnen mit Methoden und Inhalten vertraut sind
  • Wie gut er sein Fachgebiet beherrscht (ist nicht gleichbedeutend mit „alles wissen“)
  • Wie gut er improvisiert, wenn die Stunde nicht oder nicht gut vorbereitet ist

Das alles geht über die Einzelstunde deutlich hinaus.

Dazu kommt, dass ich merke, wie die KollegIn außerhalb des Unterrichts über die Kinder spricht und über sich und seine Arbeit. Ich erkenne einiges daran, wie man mit mir über Probleme mit SchülerInnen spricht. (Es geht nicht darum, dass jemand NIEMALS Probleme hat und alles meistern kann) Manche KollegInnen haben mit den Augen gerollt, wenn sie zu mir kamen mit einer „rechtlichen“ Frage und ich sie zurückfragte, was sie denn pädagogisch entscheiden würden.

Und überhaupt umfasst die Beurteilung ja noch so Vieles mehr. Und ja, manches sieht man nicht so ohne Weiteres – da Missmanagements aktiv nachschauen: Elternarbeit, außerschulische Aktivitäten, Zusammenarbeit.

Umgemünzt denke ich, kann der MB abschätzen, wenn er mit den KollegInnen redet, wie ich als Chef ihnen gegenüber bin. Und er wird mich einschätzen können von den Malen, die ich mit ihm rede. Und ja, ich vertraue ihm da.

Was meinen Umgang mit dem Schriftverkehr angeht, werde ich mehr Arbeit und Orga und Sorgfalt reinstecken. Da komme nicht umhin und brauche nicht rumheulen.

Der Tag des Besuchs war lang und am Ende das Gespräch mit ihm unter vier Augen zu kurz. Eine Ergänzung wird es dieser Tage geben. Wie gesagt, ich sehe es überraschend gelassen. Gelassen, weil ich für mich weiß, dass da nichts ist, was ich nicht noch lernen kann.

Bilder des Tages

Ich war wieder essen. Gehen Sie doch auch mal zum Thai Food II. Ist einfach gut.

wasmachteigentlichderchef 2022-02-08

U-Bahn. U-Bahn zurück, dann zum Teil mit VAG-Rad, weil die U-Bahn ein Türenproblem hatte.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Unterricht
  • Beurteilung eröffnet
  • Briefing geschrieben
  • Absprachen zu Konferenzen
  • Teilzeitanträge sortiert
  • Ablage aufgeräumt
  • Schreibtisch aufgeräumt
  • Unterschriften
  • gestern verleugnetes Telefonat geführt
  • man bittet mich, nicht mehr dem Oberbürgermeister zu schreiben
  • Kaffeemaschineneinstellung gefunden, die mich nicht umbringt
  • Gespräch zum Erasmus-Programm

Morgens von der Sekretärin angesprochen worden: Ob ich das gesehen hätte, am Rande des Schulgeländes hätte ein Lastwagen Müll abgeladen, mitten da, wo die Schüler bald kommen würden. Und sie hätten dann mit dem Feuerlöscher dagestanden und gefilmt. Ob das wohl ein Kunstprojekt sei.

Als ich am Ort des Geschehen eintraf, fröhliche Arbeiter der Stadt. Man erklärte mir, dass sie mit dem Müllwagen unterwegs waren, als sie plötzlich Rauch bemerkten aus dem Wagen. Dann, so die Auskunft, sei die Order, eine Nebenstraße zu finden, den Müll abzukippen und zu löschen. Dies habe man schon getan. Es sei schon ein anderer Wagen beordert, der den Müll wieder aufklaube. Ob ich nicht ein paar Nachsitzer hätte, die helfen könnten. Ich bot ihnen 300 Nachsitzer an, mindestens. Sie alle hatten das, also einen kokelnden Müllwagen, schon mehrfach erlebt.

Weil ich runterfahren musste und keine Lust aufs Kochen hatte, noch schnell raus aus der Wohnung und die Straße runter und rein in die Brauereigaststätte.

Zwei Rotbier und ein Bauerngröstl, offenbar Rest vom Sonntag, weil mit geschnittenen Kloß und Schäufele-Fleisch. An der Hast, mit der ich die Biere kippte, gemerkt, dass vielleicht der MB-Besuch morgen doch nicht spurlos an mir vorübergeht wie ich es gern hätte.

