#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu #schultrojaner) | herrlarbig.de

Eine tolle Zusammenfassung der Anfangsdiskussion um die Entstehung dezentraler Bildungs-/Unterichtsmedien von Herrn Larbig. Und damit ein vielversprechender Anfang.

#OER – Offene Bildungsmedien: Ich will Taten sehen! (& Update zu #schultrojaner) | herrlarbig.de.

SZ auf dem iPad

Drei Zeitungen haben wir abonniert: die Pegnitz-Zeitung die ganze Woche über (ein Regional-Ableger der Nürnberger Nachrichten), die Süddeutsche und die taz im Wochenendabo (SZ kommt Freitag und Samstag, die taz am Samstag mit der Post). Regionale Infos neben überregionalen Hintergründen neben linker Kampfpostille. Herz, Geist und Verstand eben – oder in anderer Reihenfolge, egal.

Zentrale Verwaltung zum Laden, Archivieren und Überblicken

Die SZ hat jetzt ein App herausgebracht, welches ich seit einer Woche benutze. Und diese ist so wie jeder es mag: übersichtlich, intuitiv zu bedienen, mehr als die Printausgabe. Die Artikel sind übersichtlich und locker angeordnet, so dass es nicht ganz so überfrachtet aussieht. Mehr als die Printausgabe heißt, dass die Artikel mit Videos ergänzt werden und/oder mit Bilderreihen.

Ein wichtiger Clou ist, dass man die Artikel per Email versenden kann. Entsprechend hat man dann den Text der Zeitung zum Weiterverarbeiten vorliegen. Besonders hilfreich im Deutschunterricht.

Innerhalb des Apps liegt übrigens nicht nur die Tageszeitung an, sondern auch das SZ-Magazin, welches immer freitags beiliegt. Auch dieses kann heruntergeladen und gelesen werden.

Querformat, Inhaltsverzeichnis links

Sehr schön dabei übrigens, dass man abends ab 19:00 Uhr die Ausgabe des nächsten Tages schon lesen kann – kommt mir bei dem schon erwähnten Deutschunterricht ziemlich entgegen, aber auch, weil ich dann zur besten Tageszeit die Zeitung lesen kann – vorher habe ich nämlich nicht immer ausreichend Gelegenheit oder auch nur Lust. Etwas später (gegen 23 Uhr) wird die Ausgabe dann übrigens noch aktualisiert.

Witzigerweise kann man sich das Streiflicht vorlesen lassen – warum, wird mir nicht klar, aber witzig ist es allemal.

Hochformat, Inhaltsverzeichnis kann man einblenden

Das Preisgefüge ist spannend. Wenn ich es recht betrachte, dann kostet das Angebot ca. 30 Euro im Monat für Neu-Leser. Abonnenten zahlen 7,50 €.  Letztere können darüber hinaus bis zum Ende des Jahres das App kostenlos nutzen. Interessanterweise unterscheidet die SZ dabei aber (noch?) nicht zwischen Wochenendabonnenten wie uns und Vollzeitabonnenten. Heißt: ich habe derzeit die ganze Woche Zugriff auf die SZ im iPad und zahle nur die Freitag- und Samstag-Ausgabe. Bisher jedenfalls wurde ich nicht gefragt, ob ich für die anderen Ausgaben zahlen möchte. Hoffentlich geht das nicht nach hinten los.

Unterm Strich ist das iPad in seiner ersten Ausgabe immer noch ganz schön schwer, um damit freihändig zu lesen. Auf dem Schoß aber ist es unschlagbar, vor allem, wenn man das Format der SZ betrachtet und nebenbei noch frühstücken will.

Kältere Schichten der Luft. Antje Ravic Strubel

Gekauft auf dem Erlangener Poetenfest, nach Klappentext.

Wollte eine Liebesgeschichte lesen. Habe eine bekommen, die aber doch gegen den Strich geschrieben wurde.

Überrascht aber war ich bei der Lektüre der Rezensionen von Perlentaucher.de. So viel hatte ich nun wiederum nicht hineingelesen.

Perlentaucher.de

Also im Endeffekt etwas für jemanden, der abgedrehte Liebesgeschichten mag.