Auf dem Heimweg noch beim Kiosk und Hermes-Shop Gencebay vorbei. Nachtisch geholt, der für jemanden wie mich gemacht war: Einem Mann, der den ganzen Tag im Bergwerk gearbeitet hat.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-07

Mitgenommen worden, bisschen zu Fuß. Bahn auf dem Rückweg. Irgendwo auf dem Rückweg meine Mütze verloren, vielleicht liegt sie im Büro, hoffentlich. Doof. Montag.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch
  • Stunde Sozialkunde
  • Stunde Schreibtisch aufgeräumt
  • Stunde Herzrasen wegen des (der) Espressos (i) aus der neuen Kaffeemaschine
  • Gespräch Klassenleitung und Sozialpädagoge
  • Formular erstellt für Teilzeitler, rumgeschickt
  • verschiedene Emails
  • Gespräch Hausmeister
  • nach Konzentration gesucht
  • von der Sekretärin am Telefon verleugnen lassen
  • Papierkram für München aufgesetzt
  • Klassenkonferenz am Nachmittag
  • Unterschriften des Tages
  • Unterricht vorbereitet für morgen
  • längeres Gespräch mit Kollegin über Schulleiterwerden und ob das wirklich so gut ist (über jemand anderen)
  • Email aus dem Bürgermeisteramt bekommen, weil ich neulich ja mal wieder wütend war und geschrieben habe; Grundton: „Jetzt hammse sich mal nicht so – wir sind doch dran, das geht nicht so schnell, wie Sie sich das immer vorstellen.“ Antwort zu einem Problem, was sicher seit drei Jahren akut ist
  • vorgenommen: Morgen mache ich meine Bürotür mal wieder zu

Foto des Tages

Waschtag ist normal am Wochenende, aber nicht mal da komme ich zu was aktuell – Fischerkurs und so. Also heute am Montag. Leben wenig aufregend grad. Wenigstens war es heute morgen schon hell, was vielleicht auch daran lag, dass ich spät dran war.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-04

Fahrrad. War ein spontaner Gedanke unter der Dusche. Draußen festgestellt, dass es regnet. Das hatte mein iPhone nicht gesagt. Kurz gezögert, dann geradelt, Regenjacke hatte ich eh an. Schön frisch, schön dunkel, schön einsam im Westpark. Sollte ich öfter machen.

Erledigte Aufgaben

  • Vorlage Email erstellt zum Versenden der Zugangsdaten zum Versetzungsportal
  • Emails versendet zum Versetzungsportal
  • Stunde Sozialkunde
  • paar Emails mehr
  • ein Problem mit dem Medienkonzept, welches über drei Institutionen läuft, versucht zu lösen, Telefonate, Emails
  • eine Stunde lang Besprechung mit dem Sicherheitsbeauftragten über die anstehenden Pooltests (mit viel Kopfschütteln)
  • Sitzung zum Gebundenen Ganztag und seiner Neuausrichtung
  • Interne Sitzung Schulleitung
  • Gespräch Hausmeister draußen vor dem Schulaschenbecher

Foto des Tages

Wochenende, Fischerkurs, Gefühle, griechisches Essen, Lasagne.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-03

U-Bahn. Verkatert den ganzen Tag. U-Bahn zurück, dann zu Fuß, am Ende mit einem Dürüm in der Hand.

Erledigte Aufgaben

  • Stunde Deutsch
  • Stunde Sozialkunde
  • Briefing geschrieben
  • KMS gelesen
    • Neue Regelungen Infektionsschutz
    • Pooltestungen
    • Versetzung
  • Unterrichtsplanungsordner angelegt
  • drei Krapfen gegessen
  • Gespräch Chef von der FOS
  • Absprache Konrektor
  • Telefonat Chef andere RS

Fußweg heim durch Gostenhof vom Plärrer aus.

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-02

Bahn, zurück teilweise zu Fuß, dann Roller. Zu warm für die Jahreszeit. Später am Abend Fahrrad und Roller.

Erledigte Aufgaben

  • geschaftelt, Dokumente hochgeladen
  • geredet
  • zwei Stunden Deutsch
  • mehr geredet
  • viele Emails geschrieben
  • zwei Stunden Schulleitertagung online
  • kurz nach Hause um Pipi zu machen
  • wieder los, zum Essen verabredet
  • geredet
  • gegessen
  • gelacht
  • getrunken
  • Der Freund sagt immer noch (seit 2007), ich arbeite zu viel
  • mehr getrunken
  • gelacht
  • heim
  • was ins Internet geschrieben

Zwei Tragödien heute:

  1. Netzwerk der Schule wurde eventuell sabotiert durch Virus oder Trojaner
  2. Kaffeemaschine in der Schulleitung / Sekretariat hat den Geist aufgegeben

Kein blöder Witz darüber, was uns mehr erschüttert hat.

Fotos des Tages

Restaurant Amazonas, Bogenstraße, Nürnberg

#wasmachteigentlichderchef 2022-02-01

Wasmachteigentlichderchef 2022-02-01

U-Bahn, leichter Schneefall. Stimmung morgens schön, Vögel noch laut.


Erledigte Aufgaben

eine Beurteilung eröffnet

Telefonat KM

Unterlagen zusammengesucht

Schulhomepage gerettet, weil sie aufgrund der Umstellung auf PHP 8 und einiger anderer Dinge plötzlich nicht mehr aufrufbar war (Gleichzeitig kamen Hilferufe zweier Blogs, die ich betreibe)

einen Zustand erreicht, bei dem ich abends nicht mehr sagen kann, was ich alles gemacht habe

nachmittags: Teams-Sitzung mit dem Sachaufwandsträger wegen der Lehrer-Dienstgeräte

abends noch am Schreibtisch, um zu machen, z.B. die Wikis zum Laufen zu bringen, die von der PHP-Umstellung auch betroffen sind
Kein Tag, an dem ich mich mit Rollerfahren belohnen wollte.


Man entwickelt sich weiter, also ich.
Habe neulich in einem Podcast gehört, dass Leute, die Selbstwertprobleme haben, oftmals Misserfolge in einem Bereich ihres Lebens auf alle Bereiche beziehen. So war ich vor drei Jahren. Ich weiß noch, wie ich mich fühlte, als mir meine Sekretärin einen dicken Umschlag auf den Schreibtisch legte, ich ihn öffnete und dann die Klageschrift fand. Der englische Begriff „devasteted“, den ich neulich mal gehört habe, beschreibt das ganz gut. Fast ein wenig onomatopoetisch.
Heute zucke ich nicht mal mehr mit den Schultern, wenn ich eine Email bekomme, die damit endet, dass man „das mal dem Anwalt vorlegen werde“. Das bedeutet nicht, dass ich irgendwie Verständnis für so etwas habe.
Von den ganzen Widersprüchen, Klageandrohungen, Klagen, die in den letzten Jahren über meinen Schreibtisch gewandert sind, war eigentlich nicht eine wirklich nachvollziehbar. Ja, ich verstehe oft, was dahinter steckt. Verstehen…naja…nachvollziehen ist das richtige Wort…oder ahnen? Egal.
Wichtig ist: Ich bin ein guter Schulleiter.

Ein bisschen grüblerischer als sonst aber in jedem Fall. Aber das ist nicht schlimm.

Auf dem virtuellen Schreibtisch liegen:

  • Schulbesuch MB
  • Pooltestungen Vorbereitung
  • KMS zu Versetzungen (Damit Beginn der Unterrichtsplanung kommendes Jahr)
  • Personalprobleme
  • ein/zwei Klassen, die einen kritischen Status erreichen

Gestern gemerkt, dass ich etwas angespannt bin, als ich ins Lehrerzimmer ging und zwei KollegInnen direkt auf mich zukamen, um mit mir Dinge zu besprechen und ich sofort angespannt war, und, obwohl man mir nichts Böses wollte – direkt in Abwehrhaltung ging.
Jedenfalls habe ich danach mein Büro nicht mehr verlassen.

Abends, also jetzt, hole ich den Packen Geschichten raus, die ich habe in meiner Zehnten neulich schreiben lassen. Und ich war besonders gespannt auf einen Schüler. Und er hat mich nicht enttäuscht (ohne dass er wusste, dass ich gespannt war). Ich blättere weitere durch, lese, freue mich.
Aufgabe war: Den Anfang des Romans „Wenn’s brennt“ von Stephan Reich lesen (Titel habe ich nicht genannt)

Und dann:
„Aber wo fängt es nur an? Schreibt die Geschichte, mit der das anfängt, was hier endet. Helft euch dabei, die beste Geschichte zu schreiben.“


Ich sollte öfter Deutsch unterrichten.