 

 

 

 

 

 

Anständig essen – Karen Duve

Bin schon länger ein Karen Duve Fan und wurde auch immer wieder überrascht von den jeweils neuen Tönen, die ich in neu erschienen Werken von ihr entdecken konnte.

Fing ich an mit dem Regenroman und Dies ist kein Liebeslied, bei dem ich jedes Mal mehrere Passagen öfter lesen musste – nicht, weil ich sie nicht verstand, sondern weil sie dermaßen vollgestopft waren mit bitteren und bösen Passagen, die sich in Nebenbemerkungen, Andeutungen, Abschweifungen ergingen, dass erst mehrfaches Lesen alle Facetten wahrnehmen konnte. Allein die ersten sechs bis acht Seiten von Dies ist kein Liebeslied ist ein Parforceritt (wo habe ich nur dieses Wort her?) durch die Gedankengänge einer jungen Frau, die nach London aufbricht, um die Liebe ihres Lebens zurückzugewinnnen. Im Flugzeug sitzend reflektiert sie nicht nur über ihre Situation, sondern, um nur ein Beispiel zu nennen, überlegt, welche Musik nun am besten zu einem Absturz ihre Flugzeugs passen würde. Ich sitze auch beim wiederholten Lesen dieser Stelle glucksend vor dem Papier.

Auf einer Lesung der hiesigen Literaturtage vor ein paar Jahren konnte ich sie dann noch hören und es war ein perfektes Zusammenspiel. Ihre leicht unterkühlte Stimme, die fehlenden Erklärungen zum Roman und dann der Vortrag des Textes waren immens eindrucksvoll – vor allem, weil man in einem Publikum saß, dass irgendwo zwischen Lachen und dem Gedanken schwankte, ob man lachen darf.

Las ich dann Weihnachten mit Thomas Müller. Einer tollen Weihnachtsgeschichte um einen Kleinen Teddybär, der in Hamburg verloren ging. Nicht nur, dass ich die Locations kannte aus meiner eigenen Kindheit und Jugend (Hamburger Innenstadt). Und ich las und las und dachte, dass irgendwann dieser Karen-Duve-Ton hoch kommt. Aber nichts weiter als eine tolle Weihnachtsgeschichte. Eine, die ich auch schon in der Schule vorgelesen habe.

Las ein paar kurze Erzählungen.

Schenkte meiner Frau dann Anständig essen – und las es selbst. Der Ausgangspunkt ist einfach: Eine Art Selbstexperiment, zwei Monate bio ernähren, zwei als Vegetarier leben, zwei als Veganer, zwei als Frutarier. Darüber schreiben. Das Motiv lag natürlich in dem doppeldeutigen Begriff des „anständigen“ Essens, also der moralisch-ethisch richtigen Weise der Nahrungsaufnahme, speziell unter Vermeidung der Ausbeutung, Quälerei und massenhaften Tötung von Tieren.

Ich hatte gehofft, dass der alte Karen-Duve-Ton wiederkommt und er war auch vorhanden, aber es ist kein launisches Buch geworden, von einer Autorin, die ohne Cola und Gummibärchen nicht leben konnte – nach eigener Einschätzung. Vielmehr ist es ein gut recherchiertes, persönliches und aussagekräftiges Buch entstanden. An deren Ende steht letztlich keine Rechtfertigung des eigenen (unveränderten) Ess- und Konsumverhaltens, sondern man nimmt der Autorin ab, dass sie hier eine Wandlung durchmachte, die nicht auf das „Ja, ich weiß, aber…“ hinaus läuft, sondern auf eine erfreulich differenzierte Antwort auf die Frage, wie man anständig essen kann – und eigentlich mehr noch: wie man anständig leben kann in einer Zeit, in der das eigene Konsumverhalten unmittelbare Auswirkungen nicht nur auf die Umwelt, sondern auch dadurch auf die Lebensbedingungen anderer Menschen hat.. Dass sie hierbei keine grundsätzliche und dogmatische Überzeugung abgeliefert wird, rundete für mich das Ganze am Ende ab. Sie formuliert einige Punkte, die sie für sich aus ihrem Experiment gezogen hat, steckt dabei aber auch Grenzen fest, wo sie selbst zugibt, dass hier nichts in ihrem Verhalten ändern möchte.