Halb zehn abends. Eine Kollegin ruft mich an, die im Schulhaus noch was holen wollte, weil sie es vergessen hatte. Sie stößt dort auf ein Problem, das ich neulich in meinen Brief an den Oberbürgermeister formuliert habe. Ich rufe den Hausmeister an und wecke ihn. Das Problem wurde bisher nicht gelöst, obwohl im Brief vom Oberbürgermeister drin steht, dass es sehr wohl gelöst wird. Ich kotze im Strahl. Der Hausmeister kann auch nichts dafür, er kotzt mit.

Ich schreibe jetzt noch eine Mail.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-31

Wasmachteigentlichderchef 2022-01-31

Bahn und ein Stück zu Fuß. Morgens schön gewesen, nachmittags Regen. Nicht schön.

Erledigte Aufgaben:

Der MB hat sich zum Schulbesuch angekündigt. Jetzt könnte ich larmoyant (ich wollte dieses Wort schon immer mal benutzen) sagen, dass er halt sehen möchte, wie die Schule läuft. In Wahrheit aber geht es um die Beurteilung des Schulleiters, also meine (oder mich?).

Zum Besuch gehören nicht nur Gespräche mit allen Beteiligten der Schulgemeinschaft (Konrektoren, Erweiterte, Sekretärinnen, neue Lehrkräfte, Personalrat, SMV, Elternbeirat, Hausmeister, Sozialpädagoge…), sondern auch der Blick in meinen Aktenschrank.

Sie können sich, wenn sie dieses Blog länger lesen, vorstellen, wo meine größte Angst sitzt.

Jedenfalls habe ich heute die zehn Stunden an der Schule damit verbracht, Unterlagen zusammenzusuchen oder andere (die KollegInnen) zu fragen, ob sie mir das noch mal schicken können.

Deadline: Mittwoch, übermorgen.

Ich bin ein guter Schulleiter.

Meine intimen Geständnisse auf diesem Blog scheinen nicht abschreckend zu sein. Sofatutor möchte mich als Posterboy für die Presseansprache Bayern. Ich habe zugesagt, weil ich bei sowas noch nie zugesagt habe. Ich weiß nicht mal, was eine Presseansprache ist.

Bilder der Tage

Graffiti des Tages

Seit zwei Tagen sammeln sich im Hinterhof, auf den mein Balkon rausgeht, abends bei Dunkelheit Rabenvögel in den Bäumen, um morgens recht ordentlich Krach zu machen. Bisschen spooky.


Mit diesem Foto neue Wurst bestellt, für meinen 10jährigen Kumpel und mich.

Die Wochenenden halten immer etwas bereit für mich. Entweder was mit Angeln (Fischerkurs) oder was mit Gefühl. Und was Gutes zu essen. Und bald wieder Golf. Und wandern.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-28

Wasmachteigentlichderchef 2022-01-28

U-Bahn auf dem Hinweg, auf dem Rückweg die Hälfte zu Fuß, weil es so schön kühl und frisch war, dann ein VAG-Rad genommen. Währenddessen mit einer Kollegin und Freundin telefoniert und Beratung gegeben.

Erledigte Aufgaben

  • Unterricht Sozialkunde
  • KMS überflogen zum Pooltesten ab März (mir tun die Augen weh vom Rollen)
  • langes Gespräch mit Fördervereinsvorsitzender, ganz lang
  • paar Emails
  • Psychologische Gutachten für zwei unserer SchülerInnen bekommen, die mich immer noch mitnehmen, aber nicht mehr aus der Bahn werfen
  • Interne Schulleitungssitzung
  • Unterlagen für den MB-Besuch Anfang Februar endlich mal durchgelesen (Beurteilung des Schulleiters)

Auf dem Hinweg so früh gewesen, dass die U-Bahn leer war.

Höchststand an positiven Tests an einem Tag – jeder Zettel eine SchülerIn. Ca. 150-170 SchülerInnen in Quarantäne. Der Schulleitungskollege rechnet aus wie hoch die Inzidenz bei uns an der Schule ist: 3300.

Ich esse zu viel, schlafe zu wenig. Dennoch gehts mir gut. Verrückte Zeiten.

Auf dem Rückweg im Westpark einen mittelgroßen Berner Sennenhund gesehen, der zusammen mit einem Schwarm Vögel spielte. Leider zu weit weg für ein gutes Foto oder Video.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-27

Wasmachteigentlichderchef 2022-01-27

U-Bahn, weil immer kälter.