Unterm Strich also ein Buch, was ich genossen habe und welches mich nicht ganz so unberührt lässt. Auch meine Frau wird es freuen.

Interview FAZ.net mit Karen Duve

 

httpv://www.youtube.com/watch?v=SEOrMc9rXeE

 

Bild aus der Augsburger Allgemeinen

Die Einsamen – Håkan Nesser

Im August um diese Zeit suche ich im Urlaub normalerweise überall die Buchhandlungen auf, um den neuen Nesser zu finden. Diesmal war Amazon mein Freund und ich habe zuhause auf dem Sofa gelegen, vier Tage jedenfalls hauptsächlich, um „Die Einsamen“ zu lesen.

Dies nun der vierte Band mit dem Halbitaliener Barbarotti als Kommissar, der, ganz in Tradition schwedischer Krimis, selbst eine große eigene Rolle im Krimi einnimmt. Wie in den Bänden vorher spielt das Ermitteln, das Kriminale, das Detektivische eine seltsam beigeordnete Rolle. Beim ersten Auftritt von Barbarotti taucht dieser ja erst im hinteren Teil des Buches überhaupt auf und scheint dann den Fall beiläufig, eher durch Zufall zu lösen. Ebenso ist er hier nicht der klassische Ermittler, besteht seine Arbeit doch darin, alte Akten zu durchforsten und nachzuspüren, was dreißig Jahre vor ihm ein mittlerweile verstorbener Ermittler gesammelt hat.

Ein über 60jähriger Dozent für Mathematik fällt im Wald einen Abhang hinunter und stirbt. Ein Unfall oder Selbstmord? Die Ermittlungen beginnen dann interessant zu werden, als sich heraus stellt, dass dreißig Jahre vorher eine Frau an derselben Stelle, unter denselben ungeklärten Umständen gestorben ist. Darüber hinaus ist recht schnell klar, dass dies Frau die damalige Lebensgefährtin des Dozenten war. Die weiteren Ermittlungen laufen schleppend und sind oft kurz davor eingestellt zu werden. Alles konzentriert sich um eine Freundesclique von drei Pärchen, die sich Anfang der 70er gefunden hatte und die sich Mitte der 70er aus den Augen verlor, nachdem eine von ihnen an besagter Stelle im Wald umkam.

Der Stoff ist kein klassischer „Whodunit“-Fall, aber das waren die Romane von Nesser ja fast nie. Vielmehr entwickelt sich die Spannung aus den Figuren und ihre Handlungszwänge und inneren Konflikte einerseits und andererseits aus der Konstruktion der Erzählstränge. Somit vermag es Nesser, dass der Leser sich wechselnd schlauer fühlen kann als der Ermittler, manchmal genauso im Dunklen tappt wie dieser und sich schließlich auch von ihm helfen lassen muss. Die Erzählfolge ist hier sehr stark zergliedert und die Handlungen im einzelnen konstruiert, aber dennoch nicht so, dass es unglaubwürdig würde. Es wird parallel erzählt, in Rückblenden und jeweils aus verschiedenen Perspektiven. Grad dies scheint Nesser perfektionieren zu wollen und daraus entwickelt sich natürlich die Spannung des Falls. Letztlich aber erhält die Geschichte bis zum Ende hin immer wieder neue Wendungen oder neue Vertiefungen, so dass die eigentümliche Spannung bis zum Ende hält, weil man in seinen eigenen Erwartungen zwar bestätigt, aber nicht immer zufrieden gestellt wird.

Dass die Barbarotti-Figur hier einen stärkeren transzendentalen Anstrich bekommt, empfinde ich jedoch eher als störend. Sein Pakt mit Gott war in den ersten Bänden witzig, nun sollte dieser anscheinend mit Tiefgang gefüllt werden. Die daraus resultierende Botschaft wird schnell kapiert, dann aber wiederholt dargelegt, ohne dass wirklich etwas Neues hinzukommt. Einige Seiten habe ich hier nur gescannt, ohne wirklich zu lesen.

Unterm Strich aber schöne vier Ferientage, im Garten, auf dem Sofa, im Freibad – mit einem schönen Krimi.

 

Hier gibts eine Leseprobe bei krimi-couch.de, gelesen von Dietmar Bär.

 

Bild/Cover von randomhouse