Heute noch früher an der Schule gewesen, aber immer noch nicht ganz der erste.


Erledigte Aufgaben

  • (Gestern zwei Stunden Deutsch vergessen)
  • eine Stunde Deutsch (einen Film von Fatih Akin zuende geschaut und über Sündenvergebung und Erlösung gesprochen), eine Sozialkunde
  • drei Beurteilungen ausgedruckt, Termine vereinbart zur Eröffnung
  • diverse Mails mit Eltern und KollegInnen-Anliegen
  • Paar Absprachen zum Schulhaus
  • Telefonat Schulaufsicht wegen abgängigem Schüler
  • weitere Klasse in die Quarantäne geschickt
  • in einer Personalakte eine Lücke entdeckt, die in meine Zeit fällt, Kopf gemacht

Ich finde immer noch, dass der Film „Kurz und Schmerzlos“ von Fatih Akin eine gute Umsetzung der griechischen Tragödie ist. Jedenfalls kann man die Aufteilung der 5 Akte eigentlich ganz gut daran erklären. Ebenfalls auch den „Hybris“-Begriff.


Foto des Tages


Meine Wohngegend heute.

Erst vor Kurzem wurde diese Ecke aufgeräumt, weil man daran ein paar Tage lange die „Broken-Windows-Theorie“ nachvollziehen konnte.

Mit „Knut“ fing es an.

Aber der Baum war schon im Dezember vorher ein beliebter Treffpunkt, um Wohnecken aufzubauen.


Ich mag Gostenhof. Jetzt auch im Fluter.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-26

U-Bahn, weil kalt. Habe den Wecker seit letzter Woche um eine halbe Stunde vorgestellt, also auf 5:30 Uhr. Vorteile:

  • U-Bahnen sind leerer
  • komme eine halbe Stunde vor den meisten anderen an die Schule und kann mich in Ruhe auf den Tag vorbereiten
  • die Müdigkeit hat endlich mal einen nachvollziehbaren Grund

Erledigte Aufgaben

  • drei Beurteilungen geprüft und überarbeitet
  • Wochenbriefing geschrieben
  • bisschen geholfen bei der Quarantänenaktion heute
  • Gespräche, drei
  • Telefonat KM, endlich jemanden erreicht, wegen Erweiterter Schulleitung

Früher gegangen, weil heute mein Mittwoch ist und ich einen Termin wahrnehmen musste.

Es mag bizarr klingen, aber ich verändere einige meiner Abläufe am Tag, einfach um zu sehen, was geht und wie mein Biorhythmus dabei mitspielt. Nehme aktuell wieder Johanniskraut, was mich einerseits innerlich ruhiger macht und insgesamt die Stimmung aufhellt.


Heute wurden zwei Klassen in die Quarantäne geschickt. Als angefangen wurde, die Eltern telefonisch darüber zu informieren, fiel die Telefonanlage aus. Die Quarantänebriefe, die wir ausdrucken müssen, kamen unlesbar aus dem Drucker der Sekretärin, also habe ich sie bei mir ausgedruckt. Die Stellvertreter organisierten den Löwenanteil. Eine dritte Klasse steht kurz vor der Quarantäne. Die Sekretärin telefonierte derweil mit ihrem. Handy. Der Online-Unterricht beginnt erst morgen, über unser Kupferkabel aus dem Schulhaus raus.

Wir: Die vorgelagerte Front des Gesundheitsamts. Das Contact-Tracing-Team. Die Phalanx der bayerischen Corona-Strategie.

Die Ankündigungen dieser Tage, von Zahlen über Lockerungen bis hin zur Rationierung von PCR-Tests sind nicht wirklich würdevoll zu kommentieren.


Dialog am Handy zwischen mir und dem Hausmeister neulich. Hintergrund: Gegenmaßnahmen gegen Vandalismus auf der Toilette. Jetzt je Klassenzimmer ein Schlüssel, Toillettegehen nur während der Stunde.


Foto des Tages, Jansenbrücke in Nürnberg, zwischen meiner Wohnung und der Schule. Neulich zu Fuß nach Hause, weil einfach nötig.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-25

Wasmachteigentlichderchef 2022-01-25

U-Bahn, weil kalt. Schulwegimpressionen


Eine Freundin, selbst Schulleiterin eines Gymnasiums in der Nähe, sagte mir mal auf mein Bekenntnis, dass ich Schwierigkeiten damit habe mich als Schulleiter für etwas zu entscheiden, dass sie sich mittlerweile angewöhnt hat, sich nicht zu viele Gedanken darüber zu machen. Sie entscheidet sich und wenn sich nach einer Woche abzeichnet, dass es die falsche war, dann wird halt anders entschieden.

Das habe ich versucht mir als Mantra parat zu legen. Ich wende es in vielen Bereichen an, auch privat oder beim Bloggen. Die meisten Entscheidungen passen beim ersten Mal. Alles andere muss ich vielleicht nicht zu lange erklären.


Erledigte Aufgaben heute:

  • Unterricht 10. Klasse Sozialkunde
  • Zwei Beurteilungen aufgesetzt und zur Prüfung gegeben
  • Langes Telefonat mit der Schulaufsicht zum Thema Notengebung bei Kindern, deren Schullaufbahn durch Aufenthalte in der KJP (Kinder-Jugend-Psychatrie) oder ähnliche Umwege geprägt wurde (3/4h)
  • Langes Telefonat mit einem Kollegen einer weiter entfernten Realschule, Austausch über alles (1h plus)
  • Monatsgespräch Personalrat
  • Mehrere kleinere Gespräche mit KollegInnen
  • Austausch mit Stellvertreter
  • Viele Unterschriften
  • Ca. 12 Mal im Ministerium an drei verschiedenen Nummern angerufen, wo keiner abnahm

Letzte Woche zusammen mit dem Sozialpädagogen eine therapeutische Wohngruppe besucht, in der eine unsere SchülerInnen lebt. Aktuell einer der schwereren „Fälle“, daher persönliches Engagement.


Morgens kalt


Ich habe mir mittlerweile ein Headset angeschafft. Manche der Telefonate sind so lang, dass ein Hörer in der Hand umkomfortabel ist. Also sehe ich aus wie der Mitarbeiter des Monats im Callcenter


Graffiti des Tages (das Gesicht links oben)


Das Bier des Tages: Ein Prototyp aus der Brauerei Kehrwieder in Hamburg

https://www.kehrwieder.beer/12/speaking-bottle/detail/14/prototyp.html

Auf Instagram habe ich eine lange Reihe von Bieren beim Essen eingeführt. Die ursprüngliche Idee war herauszufinden, wieviele Postings ich hinbekomme, wenn ich in der Getränkeabteilung der regionalen Edeka-Filiale fränkisches Bier verschiedener Sorten und Brauereien kaufe und trinke.

Ein sehr erfreuliches Ergebnis daraus war, dass ich schon seit Langem kein Bier mehr gekauft habe, weil Mitleser auf Instagram mir jetzt immer mal wieder Bier vorbeibringen. Also dehnte ich die Reihe aus auf oberpfälzer, niederbayerisches, oberbayerisches, Leipziger, Hamburger Bier aus. Wichtig auch: Die Reihe der Postings fränkischer Biere vom Edeka ist lang, ultralang.

Ich bin kein Biersommelier, mache da keinen Hype – trinke einfach gern Bier, vor allem nach so einem Tag. Nicht jeden Tag, aber gern.

Und essen tu ich auch gern.

Ach – sollte ich Franken oder Bayern mal verlassen, wird mir das fehlen.


Mein Leben gefällt mir.

#wasmachteigentlichderchef 2022-01-13

Dieser Tage U-Bahn. Kalt morgens. Arbeite an einer neuen Routine, die Aufstehen, Frühstück und Losgehen betrifft. Möchte früher an der Schule sein. Möchte Struktur. Ordnung.

Stelle dieses Format (#wasmachteigentlichderchef) heute mit diesem Posting ein. Stellte fest, dass ich zu sehr nachdenken muss und mich zu sehr beschränke bei dem, was ich schreibe. Außerdem habe ich das Gefühl, dass mein Kollegium hier zu viel liest und sich dann Sorgen um mich macht. Das wäre mir zu viel – dann machen wir uns gegenseitig Sorgen umeinander. Komme nicht weiter.

Was an seine Stelle tritt, weiß ich noch nicht. Vielleicht klaue ich mir „5 Minuten Schulleitung“ zurück.

Es ist dieser Tage anstrengend. Ich habe zum ersten Mal seit langer Zeit sowas wie Weihnachtsurlaub genommen. Der war toll. Der Umstieg jetzt wieder auf Schule nicht so sehr. Es wird von Tag zu Tag besser, aber die innere Unruhe bleibt, die Magenschmerzen und der beständige Ankämpfen gegen die Niedergeschlagenheit. Ich mache mir keine Sorgen darüber, dass es nicht besser wird. Das wird es. Und Corona geht einem halt auch einfach gehörig auf den Sack.

Heute mit einem Schulleiterkollegen telefoniert, eigentlich wegen der Terminvereinbarung einer anstehenden Lehrprobe. Da wir uns aus dem Internet kennen (dieser Satz ist einfach göttlich) und entsprechend schon mal miteinander gesprochen haben, konnten wir offen und ehrlich reden. Und in diesem kurzen Gespräch konnte ich/konnten wir mal festmachen, was mir (und wohl auch den KollegInnen so quer liegt): Dass absolut nichts normal ist, wir aber so tun müssen/sollen/dürfen, als wäre es so. Weil außer „Die Schule muss offen bleiben“ nichts weiter passiert. Weil wir in einer Ausnahmesituation jetzt „Schule spielen“. Weil, die Metapher sei erlaubt, über allem ein dünner grauer Schleier liegt.

Am meisten liegt mir dabei der gern genannte Argumentationsstrang quer, in dem es heißt, dass geschlossene Schulen die Kinder vermehrt häuslicher Gewalt aussetzt. Als ob offene Schulen auch nur ansatzweise das Problem von häuslicher Gewalt lösen können.

Als ob es nur um „offen“ und „geschlossen“ ging, aber ich bin es leid mich hier weiter aufzuregen.

Im Gespräch mit dem Sozialpädagogen zu Beginn der Woche haben wir die kritischen „Schülerfälle“ besprochen, kritisch im Sinne von „sollte eigentlich einen Therapieplatz, einen Platz in der KJP (Kinder-und-Jugend-Psychatrie) bekommen, wandelt am Rande des Zusammenbruchs, ist nicht beschulbar, muss vor sich geschützt werden usf“. Die Liste wird länger. Und wir haben nur einen Sozialpädagogen oder besser: Wir haben wenigstens einen Sozialpädagogen. Und ein tapferes Kollegium, welches nicht nachlässt. Und ich sitze da, lasse mir berichten und eskaliere innerlich.

Und jetzt reden wir noch nicht von SchülerInnen in Quarantäne oder von infizierten Lehrkräften oder einer dünnen Personaldecke. Oder von der Halbjahresgrenze, wo dann doch wieder die Noten stehen müssen oder Entscheidungen über Probezeiten fallen. Und die 10. Klässler werden über die Abschlussprüfungen informiert. Klassenfahrten sollen abgesagt werden. Der Kultusminister hat sich mit Corona infiziert.

Und ich stehe morgen wieder auf und fahre zur Schule.

Hätten wir gestern nicht die Nachlieferung von Testen endlich bekommen, hätten wir morgen nicht aufmachen können.

Ich habe heute (Oder gestern? Welcher Tag ist heute?) mit dem Kollegen gesprochen, der mit einer Kollegin unter harten Auflagen Theaterproben macht. Und ich habe mit einem zufriedenen Menschen gesprochen, der nahezu euphorisch berichtet hat. Und ich habe mich mitgefreut.

Was mich am Schulleiterdasein am meisten mitnimmt: Dieses Auf und Ab an emotionalen Zuständen, bei dem ich das Gefühl habe, dass ich innerlich ausleiere.

Was aktuell ansteht:

  • Mit dem Februar beginnt quasi schon die Unterrichtsplanung für das kommende Schuljahr (Versetzung-, Wiederverwendungsanträge)
  • Mit dem Februar bekomme ich meinen Schulleiter-Beurteilungsbesuch vom Ministerialbeauftragten
  • Mit dem Februar soll das aktualisierte Beurteilungs-KMS für die KollegInnen kommen

Außerdem:

Mit der Polizei Kontakt aufgenommen, um der Jägergeschichte von Anfang Dezember mal auf die Spur zu kommen (meine Mail an die Stadt dazu blieb bis heute unbeantwortet, der lange Brief an den Oberbürgermeister zum Thema Vandalismus dagegen hat eine Antwort bekommen – wenn man das so nennen will – der Oberbürgermeister hat sich jetzt auch mit Corona infiziert.)

Sollte dieses Posting bitter klingen, dann stimme ich Ihnen zu.